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Pack die Pisse in den Tank!

Foto: peter -petrov- zelei - hauser, BudapestIn Abwandlung eines altbekannten Werbespruchs („Pack den Tiger in den Tank“) macht sich die österreichische OMV nun für ein Produkt stark, das sie unter dem Namen ‚AdBlue‘ vertreibt. Bei LKWs wird in einen zusätzlichen Tank die Harnstofflösung AdBlue eingefüllt, die dann automatisch in das Abgassystem eingedüst wird. Durch eine spezielle Technik (Selective Catalytic Reduction) werden schädliche Partikel stark reduziert. Außerdem soll auch noch Treibstoff eingespart werden können.

Nicht ganz klar ist, warum die OMV das Produkt ‚AdBlue‘ nennt. Nein, es ist auch nicht gelb, wie man vermuten könnte, sondern farblos, da der Harnstoff mit vollentsalztem Wasser vermischt wird. Kryptisch vermeldet die OMV einfach: „Die Zukunft ist blau“. Obwohl doch bei der OMV alles blau/grün ist!

Dass Harnstoff für den Boden nützlich sein muss, merke ich jedes Mal, wenn der Bauer am Nachbarsgrund die Jauche verteilt und uns mit furchtbarem Gestank einnebelt. Bevorzugt sucht er sich dafür das Wochenende aus! Was ich allerdings nicht wusste: Dass Harnstoff der Industrie schon seit langem als Schadstoffkiller dient. Am meisten im Düngemittelbereich und bei Futtermittelzusatz. Aber auch in der Kunststoff-, Textil- und Pharmaindustrie.

Mit Löchern Geld verdienen (2)

Erst vor kurzem habe ich über die Luftfahrt berichtet, die mittels nachgebildeter Haifischhaut schädliche Luftwirbel vermeiden möchte. Noch mehr Treibstoff einzusparen versprechen die Aerodynamiker der Universität Stuttgart, Markus Kloker und Ralf Messing. Der SPIEGELonline vom 18. Oktober 2006 berichtete darüber:

Kloker und seine Kollegen nutzen kleine Absaugöffnungen von nur 50 Mikrometer Größe in der Flügeloberfläche, um die schädlichen Wirbel zu vermeiden.

Obwohl die Treibstoffpreise heute bereits so hoch sind, dass sich dieses neue Verfahren lohnen wuerde, ist noch nicht alles eitel Wonne:

„Die Absauglöcher regen bösartige Wirbel an“, erklärt Kloker. Es werde also eine chaotische Luftbewegung erzeugt – im Gegensatz zu stabilen, „gutartigen Wirbeln“.

Bei Simulationen an einem Hochleistungscomputer haben die Forscher nun bestimmte Anordnungen der Löcher gefunden, bei denen bösartige Wirbel vermieden werden. „Der Trick ist“, sagte Kloker, „die Löcher oder Schlitze so anzuordnen, dass sie gleichzeitig absaugen und gutartige Wirbel erzeugen.“

Allerdings haben die beiden Forscher das Modell bisher nur an einem Flügel simuliert. Die wirkliche Revolution im Flugzeubau wird aber erst mit dem Bau von (Passagier-)Flugzeugen eingeleitet werden, die auf den Rumpf verzichten und nur mehr aus Flügeln („Nurflügler“) bestehen. Erfahrungen mit Militärjets gibt es ja bereits.

Da rollt’s mir doch die Flügel auf!

Boeing747-1.jpgWas im ersten Moment so aussieht, wie wenn das Flugzeug zu heiß gewaschen worden wäre, ist in Wirklichkeit ein radikal neues Design der Boeing 747. Die beiden nach oben gekrümmten Flügel (da rollt’s mir doch die Zehennägel auf!) sollen für eine bessere Aerodynamik sorgen und Treibstoff sparen helfen. Diese neuen Modelle wird es erst ab 2009 geben.

Boeing747-2.jpgSie sollen zuerst im Bereich der Frachtmaschinen eingesetzt werden. Offenbar will man den Passagieren noch nicht diese seltsamen ‚Dinger‘ zumuten. Manche sehen in der neuen Form leichte Ansätze eines ‚Cartoons‘. Bisher waren für Jahrzehnte die Flügel immer ‚gerade‘ und sind daher noch gewöhnungsbedürftig. Applaus – die von Boeing, die trauen sich was!

[Fotos:Boeing]

Zur ’never ending story’…

…entwickelt sich die Geschichte des ‚Transrapid‘. Obwohl 1978 erstmals als Konsortium ‚Magnetbahn Transrapid‘ gegründet, ist es bis heute – also 28 Jahre danach – nicht gelungen, in Deutschland einen offiziellen Linienverkehr zu installieren.
Yosemite, Wikimedia CommonsDa waren die Chinesen mit ihrem Lizenz-Transrapid schneller: Vertrag 2001, Probebetrieb 2002, offizieller Start 2004. Gleichzeitig entwickelt China seit 2003 ein ähnliches Produkt und möchte noch 2006 die ersten Testfahrten machen. Denn interessant wird es erst, wie sich die Technik bei Strecken von mehreren hundert Kilometern bewährt. Der Linienverkehr von Shanghai zum Flughafen Pudong ist nämlich nur 30 Km lang, das ist weniger als die 31,5 Km lange Teststrecke im Emsland (BRD).
Die jetzige deutsche Regierung hat zwar eine Absichterklärung abgegeben, ein Transrapidprojekt in Deutschland zu fördern, aber das sagt noch wenig.
So interessant es wäre, eine ‚berührungslose‘ Schwebebahn in den Echtbetrieb zu bringen, stehen offenbar die Kosten in keiner Relation zum Ertrag. Und wenn konventionelle Schienenfahrzeuge in Japan z.B. schon Geschwindigkeiten von mehr als 400 Km/h erreichen, wirken die für den Transrapid versprochenen 550 Km/h auch nicht mehr so toll.

Vom Top zum Flop

Ein schönes Beispiel dafür sind die beiden Überschallflugzeuge Concorde und Tupolev TU-144. Beide (relativ ähnlichen Modelle) sollten eigentlich den Flugzeugbau revolutionieren. Der Bau der Tupolev TU-144 wurde nach 16 Jahren (Baubeginn 1965, die letzte Maschine wurde 1981 fertiggestellt) eingestellt. Die Concorde wurde nach 15-jähriger Entwicklungszeit 1976 in den Liniendienst gestellt und war immerhin 27 Jahre (bis 2003) in Betrieb. Am 7. Februar 1996 legte eine Concorde der British Airways die Strecke New York – London in 2 Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden zurück. Warum sind beide Flops? Es hat nicht für weitere Generationen gereicht, die hohen Kosten waren nicht in den Griff zu bekommen.

Mehr Information über die Tupolev TU-144 und die Concorde bei Wikipedia.