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CDs brennen ohne Software

cdbrennen.jpgFantastisch: Ich brenne ungefähr EINE CD im Jahr. Da hab‘ ich keine Ahnung mehr, wie das mit Nero und Konsorten geht. Und deshalb bin ich bei der Meldung ‚CDs brennen ohne Software‘ auch sofort hängen geblieben. Was wird da angeboten?:

Der Hersteller TX-WEA aus Frankreich bietet drei verschiedene Varianten des „intelligenten“ Rohlings an: Eine speziell für Fotos, die nicht nur das direkte Speichern, sondern immerhin auch die Grundmöglichkeit zum Drehen und Vorauswählen der Bilder bietet. Bis zu 950 Aufnahmen niedriger und 460 Fotos hoher Fotoqualität passen auf die 680 Megabyte große CD. Ein weiterer Rohling ist für unkritische Daten geeignet, und eine weitere CD bietet Speicherung und Schutz für sensible Daten. Die Rohlinge für vertrauliche Informationen besitzen zusätzlich zu dem Brennprogramm eine automatische Verschlüsselungssoftware.

Man kann diese CDs direkt auf der Homepage von TX-WEA bestellen oder aber in Google andere Lieferanten suchen. Auf ebay werden diese Rohlinge schon ab dem berühmten 1 Euro zur Versteigerung angeboten. Natürlich kosten sie mehr als ’normale‘ Rohlinge, aber für Seltenverwender wie mich – ideal!

Das passt übrigens genau zum Konzept, das von Microsoft angeblich in Zukunft angesteuert wird: Miete deine Software immer nur dann, wenn du sie brauchst und auch nur das, was du brauchst! Gerade Kleinunternehmer haben oft Angst, Ihre Daten außerhalb ihres Computers zu lagern. Genaugenommen sind diese Daten aber auf einem professionellen Server wahrscheinlich viel besser gesichert als auf ihrem eigenen PC. Ich hatte in den vergangenen Jahren schon ganze Datenbanken ausgelagert (so wie auch diesen Blog) und jetzt mein Customer Relations Management (bei salesforce.com) und bin damit bisher immer gut gefahren.

Gefunden in der WELTonline

[Foto: pixelio.de]

Regeln brechen für Radikale Innovation

bionade.jpgFamilienbetriebe des Mittelstands tun sich wesentlich leichter, Regeln zu brechen als angestellte Manager. Denn dafür braucht es schon eine gewisse Sturheit, die fast bis zur Selbstaufgabe führt – jedenfalls den Familienmitgliedern (und oft auch den Mitarbeitern) alles abverlangt. Aber gerade dieses Brechen von Regeln (der Branche, des Marktes) ermöglicht oft erst die wirklich radikale Innovation.

Hier einige Beispiele:

Bionade
entsteht durch Gärung und gilt daher nicht als Limonade. Keine Brauerei wollte diese Erfindung in Lizenz übernehmen. Also mussten es die Eigentümer selbst vermarkten. Vergangenes Jahr wurde Bionade mit dem CREO-Preis der Gesellschaft für Kreativität ausgezeichnet. Jetzt wird Bionade international…

Allerdings zeigt eine gewisse Sturheit auch ihre Kehrseite: Gerade heute lese ich, dass Bionade in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verstrickt ist und nun auch manche Stammkunden durch eine Preiserhöhung um ein Drittel (von 59 auf 79 Cent) verschreckt. Näheres siehe bei Burkhard Schneider.

Fielmann oder Hartlauer
Markenbrillen zu Superpreisen in der (Ketten)filiale unter Ausschaltung des Zwischenhandels.

Metz
setzt weiterhin auf den Fachhandel. Fernseher kosten das Doppelte von herkömmlichen Fernsehern bei Saturn oder Media Markt, werden aber vollständig in D erzeugt.

DocMorris
hat die Apothekerzunft durch seinen Internetversand von Medikamenten aufgemischt. Jetzt hat er noch ein Franchisesystem für Apotheker erfunden, die von seiner Dachmarke profitieren möchten. Und damit demnächst etwas zu Fall gebracht, was bisher niemand Anderem gelungen war, nämlich eine Art Filialsystem für Apotheken einzuführen.

SAP
hat individuelle Einzellösungen durch standardisierte Softwarelösungen ersetzt. Als sie begonnen haben die Regeln zu brechen waren sie noch klein…

Fischer-Dübel
ersetzt Roboter durch Menschen, weil diese weniger oft ausfallen und nicht bei jedem Wechsel ‚umgerüstet‘ werden müssen. Die fahrerlosen Transportzüge hat Fischer wieder abgeschafft und durch einen von einem Logistiker gesteuerten Zug ersetzt.

Trigema
Wolfgang Grupp erzeugt weiterhin seine Textilien in D. Auch er hält die Automatisierung so gering wie möglich. Dadurch kann er kleine Losgrößen sehr schnell liefern, was im Firmengeschäft wichtig ist.

Lunge
erzeugen Laufschuhe in D in der Nähe von Hamburg. Die ersten Modelle werden allerdings erst ab August 2008 ausgeliefert. Weil sie auf die enormen Werbeausgaben der Großen verzichten, können sie im Inland produzieren. Durch ein neues Produktionsverfahren haben sie die Entwicklungszeit neuer Laufschuhe von etwa zwei Jahren auf einen Monat verkürzt.

Bis auf Bionade alle gefunden in der Wirtschaftswoche

[Foto: Bionade]

Erfinder Stollwerck

automat.JPGVor kurzem habe ich im TV eine höchst interessante Sendung über die Unternehmerfamilie Stollwerck gesehen! Einen besonderen Eindruck hat bei mir der zweitjüngste Sohn des Gründers, Ludwig Stollwerck, hinterlassen. Er war ein Erfindergeist und machte sich um die Industrialisierung der Schokoladeproduktion verdient. Seine Erfindungen zur Schokoproduktion waren so erfolgreich, dass die Gebrüder Stollwerck sogar ihre Maschinen an Konkurrenten in aller Welt verkauften. Aber den Vogel schoss er mit einer radikalen Innovation im Verkauf ab:

Im Jahr 1893 hatte Stollwerck bereits 15.000 Automaten in Deutschland aufgestellt, kurze Zeit später standen auch in den USA Tausende dieser Schoko-Automaten. Ludwig Stollwerck hatte diese Idee von einer Studienreise nach Amerika zurückgebracht und machte damit Verkaufsautomaten in Deutschland salonfähig. Er gründete sogar eine eigene Firma dafür, die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co. Da das Automatengeschäft so gut lief, schloss er auch mit Branchenfremden Verträge ab, so z.B. mit einer französischen Parfumfirma. Duftspendende Automaten wurden damit auch in Deutschland sehr beliebt.

Auch Burkhard Schneider hat schon 2006 in seinem Blog darüber berichtet.

In Amerika wurden in den ersten Automaten Postkarten verkauft, später wurden in England erstmals Bücher über Automaten verkauft. Mehr darüber bei Wikipedia.

[TRIZ-Prinzip Nr. 25: Selbstbedienung – Selbstversorgung]

[Foto gefunden bei siebengebirgsmuseum.de]

Polaroid war einmal toll

polaroid_sx-70.jpgAls Edwin H. Land vor 60 Jahren seine erste Sofortbildkamera verkaufte, war das die Sensation schlechthin: Nach ca. ein bis eineinhalb Minuten war ein mit der Polaroid-Kamera geschossenes Foto fertig. Damit war das sogenannte Instant-Foto geboren! Und man musste nicht mehr einige Stunden oder Tage warten bis die Fotos entwickelt waren. Land setzte im Laufe der Jahre Millionen um und entwickelte immer wieder neue Verwendungszwecke:

Für Passfotografen wurden Kameras mit 4 Objektiven entwickelt, um gegen die Passbildautomaten bestehen zu können.

Ich erinnere mich noch genau, dass Polaroid auch die ersten Visitenkarten mit Fotos einführte. Angeblich auch fälschungssichere Ausweise, die innerhalb von 2 Minuten fertig waren.

Aber sei dem Auftauchen der Digitalfotografie ging es mit Polaroid langsam aber stetig bergab. Man hat zwar die Fotos nicht sofort fertig in der Hand, aber zumindest sieht man, ob’s was geworden ist. Wenn nicht, sofort löschen! Kostet ja nix! Beim teuren Sofortbildfilm hat man da schon oft Geld weggeschmissen, wenn Beleuchtung, Motiv oder Schärfe nicht gestimmt haben.

Im letzten Jahr hat Polaroid die Herstellung der Kameras eingestellt, in diesem Jahr wird auch die Filmherstellung geschlossen. Polaroid war so viele Jahre erfolgreich, dass man absolut nicht von Flop sprechen kann. Aber die Entwicklung geht halt weiter…

[Foto: Wikipedia]

TRIZ und Radikale Innovation

Eifrigen Lesern meines Blogs werden die 4 Buchstaben TRIZ schon öfter aufgefallen sein. Und einige von ihnen wissen auch, dass diese die Abkürzung für ‚Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz‘ sind. Was Wikipedia übersetzt mit „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ oder „Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme“.

Über die Methodik steht in Wikipedia:
Die Methodik wurde u.a von Genrich Saulowitsch Altschuller, Rafael Borisowitsch Shapiro und Dimitri Kabanov um 1946 ins Leben gerufen. Sie entstand durch die Sichtung einer großen Anzahl von Patentschriften, woraus sie diejenigen auswählten, die ihnen technische Durchbrüche zu beschreiben schienen. Diese werteten sie genauer aus und erkannten drei wesentliche Gesetzmäßigkeiten:

  1. Einer großen Anzahl von Erfindungen liegt eine vergleichsweise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrunde.
  2. Erst das Überwinden von Widersprüchen macht innovative Entwicklungen möglich.
  3. Die Evolution technischer Systeme folgt bestimmten Mustern und Gesetzen.

Speziell Altschuller hat mit seinen Schülern ein Systematik entwickelt, mit der man Erkenntnisse aus der Vergangenheit nützen kann ohne das Rad jedes Mal neu erfinden zu müssen. TRIZ besteht aus einer ganzen Reihe von methodischen Werkzeugen, die systematisches Problemlösen unterstützen. Warum soll das gerade bei ‚Radikalen Innovationen‘ nützlich sein?

Altschuller hat empfohlen, bei jedem Problem zumindest einen ‚klassischen Widerspruch‘ (siehe oben Punkt 2) zu formulieren, den es zu überwinden gilt. Auch die ‚ideale‘ Lösung anzudenken. Genau das ist der Stoff, aus dem ‚Radikale Innovationen‘ gemacht sind. Und um frühere Erfahrungen zu nutzen, hat er zusammen mit seinen Schülern 40 Lösungsprinzipien (siehe oben Punkt 1) erarbeitet, auf die man beim Problemlösen (oder Erfinden) zurückgreifen kann.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim einen oder anderen Beitrag in Zukunft in der Fußzeile (zwischen eckigen Klammern) einen Hinweis finden werden, welche(s) Lösungsprinzip(ien) dort offensichtlich angewendet wurden. Auch bisherige Beiträge werde ich nach und nach ergänzen. Denn durch Beispiele begreift man diese Prinzipien am besten. Und sie gehen nach einiger Zeit ganz automatisch in das Lösungsdenken über.

Das Plusenergiehaus ist in

Mehr hinaus als hinein, das ist die Devise! Vorbei sind die Zeiten, wo man mit einem Niedrigenergiehaus die Aufmerksamkeit auf sich zog und als vorbildlicher Bürger einen Beitrag zum Energiesparen leisten konnte. Heute versorgt man sich in seinem Haus fast komplett mit Energie und speist sogar noch überschüssige Energie ins öffentliche Netz ein. Diese Energie wird vornehmlich aus den am Dach befindlichen Solarzellen bezogen. Auf einem Display kann man ablesen, wie viel die eigene Anlage produziert und wie viel man selbst verbraucht. Natürlich sind für die geringen Verbrauchswerte nötig:

– eine Umhüllung aus einer 35cm dicken Dämmschicht,
– eine automatische Frischluftzufuhr,
– eine Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung.

Und lässt sich die Sonne über mehrere Tage hinweg nicht blicken, kann Heizung und Warmwasser aus einem nahen Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk betrieben werden.

Die Gefahr, dass plötzlich alle Haushalte mehr Energie produzieren als verbrauchen, scheint noch lange nicht gegeben. Denn diese Art von Häusern kostet noch 10-15% mehr als Häuser konventioneller Bauart, rechnet sich aber bald.

[Gefunden in der Wirtschaftswoche]

Pack die Pisse in den Tank!

Foto: peter -petrov- zelei - hauser, BudapestIn Abwandlung eines altbekannten Werbespruchs („Pack den Tiger in den Tank“) macht sich die österreichische OMV nun für ein Produkt stark, das sie unter dem Namen ‚AdBlue‘ vertreibt. Bei LKWs wird in einen zusätzlichen Tank die Harnstofflösung AdBlue eingefüllt, die dann automatisch in das Abgassystem eingedüst wird. Durch eine spezielle Technik (Selective Catalytic Reduction) werden schädliche Partikel stark reduziert. Außerdem soll auch noch Treibstoff eingespart werden können.

Nicht ganz klar ist, warum die OMV das Produkt ‚AdBlue‘ nennt. Nein, es ist auch nicht gelb, wie man vermuten könnte, sondern farblos, da der Harnstoff mit vollentsalztem Wasser vermischt wird. Kryptisch vermeldet die OMV einfach: „Die Zukunft ist blau“. Obwohl doch bei der OMV alles blau/grün ist!

Dass Harnstoff für den Boden nützlich sein muss, merke ich jedes Mal, wenn der Bauer am Nachbarsgrund die Jauche verteilt und uns mit furchtbarem Gestank einnebelt. Bevorzugt sucht er sich dafür das Wochenende aus! Was ich allerdings nicht wusste: Dass Harnstoff der Industrie schon seit langem als Schadstoffkiller dient. Am meisten im Düngemittelbereich und bei Futtermittelzusatz. Aber auch in der Kunststoff-, Textil- und Pharmaindustrie.

Die Programmiermaschine

Einen sehr interessanten Hinweis auf eine ‚Radikale Innovation‘ habe ich von Dr. Stefan Mikulits (Tel. +4989963777) erhalten: Es gibt seit Ende 2004/Anfang 2005 eine Programmiermaschine namens OLIVANOVA. Sie kommt aus Spanien (CARE Technologies), spart Zeit und vermeidet Fehler. Prof. Dr. Oscar Pastor aus Valencia ist der geistige Vater und auch nach Deutschland bestehen Verbindungen.
Deren Aussage: Die Zukunft des Programmierens hat begonnen. Und das ist sicher nicht zuviel versprochen, wenn die ‚Maschine‘ es ermöglicht, mindestens doppelt so schnell und halb so teuer wie klassiche Programmierung zu sein.

Programmierer, die heute noch Angst vor automatischer Codegenerierung haben, können sich auf spannende Zeiten freuen: Sie können ihre Kenntnisse nun einsetzen, um dem Auftraggeber beim Modellieren zu helfen. Den reinen Programmcode-Hackern könnte es allerdings gehen wie den Portraitmalern, die Angst vor der Fotografie hatten – oder wie Abschreibern in Klöstern, die den Buchdruck fürchteten, statt sich darauf einzustellen.