Schlagwort-Archive: Zukunft

Die Klinik der Zukunft

Je größer die Klinik, desto mehr Daten müssen täglich verwaltet werden. Da mittlerweile alle Patientendaten digital erfasst werden, sollten diese auch innerhalb von Sekunden mobil an jedem Ort der Klinik abrufbar sein. Das kann über ein iPad z.B. am Krankenbett erfolgen. SAP (mit einem Innovationspreis ausgezeichnet) hat nun mit dem Programm HANA diese Möglichkeit entwickelt. An der Berliner Charité ist das System bereits erfolgreich im Einsatz.

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Durch die In-Memory-Technologie ist es möglich, eine enorme Datenmenge in sehr kurzer Zeit zu organisieren und Daten blitzschnell abzurufen.

Hotelzimmer der Zukunft

Kaum aus dem Süden zurück, fasziniert mich eine Meldung, die ich bei Burkhard Schneider gefunden habe:

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Lindner Hotels und die Fraunhofer Gesellschaft Duisburg aus Deutschland entwickeln gemeinsam in Future Labs verschiedene Perspektiven, wie die Hotelzimmer der Zukunft aussehen werden. Runde Formen, Relax-Räume in der Mitte, Roboter zur Bedienung und Zimmer, die den unterschiedlichsten Anforderungen (von Einzelzimmer bis zur Familiensuite) jeweils angepasst werden können. D.h. der Gast stellt sich seinen Zimmerwunsch in Modulbauweise zusammen. Um in diesem Konzept möglichst hohe Flexibilität anbieten zu können, müssen einige Gewohnheiten von früher über Bord geworfen werden, sprich: es muss radikal gedacht werden! Wie mache ich aus einer Dusche einen Waschtisch, aus dem WC ein Bidet, aus dem Bett vielleicht sogar eine Badewanne? Alles soll in der Wand verschwinden, aber das braucht viel Platz (der viel kostet). Ein Konzept der individuellen Möblierung habe ich an anderer Stelle in diesem Blog schon beschrieben.

Das entspricht ganz dem Trend der Industrie, jedem Kunden sein individuelles Produkt zu liefern. Wer dies zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten hinkriegt, wird in Zukunft vorne mit dabei sein. Interessant ist, dass ab November Testpersonen die verschiedenen Zukunftsmodelle im Duisburger inHaus ausprobieren können und deren Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen.

[Foto: LAVA/Fraunhofer]

CDs brennen ohne Software

cdbrennen.jpgFantastisch: Ich brenne ungefähr EINE CD im Jahr. Da hab‘ ich keine Ahnung mehr, wie das mit Nero und Konsorten geht. Und deshalb bin ich bei der Meldung ‚CDs brennen ohne Software‘ auch sofort hängen geblieben. Was wird da angeboten?:

Der Hersteller TX-WEA aus Frankreich bietet drei verschiedene Varianten des „intelligenten“ Rohlings an: Eine speziell für Fotos, die nicht nur das direkte Speichern, sondern immerhin auch die Grundmöglichkeit zum Drehen und Vorauswählen der Bilder bietet. Bis zu 950 Aufnahmen niedriger und 460 Fotos hoher Fotoqualität passen auf die 680 Megabyte große CD. Ein weiterer Rohling ist für unkritische Daten geeignet, und eine weitere CD bietet Speicherung und Schutz für sensible Daten. Die Rohlinge für vertrauliche Informationen besitzen zusätzlich zu dem Brennprogramm eine automatische Verschlüsselungssoftware.

Man kann diese CDs direkt auf der Homepage von TX-WEA bestellen oder aber in Google andere Lieferanten suchen. Auf ebay werden diese Rohlinge schon ab dem berühmten 1 Euro zur Versteigerung angeboten. Natürlich kosten sie mehr als ’normale‘ Rohlinge, aber für Seltenverwender wie mich – ideal!

Das passt übrigens genau zum Konzept, das von Microsoft angeblich in Zukunft angesteuert wird: Miete deine Software immer nur dann, wenn du sie brauchst und auch nur das, was du brauchst! Gerade Kleinunternehmer haben oft Angst, Ihre Daten außerhalb ihres Computers zu lagern. Genaugenommen sind diese Daten aber auf einem professionellen Server wahrscheinlich viel besser gesichert als auf ihrem eigenen PC. Ich hatte in den vergangenen Jahren schon ganze Datenbanken ausgelagert (so wie auch diesen Blog) und jetzt mein Customer Relations Management (bei salesforce.com) und bin damit bisher immer gut gefahren.

Gefunden in der WELTonline

[Foto: pixelio.de]

Der LEGO-Stein wird 50…

lego-holz.jpg…und hat anläßlich des Ideenparks von Thyssen-Krupp, der dieses Jahr auf dem Stuttgarter Messegelände stattgefunden hat, den CREO der Gesellschaft für Kreativität verliehen bekommen. Dieser Preis wird jährlich an Unternehmen verliehen, die sich besonders um das Thema Kreativität verdient gemacht haben. Warum LEGO diesen Preis verdient hat, braucht nicht näher erläutert werden.

Hier noch einige Hintergrundinformationen:

Mit Holzspielzeug hat LEGO 1932 begonnen. Die nebenstehende Ente soll ein Verkaufsschlager gewesen sein! Mit Plastikspielzeug hat LEGO 1952 als Pionier in Dänemark begonnen, nachdem die Holzwerkstatt zweimal abgebrannt war. Der LEGO-Stein in seiner heutigen Form wurde 1958 aus der Taufe gehoben. Zahlreiche weitere Erfindungen haben LEGO zu einem der beliebtesten Kinderspielzeuge der Welt gemacht.

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Aber die LEGO-Gruppe arbeitet bereits an der Zukunft und hat seit einigen Jahren auch auf Roboter gesetzt. Mit LEGO MINDSTORMS können intelligente LEGO-Modelle gebaut werden, die dem Elektronik-Zeitalter gerecht werden.

LEGO legt besonders viel Wert darauf, die Kreativität der Spielenden (ob jung oder alt) anzuregen und das LEGO-System wird auch im Unterricht eingesetzt.

Detail am Rande: Durch seine spezielle Bauweise ist ein LEGO-Stein angeblich unzerstörbar. Er kann also bestenfalls weiter ‚vererbt‘ werden…

[Fotos: Pressestelle LEGO und innokaan]

TRIZ und Radikale Innovation

Eifrigen Lesern meines Blogs werden die 4 Buchstaben TRIZ schon öfter aufgefallen sein. Und einige von ihnen wissen auch, dass diese die Abkürzung für ‚Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz‘ sind. Was Wikipedia übersetzt mit „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ oder „Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme“.

Über die Methodik steht in Wikipedia:
Die Methodik wurde u.a von Genrich Saulowitsch Altschuller, Rafael Borisowitsch Shapiro und Dimitri Kabanov um 1946 ins Leben gerufen. Sie entstand durch die Sichtung einer großen Anzahl von Patentschriften, woraus sie diejenigen auswählten, die ihnen technische Durchbrüche zu beschreiben schienen. Diese werteten sie genauer aus und erkannten drei wesentliche Gesetzmäßigkeiten:

  1. Einer großen Anzahl von Erfindungen liegt eine vergleichsweise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrunde.
  2. Erst das Überwinden von Widersprüchen macht innovative Entwicklungen möglich.
  3. Die Evolution technischer Systeme folgt bestimmten Mustern und Gesetzen.

Speziell Altschuller hat mit seinen Schülern ein Systematik entwickelt, mit der man Erkenntnisse aus der Vergangenheit nützen kann ohne das Rad jedes Mal neu erfinden zu müssen. TRIZ besteht aus einer ganzen Reihe von methodischen Werkzeugen, die systematisches Problemlösen unterstützen. Warum soll das gerade bei ‚Radikalen Innovationen‘ nützlich sein?

Altschuller hat empfohlen, bei jedem Problem zumindest einen ‚klassischen Widerspruch‘ (siehe oben Punkt 2) zu formulieren, den es zu überwinden gilt. Auch die ‚ideale‘ Lösung anzudenken. Genau das ist der Stoff, aus dem ‚Radikale Innovationen‘ gemacht sind. Und um frühere Erfahrungen zu nutzen, hat er zusammen mit seinen Schülern 40 Lösungsprinzipien (siehe oben Punkt 1) erarbeitet, auf die man beim Problemlösen (oder Erfinden) zurückgreifen kann.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim einen oder anderen Beitrag in Zukunft in der Fußzeile (zwischen eckigen Klammern) einen Hinweis finden werden, welche(s) Lösungsprinzip(ien) dort offensichtlich angewendet wurden. Auch bisherige Beiträge werde ich nach und nach ergänzen. Denn durch Beispiele begreift man diese Prinzipien am besten. Und sie gehen nach einiger Zeit ganz automatisch in das Lösungsdenken über.

Setzt sich Blu-ray disc nun endlich durch?

Seit 2002 (lt. Wikipedia) gibt es Blu-ray bereits und wird stark von Panasonic und Sony unterstützt. Es soll die Nachfolge der DVD antreten und steht in Konkurrenz zu anderen Systemen wie HD-DVD oder VMD. Jetzt, 6 Jahre später, scheint der Formatkrieg in eine entscheidende Phase zu gehen. Anfang des Jahres 2008 hat der HD-DVD-Markt massive Einbrüche zugunsten der Blu-ray Disc erleiden müssen, nachdem der Medienkonzern Warner in Zukunft auf Blue-ray setzen will. Sony Österreich wird seine Produktion auf Blu-ray umstellen und sucht mindestens 100 neue Mitarbeiter.

Das Pendel könnte allerdings wieder umschlagen, wie vor kurzem ‚derstandard.at‘ meldete. Denn Sony will verhindern, dass Sexfilme auf Blue-ray produziert werden. Nach Meinung von Experten ist jedoch der Markt für Erwachsene von erheblicher Bedeutung für die Entwicklung einer bestimmten Technologie. So könnte die Pornoindustrie einen entscheidenden Anteil daran haben, welches Format sich letztendlich durchsetzt. Zumal sich viele Regisseure und Produzenten schon für das HD-DVD-Format ausgesprochen haben.

Man sieht also, dass es sehr lange dauern kann und von unterschiedlichsten Faktoren abhängt, welches System sich letztendlich bei den Kunden durchsetzt. Und manche Entwicklungen setzen auch völlig unerwartet, fast über Nacht ein. Für Spannung ist also gesorgt! Sony muss Acht geben, um sich nicht wie seinerzeit zu verschätzen, als es um die Vormachtstellung bei den Videoformaten ging. Der Grad zwischen Top und Flop ist schmal!

Ein Unterhemd kann Sonnenbrand mildern

CyclodextrinAus der Serie ‚Deutsche Innovationen‘ in der Wirtschaftswoche 43/2007 möchte ich heute die Cyclodextrine der Münchner Wacker Chemie hervorheben. Es sind dies ringförmige Zuckermoleküle, die beim Abbau des Naturproduktes Stärke mit Hilfe von Enzymen gewonnen werden. Sie sind biologisch abbaubar, völlig ungiftig und können dauerhaft auf Natur- und Kunstfasern verankert werden. Jedes Molekül bildet einen Hohlraum und kann darin Substanzen aufnehmen, die eine Abneigung gegen Wasser haben.

Sobald Sie nun zu schwitzen beginnen, nehmen diese Moleküle den Schweiß auf und geben im Gegenzug z.B. einen wohlriechenden Duft oder eine Medizin ab. Unterwäsche kann Sonnenbrand bekämpfen, ein Hemd Neurodermitis oder Strümpfe Orangenhaut (berichtet 3sat). BR-online berichtet noch weitergehend, nicht nur was alles mit Cyclodextrinen möglich ist, sondern was ‚intelligente‘ Textilien bereits alles können. Sie schreiben z.B.

Das Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, kurz IZM, entwickelt ein komplettes T-Shirt zur Kontrolle der Vitaldaten des Trägers. Mit leitfähigen Fäden ist ein Chip auf ein T-Shirt genäht, außerdem eingearbeitet – metallene Fäden, die über die Brust führen. Das Ganze: voll waschbar. Solche Systeme könnten in Zukunft die Herzfrequenz, Blutdruck und Puls erfassen. Bei kritischen Werten schlagen sie Alarm und übertragen die Daten per Mobilfunk an einen überwachenden Arzt.

Wir werden also in absehbarer Zeit die Frage: „Kann Kleidung heilen oder vorsorgen?“ mit „Ja“ beantworten können.

[Foto: Wikipedia]

Holt die Bauern in die Stadt!

vertical farms-chrisjacobsAngeregt durch einen Beitrag auf ‚ideentower.de‘ habe ich mich näher mit der faszinierenden Idee beschäftigt, Ackerbau und Viehzucht nicht mehr nur auf der Erdoberfläche zu betreiben. Durch das Bild in dem Beitrag dachte ich zuerst nur daran, Ställe und Felder in Zukunft zu verdoppeln, in dem man sie zweigeschoßig baut. Da ich mir aber das Konzept von Dr. Despommier/Columbia University näher angesehen habe, ist mir die Radikalität seines Vorschlags erst so richtig bewußt geworden: Er möchte Ackerbau und Viehzucht in z.B. 30-stöckige Hochhäuser verlagern, die mitten in der Stadt stehen. Damit möchte er 50.000 Menschen im Jahr versorgen. Und so auch gleich die Transportkosten verringern, da die Ware ja viel näher am Verbaucher wäre. Das dadurch freiwerdende Land sollte aufgeforstet werden, um unser Klima wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Er fragt z.B. auch, warum die Menschheit, die größtenteils bereits in wettergeschützten Gebäuden sitzt, ihre Nahrung immer noch den Unbillen des Wetters aussetzt. Seine Studenten haben bereits Konzepte für Manhattan und Harlem entwickelt. Diese sind teilweise schon sehr ausgereift, haben Wirtschaftlichkeitsrechnungen überstanden und muten gar nicht so utopisch an.

Aber auch in anderen Ländern wird fleißig an der Lösung des Welternährungsproblems gearbeitet. In Japan wird sogar mit unterirdischen Feldern experimentiert.

[Foto: Chris_Jacobs]

Stuttgart 21

stuttgart-hbfEin eher radikales Projekt hat meine Aufmerksamkeit erregt: In Stuttgart soll unter dem Namen ‚Stuttgart 21‘ der bisherige Hauptbahnhof um 90 Grad gedreht werden: Er wird damit von einem Kopfbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof. Dafür muss er aber auch noch 11 Meter unter die Erde. Ebenso müssen dafür kilometerlange Tunnels durch die gesamte Stadt gegraben werden, um alle Fernverkehrsschienen unterirdisch zu führen. Die dadurch gewonnenen Flächen sollen der Stadterneuerung dienen. Sie werden nach dem Ausbau des neuen Bahnhofs an eine Entwicklungsgesellschaft weitergegeben. Es ist dies eines der ehrgeizigsten Projekte deutscher Städteplanung in der nahen Zukunft. Mit Widerstand zahlreicher Interessensgruppen ist zu rechnen, denn es müssen zahlreiche Häuser weichen oder werden in Mitleidenschaft gezogen. Aber all die zu erwartenden Probleme stehen den großen Zielen gegenüber:

*Beschleunigung der Magistrale (Hauptverkehrsstrecke) Paris-Istanbul. Von Stuttgart nach Wien werden zukünftig 2 (!) Stunden Fahrzeit eingespart.
*Gewinnung neuer Flächen zur städtebaulichen Entwicklung Stuttgarts.

Eigentlich sollte das Projekt in ‚Stuttgart 22‘ umbenannt werden, denn es hat rund 22 Jahre gedauert, bis das Projekt von den ersten Planungen (im Jahr 1985) weg endlich im Juli 2007 beschlossen wurde. Und die Eröffnung ist frühestens für 2015, eher aber erst gegen 2018 geplant!

staedtebau-stuttgart21

[Fotos: pixelio.de, DB]

SiemensVDO bremst mit Keil

SiemensVDOEs wird zwar noch bis 2010 dauern, aber dann können wir damit rechnen, dass die Revolution in der Bremstechnik in Serie geht. Und die Automobilhersteller auch zugreifen. Denn die neue ‚Elektronische Keilbremse‘ wird die bisherigen hydraulischen Systeme ablösen. Und damit ein neues Stadium in der Geschichte der Bremsen einleiten. Denn der Nachteil aller hydraulischen Systeme war immer eine gewisse Trägheit, wodurch auch die Weiterentwicklung an ihre Grenzen stieß. Daher ist jetzt ein radikaler Sprung in neue Dimensionen gelungen. SiemensVDO im O-Ton:

Das Herz der Keilbremse ist das Keillager. Kontrolliert von einem Elektromotor bewegt sich dabei ein Bremsklotz über ein Rollenlager hinweg… Sobald der Bremsklotz die Bremsscheibe berührt, wird er durch die so genannte Umfangskraft mitgezogen. Die Reibung zwischen Bremsscheibe und Bremsklötzen wandelt die Bewegungsenergie in Wärme um – der Wagen wird gebremst. Der Elektromotor hält dabei den Bremsklotz auf dem Rollenlager in jener Position, die gerade so viel Bremskraft aufbaut, wie gewünscht ist. Der kleine und präzise arbeitende Elektromotor muss dabei nur wenig Energie aufwenden, um auch schwerste Fahrzeuge sicher aus Höchstgeschwindigkeiten heraus zum Stillstand zu bremsen.

Und in Zukunft wollen die Techniker von SiemensVDO ihr eCorner-Konzept umsetzen, um darin Antrieb, Lenkung, Dämpfung und Bremse direkt in die Räder der Autos von Morgen integrieren.

[Foto: SiemensVDO]