Archiv der Kategorie: Verkehr

Mit Glas sind viele Innovationen möglich

Ich hatte ja schon einmal über den intelligenten Badezimmerspiegel berichtet. Beim innovativ-in-Blog bin ich nun auf das folgende Video gestoßen, in dem die Firma Corning noch eine Fülle anderer Einsatzmöglichkeiten von Glas für die Zukunft sieht. Der Badezimmerspiegel ist auch dabei.


[youtube 6Cf7IL_eZ38&feature=player_embedded#at=317]

Glas soll in vielen Bereichen als Display verwendet werden: Im Haushalt, im Auto, im Büro, auf der Straße (Werbung und Verkehrsnachrichten, Pläne bei Busstationen) und im Unterhaltungsbereich. Speziell die Kombination von Glas und Elektronik bietet hier eine Fülle von Anwendungen. Besonders stark wird wahrscheinlich die Werbung diese Möglichkeit nutzen.

In Kombination mit dem Smartphone (natürlich wieder Glas) sind die Einsatzmöglichkeiten schier unerschöpflich.

Die Batterie von morgen (DBM)

Eigentlich hat er es ja ‚Die Basis von Morgen‘ genannt: Ein junger Erfinder namens Mirko Hannemann entwickelt einen Super-Akku und stößt damit bei der Autoindustrie (in Deutschland) auf totales Desinteresse. Aber er findet andere Förderer und andere Zielgruppen, z.B. betreibt er mit seinem Akku Schubmaststapler der Firma Papstar. Die Batterie ist leichter als die bisher verwendeten und muss nicht schon nach 12, sonden erst nach 26 Stunden aufgeladen werden. Aufgeladen ist sie nach 2 Stunden, bisher waren 8 Stunden nötig.

In einem von ihm umgerüsteten Audi A2 fährt er die gut 600 Km von München nach Berlin mit einer Akku-Ladung. Seine Lithium-Metall-Polymer-Batterie (von 3M gebaut) wird als Fake abgetan, die Rekordfahrt von Automobilherstellern und -zulieferern sowie dem ADAC ins Reich der Fabel verwiesen. Warum? Hannemann ist noch keine 30 Jahre alt und es kann doch nicht sein, dass ein so junger Spund die Lösung für etwas findet, an dem weltweit Millionen schwere Großkonzerne seit etlicher Zeit herumdoktern.

http://www.spiegel.de/video/video-1090969.html

Hochinteressant ist auch ein mehrteiliges Video mit dem Titel „Warum das Elektroauto sterben musste“

http://www.youtube.com/watch?v=RF8ajdgdHck&NR=1

[youtube RF8ajdgdHck&NR=1]

Hier ist Teil 2

Hier Teil 3

Die weiteren Folgen (bis 9) finden Sie direkt bei YouTube. Kommentar überflüssig – aber bezeichnend, welche Widerstände ‚Radikale Innovationen‘ überwinden müssen.

Sind Navis bald tot?

Hier ist wieder ein aktuelles Beispiel von disruptiver Innovation. Auf leisen Sohlen schleicht ein vorerst unterlegenes System heran, das allmählich immer besser wird und dann das bestehende System verdrängt, weil es irgendwann gleichwertig wird, zu wesentlich günstigeren oder gar keinen Kosten:

1. Im Auto fix eingebaute Navigationssysteme sind sauteuer, weil sie mit der Elektronik abgestimmt und in Österreich auch noch in die Nova (Normverbrauchsabgabe) eingerechnet werden müssen.

2. Mobile Navigationsgeräte kosten heute zwar viel weniger als früher, sind jedoch meist auf das Auto beschränkt und eignen sich schlecht oder gar nicht für die Fußgänger-Navigation.

3. Auf Smartphones gibt es für wesentlich weniger Geld (unter 100 Euro) die Navi-Software der großen Anbieter als App zum Download. Eine entsprechende Halterung mit Ladestation, GPS-Verstärker und Extra-Lautsprecher kostet bei TomTom allerdings 99 Euro. Angenehmer Nebeneffekt: Man gibt zu Hause seine Fahrziele ins Handy ein, speichert sie als Favoriten und braucht sie im Auto nur mehr aufzurufen.

4. Man kann jedoch nur die Halterung kaufen und ganz auf die Navi-Software verzichten, weil Smartphones heute schon Gratiskartenmaterial anbieten und nicht nur Standortbestimmungen, sondern auch Routenauswahl ermöglichen. Außerdem kann man die Zeit berechnen lassen, die man zu Fuß oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel bräuchte.

Die Smartphones sind sowieso Killer unterschiedlichster Produkte:

1. Man hat seine eigene Musik mit.
2. Man braucht keinen extra Wecker auf Reisen mehr.
3. Auch die Termine sind immer und überall parat.
4. Bei regelmäßiger Synchronisation hat man alle Kontakte und Dokumente dabei.
5. Fotoapparat, Taschenrechner, Wasserwaage und was es sonst noch an nützlichen Applikationen gibt.
6. Nebenbei erspart Google am Handy, dass man sich aus dem Stuhl erhebt und zum Lexikon greift, das schon veraltet ist, wenn es das Licht der Welt erblickt. Auch im Lokal vermeidet man ermüdende Diskussionen, denn es lässt sich sofort feststellen, wer Recht hat.

Daimler startet Carsharing weltweit

Über den Umweg der Marke “smart” ist Daimler  vor einiger Zeit ins Carsharing eingestiegen. Unter der Tochtergesellschaft ‘car2go’ sollen weltweit Autos der Marke ’smart’ verliehen werden. Ein Pilotprojekt in der Stadt Ulm ist sehr zufriedenstellend verlaufen, nachdem sich wesentlich mehr Interessenten angemeldet hatten als ursprünglich erwartet. Was unterscheidet nun dieses Modell von anderen Carsharing-Modellen? In Zukunft soll man die kleinen Flitzer überall im Stadtgebiet abstellen können. Über GPS kann der jeweilige Standort überprüft werden. Die Fahrzeuge können dann gereinigt und betankt werden.

Es ist dies der Versuch mit einer sehr jungen Zielgruppe ins Geschäft zu kommen, die mit Mercedes normalerweise nichts am Hut hat. Nachdem das Ulmer Projekt gut gelaufen ist, stehen angeblich schon etliche Stadtverwaltungen Schlange, um mit Daimler (bzw. deren Tochtergesellschaft) einen Vertrag abzuschließen und Carsharing für jedermann zu öffnen. Da für dieses Projekt die sparsamsten Dieselmodelle von smart ausgesucht wurden, geht konsequenterweise der nächste Schritt zum Hybrid- oder zum Elektroauto. In Paris soll die Elektroversion des smart anlaufen.

Um diesen Geschäftszweig anzutreiben, hat Daimler eine Kooperation mit Europcar abgeschlossen, um in Hamburg ab dem Frühjahr 2011 300 smart im Carsharing anzubieten. In Hamburg müssen car2go-Kunden für die Registrierung einmalig 29 Euro bezahlen (aktualisiert 6/2012 nur mehr 19 Euro).

Pro Minute kostet das Carsharing in Hamburg 29 Cent oder maximal 12,90 Euro pro Stunde. Darin enthalten sind Kraftstoff, Versicherung, gefahrene Kilometer sowie Steuern und Parkgebühren. Weitere Kosten fallen nicht an. Wer sich bei car2go registriert, profitiert überdies von speziellen Vorteilen beim Autovermieter Europcar.

[youtube 7yHhNZg-Zmk]

Neues vom ‚Shared Space‘

2008 habe ich im Blog schon einmal über Bohmte berichtet. Damals handelte es sich nur um ein 600 Meter langes Straßenstück, bei dem alle Ampeln und Verkehrsschilder radikal entfernt wurden. Durch das Fehlen all dieser Regulierungen hat sich die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer wesentlich erhöht. Heute geht die schilderlose Straße fast durch den gesamten Ort. 90% der Bevölkerung sind sehr zufrieden. Hier ein Video dazu:

[youtube ewg_xJ-0v9Y]

Vor wenigen Tagen wurde in Gleinstätten in der Steiermark das erste ‚Shared Space‘ Projekt Österreichs eröffnet. Offenbar als Vorbereitung dazu haben die Grünen aus Graz ein Video unter dem Titel ‚Hanoi Shared Space‘ ins Netz gestellt, obwohl die Vietnamesen wahrscheinlich noch nie etwas von dieser von der EU geförderten Aktion gehört haben. Trotzdem fließt der Verkehr ganz ohne Ampel…

[youtube VyXO-GkQ6lM]

Ein Mobilitätskonzept für Städte

citycar1-300x160.jpgDas MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat 2008 ein interessantes Mobilitätskonzept für Städte entwickelt. Stapelbare Elektrofahrzeuge mit 2 oder 4 Rädern stehen an vielen Stellen zur Verfügung, z.B. bei U-Bahn-Ausgängen. Dort werden sie aufgeladen und können per Karte entlehnt werden. Auf dem Parkraum, den 2 PKWs benötigen, können schon 6 stapelbare Kleinautos abgestellt werden. Da diese Fahrzeuge maximal 45kmh fahren, brauchen sie auch nicht die üblichen Sicherheitsmerkmale und sparen so Gewicht.

Durch GPS-Ortung kann der jeweilige Standort eines Fahrzeugs sowie das genaue Bewegungsmuster der Fahrzeuge aufgezeichnet werden. Das liefert die Daten zur Verfeinerung des Konzepts, an welchen Stellen der Stadt wann wieviele Fahrzeuge gebraucht werden. Abgesehen davon kann jeder Benutzer natürlich dabei auch vom eingebauten Navigationssystem profitieren.

Mister 15.000 Volt – Dieter Ludwig

Ein gutes Beispiel, wie zäh und mühsam es ist, eine entsprechende Innovation voranzutreiben, liefert der ehemalige Leiter des Karlsruher Verkehrsverbundes Dieter Ludwig. Mit seiner Forderung nach gnadenloser Kundenorientierung („Unsere Kunden wollen nicht umsteigen!“) ist es ihm gelungen, über viele Jahre hinweg enorme Zuwächse an Nutzern des öffentlichen Verkehrs zu erzielen.

Um dieses Versprechen (kein Umsteigen zwischen Tram und Regionalbahn) einlösen zu können, musste er eine radikale Innovation fordern – den Zweistromzug. Als er das vorschlug, hielten ihn die meisten für verrückt. Folgende Unterschiede mussten auf einen Nenner gebracht werden:

– Die Karlsruher Straßenbahn fährt mit 750 Volt Gleichstrom, die Bahn mit 15.000 Volt Wechselstrom (daher sein Spitzname).

– Die Tram fährt höchstens 70 km/h, die Bahn 300 km/h und mehr.

– Tram und Bahn benötigen unterschiedliche Kurvenradien.

– Trambahnführer und Lokführer benötigen unterschiedliche Prüfungen.

Die Karlsruher Fahrer haben alle Prüfungen und die Kunden merken nicht einmal, wann von Gleich- auf Wechselstrom umgestellt wird. Dafür braucht so ein Zweistromzug vom Rathaus in Karlsruhe bis zum Rathaus in Heilbronn nur 55 Minuten. Das sind immerhin rund 93 Km, für die Google maps mit dem PKW über die Autobahn 57 Minuten kalkuliert! Kein Wunder also, dass die Karlsruher damit bei manchen Linien sagenhafte Steigerungen von mehreren hundert Prozent erreicht haben.

[Quelle: Salzburger Nachrichten vom 12.9.2009]

In 12 Minuten von Zürich nach Bern!

Das Thema ‚Magnetschwebebahn‘ wird in Europa mit mildem Lächeln quittiert, vor allem seitdem der letzte Versuch, ein Transrapid-Projekt von München zum Flughafen in Erding zu installieren, gescheitert ist. Deshalb möchte ich Ihr Augenmerk auf ein anderes Projekt richten, das gewisse Nachteile des Transrapid vermeidet, indem es unter die Erde in Vakuumröhren ausweicht: Es handelt sich um die Swissmetro, auch das Flugzeug ohne Flügel genannt. Details am besten im Video, auch wenn dieses schon 2001 gedreht wurde und nicht mehr alle Dinge stimmen (z.B. die erste Strecke soll Zürich-Bern werden, damals hieß es noch Zürich-Basel).

http://youtube uCRGJmAEiOM

Im Jahr 2007 berichtet Swissmetro nicht viel Neues. Möglicherweise ist Ihnen die Rekordfahrt des französischen TGV vom 3.4.2007 mit 574,8 kmh in die Glieder gefahren!

http://youtube 8skXT5NQzCg

Die Konkurrenz eines schon bestehenden Netzes in punkto Geschwindigkeit ist für Swissmetro natürlich groß. Aber die Auswirkungen eines Zuges, der mit rund 570 kmh durch die Landschaft rast, sind schon im Video zu erahnen. Abgesehen von der ungeheuren Lärmentwicklung zieht der Zug alles Mögliche wie ein Staubsauger mit sich.

Deshalb bleibt meines Erachtens die unterirdische Variante weiter interessant. In zahlreichen Blogeinträgen wird das Für und Wider kommentiert. Als größte Hürde (Kostenfaktor) wird die Aufrechterhaltung eines Vakuums in den Röhren gesehen. Sollte es jemals Realität werden, ist es auf jeden Fall eine Radikale Innovation, auch wenn hier nur (!) eine Magnetschwebebahn mit einer Art Rohrpostsystem kombiniert wird (Ich weiß schon, dort wird Druckluft verwendet, bei Swissmetro Vakuum oder Teilvakuum). Aber beide transportieren etwas sehr schnell durch Röhren.

Radikale Denkmodelle angesagt

Die deutsche ‚Wirtschaftswoche‘ vom 2.3.2009 meldet es: Die deutschen Automobilfirmen sind aufgewacht. Damit zeigt sich einmal mehr, dass schmerzliche Krisen nötig sind, um sich von liebgewonnenen Traditionen zu trennen. So arbeitet beispielsweise ein Team von BMW am Projekt „i“, das für ein völlig neues Fahrzeug- und Mobiltätskonzept steht. Ich zitiere die Wirtschaftswoche:

„Die Beteiligten (an diesem Projekt)… dürfen mit allem brechen was BMW bisher entwarf – vom Fahrzeugdesign bis zum Antrieb, von der Produktion bis zur Vermarktung. Steht am Ende des Projekts ein Konzept, das sich mit keiner der Konzernmarken realisieren lässt,…ist Konzernchef Norbert Reithofer sogar bereit, eine vierte Marke aufzubauen.“

Das Tolle an diesem Projekt ist außerdem, dass auch in Zeiten der Krise an diesem Projekt nichts verschoben oder gekürzt werden darf, egal wieviel der Konzern sonstwo sparen muss!

Aber auch bei Volkswagen beschäftigt sich eine Abteilung „Zukunftsforschung“ damit, das Auto neu zu erfinden. Daimler hingegen arbeitet an Mobilitätskonzepten für die ‚Generation Obama‘.

Dramatisch ist der Absatz der spritfressenden SUVs (Sports Utility Vehicles) eingebrochen. Das weist laut Wirtschaftswoche auf einen Megatrend hin: Neo-Ökologie. Und der Konsumententyp dazu heißt: „Greenovator“, was soviel wie „Grüner Innovator“ bedeutet.

Die Lust auf PS geht nach und nach verloren, Komfort, Sicherheit und Qualität gewinnen an Bedeutung. Das erfordert aber auch ein generelles Umdenken der deutschen Automobilindustrie, weil gerade Modelle mit stärkeren Motoren viel höhere Gewinne abwerfen als die PS-schwächeren Modelle. Was Ford und Opel ja schmerzlich miterleben.

Wir dürfen also gespannt sein, was die nächsten Jahre an ‚intelligenten‘ Mobilitätskonzepten bringen werden!

Fahrzeug der Zukunft?

think-deka-revolt-lg.jpgDer Erfinder des Zweiräderfahrzeugs Segway, Dean Kamen, hat unter vielen anderen Erfindungen auch ein vierrädriges Hybridfahrzeug entwickelt, das sich mit allen möglichen Treibstoffen antreiben lässt. Das geht deshalb, weil er dazu einen Stirling-Motor benutzt. Dieser wurde übrigens von einem schottischen Geistlichen im Jahr 1816 (Robert Stirling) erfunden. Was wieder einmal zeigt, dass geniale Erfinder oft durch ‚Querdenken‘ auf Gebieten Hervorragendes leisten, die mit ihrer eigenen Ausbildung oder Tagesarbeit wenig zu tun haben. Aber gerade dadurch haben sie eine andere Denkweise als die jeweiligen Fachleute.

Er hat von der norwegischen Firma TH!NK das Elektrofahrzeug TH!NKcity genommen und damit seinen Deka Revolt entwickelt. Er verwendet seinen Stirlingmotor nicht dazu, die Räder des Fahrzeugs anzutreiben, sondern er entlastet damit die Batterie des Elektromotors (der den eigentlichen Fahrzeugantrieb darstellt), weil er für Heizung und Kühlung sorgt. Beides sind große Stromfresser. Wird eine Geschwindigkeit von ca. 60 kmh nicht überschritten, ist der Stirlingmotor sogar in der Lage, die für den Antrieb der Räder verbrauchte Energie wieder ’nachzuladen‘. Ein ‚Liegenbleiben‘ wegen leerer Batterie wird so unmöglich. Und zu allem Überfluss belastet der Stirlingmotor die Umwelt nicht, weil er in einem geschlossenen System arbeitet und keinerlei Abgase entstehen.

[Osborn-Checkliste: Kombinieren]
[ASIT-Prinzip: Unification]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Kopplung]