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Mit Glas sind viele Innovationen möglich

Ich hatte ja schon einmal über den intelligenten Badezimmerspiegel berichtet. Beim innovativ-in-Blog bin ich nun auf das folgende Video gestoßen, in dem die Firma Corning noch eine Fülle anderer Einsatzmöglichkeiten von Glas für die Zukunft sieht. Der Badezimmerspiegel ist auch dabei.


[youtube 6Cf7IL_eZ38&feature=player_embedded#at=317]

Glas soll in vielen Bereichen als Display verwendet werden: Im Haushalt, im Auto, im Büro, auf der Straße (Werbung und Verkehrsnachrichten, Pläne bei Busstationen) und im Unterhaltungsbereich. Speziell die Kombination von Glas und Elektronik bietet hier eine Fülle von Anwendungen. Besonders stark wird wahrscheinlich die Werbung diese Möglichkeit nutzen.

In Kombination mit dem Smartphone (natürlich wieder Glas) sind die Einsatzmöglichkeiten schier unerschöpflich.

Neues vom ‚Shared Space‘

2008 habe ich im Blog schon einmal über Bohmte berichtet. Damals handelte es sich nur um ein 600 Meter langes Straßenstück, bei dem alle Ampeln und Verkehrsschilder radikal entfernt wurden. Durch das Fehlen all dieser Regulierungen hat sich die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer wesentlich erhöht. Heute geht die schilderlose Straße fast durch den gesamten Ort. 90% der Bevölkerung sind sehr zufrieden. Hier ein Video dazu:

[youtube ewg_xJ-0v9Y]

Vor wenigen Tagen wurde in Gleinstätten in der Steiermark das erste ‚Shared Space‘ Projekt Österreichs eröffnet. Offenbar als Vorbereitung dazu haben die Grünen aus Graz ein Video unter dem Titel ‚Hanoi Shared Space‘ ins Netz gestellt, obwohl die Vietnamesen wahrscheinlich noch nie etwas von dieser von der EU geförderten Aktion gehört haben. Trotzdem fließt der Verkehr ganz ohne Ampel…

[youtube VyXO-GkQ6lM]

Ein Mobilitätskonzept für Städte

citycar1-300x160.jpgDas MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat 2008 ein interessantes Mobilitätskonzept für Städte entwickelt. Stapelbare Elektrofahrzeuge mit 2 oder 4 Rädern stehen an vielen Stellen zur Verfügung, z.B. bei U-Bahn-Ausgängen. Dort werden sie aufgeladen und können per Karte entlehnt werden. Auf dem Parkraum, den 2 PKWs benötigen, können schon 6 stapelbare Kleinautos abgestellt werden. Da diese Fahrzeuge maximal 45kmh fahren, brauchen sie auch nicht die üblichen Sicherheitsmerkmale und sparen so Gewicht.

Durch GPS-Ortung kann der jeweilige Standort eines Fahrzeugs sowie das genaue Bewegungsmuster der Fahrzeuge aufgezeichnet werden. Das liefert die Daten zur Verfeinerung des Konzepts, an welchen Stellen der Stadt wann wieviele Fahrzeuge gebraucht werden. Abgesehen davon kann jeder Benutzer natürlich dabei auch vom eingebauten Navigationssystem profitieren.

Mister 15.000 Volt – Dieter Ludwig

Ein gutes Beispiel, wie zäh und mühsam es ist, eine entsprechende Innovation voranzutreiben, liefert der ehemalige Leiter des Karlsruher Verkehrsverbundes Dieter Ludwig. Mit seiner Forderung nach gnadenloser Kundenorientierung („Unsere Kunden wollen nicht umsteigen!“) ist es ihm gelungen, über viele Jahre hinweg enorme Zuwächse an Nutzern des öffentlichen Verkehrs zu erzielen.

Um dieses Versprechen (kein Umsteigen zwischen Tram und Regionalbahn) einlösen zu können, musste er eine radikale Innovation fordern – den Zweistromzug. Als er das vorschlug, hielten ihn die meisten für verrückt. Folgende Unterschiede mussten auf einen Nenner gebracht werden:

– Die Karlsruher Straßenbahn fährt mit 750 Volt Gleichstrom, die Bahn mit 15.000 Volt Wechselstrom (daher sein Spitzname).

– Die Tram fährt höchstens 70 km/h, die Bahn 300 km/h und mehr.

– Tram und Bahn benötigen unterschiedliche Kurvenradien.

– Trambahnführer und Lokführer benötigen unterschiedliche Prüfungen.

Die Karlsruher Fahrer haben alle Prüfungen und die Kunden merken nicht einmal, wann von Gleich- auf Wechselstrom umgestellt wird. Dafür braucht so ein Zweistromzug vom Rathaus in Karlsruhe bis zum Rathaus in Heilbronn nur 55 Minuten. Das sind immerhin rund 93 Km, für die Google maps mit dem PKW über die Autobahn 57 Minuten kalkuliert! Kein Wunder also, dass die Karlsruher damit bei manchen Linien sagenhafte Steigerungen von mehreren hundert Prozent erreicht haben.

[Quelle: Salzburger Nachrichten vom 12.9.2009]

In 12 Minuten von Zürich nach Bern!

Das Thema ‚Magnetschwebebahn‘ wird in Europa mit mildem Lächeln quittiert, vor allem seitdem der letzte Versuch, ein Transrapid-Projekt von München zum Flughafen in Erding zu installieren, gescheitert ist. Deshalb möchte ich Ihr Augenmerk auf ein anderes Projekt richten, das gewisse Nachteile des Transrapid vermeidet, indem es unter die Erde in Vakuumröhren ausweicht: Es handelt sich um die Swissmetro, auch das Flugzeug ohne Flügel genannt. Details am besten im Video, auch wenn dieses schon 2001 gedreht wurde und nicht mehr alle Dinge stimmen (z.B. die erste Strecke soll Zürich-Bern werden, damals hieß es noch Zürich-Basel).

http://youtube uCRGJmAEiOM

Im Jahr 2007 berichtet Swissmetro nicht viel Neues. Möglicherweise ist Ihnen die Rekordfahrt des französischen TGV vom 3.4.2007 mit 574,8 kmh in die Glieder gefahren!

http://youtube 8skXT5NQzCg

Die Konkurrenz eines schon bestehenden Netzes in punkto Geschwindigkeit ist für Swissmetro natürlich groß. Aber die Auswirkungen eines Zuges, der mit rund 570 kmh durch die Landschaft rast, sind schon im Video zu erahnen. Abgesehen von der ungeheuren Lärmentwicklung zieht der Zug alles Mögliche wie ein Staubsauger mit sich.

Deshalb bleibt meines Erachtens die unterirdische Variante weiter interessant. In zahlreichen Blogeinträgen wird das Für und Wider kommentiert. Als größte Hürde (Kostenfaktor) wird die Aufrechterhaltung eines Vakuums in den Röhren gesehen. Sollte es jemals Realität werden, ist es auf jeden Fall eine Radikale Innovation, auch wenn hier nur (!) eine Magnetschwebebahn mit einer Art Rohrpostsystem kombiniert wird (Ich weiß schon, dort wird Druckluft verwendet, bei Swissmetro Vakuum oder Teilvakuum). Aber beide transportieren etwas sehr schnell durch Röhren.

Gefahr schafft Sicherheit!

Dieses radikale Konzept hat der inzwischen verstorbene Niederländer Hans Monderman vertreten. Sein Vorschlag: Alle Verkehrsschilder entfernen. Das hat als bisher einzige Gemeinde in Deutschland Mitte 2008 die Gemeinde Bohmte bei Osnabrück auf einem 500m langen Teilstück der Hauptverkehrsstraße im Zentrum umgesetzt. Es gilt nur mehr ‚rechts vor links‘, alle Verkehrsschilder und Ampeln wurden entfernt und die Gehsteige und Fußgängerinseln wurden eingeebnet. Im Sinne der Chaostheorie regelt sich alles von selbst: Die Verkehrsteilnehmer sind wesentlich aufmerksamer. Zwischenstand September 2008: Bisher noch kein einziger Unfall! (Gegenüber im Schnitt ca. 8 Unfällen in einem ähnlichen Zeitrahmen).

sharedspace.jpgDie EU hat diesen Umbau aus dem Projekt ‚Shared Space‘ mitfinanziert. Weitere 6 Gemeinden in NL, GB, BE und DK machen mit. Der Gedanke dahinter ist, dass sich alle Verkehrsteilnehmer zu gleichen Teilen die Verantwortung im Straßenverkehr teilen. Als wesentlicher Bestandteil des Konzepts wird eine starke Einbindung der Bevölkerung schon im Planungsstadium beschrieben.

Allerdings ist dieses Konzept so revolutionär, dass es nur in einem (!) Ort in D und auch nur auf einer relativ kleinen Strecke verwirklicht wird. Und teilweise wieder verwässert ist, wie in Ipswich, wo die Gehsteige teilweise farblich anders gestaltet wurden als die Straße, was gar nicht im Sinne des Konzepts ist und eine Scheinsicherheit erzeugt.

[Quelle: Jörg Mehlhorn, Gesellschaft für Kreativität e.V.]

[ASIT-Prinzip ‚Objektentfernung – Object Removal‘]

Stuttgart 21

stuttgart-hbfEin eher radikales Projekt hat meine Aufmerksamkeit erregt: In Stuttgart soll unter dem Namen ‚Stuttgart 21‘ der bisherige Hauptbahnhof um 90 Grad gedreht werden: Er wird damit von einem Kopfbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof. Dafür muss er aber auch noch 11 Meter unter die Erde. Ebenso müssen dafür kilometerlange Tunnels durch die gesamte Stadt gegraben werden, um alle Fernverkehrsschienen unterirdisch zu führen. Die dadurch gewonnenen Flächen sollen der Stadterneuerung dienen. Sie werden nach dem Ausbau des neuen Bahnhofs an eine Entwicklungsgesellschaft weitergegeben. Es ist dies eines der ehrgeizigsten Projekte deutscher Städteplanung in der nahen Zukunft. Mit Widerstand zahlreicher Interessensgruppen ist zu rechnen, denn es müssen zahlreiche Häuser weichen oder werden in Mitleidenschaft gezogen. Aber all die zu erwartenden Probleme stehen den großen Zielen gegenüber:

*Beschleunigung der Magistrale (Hauptverkehrsstrecke) Paris-Istanbul. Von Stuttgart nach Wien werden zukünftig 2 (!) Stunden Fahrzeit eingespart.
*Gewinnung neuer Flächen zur städtebaulichen Entwicklung Stuttgarts.

Eigentlich sollte das Projekt in ‚Stuttgart 22‘ umbenannt werden, denn es hat rund 22 Jahre gedauert, bis das Projekt von den ersten Planungen (im Jahr 1985) weg endlich im Juli 2007 beschlossen wurde. Und die Eröffnung ist frühestens für 2015, eher aber erst gegen 2018 geplant!

staedtebau-stuttgart21

[Fotos: pixelio.de, DB]

Der Treibstoff wächst am Acker

Erstaunlich, mit welcher Vehemenz südamerikanische Länder wie Brasilien und Kolumbien die Abwendung vom Erdöl und Zuwendung zu Bioethanol betreiben. Manche schwärmen direkt vom ’nachwachsenden‘ Treibstoff, der nicht ausgehen kann. 2 Nachteile:

1. Der enorme Landverbrauch.
2. Ethisch bedenklich, ‚Nahrungsmittel‘ wie Zuckerrohr oder Zuckerrüben für Autos statt für Menschen zu züchten.

Derzeit wird Ethanol auch noch mit Benzin gemischt. Über die Mischungen schreibt Wikipedia „Die Euronorm EN DIN 228 lässt es zu, dem herkömmlichen Benzin bis zu 5 % Ethanol beizumischen (E5). Dies wird auch heute schon praktiziert, allerdings liegt der Ethanolanteil in Deutschland erst bei etwa 2 %. Normale Benzinmotoren können ohne Modifikation mit E10 (10% Ethanol) betrieben werden. In einigen EU-Ländern (z. B. Polen, Tschechien, Deutschland) wird eine Zwangsbeimischung von Bioethanol geprüft. In den USA wird bereits größtenteils E10 eingesetzt. Durch geringe Umbaukosten (ca. 30 €) kann auch E25 getankt werden. Brasilien mischt bereits 25 % Ethanol ins Normalbenzin, welches dort auch Pflicht ist und von den gewöhnlichen Autos vertragen wird. Die Hälfte aller dortigen PKW fahren bereits mit E85, 2 % sogar mit E100. Motoren, die mit reinem Alkohol betrieben werden können, werden in Brasilien in der Automobilindustrie seit 1979 für den Straßenverkehr und seit 2005 für Kleinflugzeuge verkauft. Japan will bald bis zu 10 % beimischen und verhandelt derzeit mit Brasilien über Alkohollieferungen.“

Erstaunlich, dass es tatsächlich schon Autos gibt, die mit E100, also reinem Alkohol fahren. Klar ist, dass mit der Forcierung von Ethanol als Treibstoff die Abhängigkeit von den Erdöl produzierenden Ländern verringert werden soll. Zumal ja einige unsichere Kantonisten dabei sind. Obwohl Russland zu den größten Erdöllieferanten zählt, experimentiert es auch mit Ethanol, um sich abzusichern, falls die Abnahme von Erdöl zurückgeht. Zumal in der Tundra zukünftig durch den Klimawandel riesige Anbauflächen zur Verfügung stehen werden.

Kennen Sie das Levistor-Prinzip?

Foto: innokaanEs bewirkt, dass sie einen mit einer bestimmten Beschichtung versehenen Gegenstand auf einer glatten Fläche zwar hin und her schieben, aber nicht kippen können. So wie beim Marker-Halter mit Pfiff, der die Einhand-Bedienung des Markers ermöglicht, aber verhindert, dass das Ding kippen kann. Trotzdem ist es möglich den Halter über den Schreibtisch zu schieben (glauben Sie’s mir, er steht bei mir am Schreibtisch). Das Ding ist auch schon patentiert. Aber andere Verwendungszwecke sind noch offen:

– Rutsch- und Kippsicherung für Geschirr in der mobilen Gastronomie (Flugzeuge, Schienenverkehr, Busse)
– Halterungen (vulgo: Ständer) für Elektrogeräte
– Rednerpult, das mit einem sehr schlanken Fuß sehr grazil wirkt, dank des Levistor-Prinzips zwar nicht kippen, aber dennoch bewegt werden kann
– Ständer für Schreibtischutensilien aller Art, u.a. für Visitenkarten, Schreibgeräte (außer Marker, siehe oben),
Tesafilm-Spender, usw. und die die Einhandbedienung der Geräte ermöglichen
– Flaggenständer auf den Tischen von Konferenzen, etc.

Vielleicht lässt sich damit für einen bestimmten Zweck etwas radikal anders machen als bisher. Wer sich näher dafür interessiert, wendet sich an:
Götz Schaude, Dipl.-Ing. (RWTH), Tel. +33 388 635621, Fax 539604, GRS@innovationen.net | www.innovationen.net

Gemüse statt Blumen

Foto: Adriana Herbut, PolandBeides sind Pflanzen, sowohl das Gemüse als auch die Blumen, dürfte sich die Stadtverwaltung von Salzburg gedacht haben und schmückt schon seit einiger Zeit Verkehrsinseln ausschließlich mit Gemüse statt der bisher gewohnten Zierblumen. Speziell jetzt im Winter würden Schnittblumen sehr schnell welken oder gar nicht blühen. Da ist Gemüse schon von anderem Kaliber.

Im Kreisverkehr gegenüber dem Justizgebäude der Stadt Salzburg zeigen sich Blaukraut, Weißkraut und Kohlkopf in ihrer ganzen Pracht. Sie sehen saftig und frisch aus und geben für die Vorbeifahrenden ein sehr schönes, dekoratives Bild ab. Möglicherweise ist das Gemüse auch noch etwas resistenter gegen Autoabgase. Mir wäre gar nicht aufgefallen, dass das Gemüse ist, wenn mich meine Frau nicht darauf hingewiesen hätte!

Gibt es diese Sitte auch anderswo? Vielleicht mit weiteren Gemüsearten? Gemüse als Dekoration kannte ich bisher nur innerhalb des Hauses. Aber heißt es nicht auch ‚Blumenkohl‘? Naja, wir sagen Karfiol dazu… Ich werde vielleicht demnächst meine Frau mit einer Rose aus Kohl überraschen!?!