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Das weltweit 1. Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz

Michaela Reitterer ist gerne ‚Vorreiterin‘! Deshalb hat sie auch beim Zubau ihres Hotels ‚Stadthalle‘ in Wien ein Konzept umgesetzt, bei dem sie sämtliche Energiekosten einspart. Wodurch?

Durch die Grundwasserwärmepumpe, Photovoltaikanlage, Solaranlage und drei Windräder (sind die jetzt endlich durch die Gemeinde Wien genehmigt?). Außerdem räumt sie Hotelgästen, die mit öffentlichem Verkehrsmittel anreisen, einen Rabatt von 10% ein. Warum allerdings Stammgäste ebenfalls den ‚Grünen Bonus‘ von 10% erhalten (egal mit welchem Fahrzeug sie anreisen!) ist mir nicht ganz klar. Ich persönlich hätte hier zumindest irgendeine Unterscheidung vorgezogen, weil es nach außen so wirkt wie: Bei unseren Stammkunden ist es uns egal, ob sie die Luft verpesten!


[youtube s5Ys46U8Wfk&feature=related]

Durch geschickte Planung bei der Hotelrenovierung und Hartnäckigkeit in den Verhandlungen mit den Behörden hat sie etwas umgesetzt, was angesichts des mittlerweile rundum beschlossenen Ausstiegs aus der Atomenergie ein Eckpfeiler in der Energiepolitik werden könnte: Jeder produziert seine Energie selbst, spart durch geschicktes Bauen sogar Energie ein und gibt etwas an die umliegenden Gebäude ab, die das (aus welchen Gründen auch immer) nicht können.

Schräges Hotel ‚Propeller Island City Lodge‘

FH- Studentin Lisa Mayrhofer hat mich darauf hingewiesen: Ein Hotel in Berlin, bei dem in manchen Zimmern die Möbel von der Decke hängen.  Oder ein Raum, der komplett in Orange getaucht ist. Ein Raum voller Symbole,  ein Raum mit einem runden Bett, ein Raum, der aussieht wie ein Bergwerksschacht. Insgesamt sind es 31,5 Zimmer (0,5 ist das Zwergenzimmer), wovon jedes einzelne ein Kunstwerk ist. Das Hotel ist eigentlich ein Museum, in dem man über Nacht bleiben kann. Im Erdgeschoß befindet sich noch eine Galerie.

Der Berliner Artist Lars Stroschen wollte eigentlich nur 2 Zimmer vermieten, um damit Geld für seine Musikprojekte und sein Studio zu verdienen. Als Künstler war es ihm aber ein Anliegen, diese Zimmer nicht als klassische Fremdenzimmer, sondern eher als ‚Kunstwerk‘ zu gestalten. Und so ist er nach und nach in ein Hotelprojekt ‚hineingeschlittert‘, nachdem eine Pension in seinem Hause frei wurde. Aber es waren unzählige Hürden zu überwinden, bis sein Projekt endgültig genehmigt war (Der Klassiker bei ‚radikalen‘ Innovationen). Heute kommen Interessierte aus aller Herren Länder, um sich die Propeller Island City Lodge anzusehen oder am eigenen Leib zu ‚erleben‘.

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Innovation im Hotelbereich

Ein klassischer Fall bei dem eines der TRIZ-Lösungsprinzipien von Genrich Altschuller zum Tragen kommt (nämlich Nr.1=Zerlegen), wird bei Innovationen im Hotelbereich verwendet. War es bisher üblich, dass sich Hotelzimmer in 1 bis 2 Gebäuden befunden hatten, so verteilen sich nun die Zimmer über mehrere Gebäude in einem Ort oder einer Stadt. Beispiele dafür gibt es in

Hallstatt/Österreich
Auf drei verschiedene Gebäude verteilt: Das ‚Historik-Hotel Hallstadt‘ soll nur Betten auf 4-Sterne-Niveau anbieten. Verwendet wurden z.B. das ehemalige Heimathaus sowie das Amtshaus der Salinen AG. Durch dieses Projekt entstehen auch neue Arbeitsplätze für Hallstatt.

Leuk/Schweiz
In verschiedenen, zum Teil verlassenen Häusern, werden Zimmer eingerichtet. Die Verpflegung findet an einem zentralen Ort statt.

Vnà/Schweiz
Ein ganzes Dorf soll eingebunden werden, die Touristen wohnen eher privat (dezentral) als in einem extra dafür errichteten Gebäude. Hatten wir das nicht schon mal als ‚Fremdenzimmer‘?

Binntal/Schweiz
Ein Architekt möchte 8 bis 10 Häuser renovieren und das alte Schulhaus als Zentrum (Rezeption) einrichten. Genug leerstehende Häuser gibt es. Auch hier soll 4-Sterne-Niveau erreicht werden.

Alle diese Konzepte sind offensichtlich von dem in Italien erprobten Projekt des ‚Albergo diffuso‘ inspiriert. Hier stand vor allem die Idee Pate, von Auswanderung bedrohte Regionen wieder zu beleben. In den Abruzzen entstand die erste Hotelanlage. Wenn Sie ‚Albergo diffuso‘ googlen, dann finden Sie dort eine Vielzahl von bereits seit Jahren verwirklichten Projekten.

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1=Zerlegen]

Hotelzimmer der Zukunft

Kaum aus dem Süden zurück, fasziniert mich eine Meldung, die ich bei Burkhard Schneider gefunden habe:

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Lindner Hotels und die Fraunhofer Gesellschaft Duisburg aus Deutschland entwickeln gemeinsam in Future Labs verschiedene Perspektiven, wie die Hotelzimmer der Zukunft aussehen werden. Runde Formen, Relax-Räume in der Mitte, Roboter zur Bedienung und Zimmer, die den unterschiedlichsten Anforderungen (von Einzelzimmer bis zur Familiensuite) jeweils angepasst werden können. D.h. der Gast stellt sich seinen Zimmerwunsch in Modulbauweise zusammen. Um in diesem Konzept möglichst hohe Flexibilität anbieten zu können, müssen einige Gewohnheiten von früher über Bord geworfen werden, sprich: es muss radikal gedacht werden! Wie mache ich aus einer Dusche einen Waschtisch, aus dem WC ein Bidet, aus dem Bett vielleicht sogar eine Badewanne? Alles soll in der Wand verschwinden, aber das braucht viel Platz (der viel kostet). Ein Konzept der individuellen Möblierung habe ich an anderer Stelle in diesem Blog schon beschrieben.

Das entspricht ganz dem Trend der Industrie, jedem Kunden sein individuelles Produkt zu liefern. Wer dies zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten hinkriegt, wird in Zukunft vorne mit dabei sein. Interessant ist, dass ab November Testpersonen die verschiedenen Zukunftsmodelle im Duisburger inHaus ausprobieren können und deren Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen.

[Foto: LAVA/Fraunhofer]

CUBE Hotel – ein innovatives Konzept

Das Cube Concept behauptet von sich mit etlichen Tabus im Hotelwesen gebrochen zu haben. Allein schon vom Design her – O-Ton aus der Cube-Homepage: „CUBE ist nicht bloß ein Hotel, sondern aufgrund seiner Loft-Architektur wie ein großes Wohnzimmer in den Bergen: Das Leben spielt sich außerhalb des Zimmers ab. Großzügige öffentliche Zonen auf allen Ebenen des CUBE fördern die Kommunikation. In der Lobby, sie ist Dreh- und Angelpunkt des Lebens im CUBE, laden Ledersofas vor dem großen, offenen Kamin, oder Sofawürfel im Atrium der Lobby zum Verweilen ein.“

Um sich einen Eindruck zu verschaffen, einfach das Video ansehen:

Das gesamte Konzept ist eher auf junge, sportbegeisterte Menschen abgestimmt, die Spaß haben möchten und sich sportlich betätigen wollen. Rampen statt Treppen zwischen den Stockwerken, damit Sportgeräte besser transportiert werden können. Jedem Zimmer ist ein ‚Showroom‘ vorgelagert, in dem das Sportgerät und die Sportbekleidung bis zum nächstes Tag trocknet. Die Zimmer sind sehr einfach gehalten (z.B. 4-er-Zimmer mit Stockbetten), damit man sich hauptsächlich in den öffentlichen Zonen aufhält.

– Frühstück gibt’s bis 15 Uhr!
– Die Bar hat 24 Stunden im Tag geöffnet!
– Wer kein 2-oder 4-Bett-Zimmer exklusiv ordert, bekommt andere Mitbewohner zugeteilt (angeblich geschlechterunabhängig!)
– Der Zimmerpreis inklusive einer Liftkarte ist sehr günstig!

Schenkt man einzelnen Berichten Glauben, dann fühlen sich 30Jährige im Cube schon alt…

Recyclebares Containerhotel

Ein schönes Beispiel für Lösungsprinzip Nr. 27 nach TRIZ (Ersetze teure Langlebigkeit durch billige Kurzlebigkeit) ist ein Projekt der britischen Hotelgruppe Travelodge. Sie plant, schon in den nächsten Monaten mehrstöckige Hotelbauten aufzuziehen, die aus vorbereiteten Containern bestehen (werden in China erzeugt). Diese Hotels können innerhalb von 3 (!) Monaten aufgestellt werden und in sehr kurzer Zeit auch wieder abgebaut werden. Damit sind sie für jede Art von Großereignissen interessant. Vor allem können durch ein spezielles Rahmengitter die Hotelcontainer mehrmals an unterschiedlichen Plätzen wieder verwendet werden. Und werden sie unansehnlich oder reparaturanfällig bzw. haben ihre vorgesehene Lebensdauer abgedient, dann sollen sie recycled werden. Was bei den heutigen Stahlpreisen durchaus nochmals nette Einnahmen verspricht.

Durch die Vorfertigung, die geringe Bauzeit und andere Möglichkeiten, da oder dort noch einzusparen (z.B. durch die Standardisierung) soll ein Zimmer bei Travelodge angeblich nur rund EUR 25,00 pro Nacht kosten. Schon ab Juni in West London.

Travelodge wurde 1985 in Großbritannien gegründet und gilt allgemein als sehr innovativ. So bieten sie z.B. auf Wunsch einen großen zweiarmigen Kuschelpolster für Alleinreisende an, die gewohnt sind, mit einer zweiten Person einzuschlafen. Um weitverbreiteter Schlaflosigkeit vorzubeugen, haben sie sogar durch einen NLP-Experten 5 Beiträge zur Entspannung vom Alltagsstress ausarbeiten lassen, die auf ihrer Homepage heruntergeladen werden können.
[Gefunden beim ORF]

Rauch über Lampen absaugen

AeroluceEine gänzlich neue Lösung hat sich der Salzburger Architekt Manfred Katzlinger einfallen lassen, um in Lokalen die Luft rauchfrei zu machen. Seine brandneue Erfindung ‚Aeroluce System‘ saugt den Rauch durch die Lampen über den Tischen ab.

In Salzburg gibt es bereits das erste Lokal, das mit diesen Lampen arbeitet. Messungen haben ergeben, dass die Lampen den Rauch wirklich gut filtern. Selbst Nichtraucher bestätigen, dass sie im Lokal kaum Zigarettenrauch feststellen können. Angenehmer Nebeneffekt: Durch den Rauchabzug werden die Halogenlampen gekühlt. Katzlinger meint, dass diese dadurch sechs bis acht Mal länger halten.

Nachdem gerade in Deutschland und Österreich eifrig über ein generelles Rauchverbot in Lokalen diskutiert wird, könnte das ein interessanter Weg sein, um auch den Dienstnehmern im Gastronomiegewerbe entgegenzukommen. Denn die sind wirklich arm dran, wenn sie 8 Stunden oder mehr pro Tag giftige Dämpfe einatmen müssen. Die Lampen können unterschiedlich gestaltet werden, was Designer freuen dürfte. Und Katzlinger verspricht, dass sich sein System an jede bestehende ordentliche Lüftung angeschlossen werden kann.

Nicht jedes Hotel, das für Stunden vermietet, ist ein Stundenhotel

YotelIch hatte hier ja schon früher über rollende Hotels auf engstem Raum berichtet, wo man im umgebauten Möbelwagen bis nach Indien schippert. Jetzt taucht eine neue, schmalbrüstige Idee auf, die Hotelgästen ganze 7m² bietet, d.h. Hotelzimmer auf Schlafwagengröße anbietet. Und zwar in unmittelbarer Nähe zu großen Flughäfen. In London Gatwick gibt es bereits das neue Yotel.

Die Idee dahinter: Oft gibt es auf Flughäfen unerwartete Verzögerungen und längere Zwischenaufenthalte. Im Yotel kann man eine ‚Schlafkabine‘ ab 25 Pfund für 4 Stunden mieten. Jede weitere Stunde in der Standard-Koje kostet 5 Pfund mehr. Internetanschluss, Flachbildschirm, Dusche und bequemes Bett sind vorhanden. Sogar ‚room-service‘ wird geboten. Ich glaube allerdings, dass sich das mit durchreisenden Flugpassagieren alleine nicht rechnen wird. Aber in einer Stadt, in der Zimmer schon mal locker 100-150 Pfund kosten, wird das vielleicht Touristen anziehen, die eventuell mit einer Billigfluglinie für ein Wochenende anreisen.

Gefunden im Innoblog, [Foto: Yotel]

Aus dem Land der Pharaonen

Habe diesen Titel nur gewaehlt, um dem Umlaut fuer Aegypten im Titel auszuweichen. Hier ist alles lockerer als anderswo im arabischen Raum, dafuer funktioniert weniger: Am Airport kein Auto, um mich zum Hotel zu bringen, obwohl das Hotel beauftragt war, dies zu tun. Nach 1 Stunde Wartezeit komme ich drauf, dass das Hotel 5 Minuten entfernt (quasi gegenueber vom Flughafen) ist. Telefonieren ins Ausland erst nach 5-maligem Anlauf, Rueckruf kaum moeglich, da kein Durchkommen (immer besetzt). Im Internet allerdings gibt es keine Probleme – offensichtlich nimmt das alle Leitungen in Anspruch.

Hier gibt es viele innovative Leute, die sich etwas einfallen lassen. Allerdings machen es dann sofort hundert Andere nach (und zwar in exakter Kopie), sodass der Markt nach kurzer Zeit zusammenbricht. Das Wort ‚Unique Selling Proposition (USP)‘ ist hier noch nicht so richtig durchgedrungen. Daher muss ueber Alleinstellungsmerkmale (die jemand anderer nicht so schnell nachmachen kann) noch viel nachgedacht werden.

Allerdings hat das Land noch einen weiten Weg vor sich, denn es gibt viele kleine Dinge, die fuer uns Mitteleuropaeer selbstverstaendlich sind, aber dort oft nicht (oder nur halb)funktionieren. Da sind andere arabische Laender schon weiter… Es ist wirklich eine andere Welt. Kaum zu glauben, dass das nur 3,5 Stunden von Wien entfernt ist!

Saudi-Arabien und das Internet

Ich habe gerade in der Firstclass-Lounge des Airport Riyad entdeckt, dass es 2 freie Internetzugaenge gibt. Da ich rund 1,5 Stunden Wartezeit bis zu meinem Abflug nach Aegypten habe, kann ich die Gelegenheit nuetzen, um noch einen kurzen Beitrag zu schreiben.

Mit dem Internet ist sowohl herein als auch hinaus der Kontakt zur restlichen Welt hergestellt. Auf der Fahrt vom Hotel zum Flughafen habe ich links und rechts die Namen zahlreicher bekannter europaeischer Marken ausmachen koennen. Da hier auch die Sendungen aller umliegenden (oder auch entfernten wie z.B. ZDF) Sender zu sehen sind, bleibt man immer auf dem Laufenden. Saudi-Arabien hat auch einen englischsprachigen Sender, der interessante Einblicke in den Fortschritt in diesem Land gibt.

Als Browser stehen mir natuerlich IE und Firefox zur Auswahl. Flachbildschirme sind selbstverstaendlich. Die beliebteste Automarke hier ist BMW, der beliebteste MP3-Player iPod. Das Land ist sehr daran interessiert, dass seine jungen Buerger eine gute Ausbildung absolvieren und so den Anschluss an die internationale Weltgemeinschaft nicht nur finden, sondern dort sogar besonders stark auftreten.

Ich merke gerade, dass ich mich thematisch immer wieder vom Internet entferne. Sind es die vielen Eindruecke oder die 42 Grad Aussentemperatur? Nein, die Temperatur kann es eigentlich nicht sein, denn ich habe mich bisher fast ausschliesslich in klimagekuehlten Raeumen bewegt.

Schnell wollte ich noch ein Foto aus einer mir bekannten Fotoboerse einfuegen: Das ist mir allerdings nicht gelungen. Vielleicht sind auslaendische Fotoboersen gesperrt!?! Denn Zensur gibt es trotz aller Fortschritte immer noch. Nein, beim 2. Anlauf gelingt es, aber ich habe jetzt keine Zeit mehr, denn gerade wird mein Flug zum ersten Mal aufgerufen. Vor lauter Schreiben habe ich nicht einmal mein Gratisgetraenk in Anspruch genommen…