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CDs brennen ohne Software

cdbrennen.jpgFantastisch: Ich brenne ungefähr EINE CD im Jahr. Da hab‘ ich keine Ahnung mehr, wie das mit Nero und Konsorten geht. Und deshalb bin ich bei der Meldung ‚CDs brennen ohne Software‘ auch sofort hängen geblieben. Was wird da angeboten?:

Der Hersteller TX-WEA aus Frankreich bietet drei verschiedene Varianten des „intelligenten“ Rohlings an: Eine speziell für Fotos, die nicht nur das direkte Speichern, sondern immerhin auch die Grundmöglichkeit zum Drehen und Vorauswählen der Bilder bietet. Bis zu 950 Aufnahmen niedriger und 460 Fotos hoher Fotoqualität passen auf die 680 Megabyte große CD. Ein weiterer Rohling ist für unkritische Daten geeignet, und eine weitere CD bietet Speicherung und Schutz für sensible Daten. Die Rohlinge für vertrauliche Informationen besitzen zusätzlich zu dem Brennprogramm eine automatische Verschlüsselungssoftware.

Man kann diese CDs direkt auf der Homepage von TX-WEA bestellen oder aber in Google andere Lieferanten suchen. Auf ebay werden diese Rohlinge schon ab dem berühmten 1 Euro zur Versteigerung angeboten. Natürlich kosten sie mehr als ’normale‘ Rohlinge, aber für Seltenverwender wie mich – ideal!

Das passt übrigens genau zum Konzept, das von Microsoft angeblich in Zukunft angesteuert wird: Miete deine Software immer nur dann, wenn du sie brauchst und auch nur das, was du brauchst! Gerade Kleinunternehmer haben oft Angst, Ihre Daten außerhalb ihres Computers zu lagern. Genaugenommen sind diese Daten aber auf einem professionellen Server wahrscheinlich viel besser gesichert als auf ihrem eigenen PC. Ich hatte in den vergangenen Jahren schon ganze Datenbanken ausgelagert (so wie auch diesen Blog) und jetzt mein Customer Relations Management (bei salesforce.com) und bin damit bisher immer gut gefahren.

Gefunden in der WELTonline

[Foto: pixelio.de]

Amazon hat den Buchhandel revolutioniert

Im Jahr 1995 ging Amazon online. Und hat das Bestellen übers Internet populär gemacht! Sein Gründer Jeff Bezos baute auf folgende Vorteile:

– Biete jedes Buch zum bestmöglichen Preis an.

– Lass‘ möglichst viele Homepage-Besitzer auf ihrer Site Amazon-Produkte anbieten und biete für jeden vermittelten Verkauf (durch einen Link auf die Amazon-Site) eine Provision.

– Wer sich für dieses Buch interessiert hat, hat auch noch jene Bücher gesucht/gekauft.

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Durch das Partnersystem erlangte Amazon in sehr kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad. Durch den Hinweis auf andere Bücher aus der selben Kategorie nahmen auch die Umsätze schlagartig zu. Um die Bestellungen zu vereinfachen, entwickelte Amazon die 1-Click-Bestellung und ließ diese sogar in den USA patentieren.

Wie viele Entwickler radikaler Ideen mußte Bezos gegen große Widerstände kämpfen und etliche Anlaufjahre mit geschäftlichen Verlusten hinnehmen. Für seine Aktionäre waren es lange Jahre des Bangens, ob diese Geschäftsidee jemals auch wirtschaftlichen Erfolg haben würde. Mittlerweile verdient Amazon Geld, hat einen enorm hohen Bekanntheitsgrad und ist mit seiner Plattform bereits dabei laut Wikipedia „CDs, DVDs, Musik, Video, Elektronik und Foto-Artikel, Software, Computer- und Videospiele, Küchen- und Haushaltsgeräte, Sport- und Freizeitartikel, Spielwaren, Drogerieartikel und Zeitschriften“ zu verkaufen. Die Partner können Shops mit zu ihrer Site passenden Waren einrichten und Amazon bieten seine Logistik auch Fremdfirmen an.

Als langjähriger Kunde habe ich allerdings den Eindruck, dass die Bücher, die ich bestelle, nicht mehr ganz so schnell ankommen wie früher. Wahrscheinlich der Fluch der Größe!

Flops bei technischen Innovationen

Durch B. Kahmann aus Kassel bin ich auf einen interessanten Bericht in sueddeutsche.de über die 10 größten Technik-Flops der letzten Jahre gestossen, die ich hier kurz aufzähle:

1. Iridium (Backsteinhandy mit Monstertarifen, aber weltweit überall erreichbar)
2. Tablet-PC (Abnehmbare und berührungsempfindliche Bildschirme)
3. UMTS (höhere Übertragungsraten beim Handy)
4. WAP/Wireless Application Protocol oder Wait and Pay (mit dem Handy ins Internet)
5. Nokia N-Gage (Gameboy und Handy kombiniert)
6. Xelibri (Telefon in Puderdosenform)
7. Bildtelefon
8. Apple PowerCD (für Audio- und FotoCDs)
9. Laserdisc (Speichermedium für Filme)
10. Bildschirmtext

Interessant finde ich, dass 6 Flops die Sparte Telefon (5 davon die Sparte Mobiltelefon) betreffen. Wenn man bedenkt, welche Unsummen bei diversen obenstehenden Projekten versenkt wurden, dann versteht man schon, warum man eher an Produktverbesserungen herangeht und das große Risiko radikaler Innovationen scheut. Gott sei Dank gibt es ja auch genügend positive Beispiele: Man muss daher viele Dinge auf lange Sicht betrachten. Auch noch soviel Marktforschung im Vorfeld nützt oft nichts. Allerdings sind gerade Techniker sehr anfällig dafür, Dinge (und Leistungsmerkmale) zu entwickeln, die kaum jemand verwendet. Das beste Beispiel dafür sind Telefonanlagen in Büros!

Tötet das neue Produkt das alte?

In vielen Fällen stehen Menschen Neuerungen deshalb skeptisch gegenüber, weil eine Innovation dazu führt, dass bisherige Produkte abgelöst werden. Einige Beispiele:

– Das Fax hat den Fernschreiber völlig verdrängt.
– Der Normalpapierkopierer hat andere Vervielfältigungsgeräte völlig verdrängt.
– Der Computer hat die Schreibmaschine (fast) völlig verdrängt.
– Der VHS-Rekorder hat andere Rekordersysteme wie Betamax und Philips 2000 völlig verdrängt.
– Die elektronische Registrierkasse hat die mechanische völlig verdrängt und wird selbst nach und nach von intelligenten Kassensystemen, die einen Teil der Warenbewirtschaftung darstellen, abgelöst.

Aber es gibt auch Beispiele, wo die alten Produkte zum Teil neben den neuen weiterleben:

– Das Auto konnte die Kutsche nicht völlig verdängen.
– Das Auto konnte das Fahrrad nicht völlig verdrängen.
– Die CD konnte die Schallplatte nicht völlig verdrängen.
– Der Kugelschreiber konnte die Füllfeder nicht völlig verdrängen.
– Die Glühbirne konnte die Kerze nicht völlig verdrängen.
– Die Filterzigarette konnte die filterlose nicht völlig verdrängen.
– Der Dieselmotor konnte bisher den Otto-Motor nicht ablösen, sondern hat sich nur eine gleichwertige Position erarbeitet. Und so wie es aussieht, wird er ihn auch nie ablösen. Eher schon werden beide durch ein anderes Antriebssystem abgelöst.

Es liegt also offensichtlich sehr viel sowohl an den Erzeugern der bisherigen Produkte wie auch an den Verbrauchern, was bestehen bleibt und was völlig untergeht. Daher braucht sich auch niemand vor radikalen Innovationen zu fürchten, denn diese müssen auch noch menschliche Gewohnheiten überwinden – und das dauert meist lange!

Ein Ideenwettbewerb hilft…oder auch nicht

Frisch vom Urlaub zurück, möchte ich eine Erfahrung einbringen, die sich in den vergangenen Jahren immer stärker bei mir verfestigt hat: Bei jedem Ideenwettbewerb sitzen ‚Experten‘, die die vorgestellten Ideen nach einer Reihe von Kriterien bewerten. Viele dieser Kriterien werden an Fachhochschulen und Universitäten gelehrt. Und können einem Gründer beim Start helfen – oder auch nicht.

1. Mögliche Zielgruppe: Natürlich soll man sich darüber Gedanken machen, wer eine Idee kaufen soll und warum. Aber auch Experten wie Thomas Watson (Vortandsvorsitzender von IBM) irrte 1943, als er den Weltmarkt für Computer mit 5 (!) Stück einschätzte. Auch ein Mann wie Gottlieb Daimler schätzte den Weltmarkt für Automobile auf höchtens eine Million ein – schon aus Mangel an Chauffeuren. Und Jan Timmer (später Präsident von Philips) war schon 1982 der Meinung, dass niemand eine CD (Compact Disc) brauchen würde.

2. Reife: Schnell werden technische Mängel oder noch nicht gelöste Anforderungen als Grund herangezogen, um einer Idee den Garaus zu machen bzw. eine wirtschaftliche Bauchlandung vorauszusagen. Berühmtes Beispiel: Im Jahre 1878 soll William Orton, Präsident bei Western Union, eine Unterstützung von Graham Bell abgelehnt haben, weil er der Meinung war, das Telefon sei ein Spielzeug und habe noch zuviele Mängel, würde daher als ernsthaftes Kommunikationsmittel nichts taugen.

3. Preis: Viele Experten halten das iPhone für maßlos überteuert – trotzdem stellen sich die Verbraucher in Schlangen an, um die ersten Geräte in jedem Land nach der jeweiligen Freigabe zu ergattern. Auch der Erfinder der Xerografie (Kopieren auf normalem Papier) Chester Carlson holte sich unzählige Absagen, unter anderem von IBM und 3M (!), weil sein System viel teurer als das bisher übliche war. Und Arthur D. Little riet IBM ab, beim Xerox-Vorgänger Haloid einzusteigen, da die Beratungsfirma in den USA den gesamten Markt für diesen Kopierer auf höchstens 5000 Stück schätzte. Heute ist ‚to xerox‘ der Begriff für ‚Fotokopieren‘!

4. Persönliche Gefühle: Decca Recording soll es 1962 abgelehnt haben, die Beatles herauszubringen. Begründung: „Wir mögen den Sound nicht und außerdem ist Gitarrenmusik am Aussterben!“ . Der berühmte Chef der 20th Century-Fox, Darryl F. Zanuck, gab 1946 dem Fernsehen kein langes Überleben, weil er meinte, die Menschen würden sehr bald müde werden, jeden Abend auf eine Sperrholzkiste zu starren. Inzwischen sind mehr als 60 Jahre vergangen und die Menschen sehen sogar schon zum Frühstück fern!

Das dürfe auch der Grund sein, warum Juroren von Ideenwettbewerben heute verstärkt darauf schauen, wie stark die ‚innere Flamme‘ bei den Präsentatoren von Ideen lodert. Und wem man am ehesten zutraut, gegen massive Widerstände seine Idee auch über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Denn eines ist sicher: Viele Ideen setzen sich erst nach jahrelangen Entbehrungen, hunderten von Nachjustierungen und Kehrtwendungen, Kompromissen und Rückschlägen endgültig durch. Oder nie, wie z.B. das papierlose Büro!

[Quelle der Expertenirrtümer: portal.gmx.net]