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Die Verkaufsfläche für nur kurze Zeit verdoppeln

In der deutschen Wirtschaftswoche habe ich eine interessante Notiz gefunden: Die amerikanische Spielzeugkette Toys“R“us hat ihr Geschäftsmodell um eine überraschende Variante erweitert: Da im Spielzeugmarkt die meisten Umsätze im letzten Jahresdrittel gemacht werden, möchte Toys“R“us dieses Jahr seine Verkaufsflächen radikal ausweiten (verdoppeln!), in dem es die Immobilienkrise im Land nützt.

Original Pressetext vom 9.September 2010: Toys“R”Us® today announced plans to operate approximately 600 Toys“R”Us Express stores in malls and shopping centers nationwide during the 2010 Christmas season, in addition to its 587 full-size Toys“R”Us stores in the United States.  This major expansion will double the number of Toys“R”Us locations available for holiday shopping needs as the company asserts its authority position by making itself even more convenient for customers.  This sizeable rollout of pop-up stores represents an additional 2.4 million square feet of toy-selling space for the holiday season.

Da es sehr viele Leerstände in Shopping Centers zu vermelden gibt, wird sich der Spielzeugkonzern dort (allerdings nur für eine begrenzte Zeit bis nach Weihnachten) einmieten, um so die stärkste ‚Saison‘ besser zu nutzen. Bekanntlich ist die Verkaufsfläche ein wesentlicher  Motor für mehr Umsätze, daher dürfte der Erfolg vorprogrammiert sein. Und in der ’schwachen‘ Zeit kehrt Toys“R“us wieder zu seinen Stammgeschäften zurück. Sicher wird es eines logistischen Kraftaktes bedürfen, um die vorübergehend angemieteten Outlets zu bestücken, aber gerade das ist ein Zeichen dafür, dass die Konkurrenz dieses Konzept nicht so schnell kopieren wird!

Im folgenden Video sehen Sie wie die Ausstattung für die kurze Saison aussehen könnte:

[youtube x3WKOR4QPvc]

http://www.youtube.com/watch?v=x3WKOR4QPvc

[ASIT-Prinzip: Multiplication]
[TRIZ-Lösungsprinzipien Nr. 26: Kopieren, Nr. 19: Periodische Wirkung]

Der LEGO-Stein wird 50…

lego-holz.jpg…und hat anläßlich des Ideenparks von Thyssen-Krupp, der dieses Jahr auf dem Stuttgarter Messegelände stattgefunden hat, den CREO der Gesellschaft für Kreativität verliehen bekommen. Dieser Preis wird jährlich an Unternehmen verliehen, die sich besonders um das Thema Kreativität verdient gemacht haben. Warum LEGO diesen Preis verdient hat, braucht nicht näher erläutert werden.

Hier noch einige Hintergrundinformationen:

Mit Holzspielzeug hat LEGO 1932 begonnen. Die nebenstehende Ente soll ein Verkaufsschlager gewesen sein! Mit Plastikspielzeug hat LEGO 1952 als Pionier in Dänemark begonnen, nachdem die Holzwerkstatt zweimal abgebrannt war. Der LEGO-Stein in seiner heutigen Form wurde 1958 aus der Taufe gehoben. Zahlreiche weitere Erfindungen haben LEGO zu einem der beliebtesten Kinderspielzeuge der Welt gemacht.

lego-steine.jpg

Aber die LEGO-Gruppe arbeitet bereits an der Zukunft und hat seit einigen Jahren auch auf Roboter gesetzt. Mit LEGO MINDSTORMS können intelligente LEGO-Modelle gebaut werden, die dem Elektronik-Zeitalter gerecht werden.

LEGO legt besonders viel Wert darauf, die Kreativität der Spielenden (ob jung oder alt) anzuregen und das LEGO-System wird auch im Unterricht eingesetzt.

Detail am Rande: Durch seine spezielle Bauweise ist ein LEGO-Stein angeblich unzerstörbar. Er kann also bestenfalls weiter ‚vererbt‘ werden…

[Fotos: Pressestelle LEGO und innokaan]

Ein Ideenwettbewerb hilft…oder auch nicht

Frisch vom Urlaub zurück, möchte ich eine Erfahrung einbringen, die sich in den vergangenen Jahren immer stärker bei mir verfestigt hat: Bei jedem Ideenwettbewerb sitzen ‚Experten‘, die die vorgestellten Ideen nach einer Reihe von Kriterien bewerten. Viele dieser Kriterien werden an Fachhochschulen und Universitäten gelehrt. Und können einem Gründer beim Start helfen – oder auch nicht.

1. Mögliche Zielgruppe: Natürlich soll man sich darüber Gedanken machen, wer eine Idee kaufen soll und warum. Aber auch Experten wie Thomas Watson (Vortandsvorsitzender von IBM) irrte 1943, als er den Weltmarkt für Computer mit 5 (!) Stück einschätzte. Auch ein Mann wie Gottlieb Daimler schätzte den Weltmarkt für Automobile auf höchtens eine Million ein – schon aus Mangel an Chauffeuren. Und Jan Timmer (später Präsident von Philips) war schon 1982 der Meinung, dass niemand eine CD (Compact Disc) brauchen würde.

2. Reife: Schnell werden technische Mängel oder noch nicht gelöste Anforderungen als Grund herangezogen, um einer Idee den Garaus zu machen bzw. eine wirtschaftliche Bauchlandung vorauszusagen. Berühmtes Beispiel: Im Jahre 1878 soll William Orton, Präsident bei Western Union, eine Unterstützung von Graham Bell abgelehnt haben, weil er der Meinung war, das Telefon sei ein Spielzeug und habe noch zuviele Mängel, würde daher als ernsthaftes Kommunikationsmittel nichts taugen.

3. Preis: Viele Experten halten das iPhone für maßlos überteuert – trotzdem stellen sich die Verbraucher in Schlangen an, um die ersten Geräte in jedem Land nach der jeweiligen Freigabe zu ergattern. Auch der Erfinder der Xerografie (Kopieren auf normalem Papier) Chester Carlson holte sich unzählige Absagen, unter anderem von IBM und 3M (!), weil sein System viel teurer als das bisher übliche war. Und Arthur D. Little riet IBM ab, beim Xerox-Vorgänger Haloid einzusteigen, da die Beratungsfirma in den USA den gesamten Markt für diesen Kopierer auf höchstens 5000 Stück schätzte. Heute ist ‚to xerox‘ der Begriff für ‚Fotokopieren‘!

4. Persönliche Gefühle: Decca Recording soll es 1962 abgelehnt haben, die Beatles herauszubringen. Begründung: „Wir mögen den Sound nicht und außerdem ist Gitarrenmusik am Aussterben!“ . Der berühmte Chef der 20th Century-Fox, Darryl F. Zanuck, gab 1946 dem Fernsehen kein langes Überleben, weil er meinte, die Menschen würden sehr bald müde werden, jeden Abend auf eine Sperrholzkiste zu starren. Inzwischen sind mehr als 60 Jahre vergangen und die Menschen sehen sogar schon zum Frühstück fern!

Das dürfe auch der Grund sein, warum Juroren von Ideenwettbewerben heute verstärkt darauf schauen, wie stark die ‚innere Flamme‘ bei den Präsentatoren von Ideen lodert. Und wem man am ehesten zutraut, gegen massive Widerstände seine Idee auch über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Denn eines ist sicher: Viele Ideen setzen sich erst nach jahrelangen Entbehrungen, hunderten von Nachjustierungen und Kehrtwendungen, Kompromissen und Rückschlägen endgültig durch. Oder nie, wie z.B. das papierlose Büro!

[Quelle der Expertenirrtümer: portal.gmx.net]