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Vom TV verarscht?

Haben auch die Blauäugigsten schon mit bekommen, dass in den Auswanderersendungen von VOX der Redaktionsstift vermutlich eine große Rolle spielt, weil das reale Leben sonst zu langweilig wäre, macht der Schummel-Faktor auch nicht vor der StartUp-Szene Halt. Ein Artikel im Branchenmagazin „gruenderszene.de“ berichtet, dass nur ein (Bruch)teil der in den Sendungen von „Die Höhle der Löwen (DHDL)“ versprochenen Invest-Beträge in Deutschland tatsächlich fließen. Nach der Show geht es nämlich sozusagen in die dritte Halbzeit, in der entweder die potenziellen Investoren bei einer Due Dilligence kalte Füße bekommen oder Firmengründer blocken plötzlich ab, weil ihnen das Angebot des Investors für den gewünschten Prozentanteil doch zu gering erscheint. Ähnliches munkelt man übrigens auch über die puls4-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ in Österreich.

Allerdings darf man den Lernprozess für junge StartUps dabei nicht unterschätzen und die in der Sendung gesammelten Kontakte sind auch nicht ohne. Machmal hilft dann ein Businessangel sogar kostenlos weiter, auch wenn er sich selbst nicht an der neuen Firma beteiligt. Und generell machen diese Sendungen sicher Werbung für die Gründerszene!

HDTV revolutioniert das Fernsehen

HDTV (High Definition Television) kann durchaus als radikale Innovation bezeichnet werden. Warum? Weil z.B. schon in die Produktion enorm investiert werden muss: Es braucht neue Kameras, neue Übertragungswagen, neue Schneideplätze, neue Monitore, neue Peripheriegeräte und neue Sendetechnik. Das heißt erhebliche Budgetmittel müssen bei allen Sendeanstalten bereit gestellt werden, um in den kommenden Jahren von der traditionellen PAL-Technik auf HDTV umzustellen. Deshalb haben verschiedene Sender bereits seit langem Versuchskanäle laufen und sich durchaus auch für verschiedene Themenschwerpunkte entschieden.

Aber wozu das alles? Die Flächen, über die TV-Sendungen abgespielt werden, sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Es kann gut sein, dass es einmal eine komplette Zimmerwand sein wird. Hier kommt das herkömmliche Fernsehen mit seiner vergleichsweise geringen Schärfe nicht mehr mit.

Mit der HDTV-Einführung haben sich einige Sender auch für das neue Vollbildverfahren mit 50 Bildern pro Sekunde entschieden(bisher Zeilensprung mit 25 Bildern pro Sekunde). Dadurch können bewegte Bilder wesentlich schärfer als bisher dargestellt werden.

HDTV trägt auch zur Internationalisierung der Fernsehformate bei. Bereits im Jahr 1989  hat die EU-Kommission die Entscheidung zur baldigen Einführung von HDTV getroffen. Damals flossen mehr als eine Milliarde Mark Fördermittel in ein Projekt, das euphorisch als das „Fernsehen der Zukunft“ angekündigt wurde. Doch alle Beteiligten hatten auf eine veraltete Technik gesetzt: HDTV sollte analog übertragen werden. Als die Verantwortlichen erkannten, dass sie ohne Digitaltechnik in die Sackgasse fahren würden, wurde das Projekt eingestampft – die Milliarden waren versenkt, auf Kosten der Steuerzahler. Lange wollte in Europa dann niemand mehr etwas von HDTV wissen. Erst die weltweit übertragenen Sportsendungen haben für einen neuen Anlauf gesorgt. Im Jahr 2004 ging Europas erster HDTV-Sender mit Namen Euro1080 aus Belgien auf Sendung. Wieder einmal brauchte es einen langen Anlauf, um eine radikale Innovation in die Welt zu setzen.

Von oben die Erde betrachten

Die Erfindung der künstlichen Satelliten hat bedeutend dazu beigetragen, eine Reihe von neuen Dienstleistungen zu fördern. Ursprünglich für die Weltraumerforschung und Raumfahrt eingesetzt (der erste von den Sowjets 1957), wurden recht bald auch andere Verwendungszwecke in Angriff genommen. Neben den Möglichkeiten, Radio- und Fernsehsendungen weltweit zu übertragen (wir können heute im Ausland fernsehtechnisch so leben wie zu Hause) taten sich bald viele andere Einsatzgebiete speziell im Bereich Beobachtung auf.

Natürlich war die mehrheitlich elektronische Kriegsführung der Hauptantrieb zur Beobachtung der gesamten Erdkugel von oben. Und die schönen Bilder, die wir heute auf Google Earth oder Google Maps von unserem Garten am PC-Schirm empfangen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Momentaufnahme sind, die bereits Monate oder sogar Jahre alt ist. Denn tagesaktuelle Bilder können sich nur Geheimdienste leisten. Oder doch nicht? Deutsche Forscher arbeiten mit Laser-Datenfunk daran, die Datenübertragung 100 Mal schneller als bisher mit Mikrowellenfunk zu machen. Damit können Bilder von Naturkatastrophen wesentlich schneller als bisher zur Verfügung stehen, um auch Hilfskräften einen Überblick zu geben, was wo zu tun ist. Andererseits kann kein Staat der Erde mehr heute gröbere Störfälle verstecken (z.B. Unfall in einem Atomkraftwerk), ohne dass die Nachbarn sehr rasch davon Kenntnis erlangen.

Ein zusätzlich Einsatzgebiet für Private: Wenn ein Immobilienmakler im Internet ein Objekt halbwegs gut beschreibt und mit Fotos ausstattet, ist es per Google Maps nach intensiver Suche und guten Ortskenntnissen ohne weiteres möglich, das Objekt auch ohne Makler zu finden. Sollte er keinen Exklusivauftrag haben, ist er um seine Provision umgefallen!