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Algen statt Plastik

Nach langen Jahren der Forschung hat der Franzose Remy Lucas einen Weg gefunden, wie Algen als Rohstoff verwendet werden können. Und damit auf Erdöl als Grundstoff verzichtet werden kann. In einer ersten Stufe hat er noch halb Plastik, halb Algen verwendet und damit immerhin schon eine enorme Menge Erdöl eingespart. Aber mit Algopack ist es ihm gelungen, auf 100% Algen als Grundmaterial zurückzugreifen.

Für Staaten, die am Meer liegen ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, diese Algen nahe am Meer zu verarbeiten. Algen haben gegenüber Erdöl eine Menge Vorteile. Das Material wächst schnell nach, steht in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung und kann leicht geerntet werden. Im Gegensatz zu Plastik ist es kompostierbar und daher umweltfreundlich. Wer anläßlich der Suche nach dem verschwundenen Flug MH 370 gesehen hat, was alles in den Weltmeeren herumschwimmt, kann sich vorstellen, dass Algen als Verpackung (sollten sie wieder ins Meer gelangen) dort viel weniger anrichten können als Plastikteilchen, die Tiere und Menschen vergiften.


[youtube hIOkdKPWImg]

[Quelle: bizforward]

Brücken aus Plastik

kunststoffbrucke.jpgStahlbeton war über lange Jahre das am meisten verwendete Material im Brückenbau. Leider müssen oft schon nach 10-15 Jahren Sanierungsarbeiten erfolgen. Also hat das Bauwesen ständig weiter geforscht, welches Material wesentlich länger hält und außerdem den hohen Belastungen des heutigen Verkehrs gewachsen ist. In Amerika gibt es bereits eine Brücke aus Stahl und Kunststoff, die selbst nur 50 Tonnen wiegt, aber durchaus eine Lok mit 120 Tonnen aushält. Und wesentlich länger hält (man rechnet mit mindestens 50 Jahren).

Ein weiterer riesiger Vorteil gegenüber bisher ist es, dass eine solche Brücke in einer Montagehalle fertiggestellt werden kann und dann am Aufstellungsort innerhalb weniger Stunden eingerichtet ist. Das bedeutet nur eine relativ kurze Verkehrsunterbrechung.

In Friedberg/BRD wurde 2008 eine solche Brücke gebaut. Es wurden auch gleich faseroptische Sensoren eingebaut, die jede Veränderung der Brückenteile melden.

Da aber Kunststoff wesentlich teurer als Stahlbeton ist, bahnt sich jetzt eine weitere interessante Innovation an: In Schottland wurde 2011 die erste Fußgängerbrücke aus recycleten Plastikflaschen und Sandwichbehältern gebaut. Sie rostet nicht, muss nicht gestrichen werden und sollte der unter ihr fließende Fluss durch die globale Erwärmung einmal austrocknen, kann auch aus dieser Brücke wieder etwas anderes gemacht werden: z.B. Plastikflaschen.

[Foto: Knippers Helbig, Stuttgart]

Natürlicher Kunststoff – ist das nicht ein Widerspruch?

Unsere Welt ist mit Plastik gefüllt, das uns noch Generationen lang begleiten wird…


[youtube NUrKzTfobR8]

Das österreichische Unternehmerehepaar Ute und Johann Zimmermann möchte das ändern und hat sich in den Kopf gesetzt, Produkte aus sogenanntem natürlichen Kunststoff zu erzeugen. Es hat für sein relativ junges Unternehmen absichtlich die daraus entstehende Abkürzung NaKu gewählt und schützen lassen. DI Zimmermann kommt aus der Kunststoffbranche, die Vision einer Kreislaufwirtschaft hat ihn aber schon immer fasziniert. Aus dem Aspekt, dass ein herkömmliches Plastiksackerl aus dem Handel möglicherweise mehrere Jahrzehnte braucht, um dann nicht zu verrotten, sondern in viele kleine Teile zu zerfallen, hat er viele Jahre geforscht, wie denn natürliche und nachwachsende Rohstoffe als Verpackungsmaterial einsetzbar wären. Bei Mais und Kartoffeln ist er fündig geworden, auch deshalb, weil diese hier wachsen und daher für diese Rohstoffe keine langen Transportwege nötig sind.

In einer industriellen Kompostieranlage verrottet das NaKu-Sackerl innerhalb von 3-5 Tagen! Aber werden hier nicht wertvolle Lebensmittel als Verpackungsmaterial missbraucht? Zimmermann forscht schon, was aus Neben- und Abfallprodukten der Lebensmittelindustrie verwendet werden kann – dies ist allerdings noch Zukunftsmusik. Er führt aber ins Treffen, dass für die Erzeugung von zig-tausenden von NaKu-Sackerln nur eine verschwindend geringe Menge an Rohstoffen nötig ist. Auch Tiefziehfolien und Flaschen stehen schon auf seiner Versuchspalette.

Anfänglich noch sehr zögernd vom Handel angenommen, entschließen sich immer mehr Firmen, dem (vom Kunden zu zahlenden) NaKu-Frischhaltebeutel eine Chance zu geben. Und Zimmermanns haben inzwischen so viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für ihre Idee entdeckt, dass es ihnen schwer fällt, sich auf einige wenige zu konzentrieren.