Radikale Innovation

(WePad)WeTab gegen iPad

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Interessant ist, was die Firma Neofonie auf dem Tablet-Sektor als Konkurrenz zum Apple iPad ankündigt: Das WePad (mittlerweile umgetauft auf WeTab) - designed in Deutschland - soll mehr können als sein amerikanischer Mitbewerber. Vor allem Adobe Flash und Android läuft auf dem WeTab. Außerdem ist eine Webcam eingebaut. Und soll noch dazu billiger sein! Leider gibt es noch keinen Termin, während Apples iPad Ende April in Deutschland auf den Markt kommen soll.

Die radikale Innovation von Apples iPad (spricht neue Zielgruppen an, wird möglicherweise neue Verwendungszwecke schaffen) liefert sofort Ansatzpunkte für Mitbewerber, da Apple für seine Einschränkungen bekannt ist. Dadurch wird aber insgesamt die Aufmerksamkeit für diese neuen Produkte vergrößert, es profitieren also alle davon, auch die Konsumenten.

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[Fotos: Neofonie]

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Digilog Book: 3D im Bilderbuch

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Nachdem neuerdings eBooks und eReader (hier und hier) in aller Munde sind, habe ich im Basic Thinking Blog ein interessantes Video gefunden. Es zeigt Forschungsergebnisse des südkoreanischen Gwangju Institute of Science and Technology, die dem Buch auf Papier wieder neuen Auftrieb geben könnten - mit einer radikalen Innovation, die in den Trend der Zeit, nämlich Richtung dreidimensionales Erlebnis, passt. Dass man dazu eine spezielle Brille braucht, um aus den Seiten Figuren aufstehen zu sehen, soll der Sache keinen Abbruch tun. Auch Geräusche werden simuliert, angeblich auch Gerüche. Jetzt wartet alles gebannt auf den Preis, damit ein Massenmarkt bedient werden kann. André Vatter vom Basic Thinking Blog sieht vorerst den Einsatz bei Smartphones oder in Museen. Auch auf Messen kann ich mir das lebhaft vorstellen, denn dort ist entsprechendes Budget für jede attraktive Präsentation vorhanden.

Allerdings ist nicht allem, was in 3D daherkommt, unbedingt Erfolg garantiert. Mein Vater (ein begeisterter Puzzle-Leger) hat mich mit bitteren Vorwürfen eingedeckt, nachdem ich ihm ein 3D-Puzzle zum Geburtstag geschenkt hatte. Er meinte, dass der Übergang vom 2D- zum 3D-Puzzle extrem schwer zu meistern wäre und wollte partout kein weiteres 3D-Puzzle geschenkt haben!

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Ein Mobilitätskonzept für Städte

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citycar1-300x160.jpgDas MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat 2008 ein interessantes Mobilitätskonzept für Städte entwickelt. Stapelbare Elektrofahrzeuge mit 2 oder 4 Rädern stehen an vielen Stellen zur Verfügung, z.B. bei U-Bahn-Ausgängen. Dort werden sie aufgeladen und können per Karte entlehnt werden. Auf dem Parkraum, den 2 PKWs benötigen, können schon 6 stapelbare Kleinautos abgestellt werden. Da diese Fahrzeuge maximal 45kmh fahren, brauchen sie auch nicht die üblichen Sicherheitsmerkmale und sparen so Gewicht.

Durch GPS-Ortung kann der jeweilige Standort eines Fahrzeugs sowie das genaue Bewegungsmuster der Fahrzeuge aufgezeichnet werden. Das liefert die Daten zur Verfeinerung des Konzepts, an welchen Stellen der Stadt wann wieviele Fahrzeuge gebraucht werden. Abgesehen davon kann jeder Benutzer natürlich dabei auch vom eingebauten Navigationssystem profitieren.

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Der USB-Stick…

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usb-stick-256gb.jpg… ist ein klassisches Beispiel dafür, dass eine radikale Innovation oft nicht einem genialen Marketingkonzept entspringt, sondern aus einer frustrierenden Notsituation entsteht. So erzählt es freimütig der Erfinder des USB-Sticks, der Israeli Dov Moran: “Während einer Flugreise in Amerika habe ich an einer Präsentation gearbeitet und anschließend meinen Laptop nicht richtig geschlossen. Der Akku war dann leer und ich konnte meine Präsentation nicht starten. Das war für mich der Anlass, ein Speichermedium zu erfinden, das leicht mitzunehmen und nicht von Stromversorgung abhängig war. Auch wollte ich Daten leicht überspielen oder auf jedem zur Verfügung stehenden Computer abspielen können. Und den USB (Universal Serial Bus)-Anschluss gab es damals schon an jedem neuen Computer.”

Wer sich nicht mehr mit dem Brennen von CDs aufhalten wollte, der war sofort von USB-Sticks begeistert, obwohl diese anfänglich nur  8 MB (!) beim Markteintritt im Jahr 2000 hatten. Sehr rasch waren aber 256 bzw. 512 MB erreicht und beim nächsten Sprung war auch schon die CD-Rom überholt. Heute gibt es bereits Sticks mit einer Kapazität von 256 GB und 512 GB sind im Anmarsch (ab EUR 350 gebraucht). Je billiger ein Stick heute ist, desto geringer ist meist seine Lese- oder auch seine Schreibgeschwindigkeit, sodass die Speicherkapazität allein noch nicht ausschlaggebend ist. Der Preis dürfte mit ein Grund sein, warum immer noch Speichermedien wie die DVD (max. rund 9 GB) verwendet werden, da das Einzelstück zwischen 2 und 4 Euro kostet.

Der OLED-Bildschirm ist da

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Auf der Site von oled.at (Organic Light Emitting Diode) habe ich ihn gefunden: Den ersten durchsichtigen Laptop-Bildschirm von Samsung!

Was sind nun die Vorteile gegenüber einem LCD-Bildschirm? Das beschreibt sehr schön ein Video von Kodak, das ich auch bei oled.at gefunden habe.
- Es ist viel energieeffizienter als LCD, weil es keine Hintergrundbeleuchtung braucht,
- es ist 200mal dünner als ein Menschenhaar, die Bildschirme auf Handys und Notebooks können also sehr dünn gestaltet werden (derzeit ist man angeblich bei 3mm!),
- die Bilder sind gut sichtbar, egal aus welchem Winkel,
- es sind auch flexible Displays möglich,
- die Herstellungskosten sind niedrig.

Eine radikale Innovation, die wieder einmal Jahrzehnte gebraucht hat, um es bis zum Durchbruch zu schaffen: Die OLED-Technologie soll vor rund 20 Jahren entdeckt worden sein und erste Berichte über Elektroluminiszenz in organischen Materialien sollen bereits 1953 (!) erschienen sein.

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Elektroauto

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Ein sehr interessantes Beispiel für radikale Innovation ist das Projekt ‘Better Place’ von Shai Agassi. Dafür hat er seinen schönen Vorstandsposten bei SAP aufgegeben! Er ist davon überzeugt, dass elektrische Energie den heute verwendeten Treibstoffen für Autos den Rang ablaufen wird - schon allein aus Umweltschutzgründen. Und weil die Erdölvorräte immer weniger und die Preise immer höher werden.

Interessant sind seine Denkansätze:

Er trennt gedanklich die Batterie vom Auto (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1: Zerlegen). Außerdem findet er, dass bei vielen von uns die Autos nur kurz benutzt werden (am Weg in die Arbeit) und dann stundenlang unnütz herumstehen. Daher könnte jede dieser unproduktiven Zeiten dazu verwendet werden, um die Batterie wieder aufzuladen (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 22: Aus Schädlichem Nützliches machen).

Ein wesentlicher Faktor einer radikalen Innovation ist ein neues Geschäftsmodell. Hier schlägt Agassi vor, ein erfolgreiches Modell aus der Mobiltelefonie zu übernehmen: Mach einen langfristigen Vertrag mit deinem Stromversorger und wir stellen dir dein Elektroauto gratis (oder für einen minimalen Betrag zur Verfügung). Als Partner hat er Nissan Renault gewonnen, die voll bei seinem Konzept mitziehen. Wobei das Ziel von Renault mit seiner gesamten E-Flotte durchaus ehrgeizig ist. Angesteuert wird nicht eine schrittweise Reduktion der Schadstoffe, sondern gleich das Nullemissions-Auto!

Wie es mit ‘Better Place’ laufen könnte, zeigt folgendes Video

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Warum tun sich Marktleader so schwer mit radikalen Innovationen?

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1. Radikale Innovationen bieten oft eine neue Technologie, die anfänglich sehr bescheiden daher kommt. Sie ist noch mit vielen Macken behaftet und wird von den Großen absolut nicht ernst genommen. Aber nach und nach wird sie immer besser und dann erwischt sie die Großen auf dem falschen Fuß! So hat Sony ursprünglich die MP3-Technologie total unterschätzt. Deren Ingenieure hatten sie als trivial abgetan.

2.  Radikale Innovationen sprechen mit einfachen, leicht zu bedienenden und erschwinglichen Lösungen neue Kundenkreise an. So hat Nintendo mit dem Wii Controller Frauen und älteren Menschen die Begeisterung für Videospiele erschlossen. Nintendo hat 25-40jährige Frauen als Zielgruppe entdenkt, ein Segment, das Microsoft und Sony überhaupt nicht für Videospiele im Visier hatten.

3. Radikale Innovationen erschließen neue Märkte. Digital Equipment, einst ein äußerst erfolgreiches Unternehmen, das Computer an Firmen verkaufte, sah den PC, der vorerst meist als Spielzeug verwendet wurde, als eher trivial und den Markt dafür als uninteressant an. Innerhalb weniger Jahre war Digital Equipment tot!

4. Radikale Innovationen erfinden ein neues Geschäftsmodell. Kodak beobachtete von Beginn an die digitale Photographie. Es war sogar ein Kodakingenieur, der 1975 die erste digitale Kamera entwickelte! Aber Kodak selbst war nicht begeistert: Eine Kamera ohne Film! Da sie Millionen an Filmen verdienten, waren sie an der neuen Technologie und deren Geschäftsmodell nicht sonderlich interessiert. Diese Fehleinschätzung hat Eastman Kodak bitter bereut!

In einem dieser 4 Bereiche (oder in mehreren) liegt das Potenzial, das große und bekannte Firmen oft übersehen. Dazu gibt es ein interessantes Video des Amerikaners Scott D. Antony.

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Birne bleibt Birne

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philips-ledbirne.jpgMehrmals habe ich bereits erwähnt, dass (staatlicher) Zwang eine Triebfeder für radikale Innovationen darstellt. Und dass die Anpassung bis zu wirklich brauchbaren Ergebnissen oft lange dauert. Genau das trifft jetzt beim langsamen Sterben der Glühbirne zu. Was gibt es für hitzige Diskussionen über das Verbot der 100Watt-Birne und das sich in Haushalte ausbreitende Quecksilber, wenn Energiesparlampen zerplatzen. Dabei ist diese Diskussion doch eigentlich sinnlos, da die LED (Light Emitting Diode)-Lampe schon lange aus den Startlöchern gekommen ist. Nun liefern uns PHILIPS und OSRAM sogar eine LED-Birne, die in alle herkömmlichen (Edison-E 27)Gewinde passt!

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Zugegeben, die Lichtausbeute könnte besser sein und Preise zwischen rund 10 Euro für eher schwache und rund 45 Euro für Leuchten, die herkömmliche 40W-Birnen ersetzen sollen, sind noch etwas happig. Auch das groß angepriesene ‘warmweiß’ ist sehr weiß, allerdings wenigstens nicht bläulich wie andere LEDs. Aber Lebensdauer und geringer Stromverbrauch wiegen vieles auf! Und sobald die Massenproduktion so richtig anläuft, werden auch die Preise nach unten rasseln!

Wenn diese neuen ‘Birnen’ noch 2010 richtig in Fahrt kommen, dann werden meines Erachtens im September 2010 beim Verbot der 75-Watt-Glühbirnen die Hamsterkäufe ausbleiben.

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Solarzelle im Dachziegel

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solardachziegel2.jpgBurkhard Schneider hat mich darauf gebracht: Er hat im September 2009 von einer radikalen Innovation aus Amerika berichtet, die formschöne Dachziegel zu Energiegewinnern mit eingebauter Solarzelle macht. Da mich das Thema persönlich interessiert, habe ich weiter recherchiert, was denn dazu in Europa angeboten wird.

Am interessantesten scheint mir die Lösung der Schweizer Firma Panotron AG. Deren Dachdeckung soll im Januar 2010 in die Produktion gehen und in der solardachziegel3.jpgSchweiz, in Deutschland und in Österreich angeboten werden. Wer Schwyzerdütsch versteht, kann sich dieses Video ansehen. Für ein 80 m² großes Dach sind allerdings 100.000,00 Schweizer Franken hinzulegen. Optisch gefallen mir die amerikanischen Dachziegel besser. Ich bin schon neugierig, wie rasch andere Hersteller diese (eigentlich naheliegende) Idee übernehmen werden. Obwohl ich mir bewusst bin, dass die Umsetzung im Vergleich zu geraden Paneelplatten viel schwieriger ist.

[Fotos: SRS, Panotron]

Radikale Innovationen dauern lange

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Mehrfach hatte ich ja schon darüber berichtet, dass radikale Innovationen meist nicht von einem Tag auf den anderen passieren. Dafür ist ‘Otto Normalverbraucher’ nicht gebaut. Und auch der Risikofaktor ist für die meisten Firmen zu hoch. Meist entwickelt sich eine radikale Innovation über Jahre hinweg (und hinterlässt manchmal auch ein paar Firmenleichen auf dem Weg). Nach langer Zeit der Weiterentwicklung ist dann der Abstand zur ursprünglich ‘alten’ Version so groß, dass der Unterschied wirklich radikal erscheint.

Genau das beobachte ich seit einiger Zeit beim Übergang vom Papier-Buch zum elektronischen Buch. Im November 2008 hatte ich von den ersten Erfolgen von Kindle und Konsorten berichtet. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde die steigende Bedeutung des eBuchs immer deutlicher. Und seit  ich die beiden Videos von eReader 2.1  (Teil 1) (Teil 2) gesehen habe, ist mir das unheimliche Potenzial noch stärker bewusst geworden. Hier nur einige Vorteile:

- Du kannst im Hoch- oder Querformat lesen.
- Du kannst händisch umblättern oder den Text in stufenlos einstellbarer Geschwindigkeit ablaufen lassen (wichtig für alle Fitnessfreaks, die am Hometrainer nicht fernsehen sondern lesen möchten).
- Du kannst den Hintergrund wählen.
- Du kannst die Buchstabengröße bestimmen (das derzeitige Angebot an Papier-Büchern in großer Schrift ist beschämend gering!).
- Du kannst den gesamten Text nach bestimmten Begriffen durchsuchen.
- Wenn du ein Wort nicht verstehst: Drauftippen und das Lexikon liefert die Erklärung.
- Du kannst einzelne Zeilen und Absätze hervorheben.
- Wenn du neue Bücher bestellst und du wählst eines an, dass du schon gespeichert hast, zeigt die Software das sofort durch ein Häkchen an (wir haben gerade vor Weihnachten 2 Bücher gekauft, die wir schon hatten - der totale Überblick fehlt).
- Es sind auch mehrere Downloads gleichzeitig bzw. knapp hintereinander möglich, d.h. man muss nicht warten bis das erste Buch komplett geladen ist, bevor das nächste beginnt.

Und all das funktioniert auf meinem iPhone. Ich muss mir daher nicht unbedingt einen eReader kaufen. Obwohl der größere Bildschirm und die eTinte natürlich wesentlich größeren Komfort bieten! Ich kann sogar gratis im App Store ‘Kindle for iPhone‘ herunterladen, um unterwegs schnell ein eBook bei Amazon zu kaufen. Für mich ist übrigens ein eReader ohne Internetanschluss in Zukunft ein absolutes NoGo!

Ich bin ja schon gespannt, ob Apple tatsächlich 2010 mit einem eigenen eReader herauskommt!?!

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