Schlagwort-Archive: Innovation

Die Klinik der Zukunft

Je größer die Klinik, desto mehr Daten müssen täglich verwaltet werden. Da mittlerweile alle Patientendaten digital erfasst werden, sollten diese auch innerhalb von Sekunden mobil an jedem Ort der Klinik abrufbar sein. Das kann über ein iPad z.B. am Krankenbett erfolgen. SAP (mit einem Innovationspreis ausgezeichnet) hat nun mit dem Programm HANA diese Möglichkeit entwickelt. An der Berliner Charité ist das System bereits erfolgreich im Einsatz.

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Durch die In-Memory-Technologie ist es möglich, eine enorme Datenmenge in sehr kurzer Zeit zu organisieren und Daten blitzschnell abzurufen.

Radikale Innovation – Das Handbuch für Marktrevolutionäre

51buch_radikale_innovation_meyer.jpgJens-Uwe Meyer hat wieder ein neues Buch herausgebracht, das diesmal genau das zentrale Thema dieses Blogs behandelt. Er bringt darin seine Erkenntnisse aus verschiedenen Studien und der jahrelangen Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Firmen ein.

Seine wichtigsten Ansagen:

Inkrementelle Innovation (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) ist wichtig fürs Geschäft, bringt allerdings hauptsächlich kurzfristige Absicherung, nicht allzu großes Risiko und ist daher das Liebkind sogenannter ‚Innosaurier‘.

Langfristiges Überleben kann nur die (zugegebenermaßen riskante) radikale Innovation sichern. Daher muss der Chef des Unternehmens (mit Worten und Taten) voll dahinter stehen! Und seine Mitarbeiter zu folgendem Verhalten ermutigen:
1. Alles hinterfragen!
2. Ständiges Beobachten aller Dinge, die um einen herum passieren!
3. Experimentieren!
4. Networken, um ständig Eindrücke unterschiedlichster Menschen zu erhalten!
5. Assoziieren und Verknüpfen der vorgenannten Tätigkeiten!

Da sich radikale Innovationen nicht mit dem Tagesgeschäft vertragen, empfiehlt er, diese auch nicht nach den üblichen Maßstäben zu behandeln und eventuell komplett aus der Firma auszusondern bzw. in kleinere Tochterfirmen zu verlagern. Oder Projektgruppen (auch räumlich getrennt) im stillen Kämmerlein werken zu lassen. Wichtig ist auch, dass die Gruppen aus unterschiedlichen Typen bestehen: Harmonie schadet im radikalen Prozess!

Je größer eine Firma, desto mehr Mitarbeiter sind dort auf Absicherung des Bestehenden bedacht! Immer wieder scheitern ‚Giganten‘ daran, dass sie (für alle anderen sichtbar) in alten Strukturen verharren. Meyer liefert daher Rezepte, mit welchen Mitteln sich selbst große Firmen vor dem allzu frühen Untergang schützen können. Dass jedoch keiner Firma ewiges Überleben gelingt, lehrt die Geschichte und kann auch Meyer mit seinem empfehlenswerten Handbuch nicht bewirken.

Road Trip To Innovation

road-trip-to-inno.jpgDie junge Rumänin Delia Dumitrescu hat ein Buch vorgelegt, das in lockerer Form die Basisarbeit als Grundlage für Innovationen beschreibt. Sie ist viel gereist (daher auch der Titel ‚Road Trip‘) und hat eine ganze Reihe von Interviews durchgeführt. Sie geht dabei hauptsächlich auf das Erkennen, Forcieren und Auswerten von Trends ein. Speziell beschreibt sie Mikro-, Makro- und Megatrends. Auch auf die Trendvorläufer (Weak Signals).

Es werden verschiedene Wege vorgestellt, wie die Zukunft gesehen werden kann – auch immer wieder Beispiele angeführt.

Die Kapitel lauten: The Basics (All on board?) – Scanning (Where do ideas come from?) – Ideation (Got the trends, what now?) – Transformation (How to build strategic futures) – The Future Navigator (A New Understanding of Innovation?) – Finally (Road Trip Props).

Das Buch ist aufwändig illustriert und macht (trotz Paperback) einen wertvollen Eindruck. Es hat allerdings einen Fehler: Es existiert derzeit nur in englischer Sprache! Nachdem  die TrendONE GmbH aus Hamburg das Erscheinen des Buches unterstützt hat, wird vielleicht doch bald auch eine deutschsprachige Ausgabe möglich sein !?!

Was bleibt vom Lissabonner Vertrag?

Gestern Abend war eine sehr interessante Sendung auf ServusTV zum Thema Innovationen und was zu diesem Stichwort aus dem Vorhaben der EU im Lissabonner Vertrag übrig geblieben ist. Wer die Sendung sehen möchte, drückt hier. Die EU wollte durch Innovationen weltweit die Marktführerschaft übernehmen. Heute jedoch geben China und Indien den Ton an. Ist Europa nicht mehr innovativ genug? Wir schielen viel zu stark auf technische Produktinnovationen, waren sich die Diskutanten in der Runde einig.

Die Lösung scheint eher darin zu liegen, sich um Prozessinnovationen in Organisationen und politischen Systemen zu kümmern. Weiche Faktoren, die einer radikalen Erneuerung bedürfen, soziale Systeme sollten neu erfunden werden! Wie schaffen wir andere Möglichkeiten, das Leben zu finanzieren, wie teilen wir Volksvermögen gerechter auf? Wie sorgen wir für Pflege im Alter, wie schaffen wir es, dass nicht die heute Jungen später mit enormen Schulden dastehen?

Ideen dazu gibt es genug, aber es fehlt an der Umsetzung. D.h. es müssten eigene Wege entwickelt werden, wie sinnvolle Verbesserungen auch durch den Apparat (oder am Apparat vorbei?) geschleust werden können. Das Internet bietet hier hervorragende Möglichkeiten, wir müssen sie nur nutzen. Innovationen sind ein lebenswichtiger Wirtschaftsfaktor, aber sind sie auch nachhaltig? Hier war sich die Runde nicht einig, denn Innovationen leben von rascher Abfolge („Das Bessere ist der Feind des Guten“). Wenn man aber den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ in Richtung von ‚Ressourceneinsparung‘ auslegt und nicht, dass etwas möglichst lange ’nachhält‘, dann passen diese Begriffe wieder zusammen.

Disruptive Innovation

Fachleute unterscheiden oft zwischen der ‚inkrementellen‘ und der ‚radikalen‘ Innovation. Während bei der inkrementellen bestehende Produkte, Verfahren, Prozesse oder Dienstleistungen verfeinert und verbessert werden, setzt die radikale Innovation auf gänzlich neue Wege, d.h. sie wendet sich radikal vom Bisherigen ab.

Gerade im amerikanischen Raum haben sich noch andere Kategorisierungen entwickelt. Hier spricht man von ‚Sustaining Innovation‘, wenn es sich um Innovationen handelt, die das Bestehende erhalten helfen. Sie sind mit dem Begriff ‚inkrementelle Innovation‘ gleich zu setzen.

Einen Schritt weiter sehen die Amerikaner ‚Breakout oder Breakthrough Innovation‘. Sie meinen damit oft die Kombination zweier Konzepte, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben (z.B. Kochen und Chemie=molekulare Küche oder aus dem Blog von Burkhard Schneider ‚Gartenpralinen im Kaugummiautomaten‘).

Als ‚Disruptive Innovation‘ wird angesehen, was z.B. ein völlig neues Marktsegment öffnet, eine Industrie verändert und Mitbewerber zwingt, sich völlig neu zu orientieren. Neue Firmen starten disruptive Innovationen in unteren Marktsegmenten, die etablierten Firmen weichen nach oben aus. Die ‚Neuen‘ drücken so lange nach oben bis sie selbst oben sind. Die anderen Firmen haben sie dann aus dem Markt gedrängt. Allerdings werden sie selbst dann wieder anfällig verdrängt zu werden.

Das folgende Video demonstriert recht anschaulich, wie Unternehmen mit disruptiven Innovationen (einfacher als das Bisherige) zu einem geringeren Preis neue Verbraucher in ein Marktsegment locken.