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Die Zweitmeinung gibt es schon lange, aber…

…neu und disruptiv daran ist, dass dies nun über Internetplattformen (z.B. Vorsicht Operation, Krebszweitmeinung) extrem erleichtert wird. Patienten können gegen eine Gebühr die Unterlagen der Erstdiagnose einreichen und erhalten von anerkannten Spezialisten eine Zweitmeinung. Teilweise bezahlen Krankenkassen bereits diese Gebühren, da sie oft helfen, erhebliche Kosten für Fehlbehandlungen und Schadenersatzforderungen einzusparen.

Gerade kleinere Krankenhäuser, die nicht über genügend Spezialisten verfügen, lassen angeblich schon seit Jahren Bilder von Computertomographien über Nacht in Australien oder Indien von Radiologen checken. Wenn man sich die deutsche Statistik über Fehlbehandlungen oder unnötige Operationen ansieht, tut sich hier ein riesiger Markt auf.

Da sich jedoch die Ärzte hier wegen ihrer Berufsordnung in einer Grauzone bewegen, muss die rechtliche Situation überdacht werden. Etablierte Ärzte laufen gegen diese Zweitmeinungen über das Internet Sturm, da sie ihren Status als „Gott in weiß“ gefährdet sehen. Übrigens typisch für disruptive Innovationen. Natürlich kann man die Zweitmeinung auch persönlich von einem anderen Arzt einholen. Über ein Internetportal sehe ich aber als Fachmann so viele Fälle, dass ein enormer Erfahrungsschatz aufgebaut wird. Und die Motivation, immer am allerneuesten Stand zu sein, ist hier wahrscheinlich ebenfalls größer.
[Quelle: Deutsche Startups]

Patientenaufklärung durch Animation

allesch.jpgDer junge FH-Absolvent Johannes Allesch aus Salzburg hat heuer schon etliche Preise für seine Erfindung AniMedical gewonnen. Mit Hilfe von animierten 3D-Filmen können Ärzte ihren Patienten eine leicht verständliche Beratung vor Operationen bieten. Außerdem können diese Filme auch sehr gut in der medizinischen Ausbildung verwendet werden.

Mediziner verwenden im Vorbereitungsgespräch zu einer Operation oft viele Fachausdrücke und tragen damit nicht gerade zur Beruhigung ihrer Patienten bei. Wenn jedoch durch eine Animation (die nicht so hart wirkt wie Echtaufnahmen) den Patienten bildhaft dargestellt werden kann, was bei der bevorstehenden Operation passieren wird, dann ist oft das Informationsbedürfnis besser befriedigt als bisher. Das kann dann womöglich auch unnötige Schadensersatzforderungen verhindern.

Ärzte können verschiedene Filme (an der Auswahl wird gearbeitet) z.B. auf ihr iPad laden und am Krankenbett das Video abspielen. Das iPad wird übrigens von AniMedical mitgeliefert! Die Entlohnung erfolgt über Jahreslizenzen.

ipad.jpgNachdem wir uns bei flyniki schon seit Jahren an der Animation der vorgeschriebenen Sicherheitsaufklärung erfreuen (sie hat die gelangweilten Ruderbewegungen der FlugbegleiterInnen abgelöst),  bin ich überzeugt, dass sich diese Art von Patientenaufklärung sehr rasch durchsetzen – von vielen Patienten wahrscheinlich sogar gefordert werden – wird.

[Fotos: AniMedical]