In Salzburg hat sich Spitzengastronom Brandtner (bis August Chef der ‘Plainlinde’) nach mehrmonatiger Auszeit ein neues Projekt einfallen lassen: Er will künftig alle 3 Monate seine Gäste in einer anderen Location verwöhnen. Der Haubengastronomie hat er abgeschworen, dafür aber 2 Spitzenkräfte aus dem Ikarus (Hangar 7) abgeworben. Am 1. Dezember soll es im alten ‘Gusswerk’ losgehen! Lassen wir Stefan Brandtner selbst sprechen:
“Wir haben nur 63 Tage geöffnet, also werden wir jeden einzelnen Tag zu etwas Besonderem machen: unter dem Motto eines täglich wechselnden Zitats berühmter Schriftsteller, das uns inspiriert und zum Gespräch anregt. Wir werden eine moderne und geschmacksintensive Küche bieten, die der heutigen Zeit entspricht und sich dem Mainstream sowie jedem überflüssigen Schnick-Schnack verweigert. Unsere Weltoffenheit wird sich genauso widerspiegeln, wie das Wissen um die Traditionen der österreichischen Küche – beeinflusst vom wunderbaren französischen Bistro, wobei es mehr um die Atmosphäre als um klassische Gerichte oder Zubereitungsarten geht.“Ich bin schon gespannt, wie viele leer stehende spannende Locations es im Salzburger Raum gibt, denn Stefan Brandtner wird noch weitere 3 davon im Jahr 2012 brauchen! Ich höre auch schon die kritischen Stimmen: “Wie soll das gehen? Der kann ja nicht alle 3 Monate irgendwo ein Lokal neu einrichten - nur für kurze Zeit!” Gerade weil es so unmöglich scheint, bin ich schon sehr gespannt, wie er es lösen wird und wünsche ihm alles Gute! Auch wenn vielleicht letztendlich (nach einigen Erfahrungen) Ende 2012 ein etwas abgewandeltes Konzept steht. Da er noch nirgends im Internet zu finden ist und als Geheimtipp gilt: 0664-16 16 191.
Michaela Reitterer ist gerne ‘Vorreiterin’! Deshalb hat sie auch beim Zubau ihres Hotels ‘Stadthalle’ in Wien ein Konzept umgesetzt, bei dem sie sämtliche Energiekosten einspart. Wodurch?
Durch die Grundwasserwärmepumpe, Photovoltaikanlage, Solaranlage und drei Windräder (sind die jetzt endlich durch die Gemeinde Wien genehmigt?). Außerdem räumt sie Hotelgästen, die mit öffentlichem Verkehrsmittel anreisen, einen Rabatt von 10% ein. Warum allerdings Stammgäste ebenfalls den ‘Grünen Bonus’ von 10% erhalten (egal mit welchem Fahrzeug sie anreisen!) ist mir nicht ganz klar. Ich persönlich hätte hier zumindest irgendeine Unterscheidung vorgezogen, weil es nach außen so wirkt wie: Bei unseren Stammkunden ist es uns egal, ob sie die Luft verpesten!
Durch geschickte Planung bei der Hotelrenovierung und Hartnäckigkeit in den Verhandlungen mit den Behörden hat sie etwas umgesetzt, was angesichts des mittlerweile rundum beschlossenen Ausstiegs aus der Atomenergie ein Eckpfeiler in der Energiepolitik werden könnte: Jeder produziert seine Energie selbst, spart durch geschicktes Bauen sogar Energie ein und gibt etwas an die umliegenden Gebäude ab, die das (aus welchen Gründen auch immer) nicht können.
FH- Studentin Lisa Mayrhofer hat mich darauf hingewiesen: Ein Hotel in Berlin, bei dem in manchen Zimmern die Möbel von der Decke hängen. Oder ein Raum, der komplett in Orange getaucht ist. Ein Raum voller Symbole, ein Raum mit einem runden Bett, ein Raum, der aussieht wie ein Bergwerksschacht. Insgesamt sind es 31,5 Zimmer (0,5 ist das Zwergenzimmer), wovon jedes einzelne ein Kunstwerk ist. Das Hotel ist eigentlich ein Museum, in dem man über Nacht bleiben kann. Im Erdgeschoß befindet sich noch eine Galerie.
Der Berliner Artist Lars Stroschen wollte eigentlich nur 2 Zimmer vermieten, um damit Geld für seine Musikprojekte und sein Studio zu verdienen. Als Künstler war es ihm aber ein Anliegen, diese Zimmer nicht als klassische Fremdenzimmer, sondern eher als ‘Kunstwerk’ zu gestalten. Und so ist er nach und nach in ein Hotelprojekt ‘hineingeschlittert’, nachdem eine Pension in seinem Hause frei wurde. Aber es waren unzählige Hürden zu überwinden, bis sein Projekt endgültig genehmigt war (Der Klassiker bei ‘radikalen’ Innovationen). Heute kommen Interessierte aus aller Herren Länder, um sich die Propeller Island City Lodge anzusehen oder am eigenen Leib zu ‘erleben’.
Das Thema ‘Magnetschwebebahn’ wird in Europa mit mildem Lächeln quittiert, vor allem seitdem der letzte Versuch, ein Transrapid-Projekt von München zum Flughafen in Erding zu installieren, gescheitert ist. Deshalb möchte ich Ihr Augenmerk auf ein anderes Projekt richten, das gewisse Nachteile des Transrapid vermeidet, indem es unter die Erde in Vakuumröhren ausweicht: Es handelt sich um die Swissmetro, auch das Flugzeug ohne Flügel genannt. Details am besten im Video, auch wenn dieses schon 2001 gedreht wurde und nicht mehr alle Dinge stimmen (z.B. die erste Strecke soll Zürich-Bern werden, damals hieß es noch Zürich-Basel).
Im Jahr 2007 berichtet Swissmetro nicht viel Neues. Möglicherweise ist Ihnen die Rekordfahrt des französischen TGV vom 3.4.2007 mit 574,8 kmh in die Glieder gefahren!
Die Konkurrenz eines schon bestehenden Netzes in punkto Geschwindigkeit ist für Swissmetro natürlich groß. Aber die Auswirkungen eines Zuges, der mit rund 570 kmh durch die Landschaft rast, sind schon im Video zu erahnen. Abgesehen von der ungeheuren Lärmentwicklung zieht der Zug alles Mögliche wie ein Staubsauger mit sich.
Deshalb bleibt meines Erachtens die unterirdische Variante weiter interessant. In zahlreichen Blogeinträgen wird das Für und Wider kommentiert. Als größte Hürde (Kostenfaktor) wird die Aufrechterhaltung eines Vakuums in den Röhren gesehen. Sollte es jemals Realität werden, ist es auf jeden Fall eine Radikale Innovation, auch wenn hier nur (!) eine Magnetschwebebahn mit einer Art Rohrpostsystem kombiniert wird (Ich weiß schon, dort wird Druckluft verwendet, bei Swissmetro Vakuum oder Teilvakuum). Aber beide transportieren etwas sehr schnell durch Röhren.
Ein klassischer Fall bei dem eines der TRIZ-Lösungsprinzipien von Genrich Altschuller zum Tragen kommt (nämlich Nr.1=Zerlegen), wird bei Innovationen im Hotelbereich verwendet. War es bisher üblich, dass sich Hotelzimmer in 1 bis 2 Gebäuden befunden hatten, so verteilen sich nun die Zimmer über mehrere Gebäude in einem Ort oder einer Stadt. Beispiele dafür gibt es in
Hallstatt/Österreich
Auf drei verschiedene Gebäude verteilt: Das ‘Historik-Hotel Hallstadt’ soll nur Betten auf 4-Sterne-Niveau anbieten. Verwendet wurden z.B. das ehemalige Heimathaus sowie das Amtshaus der Salinen AG. Durch dieses Projekt entstehen auch neue Arbeitsplätze für Hallstatt.
Leuk/Schweiz
In verschiedenen, zum Teil verlassenen Häusern, werden Zimmer eingerichtet. Die Verpflegung findet an einem zentralen Ort statt.
Vnà/Schweiz
Ein ganzes Dorf soll eingebunden werden, die Touristen wohnen eher privat (dezentral) als in einem extra dafür errichteten Gebäude. Hatten wir das nicht schon mal als ‘Fremdenzimmer’?
Binntal/Schweiz
Ein Architekt möchte 8 bis 10 Häuser renovieren und das alte Schulhaus als Zentrum (Rezeption) einrichten. Genug leerstehende Häuser gibt es. Auch hier soll 4-Sterne-Niveau erreicht werden.
Alle diese Konzepte sind offensichtlich von dem in Italien erprobten Projekt des ‘Albergo diffuso’ inspiriert. Hier stand vor allem die Idee Pate, von Auswanderung bedrohte Regionen wieder zu beleben. In den Abruzzen entstand die erste Hotelanlage. Wenn Sie ‘Albergo diffuso’ googlen, dann finden Sie dort eine Vielzahl von bereits seit Jahren verwirklichten Projekten.
Burkhard Schneider hat in seinem Blog vor einigen Tagen zehn interessante Beispiele für Innovationen im Bereich ‘Hotel und Gastronomie’ zusammengefasst. Besonders ins Auge gestochen ist mir - offensichtlich gesteuert durch den momentanen Verlosungshype - das Restaurantkonzept von Momofuku Ko in New York. Bei genauerem Durchlesen habe ich dann entdeckt, dass sich hier die Verlosung von Sitzplätzen über das Internet gegenüber dem oben erwähnten Hype bei der Verlosung von Immobilien doch stark unterscheidet! Dort ist nämlich das Objekt der Verlosung genau bekannt, bei Momofuku nur bedingt. Ja, man kann einen Sitzplatz im Restaurant gewinnen, was es dann zu Essen gibt, bleibt eine Überraschung! Und während bei einer Hausverlosung eine vorgegebene Menge an Personen durch Einzahlung eines bestimmten Betrages (z.B. 99,00) erst ein Los ersteht, kostet die Teilnahme an der Sitzplatzverlosung nichts. In einem Fall kann es z.B. 9.998 Enttäuschte geben, die ihren Einsatz von 99,00 Euro umsonst bezahlt haben. Im anderen Fall gibt es vielleicht 200 Enttäuschte, aber keiner hat im vorhinein etwas bezahlt. Die 12 Auserwählten berappen allerdings dann im Vorfeld mit Kreditkarte. Und alle können morgen schon wieder ihr Glück probieren. Was Burkhard allerdings verleitet zu glauben, dass Warten bei Momofuku Ko (keine Bestellung, keine Bezahlung) passé wäre, der muss sich nach einem Besuch der Homepage von Momofuku Ko eines Besseren belehren lassen:
Zum Lunch soll man ca. 3 Stunden Zeit mitbringen (Preis derzeit rund 160 USD), zum Dinner ca. 2 Stunden (Preis derzeit ca. 100 USD). Auch das ist interessant: Ist es in der Gastronomie normalerweise üblich, dass die Preise am Abend teurer sind als zu Mittag, so ist es hier genau umgekehrt. Allerdings wird der Mittagstisch nur Freitag, Samstag und Sonntag angeboten. Da scheint es besser möglich zu sein, die verlangten 3 Stunden Zeit zu erübrigen!
Kaum aus dem Süden zurück, fasziniert mich eine Meldung, die ich bei Burkhard Schneider gefunden habe:
Lindner Hotels und die Fraunhofer Gesellschaft Duisburg aus Deutschland entwickeln gemeinsam in Future Labs verschiedene Perspektiven, wie die Hotelzimmer der Zukunft aussehen werden. Runde Formen, Relax-Räume in der Mitte, Roboter zur Bedienung und Zimmer, die den unterschiedlichsten Anforderungen (von Einzelzimmer bis zur Familiensuite) jeweils angepasst werden können. D.h. der Gast stellt sich seinen Zimmerwunsch in Modulbauweise zusammen. Um in diesem Konzept möglichst hohe Flexibilität anbieten zu können, müssen einige Gewohnheiten von früher über Bord geworfen werden, sprich: es muss radikal gedacht werden! Wie mache ich aus einer Dusche einen Waschtisch, aus dem WC ein Bidet, aus dem Bett vielleicht sogar eine Badewanne? Alles soll in der Wand verschwinden, aber das braucht viel Platz (der viel kostet). Ein Konzept der individuellen Möblierung habe ich an anderer Stelle in diesem Blog schon beschrieben.
Das entspricht ganz dem Trend der Industrie, jedem Kunden sein individuelles Produkt zu liefern. Wer dies zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten hinkriegt, wird in Zukunft vorne mit dabei sein. Interessant ist, dass ab November Testpersonen die verschiedenen Zukunftsmodelle im Duisburger inHaus ausprobieren können und deren Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen.
Das Cube Concept behauptet von sich mit etlichen Tabus im Hotelwesen gebrochen zu haben. Allein schon vom Design her - O-Ton aus der Cube-Homepage: “CUBE ist nicht bloß ein Hotel, sondern aufgrund seiner Loft-Architektur wie ein großes Wohnzimmer in den Bergen: Das Leben spielt sich außerhalb des Zimmers ab. Großzügige öffentliche Zonen auf allen Ebenen des CUBE fördern die Kommunikation. In der Lobby, sie ist Dreh- und Angelpunkt des Lebens im CUBE, laden Ledersofas vor dem großen, offenen Kamin, oder Sofawürfel im Atrium der Lobby zum Verweilen ein.”
Um sich einen Eindruck zu verschaffen, einfach das Video ansehen:
Das gesamte Konzept ist eher auf junge, sportbegeisterte Menschen abgestimmt, die Spaß haben möchten und sich sportlich betätigen wollen. Rampen statt Treppen zwischen den Stockwerken, damit Sportgeräte besser transportiert werden können. Jedem Zimmer ist ein ‘Showroom’ vorgelagert, in dem das Sportgerät und die Sportbekleidung bis zum nächstes Tag trocknet. Die Zimmer sind sehr einfach gehalten (z.B. 4-er-Zimmer mit Stockbetten), damit man sich hauptsächlich in den öffentlichen Zonen aufhält.
- Frühstück gibt’s bis 15 Uhr!
- Die Bar hat 24 Stunden im Tag geöffnet!
- Wer kein 2-oder 4-Bett-Zimmer exklusiv ordert, bekommt andere Mitbewohner zugeteilt (angeblich geschlechterunabhängig!)
- Der Zimmerpreis inklusive einer Liftkarte ist sehr günstig!
Schenkt man einzelnen Berichten Glauben, dann fühlen sich 30Jährige im Cube schon alt…
Seit einigen Jahren gibt es nun schon in der Gastronomie das Bestellsystem, bei dem die Servierkraft die Bestellung direkt vor dem Gast unmittelbar bei der Bestellaufnahme in einen kleinen PDA eingibt, der mit Funk ausgestattet ist. Sekundenbruchteile später werden die Getränke an der Theke, die Speisen in der Küche ausgedruckt. Damit wird wertvolle Zeit gewonnen und die Bedienung kann gebrauchtes Geschirr abräumen und Tische reinigen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Auch die Kundschaft hat ein gutes Gefühl, denn sie weiß ja, dass ihre Bestellung schon bearbeitet wird.
Auch beim Zahlen hilft dieses System, denn die Tischrechnungen werden sauber und vollständig ausgedruckt. Oder die Rechnung wird vorab mit den Gästen am Tisch besprochen, wenn getrennt abgerechnet werden soll. Es kann dabei nichts vergessen werden, denn die Bedienung hat ja die gesamte Bestellung auf ihrem Bildschirm. D.h. diese Funkbestellungen kürzen den Bestell- und den Bezahlvorgang beträchtlich ab. Gegenüber der früheren Zettelwirtschaft kann man das getrost als kleine Revolution sehen.
Noch mehr Zeit könnte man allerdings einsparen, wenn die Gäste ihre Wünsche gleich direkt an Küche und Theke funken könnten, ohne auf die Bedienung warten zu müssen!
Ein schönes Beispiel für Lösungsprinzip Nr. 27 nach TRIZ (Ersetze teure Langlebigkeit durch billige Kurzlebigkeit) ist ein Projekt der britischen Hotelgruppe Travelodge. Sie plant, schon in den nächsten Monaten mehrstöckige Hotelbauten aufzuziehen, die aus vorbereiteten Containern bestehen (werden in China erzeugt). Diese Hotels können innerhalb von 3 (!) Monaten aufgestellt werden und in sehr kurzer Zeit auch wieder abgebaut werden. Damit sind sie für jede Art von Großereignissen interessant. Vor allem können durch ein spezielles Rahmengitter die Hotelcontainer mehrmals an unterschiedlichen Plätzen wieder verwendet werden. Und werden sie unansehnlich oder reparaturanfällig bzw. haben ihre vorgesehene Lebensdauer abgedient, dann sollen sie recycled werden. Was bei den heutigen Stahlpreisen durchaus nochmals nette Einnahmen verspricht.
Durch die Vorfertigung, die geringe Bauzeit und andere Möglichkeiten, da oder dort noch einzusparen (z.B. durch die Standardisierung) soll ein Zimmer bei Travelodge angeblich nur rund EUR 25,00 pro Nacht kosten. Schon ab Juni in West London.
Travelodge wurde 1985 in Großbritannien gegründet und gilt allgemein als sehr innovativ. So bieten sie z.B. auf Wunsch einen großen zweiarmigen Kuschelpolster für Alleinreisende an, die gewohnt sind, mit einer zweiten Person einzuschlafen. Um weitverbreiteter Schlaflosigkeit vorzubeugen, haben sie sogar durch einen NLP-Experten 5 Beiträge zur Entspannung vom Alltagsstress ausarbeiten lassen, die auf ihrer Homepage heruntergeladen werden können.
[Gefunden beim ORF]