Radikale Innovation » TRIZ

Elektroauto

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Ein sehr interessantes Beispiel für radikale Innovation ist das Projekt ‘Better Place’ von Shai Agassi. Dafür hat er seinen schönen Vorstandsposten bei SAP aufgegeben! Er ist davon überzeugt, dass elektrische Energie den heute verwendeten Treibstoffen für Autos den Rang ablaufen wird - schon allein aus Umweltschutzgründen. Und weil die Erdölvorräte immer weniger und die Preise immer höher werden.

Interessant sind seine Denkansätze:

Er trennt gedanklich die Batterie vom Auto (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1: Zerlegen). Außerdem findet er, dass bei vielen von uns die Autos nur kurz benutzt werden (am Weg in die Arbeit) und dann stundenlang unnütz herumstehen. Daher könnte jede dieser unproduktiven Zeiten dazu verwendet werden, um die Batterie wieder aufzuladen (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 22: Aus Schädlichem Nützliches machen).

Ein wesentlicher Faktor einer radikalen Innovation ist ein neues Geschäftsmodell. Hier schlägt Agassi vor, ein erfolgreiches Modell aus der Mobiltelefonie zu übernehmen: Mach einen langfristigen Vertrag mit deinem Stromversorger und wir stellen dir dein Elektroauto gratis (oder für einen minimalen Betrag zur Verfügung). Als Partner hat er Nissan Renault gewonnen, die voll bei seinem Konzept mitziehen. Wobei das Ziel von Renault mit seiner gesamten E-Flotte durchaus ehrgeizig ist. Angesteuert wird nicht eine schrittweise Reduktion der Schadstoffe, sondern gleich das Nullemissions-Auto!

Wie es mit ‘Better Place’ laufen könnte, zeigt folgendes Video

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Xerox hat TRIZ-Prinzipien umgesetzt

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festtinte.jpgUnd damit den Druckermarkt radikal verändert.

1. Statt der bisher üblichen Flüssigtinte oder statt des Trockentoners verwendet Xerox in seinen ColorQube-Geräten feste Wachswürfel, die erst durch Hitze flüssig gemacht werden.
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 35: Veränderung des Aggregatszustandes]

2. Das Nachfüllen der Wachswürfel ist denkbar einfach. Jede Farbe hat Kerben an einer anderen Stelle, sodass Sie die Würfel nur in den dazupassenden Schlitz stecken können.
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 4 : Asymmetrie]

3. Außer der normalen (recyclebaren) Papierverpackung gibt es keine Kartuschen, die entsorgt werden müssen.  [TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 34 : Beseitigung und Regenerierung von Teilen]

Hier noch ein Schmankerl, damit Sie sehen, mit welch harten Bandagen Inkjet- und Laserjet-Erzeuger gegen die feste Tinte auftreten. Hauptangriffspunkt ist die rund 17 Minuten dauernde Aufwärmzeit nach dem Einschalten. Allerdings erledigt das heute schon ein intelligenter Timer.

http://www.youtube.com/watch?v=T9IklsoV9TY&feature=related

Zum Schluss noch eine Anekdote: Vor 35 Jahren gab es in Deutschland einen Xerox-Vertriebsmann, der mit einer Klopapierrolle unterm Arm zu potenziellen Kunden ging. Gefragt, was das sollte, antwortete er: “Das ist das einzige Papier, auf das Xerox nicht kopieren kann!” Heute stimmt das längst nicht mehr, denn die Festtinten-Kopierer schaffen das (angeblich) leicht.

Ein Kamel geht zwar nicht durch…

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nadelohr.jpg…aber immerhin ist die Öffnung wesentlich größer als beim klassischen Nadelöhr.Und man kommt jetzt ohne die klassische Einfädelhilfe aus, die den Weitsichtigen trotzdem nicht das Aufsetzen der Brille erspart. Statt einer sind es zwei miteinander verkoppelte Nadeln. Man drückt einfach mit dem Finger gegen den Oberteil der Doppel-Nadel. Dadurch, dass dieser Teil flexibel gehalten ist, entsteht eine wunderbar breite Öffnung, durch die sich jeder Faden mühelos durchziehen lässt!

Eine ganz simple Idee, aber man muss sie erst einmal haben. Wie oft sich die Öffnung spreizen lässt, ist allerdings nicht bekannt. Und wie eine Fingerkuppe das aushält. Aber man kann sich ja auch mit einem Fingerhut schützen!

[via Creax und yankodesign, Foto yankodesign]
[TRIZ-Lösungsprinzipien Nr. 5 : Kopplung,  Nr. 15: Dynamisierung, Nr. 26: Kopieren]

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Innovation im Hotelbereich

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Ein klassischer Fall bei dem eines der TRIZ-Lösungsprinzipien von Genrich Altschuller zum Tragen kommt (nämlich Nr.1=Zerlegen), wird bei Innovationen im Hotelbereich verwendet. War es bisher üblich, dass sich Hotelzimmer in 1 bis 2 Gebäuden befunden hatten, so verteilen sich nun die Zimmer über mehrere Gebäude in einem Ort oder einer Stadt. Beispiele dafür gibt es in

Hallstatt/Österreich
Auf drei verschiedene Gebäude verteilt: Das ‘Historik-Hotel Hallstadt’ soll nur Betten auf 4-Sterne-Niveau anbieten. Verwendet wurden z.B. das ehemalige Heimathaus sowie das Amtshaus der Salinen AG. Durch dieses Projekt entstehen auch neue Arbeitsplätze für Hallstatt.

Leuk/Schweiz
In verschiedenen, zum Teil verlassenen Häusern, werden Zimmer eingerichtet. Die Verpflegung findet an einem zentralen Ort statt.

Vnà/Schweiz
Ein ganzes Dorf soll eingebunden werden, die Touristen wohnen eher privat (dezentral) als in einem extra dafür errichteten Gebäude. Hatten wir das nicht schon mal als ‘Fremdenzimmer’?

Binntal/Schweiz
Ein Architekt möchte 8 bis 10 Häuser renovieren und das alte Schulhaus als Zentrum (Rezeption) einrichten. Genug leerstehende Häuser gibt es. Auch hier soll 4-Sterne-Niveau erreicht werden.

Alle diese Konzepte sind offensichtlich von dem in Italien erprobten Projekt des ‘Albergo diffuso’ inspiriert. Hier stand vor allem die Idee Pate, von Auswanderung bedrohte Regionen wieder zu beleben. In den Abruzzen entstand die erste Hotelanlage. Wenn Sie ‘Albergo diffuso’ googlen, dann finden Sie dort eine Vielzahl von bereits seit Jahren verwirklichten Projekten.

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1=Zerlegen]

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Fahrzeug der Zukunft?

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think-deka-revolt-lg.jpgDer Erfinder des Zweiräderfahrzeugs Segway, Dean Kamen, hat unter vielen anderen Erfindungen auch ein vierrädriges Hybridfahrzeug entwickelt, das sich mit allen möglichen Treibstoffen antreiben lässt. Das geht deshalb, weil er dazu einen Stirling-Motor benutzt. Dieser wurde übrigens von einem schottischen Geistlichen im Jahr 1816 (Robert Stirling) erfunden. Was wieder einmal zeigt, dass geniale Erfinder oft durch ‘Querdenken’ auf Gebieten Hervorragendes leisten, die mit ihrer eigenen Ausbildung oder Tagesarbeit wenig zu tun haben. Aber gerade dadurch haben sie eine andere Denkweise als die jeweiligen Fachleute.

Er hat von der norwegischen Firma TH!NK das Elektrofahrzeug TH!NKcity genommen und damit seinen Deka Revolt entwickelt. Er verwendet seinen Stirlingmotor nicht dazu, die Räder des Fahrzeugs anzutreiben, sondern er entlastet damit die Batterie des Elektromotors (der den eigentlichen Fahrzeugantrieb darstellt), weil er für Heizung und Kühlung sorgt. Beides sind große Stromfresser. Wird eine Geschwindigkeit von ca. 60 kmh nicht überschritten, ist der Stirlingmotor sogar in der Lage, die für den Antrieb der Räder verbrauchte Energie wieder ‘nachzuladen’. Ein ‘Liegenbleiben’ wegen leerer Batterie wird so unmöglich. Und zu allem Überfluss belastet der Stirlingmotor die Umwelt nicht, weil er in einem geschlossenen System arbeitet und keinerlei Abgase entstehen.

[Osborn-Checkliste: Kombinieren]
[ASIT-Prinzip: Unification]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Kopplung]

TRIZ direkt vom Meister (Altshuller) Folge 3

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Altshuller beschreibt hier, dass in den meisten Fällen, wo eine Verbesserung erzielt wird, diese auch auch gleichzeitig eine Verschlechterung mit sich bringt: z.B. macht man ein Mikrofon empfindlicher, damit es Geräusche besser aufnehmen kann, so nimmt es auch unerwünschte bzw. störende Geräusche mit auf.

Dieser Filmausschnitt ist von sehr schlechter Qualität, aber trotzdem interessant, weil Altshuller darin erklärt, dass es Millionen von unterschiedlichen Problemen gibt, aber eine begrenzte Zahl von Widersprüchen. Dafür hat er eine Tabelle (Widerspruchsmatrix) entwickelt, in der Lösungen vorgeschlagen werden, die bereits in Patenten verwendet wurden. Aufgefallen ist mir, dass er von 50 Lösungsprinzipien spricht (zumindest im Untertitel), obwohl er selbst nur 35 gefunden und seine Schüler später die Liste auf 40 aufgefüllt haben.

Er lässt seine Studenten Probleme lösen, für die diese nur wenige Minuten brauchen. Aber in der Praxis Jahre gebraucht wurden. Hier sieht er ein enormes Potenzial für Zeitersparnis, wenn man systematisch laut seinen Anleitungen vorgeht.

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TRIZ direkt vom Meister (Altshuller) Folge 2

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In diesem Film geht es um den von Altshuller entwickelten Algorithmus (auch ARIZ genannt). Er schildert darin, dass Menschen nicht aus dem Stand 5 Meter hoch springen können. Wollen sie diese Höhe erreichen, verwenden sie meist eine Leiter: Schritt für Schritt ist es möglich, diese Höhe zu erreichen. Er verwendet das als Metapher, um den stufenweisen Aufbau seiner Methode zu verdeutlichen.

Auch spricht er von einem Prinzip, sich zuerst den Idealzustand zu vergegenwärtigen, um unter Umständen in gänzlich andere Denkschemata vordringen zu können. Die Übung, die er seinen Studenten gibt, handelt davon, möglichst rasch das Austreten von Kühlflüssigkeit aus einem Kühlsystem zu erkennen und vor allem auch wo die lecken Stellen sind.

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TRIZ direkt vom Meister (Altshuller) Folge 1

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Diese Woche möchte ich Ihnen ein kleines Juwel näher bringen, dass ich zufällig auf YouTube entdeckt habe: Ein in Einzelteile zerlegter Film, der Genrich Altshuller beim Unterricht in der Sowjetunion zeigt.

Die Qualität ist nicht besonders und beim Lesen der englischen Untertitel (das Original ist in Russisch) muss man sehr schnell sein. Aber für all diejenigen, die schon Kenntnisse in TRIZ haben, ist es sicher ein Erlebnis, den Gründer dieses Gedankengebäudes (der 1998 gestorben ist) einmal fast ‘live’ in Aktion zu sehen.

Das Video Teil 1 ist eine nicht sehr interessante Einleitung, daher beginne ich mit Teil 2, wo Altshuller demonstriert, wie die Studentengruppe Lösungen zur Reinigung eines rasch verschmutzenden Filters nach dem Prinzip ‘Versuch und Irrtum’ sucht und einfach nach der Nadel im Heuhaufen herumstochert. Außerdem zeigt er noch das Beispiel eines Erfinders, der nach 7 Jahren erfolgloser Suche durch Zufall in einem Zug sitzend, wo er einer Frau beim Nähen zusah, die Lösung für sein Problem fand. Das wollte Altshuller vermeiden: Dass Erfinder jahrelang nach einer Lösung suchen, auf die man systematisch eventuell in sehr kurzer Zeit kommen kann.

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Es könnte dem Lehrbuch von Altschuller über TRIZ entnommen sein:  Das erste seiner 40 Lösungsprinzipien heißt ‘Zerlegen’. Wenn du also als Immobilienmakler eine zwar sehr schöne Villa zum Verkauf anbietest, die aber zu einem relativ hohen Preis niemand kaufen will, dann lege z.B. 10.000 Anteile zu je 99,00 Euro auf (=990.000,00 Euro) und du kommst damit auf mehr als den ursprünglich angepeilten Verkaufspreis. Da aber kaum jemand interessiert sein kann, zusammen mit 9.999 Anderen eine zugegebener Maßen schöne Villa zu besitzen, sollte am Ende doch wieder nur ein einziger ‘glücklicher’ Besitzer übrig bleiben: Das geht am besten, wenn die Villa verlost wird.

Der Einsatz von 99,00 Euro ist nicht allzu hoch, die Chance 1:10.000, also gar nicht so schlecht. Was in anderen Ländern schon seit längerem üblich ist, hat nun auch in Österreich Einzug gehalten. Für eine Villa in Kärnten fanden sich angeblich für die vorgesehenen 10.000 Anteile bereits nach wenigen Wochen 14.000 Interessenten, selbst heute gehen noch Überweisungen ein!

Es gibt solche Verlosungen schon länger, auch für andere Dinge. Eine Plattform im Internet auch. Dort finden sich eine schöne Villa in Pressbaum und ein Luxusbungalow am Semmering. Wenn Sie so eine Aktion nur einmal starten, kommen Sie damit noch nicht dem österreichsichen Glücksspielmonopol in die Quere. In Österreich erhalten all diejenigen Einzahler, die kein Los mehr erhalten (weil die Zahl der Anteile bereits überschritten ist), ihre Einzahlung unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr zurück. Das wäre auch so gehandhabt worden, wenn die notwendige Anzahl von Interessenten nicht erreicht worden wäre. In Großbritannien hatte ein Ehepaar versprochen, bei Nichterreichen der Interessentenzahl würde der bisher eingezahlte Betrag dann auch unter den Einzahlern verlost werden! Dies ist allerdings nicht eingetreten, da auch hier binnen kurzer Zeit alle Anteile verteilt waren…

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1: Zerlegen]

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Keine Rückenschmerzen…

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…haben die Massai in Afrika. Der Schweizer Karl Müller ist der Sache nachgegangen und hat festgestellt, dass die Massai eine bestimmte Art beim Gehen haben, die die Wirbelsäule entlastet. Und die Bildung weiterer Stützmuskel am Rücken und über den Fußknöcheln fördert. Begünstigt wird das Ganze natürlich noch dadurch, dass die Massai sich hauptsächlich barfuß auf dem weichen Sandboden bewegen. Bei Menschen, die sich mit herkömmlichen Schuhen (mit gerader Sohle) auf hartem Untergrund bewegen, verkümmert ein Teil der vorher erwähnten Muskulatur.mbtschuh.jpg

Da sich am harten Untergrund (meist Asfalt oder Beton) wenig ändern lässt, hat Müller darüber nachgedacht, wie er den weichen Boden simulieren könnte. Und ist auf die Idee mit einer halbrunden Sohle gekommen. Er hat daraus die Masai Barefoot Technology (MBT) entwickelt und eine Reihe von Schuhtypen entworfen. Die positive Wirkung kann ich nur bestätigen, seit ich zwei bis drei Mal in der Woche meine MBT-Schuhe beim Nordic Walken anziehe. Mein durch einen Bandscheibenvorfall angegriffenes Kreuz reagiert darauf sehr positiv und ich habe keinerlei Schmerzen mehr!

Natürlich ist das Ganze gewöhnungsbedürftig - aber es hilft wirklich!

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 14: Krümmung]
[Foto: MBT]

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