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Wie ein Ingenieur sein eigenes Herz reparierte

Tal Golesworthy ist Techniker in Großbritannien und sah sich vor einigen Jahren damit konfrontiert, dass seine Aorta an einer Stelle im/am Herzen brüchig wurde und Gefahr lief zu platzen. Die Ärzte rieten zu einer raschen Operation, die ungefähr so ablaufen sollte: Der Brustkorb wird geöffnet, der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, sein eigenes Herz still gelegt, der Körper auf 18 Grad Celsius heruntergekühlt, der brüchige Teil der Aorta herausgeschnitten und durch einen künstlichen Teil ersetzt. Anschließend muss das stillgelegte Herz wieder neu eingetaktet werden, ein nicht unproblematischer Vorgang. Auch das Hochfahren auf normale Körpertemperatur ist nicht ‚ohne‘. Der Patient ist danach sein Leben lang auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, die Abstoßreaktionen des Körpers verhindern.

All das wollte Tal Golesworthy nicht. Als Mann, der sich mit der Reparatur von Boilern und Leitungen auskennt, brachte er diese Erfahrungen ein und schlug den Ärzten vor, das zu tun, was Techniker mit maroden Rohrleitungen oftmals tun: Statt sie auszutauschen werden sie von außen repariert. Zusammen mit aufgeschlossenen Herzspezialisten entwickelte er eine Manschette, mit der seine Aorta ummantelt wurde. Dies konnte in einer kurzen Operation am schlagenden Herzen erfolgen und die Manschette ist aus einem Material, das der Körper nicht abstößt. Dadurch erspart er sich dementsprechende Medikamente. Obwohl bis 2011 (das TED-Video stammt aus diesem Jahr) bereits 90 Operationen ohne Komplikationen verlaufen waren, läuft weiterhin eine große Zahl erfahrener Herzspezialisten gegen diese Lösung Sturm, weil sie gegen die herkömmliche Vorgangsweise vieler Herzchirurgen spricht. Wieder ein gutes Beispiel, wieviele Widerstände bei einer radikalen Innovation zu überwinden sind. 

[Quelle: TED-Video]

Spielen und Innovation

crossinno_inhalt.pngUm zu branchenübergreifenden Innovationsideen zu kommen, setzt das Zukunftsinstitut von Matthias Horx das Spiel ‚Cross Innovations‘ ein. Dabei werden auch aktuelle Trends und Zielgruppen eingebaut, um die Gedankenvielfalt anzuregen und ‚out of the box‘ zu denken.

„Spiele sind die Zukunft“ schreibt das Magazin FORMAT in seiner Printausgabe Nr. 49 und räumt gleich mit etlichen gängigen Vorurteilen auf. Einige davon hier:

Spielen ist nur für Kinder: Es gibt sehr viele erwachsene Spieler. Spiele werden auch in der Erwachsenen-Weiterbildung eingesetzt, z.B. in Seminaren. Verschämt werden sie allerdings ‚Übungen‘ genannt.

Computerspiele sind Zeitverschwendung: Es gibt viel mehr Belohnungen als im realen Leben. Und nebenbei profitiert die Wissenschaft von den Fähigkeiten bestimmter Spieler, die  komplexe Probleme besser als Computermodelle lösen.

Spielen macht krank:  Es kann auch das Gegenteil erreicht werden. Beispielsweise werden Schmerzpatienten durch Spielen abgelenkt und brauchen so weniger Medikamente. Oder die Sehschwäche von Kindern mit Amblyopie lässt sich 400x schneller durch ein spezielles Spiel verbessern.

Spiele machen einsam: Heute spielt man bei vielen Spielen nicht gegen den Computer, sondern menschliche Gegner. Diese schließen sich teilweise zu Mannschaften mit bestimmten Strukturen zusammen, was wieder das soziale Verhalten trainiert.

Spielen macht dumm: Es gibt Buchstaben- und Wortspiele, bei denen 4-5Jährige ihr Leseverständnis bereits üben können und nach kurzer Zeit sehr positiv abschneiden.

Hier ein Trailer zum Spiel BRAID, das mehrdimensionales Denken fördert und einem die Möglichkeit gibt, sofort aus seinen  Fehlern zu lernen.


[youtube TKPznIfI8gU]

[Foto: www.futureworks.eu]