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Nicht alles Vorstellbare ist auf Dauer machbar!

Große Begeisterung hat es vor der Küste Kanadas gegeben, als nach ersten Anlaufschwierigkeiten eine neue Variante der Turbine für ein Gezeitenkraftwerk installiert wurde (siehe Video). Groß war daher die Enttäuschung, dass bereits nach wenigen Monaten die Turbine schon wieder derart beschädigt war, dass sie abgeschaltet werden musste. Das Meer vor Nova Scotia ist so stark und der Gerölldurchfluss so heftig, dass auch auf längere Sicht die Ausgaben für Reparatur und Wartung nicht zu verdienen waren. Mit wöchentlichen Kosten von 1 Million Euro war für die Muttergesellschaft Naval Energies schnell klar, dass die Reißleine gezogen werden musste: Der Tochter OpenHydro wurde der Geldhahn zugedreht!

Trotzdem sind solche Ansätze extrem wichtig, denn radikale Innovationen müssen ausprobiert werden, um sie an die Realität anzupassen oder auch zu verwerfen. Außerdem kann es sein, dass in einigen Jahren neue technische Entwicklungen von den bisher gemachten Erfahrungen profitieren können.

[Quelle: Trends der Zukunft]

Schlange spendet Energie

Gerade habe ich vor wenigen Tagen darüber gelesen, dass bei den Konzepten zur Energiegewinnung bereits an der Küste Portugals mit Wellenschlangen experimentiert wird. Nun kommt aus GB ein neues Konzept – Anaconda Rubber Snake:

[youtube L4KnW0u-xkk]

Im Test ist die Gummischlange 8 Meter lang, später soll sie 200 Meter lang sein und mit ihrem Strom 1000 Haushalte versorgen. Sie bewegt sich konstant wie die Meereswellen, ist mit Süßwasser gefüllt (damit sich keine Meerestiere in ihr ansiedeln) und gibt mit jeder Welle den Druck, der im Innern der Schlange entsteht, nach hinten weiter. Dort wandelt eine Turbine den Druck in Strom um. Experten sehen innerhalb der nächsten 3 Jahre die ersten Installationen vor den Küsten Großbritanniens.

Bis dorthin müssen allerdings noch eine Menge Probleme gelöst werden. Da sich die Gummischlangen knapp unter der Wasseroberfläche bewegen, um die volle Kraft der Wellen zu nützen, müssten bei einem ‚Schlangenpark‘ von z.B. 50 Stück große Flächen am Meer gekennzeichnet und von Schiffen umfahren werden. Ein Vorteil dagegen ist es, dass im Gegensatz zur Windenergie die Wellenenergie immer zur Verfügung steht.