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Das/die E-Mail wird 40 Jahre alt!

Ende 1971 schickte Ray Tomlinson an seine Kollegen eine Nachricht, dass ab nun Botschaften über das Netzwerk gesendet werden könnten. Die Adresse sollte jeweils lauten: Benutzername des Empfängers@Hostname des Computers: Das E-Mail war geboren! Und hat in den vergangenen 40 Jahren den Schriftverkehr wirklich revolutioniert. Egal wohin können Sie heute eine Botschaft rund um die Erde senden und sie ist wenige Sekunden oder Minuten später dort. Gerade in Ländern, wo die Zustellung oft ungewiss war, wurde diese Erfindung mit besonderer Erleichterung aufgenommen.

Schade dabei ist nur, dass heute angeblich 90% aller Mails SPAM – also unerwünscht – sind. Durch die Beschleunigung der Kommunikation ist allerdings auch eine gewisse Form auf der Strecke geblieben. Es herrscht das Saloppe, Unverbindliche vor, Rechtschreibung ist meist kein Thema mehr. Das vom Fernschreiber übernommene „MfG“ hat sich erweitert auf „BG“, „LG“ oder „GLG“ (Ganz liebe Grüße). Die Anrede wurde zu „Hallo…“ oder auf Englisch zu „Hi“. Dass dadurch aber heute Leute elektronische Briefe schreiben, die zuvor jahrelang nicht mehr zur Feder oder zum Kugelschreiber gegriffen hatten, ist eine interessante Wendung.

Die Post hat dadurch natürlich enorme Einbußen erlitten. Aber auch deren Serviceleistungen: Es ist heute nicht leicht, einen Briefkasten zu finden (früher hingen sie an jeder Ecke). Hat man endlich einen gefunden, wird man feststellen, dass die meisten nur mehr einmal pro Tag geleert werden! Deshalb sind auch schon viele kleine Postämter geschlossen worden. Seit man auch noch Bilder und andere Dateien an Mails anhängen kann, werden fleißig große Mengen durch die Leitungen gejagt. Blöd ist nur, wenn der Empfänger seine Mails per Handy abruft und Riesendateien in der Leitung hat. Früher war dann schon mal ein Handy eine halbe Stunde nicht mehr zu benützen, heute kann man so ein Mail Gott sei Dank unterdrücken.

E-Mail for you

email.pngRadikale Innovationen setzen entweder ganz abrupt ein oder entwickeln sich schleichend über viele Jahre hinweg. Das Beispiel einer schleichenden Entwicklung findet gerade zwischen Briefpost auf Papier und elektronischen Post statt. Da auf der einen Seite durch Umstellung der Briefmonopole auf private Dienstleister die Leistungen eher schlechter als besser werden, entwickeln sich e-Mails  als die wesentlich bessere Alternative. Sie kommen zwar auch nicht immer ganz sicher an, da sie in diversen Filtern oder Firewalls hängen bleiben können. Aber wenn sie ankommen, haben sie gegenüber dem herkömmlichen Brief unschlagbare Vorteile:

– zwischen Absenden und Ankommen vergehen nur einige Sekunden und

– die Beförderung kostet (fast) nichts!

Außerdem kann ich auch 20 Seiten beilegen, ohne dass ich mir Sorgen über das Gewicht machen muss.

Da die Deutsche Post einen gehörigen Teil ihrer bisherigen Umsätze wegbrechen sieht, hat sie sich entschlossen, die neuen Möglichkeiten auch zu nützen. Bereits heute ist es möglich, Werbe- oder andere Sendungen vorerst elektronisch an ihre Bestimmungsorte zu verschicken. Erst dort werden Sie ausgedruckt, gefaltet und kuvertiert. Das spart natürlich Zeit und Transportkapazitäten.

[Foto: Wikipedia]