Radikale Innovation » TRIZ

Widerspruch gelöst

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Ganz gemäß den Überlegungen von Genrich Altschuller bei seiner Methode TRIZ wurde im Schiffsbau duch das neue Hyper-Sub eine originelle Lösung für Taucher gefunden. Der Widerspruch:

- Ober Wasser soll sich das Boot möglichst schnell bewegen (es erreicht etwa 70 Kmh) und daher möglichst leicht sein.

- Unter Wasser soll das Boot möglichst rasch und tief tauchen können (mehr als 350 Meter) und daher möglichst schwer sein.

Da die beiden Zustände nicht gleichzeitig gegeben sein müssen, lässt sich so etwas mittels TRIZ relativ einfach lösen: Man verwendet einfach die vorhandenen Ressourcen Luft und Wasser. Ober Wasser sind sehr große Tauchkammern leer (d.h. mit Luft gefüllt) und daher leicht. Sobald es abwärts gehen soll, werden diese Tauchkammern mit dem vorhandenen Wasser geflutet und daher extrem schwer, was rasches und tiefes Tauchen ermöglicht. Zurück an die Oberfläche geht es mit Pressluft.

[gefunden in der Wirtschaftswoche]

http://www.youtube.com/watch?v=DpTx7JoFIwg

Erfinder Stollwerck

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automat.JPGVor kurzem habe ich im TV eine höchst interessante Sendung über die Unternehmerfamilie Stollwerck gesehen! Einen besonderen Eindruck hat bei mir der zweitjüngste Sohn des Gründers, Ludwig Stollwerck, hinterlassen. Er war ein Erfindergeist und machte sich um die Industrialisierung der Schokoladeproduktion verdient. Seine Erfindungen zur Schokoproduktion waren so erfolgreich, dass die Gebrüder Stollwerck sogar ihre Maschinen an Konkurrenten in aller Welt verkauften. Aber den Vogel schoss er mit einer radikalen Innovation im Verkauf ab:

Im Jahr 1893 hatte Stollwerck bereits 15.000 Automaten in Deutschland aufgestellt, kurze Zeit später standen auch in den USA Tausende dieser Schoko-Automaten. Ludwig Stollwerck hatte diese Idee von einer Studienreise nach Amerika zurückgebracht und machte damit Verkaufsautomaten in Deutschland salonfähig. Er gründete sogar eine eigene Firma dafür, die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co. Da das Automatengeschäft so gut lief, schloss er auch mit Branchenfremden Verträge ab, so z.B. mit einer französischen Parfumfirma. Duftspendende Automaten wurden damit auch in Deutschland sehr beliebt.

Auch Burkhard Schneider hat schon 2006 in seinem Blog darüber berichtet.

In Amerika wurden in den ersten Automaten Postkarten verkauft, später wurden in England erstmals Bücher über Automaten verkauft. Mehr darüber bei Wikipedia.

[TRIZ-Prinzip Nr. 25: Selbstbedienung - Selbstversorgung]

[Foto gefunden bei siebengebirgsmuseum.de]

Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste

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millennium_bridge_08.jpgEinen völlig neuen Weg sind die englischen Architekten Wilkinson Eyre beim Bau einer Brücke über den englischen Fluss Tyne gegangen. Die Millenium Bridge verbindet Newcastle und Gateshead im Nordosten Englands. Statt gerade über den Fluss zu bauen macht diese Brücke für Radfahrer und Fußgänger einen Bogen nach außen. Sie ist durch Seile mit einem ähnlich aussehenden Bogen als Gegengewicht verbunden und kann binnen 4,5 Minuten mit Hilfe der Schwerkraft und eines Motors soweit gekippt werden, dass ein Boot darunter durchfahren kann (siehe Video). Angeblich kostet ein Kippvorgang nur 4 Pfund!

Diese Lösung ist deshalb so genial, weil eine Durchfahrt für Boote in kürzester Zeit möglich ist und sehr geringe Kosten verursacht.

[TRIZ-Prinzip Nr. 14: Krümmung - Ersetze lineare Teile durch gebogene, nutze die Zentrifugalkraft]

So macht kombinieren Spaß!

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Robert Basic schreibt gestern in seinem Blog ‘Basic Thinking’ über ein Multifunktionsgerät namens Modu. Er selbst hat es bei LunchoverIP gefunden. Eigentlich ist es ein Mobiltelefon. Der Clou ist aber, dass ein cooles Teil als Zentraleinheit wirkt, das durch Einschieben in unterschiedliche ‘Mäntel bzw. Jacken’ zu einer Spielkonsole, einem MP3-Player, einem Navi, einem Laufmessgerät, einem Bürotelefon, einem Kindertelefon usw. wird. Damit soll verhindert werden, dass man sich ein Telefon anschafft, dass nur in einem Lebensbereich optimal wirkt. Hier ein kurzes Video zu diesem Thema, in dem man sehr schön die unterschiedlichen ‘Jacken’ und Verwendungszwecke sehen kann.

Modu will vorerst die ‘Jacken’ selbst herstellen, später ist durchaus an Beteiligung Dritter gedacht.
Mehr über Modu auf deren Blog.

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5=Kopplung (Vereinen) und Nr. 6=Universalität]

SIT und Radikale Innovation

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Vor kurzem habe ich hier im Blog über TRIZ und seine Bedeutung für radikale Innovation berichtet. In einem Kommentar ist dann auch die Rede auf eine abgespeckte Version von TRIZ, nämlich SIT (Systematic Inventive Thinking) gekommen. Dieses ist wesentlich schneller zu lernen und führt auch sehr schnell zu brauchbaren Resultaten. Es ist allerdings sehr konsequent in der Verfolgung seiner Lösungsprinzipien. Eines davon ist zum Beispiel ‘Subtraction’, oftmals auch ‘Trimming’ genannt. Dabei werden wesentliche Funktionen (bis hin zur Hauptfunktion) eines Produktes entfernt, um dann nach neuen Verwendungszwecken oder Zielgruppen für dieses Produkt (oder diese Dienstleistung) zu suchen.

Ein gutes Beispiel dafür habe ich im CREAX Newsletter vom Februar gefunden: Ein Fotoapparat wird auf die Größe eines USB-Sticks verkleinert - und ist auch ein USB-Stick. Es gibt nur mehr 1 Linse, ein Loch zum Durchschauen, einen Knopf zum Abdrücken, 1 Schieber zum Ein- und Ausschalten. Die Fotos können nicht mehr angesehen werden (ja, ja, wie früher!) - erst wieder beim nächsten greifbaren PC. Sehen Sie selbst:

usb-fotoapparat.jpg

Alles, was wir bisher an Digitalkameras schätzen gelernt haben, gibt es nicht mehr! Allerdings gilt es jetzt noch auszuarbeiten, wofür und für wen diese Minikamera interessant sein könnte. yankodesign hat leider keinen Preis angegeben - ich hätte sofort eine bestellt! Auf der site von yankodesign finden Sie übrigens noch andere ‘Timeless Designs’.

[Foto: yankodesign]

TRIZ und Radikale Innovation

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Eifrigen Lesern meines Blogs werden die 4 Buchstaben TRIZ schon öfter aufgefallen sein. Und einige von ihnen wissen auch, dass diese die Abkürzung für ‘Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz’ sind. Was Wikipedia übersetzt mit “Theorie des erfinderischen Problemlösens” oder “Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme”.

Über die Methodik steht in Wikipedia:
Die Methodik wurde u.a von Genrich Saulowitsch Altschuller, Rafael Borisowitsch Shapiro und Dimitri Kabanov um 1946 ins Leben gerufen. Sie entstand durch die Sichtung einer großen Anzahl von Patentschriften, woraus sie diejenigen auswählten, die ihnen technische Durchbrüche zu beschreiben schienen. Diese werteten sie genauer aus und erkannten drei wesentliche Gesetzmäßigkeiten:

  1. Einer großen Anzahl von Erfindungen liegt eine vergleichsweise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrunde.
  2. Erst das Überwinden von Widersprüchen macht innovative Entwicklungen möglich.
  3. Die Evolution technischer Systeme folgt bestimmten Mustern und Gesetzen.

Speziell Altschuller hat mit seinen Schülern ein Systematik entwickelt, mit der man Erkenntnisse aus der Vergangenheit nützen kann ohne das Rad jedes Mal neu erfinden zu müssen. TRIZ besteht aus einer ganzen Reihe von methodischen Werkzeugen, die systematisches Problemlösen unterstützen. Warum soll das gerade bei ‘Radikalen Innovationen’ nützlich sein?

Altschuller hat empfohlen, bei jedem Problem zumindest einen ‘klassischen Widerspruch’ (siehe oben Punkt 2) zu formulieren, den es zu überwinden gilt. Auch die ‘ideale’ Lösung anzudenken. Genau das ist der Stoff, aus dem ‘Radikale Innovationen’ gemacht sind. Und um frühere Erfahrungen zu nutzen, hat er zusammen mit seinen Schülern 40 Lösungsprinzipien (siehe oben Punkt 1) erarbeitet, auf die man beim Problemlösen (oder Erfinden) zurückgreifen kann.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim einen oder anderen Beitrag in Zukunft in der Fußzeile (zwischen eckigen Klammern) einen Hinweis finden werden, welche(s) Lösungsprinzip(ien) dort offensichtlich angewendet wurden. Auch bisherige Beiträge werde ich nach und nach ergänzen. Denn durch Beispiele begreift man diese Prinzipien am besten. Und sie gehen nach einiger Zeit ganz automatisch in das Lösungsdenken über.

Recyclebares Containerhotel

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Ein schönes Beispiel für Lösungsprinzip Nr. 27 nach TRIZ (Ersetze teure Langlebigkeit durch billige Kurzlebigkeit) ist ein Projekt der britischen Hotelgruppe Travelodge. Sie plant, schon in den nächsten Monaten mehrstöckige Hotelbauten aufzuziehen, die aus vorbereiteten Containern bestehen (werden in China erzeugt). Diese Hotels können innerhalb von 3 (!) Monaten aufgestellt werden und in sehr kurzer Zeit auch wieder abgebaut werden. Damit sind sie für jede Art von Großereignissen interessant. Vor allem können durch ein spezielles Rahmengitter die Hotelcontainer mehrmals an unterschiedlichen Plätzen wieder verwendet werden. Und werden sie unansehnlich oder reparaturanfällig bzw. haben ihre vorgesehene Lebensdauer abgedient, dann sollen sie recycled werden. Was bei den heutigen Stahlpreisen durchaus nochmals nette Einnahmen verspricht.

Durch die Vorfertigung, die geringe Bauzeit und andere Möglichkeiten, da oder dort noch einzusparen (z.B. durch die Standardisierung) soll ein Zimmer bei Travelodge angeblich nur rund EUR 25,00 pro Nacht kosten. Schon ab Juni in West London.

Travelodge wurde 1985 in Großbritannien gegründet und gilt allgemein als sehr innovativ. So bieten sie z.B. auf Wunsch einen großen zweiarmigen Kuschelpolster für Alleinreisende an, die gewohnt sind, mit einer zweiten Person einzuschlafen. Um weitverbreiteter Schlaflosigkeit vorzubeugen, haben sie sogar durch einen NLP-Experten 5 Beiträge zur Entspannung vom Alltagsstress ausarbeiten lassen, die auf ihrer Homepage heruntergeladen werden können.
[Gefunden beim ORF]

Welterfolg mittels TRIZ

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Procter & Gamble (am ehesten bekannt durch Ariel und Pampers) ist einer der weltweit erfolgreichsten Markenartikler und immer wieder auf der Suche nach Feldern für weitere Innovationen. Auf dem Sektor ‘Bleichen von Zähnen’ entdeckte P&G, dass dies meistens professionell von Zahnärzten um teures Geld (EUR 300,00-400,00 oder mehr) erledigt wird oder zuhause mühsam mit einigem Aufwand und unangenehmen Nebenerscheinungen. Allerdings ist der Markt riesengroß, denn sehr viele Menschen haben durch Rauchen oder Teetrinken, aber auch durch mangelnde Mundhygiene, eher gelbliche Zähne. Und hätten gerne strahlend weiße!

Entweder hatte Procter & Gamble gerade zuwenig Forscherkapazität oder wollte man den angesagten Einsatz außenstehender Ressourcen tatsächlich erhöhen, jedenfalls erhielt die Firma 3GEN Partners den Auftrag, sich dieses Problems anzunehmen und eine Lösung zu finden, die für die Kunden wesentlich angenehmer und kostengünstiger sein sollte als die bisherige. Da 3GEN Partners stark mit Altshullers Methode des systematischen Erfindens (TRIZ) arbeitet, wurde zuerst das Problem analysiert und ein Widerspruch formuliert:

“Das Bleichmittel muss über einige Zeit mit den Zähnen in Berührung kommen, darf aber keinesfalls mit dem Speichel in Berührung kommen”. Das war bisher mit Metall- oder Kunststoffschienen möglich, die speziell angepasst und über die oberen bzw. unteren Zähne gestülpt wurden. Man kann sich vorstellen, wie angenehm das ist. 3GEN Partners prüfte anhand der 40 TRIZ Lösungsprinzipien mehrere Möglichkeiten und entschied sich schlußendlich für das Prinzip Nr. 30 (Verwendung biegsamer Hüllen oder Folien) und entwickelte die sogenannten Whitestrips (Crest bzw. Blend-a-med). Mit diesem Produkt wurde Procter & Gamble innerhalb kürzester Zeit Marktführer wurde und konnte nach einem Jahr bereits 45% dieser Produktkategorie für sich in Anspruch nehmen. Angeblich handelt es sich dabei sogar um den erfolgreichsten Produktlaunch in der Geschichte von P&G.

Da sie jedoch nicht die von 3GEN Partners ursprünglich verlangte hohe Summe für die Entwicklung bezahlen wollten, wurde vereinbart, dass 3GEN Partners über einen bestimmten Zeitraum mit einem kleinen Prozentsatz an jeder verkauften Packung beteiligt ist. Durch den raketenartigen Einstieg in den Markt völlig überrumpelt, bereut es P&G heute noch bitter, nicht dem ursprünglich verlangten Einmalbetrag zugestimmt zu haben. Woher ich das weiß? Einer der Vizepräsidenten von 3GEN Partners erzählte uns diese Anekdote auf der TRIZCON 2004 in Seattle…

TRIZ Lösungsprinzip 1

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TwinNutDer sowjetische Erfinder Genrich Altschuller hat vor Jahren immer wiederkehrende Standards zur systematischen Lösung von Problemen erarbeitet. Nr. 1 dieser Lösungsprinzipien heißt: Zerlegen.

Die deutsche Firma TwinNut hat es genial angewendet, indem sie eine simple Schraubenmutter in 2 Teile zerlegt, die man von außen an ein Gewinde ‘anlegen’ kann und dann festzieht. Man erspart sich also bei einem langen Gewinde viel Arbeit. Denn bisher musste man die Mutter bis an die gewünschte Stelle schrauben - jetzt kann man sie gleich dort ansetzen. Das nützt auch, wenn man zu der besagten Stelle schlecht dazu kommt. Und wer hat sich nicht schon über Gewinde geärgert, die an einer bestimmten Stelle so deformiert sind, dass mit der Mutter kein ‘Darüberschrauben’ möglich ist. Alles nicht mehr nötig!

Schade, dass die Homepage der TwinNut GmbH aus Hannover noch nicht richtig in Betrieb ist, aber das wird sicher bald werden. Hingewiesen wurde ich darauf durch den Newsletter von Creax.

[Foto: TwinNut]

Für viele Situationen offen bleiben

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Solarhaus.jpgEin gutes Beispiel für das TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 3 (Örtliche Qualität=Jeder Teil eines Objektes soll seine Funktion optimal erfüllen) hat mir Blog-Zuträger Bernward Kahmann aus Kassel geliefert. Es ist dies ein interessantes ‘Haus der Zukunft’, das die TU Darmstadt im Herbst 2007 beim internationalen Bauwettbewerb „Solar Decathlon“ des U.S.-Energieministeriums im Maßstab 1:1 vor dem Weißen Haus ausstellen wird. Für den Wettbewerb mussten einige sehr strenge Regeln erfüllt werden. Unter anderem ist die Grundfläche des Hauses auf 75m² begrenzt. Um hier größtmöglichen Komfort zu gewährleisten, schreibt dafacto
“entwickelten die Wissenschaftler ein kluges Wohnkonzept: Alle Möbel sind in die Bodenplattform integriert und lassen sich bei Bedarf vollständig verstauen, um ein pures Raumerlebnis und Platz für Feste zu machen. Der geschlossene Kern mit Küche und Bad ist auf ein Mindestmaß reduziert, bei Bedarf kann er ausfahren und zum Duschen oder für Koch-Events vergrößert werden. Bei der Wahl der Materialen stehen nachwachsende, naturnahe oder recyclebare Stoffe im Vordergrund.”

Radikal an diesem Konzept finde ich, dass ansonsten fixe Raumgrößen wie Küche oder Bad beliebig verändert werden können und die Möbel bei Bedarf im Boden verschwinden. Auch das Energiekonzept ist interessant, wird doch die benötigte Energie in der Bodenplattform gespeichert, verarbeitet und verteilt.