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Für viele Situationen offen bleiben

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Solarhaus.jpgEin gutes Beispiel für das TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 3 (Örtliche Qualität=Jeder Teil eines Objektes soll seine Funktion optimal erfüllen) hat mir Blog-Zuträger Bernward Kahmann aus Kassel geliefert. Es ist dies ein interessantes ‘Haus der Zukunft’, das die TU Darmstadt im Herbst 2007 beim internationalen Bauwettbewerb „Solar Decathlon“ des U.S.-Energieministeriums im Maßstab 1:1 vor dem Weißen Haus ausstellen wird. Für den Wettbewerb mussten einige sehr strenge Regeln erfüllt werden. Unter anderem ist die Grundfläche des Hauses auf 75m² begrenzt. Um hier größtmöglichen Komfort zu gewährleisten, schreibt dafacto
“entwickelten die Wissenschaftler ein kluges Wohnkonzept: Alle Möbel sind in die Bodenplattform integriert und lassen sich bei Bedarf vollständig verstauen, um ein pures Raumerlebnis und Platz für Feste zu machen. Der geschlossene Kern mit Küche und Bad ist auf ein Mindestmaß reduziert, bei Bedarf kann er ausfahren und zum Duschen oder für Koch-Events vergrößert werden. Bei der Wahl der Materialen stehen nachwachsende, naturnahe oder recyclebare Stoffe im Vordergrund.”

Radikal an diesem Konzept finde ich, dass ansonsten fixe Raumgrößen wie Küche oder Bad beliebig verändert werden können und die Möbel bei Bedarf im Boden verschwinden. Auch das Energiekonzept ist interessant, wird doch die benötigte Energie in der Bodenplattform gespeichert, verarbeitet und verteilt.

Flexible Tastatur

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In der Entwicklung von Computertastaturen kann man sehr gut Vorgänge erkennen, die Genrich Altshuller schon vor vielen Jahren in seinen Prinzipien erarbeitet hat.

iFrog von FrogPadWar die erste Tastatur (an Schreibautomaten) noch mit dem ComputerFlexitastatur.jpg verbunden, wurde die nächste Generation schon vom Hauptgerät abgetrennt. Die vorerst gerade und feste Variante wurde plötzlich ergonomischer und teilte sich in der Mitte. Heute ist die Tastatur oft gar nicht mehr durch Kabel mit dem eigentlichen Computer verbunden, sondern kann mittels Bluetooth von ganz woanders im Raum bedient werden. Aber die wirklich radikalen Veränderung sind Einhandtastaturen und flexible Tastaturen.

LasertastaturUnd das Nonplusultra ist die virtuelle Tastatur (nach Altshullers TRIZ mit dem eingebautem Widerspruch): Sie ist da, aber doch nicht da. Weil sie sich eines ‘Felds’ bedient. D.h. Sie schreiben auf einer Tastatur, die auf eine glatte Fläche projiziert wird. Anfänglich noch gewöhnungsbedürftig, weil der gewohnte Tastaturwiderstand fehlt (der uns meldet, dass wir diesen Buchstaben erfolgreich gedrückt haben). Aber so etwas kann man ja auch akustisch rückmelden.