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Das faltbare Elektroauto Hiriko Fold

Schon 2010 hatte ich über ein Mobilitätskonzept des MIT (Massachusetts Institute of Technology) berichtet, in dem von stapelbaren Elektrofahrzeugen die Rede war, die bei geringem Platzverbrauch in Städten nahe von U-Bahn-Stationen aufgestellt werden sollten. In Fortführung dieses Projekts ‚City Car‘ wurde nun im Baskenland tatsächlich ein faltbares Auto entwickelt, das genau diese Bedingungen erfüllt und 2013 in den Verkauf gehen soll. Da es im Carsharing verwendet werden soll, besteht die vordergründige Zielgruppe aus Stadtverwaltungen.

Dieses Auto weist aber noch andere interessante Dinge auf, um auf engstem Raum zu operieren: z.B. Räder, die sich unabhängig voneinander in jede Richtung drehen lassen und damit ein Drehen des kompletten Fahrzeuges im Stand ermöglichen. Ein und aus steigt man in diesen Zweisitzer durch die einzige Tür in der Front (das hatte doch schon die Isetta von BMW!). Der Wagen ist 2,5 Meter lang, in gefaltetem Zustand nur mehr 1,5 Meter. Er erregt überall große Aufmerksamkeit. Hiriko heißt auf baskisch ’städtisch‘.


[youtube MONIa4zdLdY]

BMW riskiert viel

bmw-i3.jpgDes öfteren habe ich schon darüber berichtet, dass Großkonzerne ihre Schwierigkeiten damit haben, riskante Projekte unter dem Titel ‚Radikale Innovation‘ anzugehen. BMW bildet hier in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme:
1. Es treibt die Entwicklung eines Elektroautos (i3) voran, wobei man sich hier auch schon die Kosten mit anderen teilt. Allerdings hat der CEO von BMW grünes Licht gegeben, dieses Projekt unabhängig von allen eventuellen Sparmaßnahmen, mit einem hohen Budget vorrangig zu forcieren.
2. Bei diesem Projekt sollen erstmals zwei Teile zum Einsatz kommen: Ein Unterboden aus Stahl und eine Fahrgastzelle aus Carbon. Damit ist BMW in der Entwicklung von Carbon als Werkstoff im Automobilbau ganz weit vorne, den anderen angeblich um Jahre voraus. Allerdings ist noch sehr viel Forschungsarbeit nötig, um Carbon (leicht und doch sehr robust) zu einem Preis verarbeiten zu können, der das Elektroauto noch ‚verkaufbar‘ macht. Denn auch die hohen Kosten für die Batterie beeinflussen den Verkaufspreis stark. Und wenn sich dann Carbon doch nicht durchsetzt, hat BMW enormes Geld in den Sand gesetzt. An diesem Wettlauf beteiligt sich jetzt auch schon VW, das in einigen Jahren die Nr. 1 im Automobilbau anstrebt. Also kann die Strategie von BMW so falsch nicht sein.

[Foto: BMW]

Die Batterie von morgen (DBM)

Eigentlich hat er es ja ‚Die Basis von Morgen‘ genannt: Ein junger Erfinder namens Mirko Hannemann entwickelt einen Super-Akku und stößt damit bei der Autoindustrie (in Deutschland) auf totales Desinteresse. Aber er findet andere Förderer und andere Zielgruppen, z.B. betreibt er mit seinem Akku Schubmaststapler der Firma Papstar. Die Batterie ist leichter als die bisher verwendeten und muss nicht schon nach 12, sonden erst nach 26 Stunden aufgeladen werden. Aufgeladen ist sie nach 2 Stunden, bisher waren 8 Stunden nötig.

In einem von ihm umgerüsteten Audi A2 fährt er die gut 600 Km von München nach Berlin mit einer Akku-Ladung. Seine Lithium-Metall-Polymer-Batterie (von 3M gebaut) wird als Fake abgetan, die Rekordfahrt von Automobilherstellern und -zulieferern sowie dem ADAC ins Reich der Fabel verwiesen. Warum? Hannemann ist noch keine 30 Jahre alt und es kann doch nicht sein, dass ein so junger Spund die Lösung für etwas findet, an dem weltweit Millionen schwere Großkonzerne seit etlicher Zeit herumdoktern.

http://www.spiegel.de/video/video-1090969.html

Hochinteressant ist auch ein mehrteiliges Video mit dem Titel „Warum das Elektroauto sterben musste“

http://www.youtube.com/watch?v=RF8ajdgdHck&NR=1

[youtube RF8ajdgdHck&NR=1]

Hier ist Teil 2

Hier Teil 3

Die weiteren Folgen (bis 9) finden Sie direkt bei YouTube. Kommentar überflüssig – aber bezeichnend, welche Widerstände ‚Radikale Innovationen‘ überwinden müssen.

Smart Grids sichern Energiebedarf

Die „intelligenten Netze“ werden in Zukunft dafür sorgen, dass der Strom dorthin fließt, wo er gerade gebraucht wird. Wir werden tagsüber auf unserem Haus mit Sonnenkollektoren oder anderen Systemen Energie erzeugen und diese in das Netz einspeisen. Abends holen wir uns dann einen Teil davon zurück. Die Abrechnung erfolgt über „Smart Meter“, die den Energielauf in beiden Richtungen messen.

In dieses Konzept sollen auch Elektrofahrzeuge einbezogen werden, die oft stundenlang ohne Verwendung herumstehen. In dieser Zeit könnten sie mit ihren Batterien als Energiespeicher dienen. Dieser Kreislauf wird recht anschaulich auf der österreichischen Homepage zum Thema „Smart Grids“ dargestellt. Damit einher geht der Einsatz von Computersystemen, die diese intelligenten Netze steuern. Es wird deshalb möglich sein, dass sich bestimmte Geräte nur dann einschalten, wenn der Strompreis gerade günstig ist. Oder Energie ans Netz abgeben, wenn der Strompreis gerade einen guten Ertrag bietet.

Dazu ein kurzes Video.

Ein Mobilitätskonzept für Städte

citycar1-300x160.jpgDas MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat 2008 ein interessantes Mobilitätskonzept für Städte entwickelt. Stapelbare Elektrofahrzeuge mit 2 oder 4 Rädern stehen an vielen Stellen zur Verfügung, z.B. bei U-Bahn-Ausgängen. Dort werden sie aufgeladen und können per Karte entlehnt werden. Auf dem Parkraum, den 2 PKWs benötigen, können schon 6 stapelbare Kleinautos abgestellt werden. Da diese Fahrzeuge maximal 45kmh fahren, brauchen sie auch nicht die üblichen Sicherheitsmerkmale und sparen so Gewicht.

Durch GPS-Ortung kann der jeweilige Standort eines Fahrzeugs sowie das genaue Bewegungsmuster der Fahrzeuge aufgezeichnet werden. Das liefert die Daten zur Verfeinerung des Konzepts, an welchen Stellen der Stadt wann wieviele Fahrzeuge gebraucht werden. Abgesehen davon kann jeder Benutzer natürlich dabei auch vom eingebauten Navigationssystem profitieren.

Elektroauto

Ein sehr interessantes Beispiel für radikale Innovation ist das Projekt ‚Better Place‘ von Shai Agassi. Dafür hat er seinen schönen Vorstandsposten bei SAP aufgegeben! Er ist davon überzeugt, dass elektrische Energie den heute verwendeten Treibstoffen für Autos den Rang ablaufen wird – schon allein aus Umweltschutzgründen. Und weil die Erdölvorräte immer weniger und die Preise immer höher werden.

Interessant sind seine Denkansätze:

Er trennt gedanklich die Batterie vom Auto (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1: Zerlegen). Außerdem findet er, dass bei vielen von uns die Autos nur kurz benutzt werden (am Weg in die Arbeit) und dann stundenlang unnütz herumstehen. Daher könnte jede dieser unproduktiven Zeiten dazu verwendet werden, um die Batterie wieder aufzuladen (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 22: Aus Schädlichem Nützliches machen).

Ein wesentlicher Faktor einer radikalen Innovation ist ein neues Geschäftsmodell. Hier schlägt Agassi vor, ein erfolgreiches Modell aus der Mobiltelefonie zu übernehmen: Mach einen langfristigen Vertrag mit deinem Stromversorger und wir stellen dir dein Elektroauto gratis (oder für einen minimalen Betrag zur Verfügung). Als Partner hat er Nissan Renault gewonnen, die voll bei seinem Konzept mitziehen. Wobei das Ziel von Renault mit seiner gesamten E-Flotte durchaus ehrgeizig ist. Angesteuert wird nicht eine schrittweise Reduktion der Schadstoffe, sondern gleich das Nullemissions-Auto!

Aktualisierung Juni 2012:

In Israel, Dänemark und Australien ist das Projekt bereits in der Ausbauphase, in Nordamerika und Japan gibt es Versuche mit Taxiorganisationen. Diese haben (neben dem positiven Effekt für die Umwelt) auch noch den Vorteil, gleichzeitig automatisch bei jedem Fahrgast für das Projekt zu werben. Auch mit Chinas Autohersteller Chery gibt es bereits eine Zusammenarbeit.

Aktualisierung Mai 2013:

Schade, am 27.5.2013 hat Better Place Insolvenz angemeldet. Die Anlaufkosten zum Aufbau der Stationen waren einfach zu hoch und die Verbraucher haben auch nicht so mitgezogen. Hier haben offensichtlich Entwicklungen, die parallel zum Projekt Better Place gelaufen sind, ein attraktiveres Konzept angeboten.

Wie es mit ‚Better Place‘ hätte laufen können, zeigt folgendes Video