…zum Werbeträger. Christian Juhasz von der FH Salzburg hat mich auf eine radikale Innovation am Werbesektor aufmerksam gemacht, die in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse eingesetzt wurde. Dazu gibt es ein Video auf YouTube
So bekommt das Wort ‘Flyer’ seine ursprüngliche Bedeutung zurück! Beworben wurde der Verlag Eichborn (der verlag mit der fliege). Das Faszinierende daran: Mit minimalem Aufwand wurde hier eine PR-Aktion gestartet, die als Video innerhalb weniger Tage über eine halbe Million Besucher bei YouTube fand. Ganz zu schweigen von der Aufmerksamkeit, die der Verlag direkt auf der Messe erzielt hat! Da dieses Video mit großer Begeisterung in der Internetgemeinde weitergegeben wird, haben es wahrscheinlich mittlerweile noch wesentlich mehr Leute gesehen. Für die Tierschützer unter unseren Lesern: Bitte den Abspann des Videos beachten!
…kümmert sich um die Organisation meiner Geburtstagsparty, bestellt einen Tisch für mich im Hangar 7, lässt meine schmutzige Wäsche abholen, vereinbart ein paar geschäftliche Termine, übernimmt die Bestellung von Blumen für die Großmutter und plant z.B. meinen Sommerurlaub.
Gigantisch, nicht!?! Wir waren ja schon gewohnt, dass IT- und Buchaltungsdienstleistungen mittlerweile nach Indien ausgelagert sind, weil dort ein Heer williger und Englisch sprechender Arbeitskräfte zur Verfügung steht. Dass aber die zweitbevölkerungsreichste Nation der Erde schon bis zum Greißler ums Eck reicht, das war mir neu! Natürlich geht das nur, weil heute (fast) alles über das Internet recherchierbar ist. Etliche Journalisten haben schon ausprobiert, ob die dienstbaren Geister auch gutes Deutsch sprechen (ja, das passt). Und selbst skeptische Journalisten waren mit dem Gebotenen recht zufrieden. Also nichts wie hin zu GetFriday !
Und wenn Ihnen das doch zu abartig erscheint, dann probieren Sie das deutsche Angebot von der Strandschicht .
1. Statt der bisher üblichen Flüssigtinte oder statt des Trockentoners verwendet Xerox in seinen ColorQube-Geräten feste Wachswürfel, die erst durch Hitze flüssig gemacht werden.
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 35: Veränderung des Aggregatszustandes]
2. Das Nachfüllen der Wachswürfel ist denkbar einfach. Jede Farbe hat Kerben an einer anderen Stelle, sodass Sie die Würfel nur in den dazupassenden Schlitz stecken können.
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 4 : Asymmetrie]
3. Außer der normalen (recyclebaren) Papierverpackung gibt es keine Kartuschen, die entsorgt werden müssen. [TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 34 : Beseitigung und Regenerierung von Teilen]
Hier noch ein Schmankerl, damit Sie sehen, mit welch harten Bandagen Inkjet- und Laserjet-Erzeuger gegen die feste Tinte auftreten. Hauptangriffspunkt ist die rund 17 Minuten dauernde Aufwärmzeit nach dem Einschalten. Allerdings erledigt das heute schon ein intelligenter Timer.
Zum Schluss noch eine Anekdote: Vor 35 Jahren gab es in Deutschland einen Xerox-Vertriebsmann, der mit einer Klopapierrolle unterm Arm zu potenziellen Kunden ging. Gefragt, was das sollte, antwortete er: “Das ist das einzige Papier, auf das Xerox nicht kopieren kann!” Heute stimmt das längst nicht mehr, denn die Festtinten-Kopierer schaffen das (angeblich) leicht.
Ein gutes Beispiel, wie zäh und mühsam es ist, eine entsprechende Innovation voranzutreiben, liefert der ehemalige Leiter des Karlsruher Verkehrsverbundes Dieter Ludwig. Mit seiner Forderung nach gnadenloser Kundenorientierung (”Unsere Kunden wollen nicht umsteigen!”) ist es ihm gelungen, über viele Jahre hinweg enorme Zuwächse an Nutzern des öffentlichen Verkehrs zu erzielen.
Um dieses Versprechen (kein Umsteigen zwischen Tram und Regionalbahn) einlösen zu können, musste er eine radikale Innovation fordern - den Zweistromzug. Als er das vorschlug, hielten ihn die meisten für verrückt. Folgende Unterschiede mussten auf einen Nenner gebracht werden:
- Die Karlsruher Straßenbahn fährt mit 750 Volt Gleichstrom, die Bahn mit 15.000 Volt Wechselstrom (daher sein Spitzname).
- Die Tram fährt höchstens 70 km/h, die Bahn 300 km/h und mehr.
- Tram und Bahn benötigen unterschiedliche Kurvenradien.
- Trambahnführer und Lokführer benötigen unterschiedliche Prüfungen.
Die Karlsruher Fahrer haben alle Prüfungen und die Kunden merken nicht einmal, wann von Gleich- auf Wechselstrom umgestellt wird. Dafür braucht so ein Zweistromzug vom Rathaus in Karlsruhe bis zum Rathaus in Heilbronn nur 55 Minuten. Das sind immerhin rund 93 Km, für die Google maps mit dem PKW über die Autobahn 57 Minuten kalkuliert! Kein Wunder also, dass die Karlsruher damit bei manchen Linien sagenhafte Steigerungen von mehreren hundert Prozent erreicht haben.
Radikale Innovationen setzen entweder ganz abrupt ein oder entwickeln sich schleichend über viele Jahre hinweg. Das Beispiel einer schleichenden Entwicklung findet gerade zwischen Briefpost auf Papier und elektronischen Post statt. Da auf der einen Seite durch Umstellung der Briefmonopole auf private Dienstleister die Leistungen eher schlechter als besser werden, entwickeln sich e-Mails als die wesentlich bessere Alternative. Sie kommen zwar auch nicht immer ganz sicher an, da sie in diversen Filtern oder Firewalls hängen bleiben können. Aber wenn sie ankommen, haben sie gegenüber dem herkömmlichen Brief unschlagbare Vorteile:
- zwischen Absenden und Ankommen vergehen nur einige Sekunden und
- die Beförderung kostet (fast) nichts!
Außerdem kann ich auch 20 Seiten beilegen, ohne dass ich mir Sorgen über das Gewicht machen muss.
Da die Deutsche Post einen gehörigen Teil ihrer bisherigen Umsätze wegbrechen sieht, hat sie sich entschlossen, die neuen Möglichkeiten auch zu nützen. Bereits heute ist es möglich, Werbe- oder andere Sendungen vorerst elektronisch an ihre Bestimmungsorte zu verschicken. Erst dort werden Sie ausgedruckt, gefaltet und kuvertiert. Das spart natürlich Zeit und Transportkapazitäten.
Gerade ist die Tinte unter einer Vereinbarung getrocknet, die wahrhaft die Dimension einer radikalen Innovation hat: Sonnenkraftwerke sollen in der afrikanischen Wüste Strom erzeugen, der dann via Kabel nach Europa transportiert wird! Warum tauschen wir eigentlich die Abhängigkeit von Erdöl exportierenden Ländern gegen die Abhängigkeit von Ländern mit hoher Sonnenintensität? Solarkraftwerke ja, aber davon sollen doch die afrikanischen Staaten selbst etwas haben. Und wenn ich die Wahl habe zwischen Strom, der über 3.000 bis 4.000 Kilometer lange Leitungen zu uns kommt (zu welchem Preis?) und dem, den ich auf meinem eigenen Hausdach oder an der Fassade (oder in der Erde) erzeuge, dann verlasse ich mich doch lieber auf das, was mir am nächsten ist.
Jedes neue Gebäude trachtet danach, in seiner Energiegewinnung autark zu werden. Werner + Mertz (Erdal) in Mainz hat vor kurzem den Grundstein zu einem neuen Bürogebäude gelegt, das nicht nur seinen eigenen Energiebedarf deckt (Nullenergiebilanz), sondern sogar noch Energie ans öffentliche Netz (Plusenergiebilanz) abgeben wird.
Und wie schaffen die das?
Eine gute Wärme-Isolation der Fassade.
Die Nutzung von Erdwärme über eine Geothermie-Anlage.
Die Nutzung von Sonnenenergie über Photovoltaik-Anlagen auf dem Gebäudedach.
16 kleinere Windkraftanlagen auf dem Dach werden den gesamten Strombedarf für die Pumpen der Geothermie-Anlage liefern.
Sobald die neuen Zweiwegstromzähler in unseren Häusern installiert sind, können wir selbst zu Stromproduzenten werden!
In Salzburg startet dieser Tage die Salzburg AG ihr ‘Smartmetering-Pilotprojekt’. In der ersten Stufe werden 500 alte Stromzähler gegen neue ausgetauscht, die sich zur digitalen Fernablesung eignen. Damit wird dann auch das von mir im Blog schon beschriebene ‘Selbstablesen’ hinfällig. Das ist das damals von mir monierte intelligentere System.
Mit dieser neuen Zählergeneration lässt sich der eigene Energieverbrauch viel besser überwachen. Aber das ist nur der vordergründige Vorteil: Diese neuen Zähler werden in Zukunft in beide Richtungen messen. Denn das große Ziel (EU-unterstützt) ist es, aus Stromkonsumenten auch Stromproduzenten zu machen. So können Haushalte über Solarzellen am Dach, Erdwärme oder Sonnenkollektoren z.B. tagsüber den nichtbenötigten Strom ins Netz liefern und bekommen ihn abends (wenn sie ihn brauchen) wieder zurück. Bei einem Niedrigenergiehaus kann es also passieren, dass dieses sogar mehr Strom ans Netz liefert als es selbst braucht.
Bis 2020 sollen 80% aller Haushalte (laut EU) mit den neuen Zählern ausgestattet sein. Die Salzburg AG möchte allerdings schon bis Ende 2016 80% ihrer 420.000 Zähler ausgewechselt haben. Ein ehrgeiziges Ziel!
Gestern habe ich in der Konferenz der Lehrbeauftragten an der Fachhochschule Salzburg thematisiert, wie man die StudentInnen aktiver während einer Vorlesung einbinden kann. Heute finde ich durch Zufall im Ideentower Blog dazu eine sehr interessante Lösung, die der Frankfurter Pharmazieprofessor Theo Dingermann einsetzt: Er lässt seine StudentInnen mittels eines Ted-Systems Feedback zu bestimmten Fragen geben, wie im nachfolgenden Video zu sehen ist.
Es hatte ihn bei Fragen an das Auditorium immer schon gestört, dass meist ein ‘harter Kern’ die Antworten gab, während die eher Schüchternen durch den Rost fielen. Und so kam er auf die Idee mit dem Interactive Voting System (IVS), das sonst bei Hauptversammlungen oder Parteitagen eingesetzt wird.
Auch sonst ist Prof. Dingermann recht aktiv, wenn es darum geht seinen Unterricht interessanter zu gestalten: Auf Wunsch der StudentInnen hat er z.B. Kontrollfragen am Ende jeder Vorlesung eingeführt. Außerdem stellt er seine Vorlesungen für die Studenten ins Internet.
Das Thema ‘Magnetschwebebahn’ wird in Europa mit mildem Lächeln quittiert, vor allem seitdem der letzte Versuch, ein Transrapid-Projekt von München zum Flughafen in Erding zu installieren, gescheitert ist. Deshalb möchte ich Ihr Augenmerk auf ein anderes Projekt richten, das gewisse Nachteile des Transrapid vermeidet, indem es unter die Erde in Vakuumröhren ausweicht: Es handelt sich um die Swissmetro, auch das Flugzeug ohne Flügel genannt. Details am besten im Video, auch wenn dieses schon 2001 gedreht wurde und nicht mehr alle Dinge stimmen (z.B. die erste Strecke soll Zürich-Bern werden, damals hieß es noch Zürich-Basel).
Im Jahr 2007 berichtet Swissmetro nicht viel Neues. Möglicherweise ist Ihnen die Rekordfahrt des französischen TGV vom 3.4.2007 mit 574,8 kmh in die Glieder gefahren!
Die Konkurrenz eines schon bestehenden Netzes in punkto Geschwindigkeit ist für Swissmetro natürlich groß. Aber die Auswirkungen eines Zuges, der mit rund 570 kmh durch die Landschaft rast, sind schon im Video zu erahnen. Abgesehen von der ungeheuren Lärmentwicklung zieht der Zug alles Mögliche wie ein Staubsauger mit sich.
Deshalb bleibt meines Erachtens die unterirdische Variante weiter interessant. In zahlreichen Blogeinträgen wird das Für und Wider kommentiert. Als größte Hürde (Kostenfaktor) wird die Aufrechterhaltung eines Vakuums in den Röhren gesehen. Sollte es jemals Realität werden, ist es auf jeden Fall eine Radikale Innovation, auch wenn hier nur (!) eine Magnetschwebebahn mit einer Art Rohrpostsystem kombiniert wird (Ich weiß schon, dort wird Druckluft verwendet, bei Swissmetro Vakuum oder Teilvakuum). Aber beide transportieren etwas sehr schnell durch Röhren.
Der ungarische Architekt Áron LOSONCZI hat ihn erfunden und hält das Patent dafür. Über die Homepage seiner Firma LiTraCon kann man durchsichtige Tafeln in unterschiedlicher Stärke bestellen. Interessant ist das Konzept deshalb, weil es völlig neue Verwendungszwecke für Beton eröffnet. Der Erfinder versichert, dass die im Beton eingelassenen Glasfiberelemente es ermöglichen, dass auch meterdicker Beton noch durchsichtig ist.
Die Blöcke können in unterschiedlichsten Größen hergestellt werden. Auch der Einbau einer Wärmeisolierung ist möglich. Der Erfinder spricht damit besonders Designer und Architekten an, denen sich mit diesem lichtdurchlässigen Beton eine Reihe neuer Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.
Aufgefallen ist mir, dass er die Blöcke mit einer Maximalgröße von 600mm x 300 mm anbietet.Um größere Wände zu erzeugen, werden die Blöcke aneinandergeklebt. Außerdem bietet er noch Lampen an (siehe Foto).
Das könnte anderen Erfindern einen Ansporn geben, weiter mit zusätzlichen Elementen zu experimentieren, die in Beton gemischt werden könnten. Ich denke da z.B. an farbigen Beton oder Beton mit neuen (bisher noch gar nicht angedachten) Eigenschaften.