TRIZ direkt vom Meister (Altshuller) Folge 3

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Altshuller beschreibt hier, dass in den meisten Fällen, wo eine Verbesserung erzielt wird, diese auch auch gleichzeitig eine Verschlechterung mit sich bringt: z.B. macht man ein Mikrofon empfindlicher, damit es Geräusche besser aufnehmen kann, so nimmt es auch unerwünschte bzw. störende Geräusche mit auf.

Dieser Filmausschnitt ist von sehr schlechter Qualität, aber trotzdem interessant, weil Altshuller darin erklärt, dass es Millionen von unterschiedlichen Problemen gibt, aber eine begrenzte Zahl von Widersprüchen. Dafür hat er eine Tabelle (Widerspruchsmatrix) entwickelt, in der Lösungen vorgeschlagen werden, die bereits in Patenten verwendet wurden. Aufgefallen ist mir, dass er von 50 Lösungsprinzipien spricht (zumindest im Untertitel), obwohl er selbst nur 35 gefunden und seine Schüler später die Liste auf 40 aufgefüllt haben.

Er lässt seine Studenten Probleme lösen, für die diese nur wenige Minuten brauchen. Aber in der Praxis Jahre gebraucht wurden. Hier sieht er ein enormes Potenzial für Zeitersparnis, wenn man systematisch laut seinen Anleitungen vorgeht.

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TRIZ direkt vom Meister (Altshuller) Folge 2

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In diesem Film geht es um den von Altshuller entwickelten Algorithmus (auch ARIZ genannt). Er schildert darin, dass Menschen nicht aus dem Stand 5 Meter hoch springen können. Wollen sie diese Höhe erreichen, verwenden sie meist eine Leiter: Schritt für Schritt ist es möglich, diese Höhe zu erreichen. Er verwendet das als Metapher, um den stufenweisen Aufbau seiner Methode zu verdeutlichen.

Auch spricht er von einem Prinzip, sich zuerst den Idealzustand zu vergegenwärtigen, um unter Umständen in gänzlich andere Denkschemata vordringen zu können. Die Übung, die er seinen Studenten gibt, handelt davon, möglichst rasch das Austreten von Kühlflüssigkeit aus einem Kühlsystem zu erkennen und vor allem auch wo die lecken Stellen sind.

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TRIZ direkt vom Meister (Altshuller) Folge 1

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Diese Woche möchte ich Ihnen ein kleines Juwel näher bringen, dass ich zufällig auf YouTube entdeckt habe: Ein in Einzelteile zerlegter Film, der Genrich Altshuller beim Unterricht in der Sowjetunion zeigt.

Die Qualität ist nicht besonders und beim Lesen der englischen Untertitel (das Original ist in Russisch) muss man sehr schnell sein. Aber für all diejenigen, die schon Kenntnisse in TRIZ haben, ist es sicher ein Erlebnis, den Gründer dieses Gedankengebäudes (der 1998 gestorben ist) einmal fast ‘live’ in Aktion zu sehen.

Das Video Teil 1 ist eine nicht sehr interessante Einleitung, daher beginne ich mit Teil 2, wo Altshuller demonstriert, wie die Studentengruppe Lösungen zur Reinigung eines rasch verschmutzenden Filters nach dem Prinzip ‘Versuch und Irrtum’ sucht und einfach nach der Nadel im Heuhaufen herumstochert. Außerdem zeigt er noch das Beispiel eines Erfinders, der nach 7 Jahren erfolgloser Suche durch Zufall in einem Zug sitzend, wo er einer Frau beim Nähen zusah, die Lösung für sein Problem fand. Das wollte Altshuller vermeiden: Dass Erfinder jahrelang nach einer Lösung suchen, auf die man systematisch eventuell in sehr kurzer Zeit kommen kann.

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Wie bringt man Unverkäufliches an den Mann/die Frau?

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Es könnte dem Lehrbuch von Altschuller über TRIZ entnommen sein:  Das erste seiner 40 Lösungsprinzipien heißt ‘Zerlegen’. Wenn du also als Immobilienmakler eine zwar sehr schöne Villa zum Verkauf anbietest, die aber zu einem relativ hohen Preis niemand kaufen will, dann lege z.B. 10.000 Anteile zu je 99,00 Euro auf (=990.000,00 Euro) und du kommst damit auf mehr als den ursprünglich angepeilten Verkaufspreis. Da aber kaum jemand interessiert sein kann, zusammen mit 9.999 Anderen eine zugegebener Maßen schöne Villa zu besitzen, sollte am Ende doch wieder nur ein einziger ‘glücklicher’ Besitzer übrig bleiben: Das geht am besten, wenn die Villa verlost wird.

Der Einsatz von 99,00 Euro ist nicht allzu hoch, die Chance 1:10.000, also gar nicht so schlecht. Was in anderen Ländern schon seit längerem üblich ist, hat nun auch in Österreich Einzug gehalten. Für eine Villa in Kärnten fanden sich angeblich für die vorgesehenen 10.000 Anteile bereits nach wenigen Wochen 14.000 Interessenten, selbst heute gehen noch Überweisungen ein!

Es gibt solche Verlosungen schon länger, auch für andere Dinge. Eine Plattform im Internet auch. Dort finden sich eine schöne Villa in Pressbaum und ein Luxusbungalow am Semmering. Wenn Sie so eine Aktion nur einmal starten, kommen Sie damit noch nicht dem österreichsichen Glücksspielmonopol in die Quere. In Österreich erhalten all diejenigen Einzahler, die kein Los mehr erhalten (weil die Zahl der Anteile bereits überschritten ist), ihre Einzahlung unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr zurück. Das wäre auch so gehandhabt worden, wenn die notwendige Anzahl von Interessenten nicht erreicht worden wäre. In Großbritannien hatte ein Ehepaar versprochen, bei Nichterreichen der Interessentenzahl würde der bisher eingezahlte Betrag dann auch unter den Einzahlern verlost werden! Dies ist allerdings nicht eingetreten, da auch hier binnen kurzer Zeit alle Anteile verteilt waren…

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1: Zerlegen]

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Keine Rückenschmerzen…

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…haben die Massai in Afrika. Der Schweizer Karl Müller ist der Sache nachgegangen und hat festgestellt, dass die Massai eine bestimmte Art beim Gehen haben, die die Wirbelsäule entlastet. Und die Bildung weiterer Stützmuskel am Rücken und über den Fußknöcheln fördert. Begünstigt wird das Ganze natürlich noch dadurch, dass die Massai sich hauptsächlich barfuß auf dem weichen Sandboden bewegen. Bei Menschen, die sich mit herkömmlichen Schuhen (mit gerader Sohle) auf hartem Untergrund bewegen, verkümmert ein Teil der vorher erwähnten Muskulatur.mbtschuh.jpg

Da sich am harten Untergrund (meist Asfalt oder Beton) wenig ändern lässt, hat Müller darüber nachgedacht, wie er den weichen Boden simulieren könnte. Und ist auf die Idee mit einer halbrunden Sohle gekommen. Er hat daraus die Masai Barefoot Technology (MBT) entwickelt und eine Reihe von Schuhtypen entworfen. Die positive Wirkung kann ich nur bestätigen, seit ich zwei bis drei Mal in der Woche meine MBT-Schuhe beim Nordic Walken anziehe. Mein durch einen Bandscheibenvorfall angegriffenes Kreuz reagiert darauf sehr positiv und ich habe keinerlei Schmerzen mehr!

Natürlich ist das Ganze gewöhnungsbedürftig - aber es hilft wirklich!

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 14: Krümmung]
[Foto: MBT]

Aktualisierung 11.05.2012: Leider, leider hat MBT in der Schweiz Konkurs angemeldet! Ich bin nach wie vor begeistert und werde sehen, ob ich schnell noch ein Paar kaufen kann…aber keine gefälschten!

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Zahl 2, nimm 1

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Hier soll einmal eine Marketingaktivität vorgestellt werden, die dem üblichen ‘Naturalrabatt’(=Nimm 2, zahl 1) diametral entgegengesetzt ist. Und fast wie der Stein der Weisen anmutet: Bei Burkhard Schneider habe ich gelesen, dass es die im Jahr 2007 lancierte Aktion ‘Give one - get one’ für das von Nicholas Negroponte initiierte Projekt ‘One Laptop Per Child (OLPC)’ auch heuer geben wird, diesmal können sogar Europäer mitmachen. Allerdings nur über die britische Amazon-Site.

Der für Entwicklungsländer konzipierte sogenannte ‘100Dollar-Computer’ (der immer noch fast 200 Dollar kostet) ist ein tolles Ding und soll hauptsächlich über Schulen an die Kinder gebracht werden.
In Österreich hat sich ein Team gebildet, das dieses Projekt unterstützt. Der OLPC XO war auch 2008 auf der Cebit in Hannover zu sehen. Dazu gibt es ein Video:

Da man verhindern möchte, dass sich Menschen aus ‘reichen’ Ländern mit preisgünstigen Laptops eindecken, andererseits aber noch nicht genügend Sponsoren aufgetrieben werden konnten, um die nötige Menge dieser Laptops spenden zu können, lautet das Konzept: Du kannst in Europa einen Laptop OLPX XO um ca. 320 Euro kaufen und zahlst in Wirklichkeit 2 Stück - einen bekommst du und einen ein Kind in einem Entwicklungsland.

In diesem OLPC XO sind übrigens einige tolle Dinge verwirklicht:

- er braucht fast überhaupt keinen Strom (und lädt sich über Solarzellen auf),

- er ist sehr stabil und hält diversen Witterungseinflüssen stand,

- das Display ist auch bei starker Sonneneinstrahlung lesbar (und als eBook-Reader verwendbar),

- er ist absolut für Kinder zwischen 6-12 Jahren konzipiert und sehr intuitiv bedienbar (auch für Kinder, die noch nicht lesen können),

- er kann einfach mit anderen Laptops aus der Klasse (oder dem Dorf) verlinkt werden,

- er kann mit dem Internet verbunden werden.

[ASIT-Prinzip: Task Unification - Verbinden von Funktionen]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Koppeln, Nr. 26: Kopieren]

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Radikal kombinieren

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Durch das Kombinieren von 2 Dingen, die man normalerweise als nicht zusammengehörig vermutet, entstehen immer wieder kreative Innovationen. Manche davon sind allerdings wirklich radikal:

Waschmaschine über der WC-Schale
Das gebrauchte Waschwasser kann zur Toilettenspülung verwendet werden. Wem das zu abartig erscheint, der kann sich vielleicht erwärmen für

Waschmaschine/Trockner im Stuhl
Durch ein spezielles Verfahren aus Wasserdruck und ionisierter Luft ist kein eigener Trockner nötig.

Bierfass (flach) in der Kühlschranktür eingebaut
Warum mit einzelnen Flaschen herumschlagen, die in der Türe doch nur kippen?

Überwachungskamera im Ventilator
Ist in Firmen schon üblich, warum nicht auch im privaten Heizlüfter?

Lautsprecher/Radio/Aromatherapie/Mehrfarben-Licht
Gleich 4 Anwendungsbereiche und 7 verschiedene Lichtfarben: Sehr platzsparend!

Kabelloses Radio im Badezimmerspiegel
unterstützt das morgentliche Trällern im Bad!

Bräunungslampe in der Dusche
lässt Bekannte vor Neid erblassen, weil Sie so schön braun sind.

Eine ähnliche Idee wurde von Studenten in meiner Übung ‘Kreativität und Innovation’ gestern geboren: Nachdem Leute, die nächtelang vor dem Computer sitzen, immer als Bleichgesichter herumlaufen, wäre es doch angebracht, einen Bildschirm mit eingebauter Bräunungslampe anzubieten. Computerfreaks würden dann als Freizeithelden braungebrannt beneidet werden!

[Quelle: This Old House via Creax]

[Osborn-Checkliste: Kombinieren]
[ASIT-Prinzip: Unify]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Kopplung]

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Widerspruch gelöst

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Ganz gemäß den Überlegungen von Genrich Altschuller bei seiner Methode TRIZ wurde im Schiffsbau durch das neue Hyper-Sub eine originelle Lösung für Taucher gefunden. Der Widerspruch:

- Ober Wasser soll sich das Boot möglichst schnell bewegen (es erreicht etwa 70 Kmh) und daher möglichst leicht sein.

- Unter Wasser soll das Boot möglichst rasch und tief tauchen können (mehr als 350 Meter) und daher möglichst schwer sein.

Da die beiden Zustände nicht gleichzeitig gegeben sein müssen, lässt sich so etwas mittels TRIZ relativ einfach lösen: Man verwendet einfach die vorhandenen Ressourcen Luft und Wasser. Ober Wasser sind sehr große Tauchkammern leer (d.h. mit Luft gefüllt) und daher leicht. Sobald es abwärts gehen soll, werden diese Tauchkammern mit dem vorhandenen Wasser geflutet und daher extrem schwer, was rasches und tiefes Tauchen ermöglicht. Zurück an die Oberfläche geht es mit Pressluft.

[gefunden in der Wirtschaftswoche]

http://www.youtube.com/watch?v=DpTx7JoFIwg

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Erfinder Stollwerck

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automat.JPGVor kurzem habe ich im TV eine höchst interessante Sendung über die Unternehmerfamilie Stollwerck gesehen! Einen besonderen Eindruck hat bei mir der zweitjüngste Sohn des Gründers, Ludwig Stollwerck, hinterlassen. Er war ein Erfindergeist und machte sich um die Industrialisierung der Schokoladeproduktion verdient. Seine Erfindungen zur Schokoproduktion waren so erfolgreich, dass die Gebrüder Stollwerck sogar ihre Maschinen an Konkurrenten in aller Welt verkauften. Aber den Vogel schoss er mit einer radikalen Innovation im Verkauf ab:

Im Jahr 1893 hatte Stollwerck bereits 15.000 Automaten in Deutschland aufgestellt, kurze Zeit später standen auch in den USA Tausende dieser Schoko-Automaten. Ludwig Stollwerck hatte diese Idee von einer Studienreise nach Amerika zurückgebracht und machte damit Verkaufsautomaten in Deutschland salonfähig. Er gründete sogar eine eigene Firma dafür, die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co. Da das Automatengeschäft so gut lief, schloss er auch mit Branchenfremden Verträge ab, so z.B. mit einer französischen Parfumfirma. Duftspendende Automaten wurden damit auch in Deutschland sehr beliebt.

Auch Burkhard Schneider hat schon 2006 in seinem Blog darüber berichtet.

In Amerika wurden in den ersten Automaten Postkarten verkauft, später wurden in England erstmals Bücher über Automaten verkauft. Mehr darüber bei Wikipedia.

[TRIZ-Prinzip Nr. 25: Selbstbedienung - Selbstversorgung]

[Foto gefunden bei siebengebirgsmuseum.de]

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Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste

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millennium_bridge_08.jpgEinen völlig neuen Weg sind die englischen Architekten Wilkinson Eyre beim Bau einer Brücke über den englischen Fluss Tyne gegangen. Die Millenium Bridge verbindet Newcastle und Gateshead im Nordosten Englands. Statt gerade über den Fluss zu bauen macht diese Brücke für Radfahrer und Fußgänger einen Bogen nach außen. Sie ist durch Seile mit einem ähnlich aussehenden Bogen als Gegengewicht verbunden und kann binnen 4,5 Minuten mit Hilfe der Schwerkraft und eines Motors soweit gekippt werden, dass ein Boot darunter durchfahren kann (siehe Video). Angeblich kostet ein Kippvorgang nur 4 Pfund!

Diese Lösung ist deshalb so genial, weil eine Durchfahrt für Boote in kürzester Zeit möglich ist und sehr geringe Kosten verursacht.

[TRIZ-Prinzip Nr. 14: Krümmung - Ersetze lineare Teile durch gebogene, nutze die Zentrifugalkraft]

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