Schlagwort-Archive: elektronisches Buch

(WePad)WeTab gegen iPad

wepad_frontale.png

Interessant ist, was die Firma Neofonie auf dem Tablet-Sektor als Konkurrenz zum Apple iPad ankündigt: Das WePad (mittlerweile umgetauft auf WeTab) – designed in Deutschland – soll mehr können als sein amerikanischer Mitbewerber. Vor allem Adobe Flash und Android läuft auf dem WeTab. Außerdem ist eine Webcam eingebaut. Und soll noch dazu billiger sein! Leider gibt es noch keinen Termin, während Apples iPad Ende April in Deutschland auf den Markt kommen soll.

Die radikale Innovation von Apples iPad (spricht neue Zielgruppen an, wird möglicherweise neue Verwendungszwecke schaffen) liefert sofort Ansatzpunkte für Mitbewerber, da Apple für seine Einschränkungen bekannt ist. Dadurch wird aber insgesamt die Aufmerksamkeit für diese neuen Produkte vergrößert, es profitieren also alle davon, auch die Konsumenten.

wepad_perspektive.png

[Fotos: Neofonie]

Aktualisierung: Leider scheint sich das WeTab laut Webstandard  zum IT-Flop des Jahres zu entwickeln. Die Rezensionen auf Amazon sprechen Bände! Schade, es hätte eine interessante Konkurrenz werden können. Ein Weltkonzern hat hier offensichtlich aber doch andere Möglichkeiten als ein kleinerer Betrieb. Resultat: 2012 wurde die Produktion eingestellt.

Digilog Book: 3D im Bilderbuch

Nachdem neuerdings eBooks und eReader (hier und hier) in aller Munde sind, habe ich im Basic Thinking Blog ein interessantes Video gefunden. Es zeigt Forschungsergebnisse des südkoreanischen Gwangju Institute of Science and Technology, die dem Buch auf Papier wieder neuen Auftrieb geben könnten – mit einer radikalen Innovation, die in den Trend der Zeit, nämlich Richtung dreidimensionales Erlebnis, passt. Dass man dazu eine spezielle Brille braucht, um aus den Seiten Figuren aufstehen zu sehen, soll der Sache keinen Abbruch tun. Auch Geräusche werden simuliert, angeblich auch Gerüche. Jetzt wartet alles gebannt auf den Preis, damit ein Massenmarkt bedient werden kann. André Vatter vom Basic Thinking Blog sieht vorerst den Einsatz bei Smartphones oder in Museen. Auch auf Messen kann ich mir das lebhaft vorstellen, denn dort ist entsprechendes Budget für jede attraktive Präsentation vorhanden.

Allerdings ist nicht allem, was in 3D daherkommt, unbedingt Erfolg garantiert. Mein Vater (ein begeisterter Puzzle-Leger) hat mich mit bitteren Vorwürfen eingedeckt, nachdem ich ihm ein 3D-Puzzle zum Geburtstag geschenkt hatte. Er meinte, dass der Übergang vom 2D- zum 3D-Puzzle extrem schwer zu meistern wäre und wollte partout kein weiteres 3D-Puzzle geschenkt haben!

Radikale Innovationen dauern lange

Mehrfach hatte ich ja schon darüber berichtet, dass radikale Innovationen meist nicht von einem Tag auf den anderen passieren. Dafür ist ‚Otto Normalverbraucher‘ nicht gebaut. Und auch der Risikofaktor ist für die meisten Firmen zu hoch. Meist entwickelt sich eine radikale Innovation über Jahre hinweg (und hinterlässt manchmal auch ein paar Firmenleichen auf dem Weg). Nach langer Zeit der Weiterentwicklung ist dann der Abstand zur ursprünglich ‚alten‘ Version so groß, dass der Unterschied wirklich radikal erscheint.

Genau das beobachte ich seit einiger Zeit beim Übergang vom Papier-Buch zum elektronischen Buch. Im November 2008 hatte ich von den ersten Erfolgen von Kindle und Konsorten berichtet. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde die steigende Bedeutung des eBuchs immer deutlicher. Und seit  ich die beiden Videos von eReader 2.1  (Teil 1) (Teil 2) gesehen habe, ist mir das unheimliche Potenzial noch stärker bewusst geworden. Hier nur einige Vorteile:

– Du kannst im Hoch- oder Querformat lesen.
– Du kannst händisch umblättern oder den Text in stufenlos einstellbarer Geschwindigkeit ablaufen lassen (wichtig für alle Fitnessfreaks, die am Hometrainer nicht fernsehen sondern lesen möchten).
– Du kannst den Hintergrund wählen.
– Du kannst die Buchstabengröße bestimmen (das derzeitige Angebot an Papier-Büchern in großer Schrift ist beschämend gering!).
– Du kannst den gesamten Text nach bestimmten Begriffen durchsuchen.
– Wenn du ein Wort nicht verstehst: Drauftippen und das Lexikon liefert die Erklärung.
– Du kannst einzelne Zeilen und Absätze hervorheben.
– Wenn du neue Bücher bestellst und du wählst eines an, dass du schon gespeichert hast, zeigt die Software das sofort durch ein Häkchen an (wir haben gerade vor Weihnachten 2 Bücher gekauft, die wir schon hatten – der totale Überblick fehlt).
– Es sind auch mehrere Downloads gleichzeitig bzw. knapp hintereinander möglich, d.h. man muss nicht warten bis das erste Buch komplett geladen ist, bevor das nächste beginnt.

Und all das funktioniert auf meinem iPhone. Ich muss mir daher nicht unbedingt einen eReader kaufen. Obwohl der größere Bildschirm und die eTinte natürlich wesentlich größeren Komfort bieten! Ich kann sogar gratis im App Store ‚Kindle for iPhone‚ herunterladen, um unterwegs schnell ein eBook bei Amazon zu kaufen. Für mich ist übrigens ein eReader ohne Internetanschluss in Zukunft ein absolutes NoGo!

Ich bin ja schon gespannt, ob Apple tatsächlich 2010 mit einem eigenen eReader herauskommt!?!