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In Spanien sind die Pioniere… (3)

… aber auch in Großbritannien gibt es Vorreiter. Vor kurzem hatte ich versprochen, noch jemandFoto: Heston Blumenthal aus der Kategorie der Molekulargastronomie zu präsentieren: Es ist dies Heston Blumenthal, der in Bray/Berkshire das Lokal ‚The Fat Duck‘ betreibt. Er verlangt jetzt 80 Pfund für ein Menü à la carte. Was einem 3-Sterne-Lokal (Michelin) auch zusteht. Wie viele Dinge im Leben, die man als geniale Marketing-Idee wahrnimmt, entstand auch sein Zugang zur Molekulargastronomie durch eine mittlere Katastrophe gleich zu Beginn seiner Laufbahn als Gastwirt. Weil sein (vom Vorgänger übernommener) Gasherd explodiert war, musste er auf kleiner Flamme kochen und hatte (mangels Gasdruck) keine Möglichkeit, größere Mengen von z.B. Gemüse über längere Zeit am Kochen zu halten. Aus der Not eine Tugend machend, begann er sich für Physik und Chemie in der Küche zu interessieren und stieß gleich mehrere Regeln, die bisher in der Gastronomie gegolten hatten, über den Haufen. Am bekanntesten ist seine ‚bacon and egg ice cream‘ als Nachspeise. Wer dazu mehr wissen möchte, finden Genaueres etwas versteckt in der Mitte des Unterpunktes ‚Philosophy‘ auf der Webstite von ‚The Fat Duck‘.

Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch jemand, der nicht eine bestimmte Ausbildung genossen hat oder Jahre in einem bestimmten Metier verbracht hat, durch eigene Initiative und Weiterbildung sowie eigenes Experimentieren zu Spitzenleistungen kommen kann. Wahrscheinlich eher als jemand, der sich auskennt und daher bestimmte Experimente von vornherein ausschließt.

Foto: The Fat Duck