Archiv der Kategorie: Sport

Tanzen und auf Berge klettern trotz amputierter Beine

Dr. Hugh Herr aus Boston sind mit 17 Jahren bei einer Bergtour beide Füße erfroren. Trotz bester medizinischer Betreuung mussten ihm beide Beine oberhalb der Knie amputiert werden. Obwohl er gar nicht vor hatte zu studieren, hat er nach einem Weg gesucht, die Fähigkeiten seiner verlorenen Beine durch äußere Hilfsmittel zu ersetzen und ist heute Professor am weltberühmten MIT. Er verfügt dort über ein fantastisches Labor zur Erforschung der Vorgänge im menschlichen Körper im Zusammenspiel der Muskeln und Nerven bei diversen Fortbewegungen.

Sein Antrieb war, dass ihm die ersten Prothesen überhaupt nicht genügten, denn er wollte weiterhin die bisher gewohnten Sportarten betreiben. Seine Forschungen haben natürlich in erster Linie ihm selbst geholfen. Mittlerweile schätzen sich aber Kriegsveteranen und z.B. Opfer des Bostoner Bombenanschlages glücklich, ebenfalls von seinen Erkenntnissen zu profitieren.

Seine Forschungen gehen jetzt bereits weit darüber hinaus, Prothesen für Gehbehinderte zu optimieren. Er möchte ‚Gesunden‘ die Möglichkeit bieten, durch technologische Unterstützung Dinge tun zu können, die sie sonst gar nicht zusammenbrächten. Seine Vision ist, dass wir in Zukunft Schuhe und Kleidung haben werden, die nirgends einengt und drückt. Die Verbindung von Nerven und Muskeln mit computergesteuertem Material, das sich außerhalb des Körpers befindet, soll das ermöglichen.


[youtube TXLbV187AZU]

40 Jahre Fosbury Flop im Hochsprung

fosbury.jpgDer Präsident der deutschen Gesellschaft für Kreativität e.V. Dr. Jörg Mehlhorn aus Mainz berichtet in einem Schreiben an seine Mitglieder, dass 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexico-City der Fosbury Flop seine erste große Demonstration erlebte. Fosbury erzielte damit die Goldmedaille im Hochsprung. Es dauerte dann aber noch weitere 12 (!) Jahre bis diese Hochsprungtechnik zum Standard wurde.

Gegenüber dem vorher verwendeten ‚Straddle‘ war der ‚Fosbury Flop‘ (mit dem Rücken zur Sprunglatte) wirklich eine radikale Innovation in der Sprungtechnik. Und auch so unlogisch: Wer dreht einem Hindernis, das er überspringen soll, schon freiwillig den Rücken zu? Laut Wikipedia ist das Geheimnis dabei, dass der Schwerpunkt des Springers unter der Latte durchgeht.

Dieses Beispiel zeigt recht gut, dass radikale Innovationen oft sehr lange Zeit brauchen, um sich durchzusetzen. Viele Widerstände müssen überwunden, viele Anfangsfehler ausgemerzt werden. Ähnlich ist es auch den Skispringern ergangen, die lange Jahre im Parallel-Stil von der Sprungschanze segelten. Als im Jahr 1986 der schwedische Skispringer Jan Boklöv bei einem Trainingssprung die Ski auseinanderriss, um einen Sturz zu vermeiden, bemerkte er, dass er danach noch einige Meter weit flog. Er begann diesen Stil zu perfektionieren, der schließlich als V-Stil (nachdem er lange mit schlechten Haltungsnoten belegt wurde) weltweit seinen Durchbruch fand.

[Foto: Wikipedia]

Innovation durch Weglassen

ktm-x-bow.jpgVor einigen Tagen habe ich über ASIT (Advanced Systematic Inventive Thinking) berichtet. Ein wichtiger Teil dieser Methode ist das ‚Weglassen‘ eines oder mehrerer Bestandteile. Die österreichische Firma KTM hat dies mit ihrem Fahrzeug X-Bow extrem betrieben. Weggelassen wurden:

Scheiben, Türen, Fenster und Dach, Klimaanlage, Radio, Servolenkung und Bremskraftverstärker. Selbst von elektronischen Regelungen wie ABS und dem Schleuderschutz ESP, woanders längst eine Selbstverständlichkeit, will Österreichs neuer und einziger Automobilbauer nichts wissen. Auch Airbags sucht man vergeblich. Schreibt die SZ-online am 14.7.2008.

Dieser Vorgang ist übrigens häufiger zu beobachten: Innovation über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, heißt auch, dass ein Produkt irgendwann einmal überfrachtet wird. Derzeit passiert das im Automobilbereich mit der Elektronik. Damit wird das Produkt immer anfälliger, der Kunde immer satter. Und sehnt sich irgendwann einmal nach der ‚puren‘ Urform zurück.

Die ersten Fahrzeuge sind im August 2008 ausgeliefert worden. KTM verspricht einen Spaß wie beim Motorradfahren, aber halt auf 4 Rädern.

[Foto: KTM]

Widerspruch gelöst

Ganz gemäß den Überlegungen von Genrich Altschuller bei seiner Methode TRIZ wurde im Schiffsbau durch das neue Hyper-Sub eine originelle Lösung für Taucher gefunden. Der Widerspruch:

– Ober Wasser soll sich das Boot möglichst schnell bewegen (es erreicht etwa 70 Kmh) und daher möglichst leicht sein.

– Unter Wasser soll das Boot möglichst rasch und tief tauchen können (mehr als 350 Meter) und daher möglichst schwer sein.

Da die beiden Zustände nicht gleichzeitig gegeben sein müssen, lässt sich so etwas mittels TRIZ relativ einfach lösen: Man verwendet einfach die vorhandenen Ressourcen Luft und Wasser. Ober Wasser sind sehr große Tauchkammern leer (d.h. mit Luft gefüllt) und daher leicht. Sobald es abwärts gehen soll, werden diese Tauchkammern mit dem vorhandenen Wasser geflutet und daher extrem schwer, was rasches und tiefes Tauchen ermöglicht. Zurück an die Oberfläche geht es mit Pressluft.

[gefunden in der Wirtschaftswoche]

http://www.youtube.com/watch?v=DpTx7JoFIwg

CUBE Hotel – ein innovatives Konzept

Das Cube Concept behauptet von sich mit etlichen Tabus im Hotelwesen gebrochen zu haben. Allein schon vom Design her – O-Ton aus der Cube-Homepage: „CUBE ist nicht bloß ein Hotel, sondern aufgrund seiner Loft-Architektur wie ein großes Wohnzimmer in den Bergen: Das Leben spielt sich außerhalb des Zimmers ab. Großzügige öffentliche Zonen auf allen Ebenen des CUBE fördern die Kommunikation. In der Lobby, sie ist Dreh- und Angelpunkt des Lebens im CUBE, laden Ledersofas vor dem großen, offenen Kamin, oder Sofawürfel im Atrium der Lobby zum Verweilen ein.“

Um sich einen Eindruck zu verschaffen, einfach das Video ansehen:

Das gesamte Konzept ist eher auf junge, sportbegeisterte Menschen abgestimmt, die Spaß haben möchten und sich sportlich betätigen wollen. Rampen statt Treppen zwischen den Stockwerken, damit Sportgeräte besser transportiert werden können. Jedem Zimmer ist ein ‚Showroom‘ vorgelagert, in dem das Sportgerät und die Sportbekleidung bis zum nächstes Tag trocknet. Die Zimmer sind sehr einfach gehalten (z.B. 4-er-Zimmer mit Stockbetten), damit man sich hauptsächlich in den öffentlichen Zonen aufhält.

– Frühstück gibt’s bis 15 Uhr!
– Die Bar hat 24 Stunden im Tag geöffnet!
– Wer kein 2-oder 4-Bett-Zimmer exklusiv ordert, bekommt andere Mitbewohner zugeteilt (angeblich geschlechterunabhängig!)
– Der Zimmerpreis inklusive einer Liftkarte ist sehr günstig!

Schenkt man einzelnen Berichten Glauben, dann fühlen sich 30Jährige im Cube schon alt…

Salzburger Innovationspreis 2007

SkidataGestern Abend ist die Grödiger Firma Skidata mit ihrem neuen System ‚Freemotion‘ als Sieger aus zahreichen eingereichten Innovationen hervorgegangen. Was ist nun an diesem System anders als bisher? Wurde bisher der Zutritt – in diesem Fall zum Skilift – generell verwehrt und nur dann geöffnet, wenn man über ein gültiges Ticket verfügte, so dreht Skidata den Spieß um und lässt den Zugang oder die Durchfahrt durch das Zugangs-Gate nun offen. Nur wenn jemand keine gültige Karte besitzt, dann versperrt ein Dreharm die Durchfahrt. Das funktioniert deshalb, weil das System schon von weitem erkennt, ob jemand duchfahrtsberechtigt ist oder nicht.

Psychologisch gesehen ist eine barrierefreie Durchfahrt natürlich angenehmer als sich durch ein Drehkreuz (nach Freigabe) zu zwängen. Und bei großem Andrang wickelt das System natürlich mehr Durchfahrten ab als bisher. Intelligent wie es ist, kennt es gleich, ob ein Erwachsener mit Kinderkarte durchfährt. Mogeln geht also nicht.

Skidata ist gerade 30 Jahre alt geworden und setzt seinen Ehrgeiz immer in Richtung Innovationen ein. Deshalb werden auch 10% des Umsatzes jährlich in Forschung und Entwicklung investiert. Was jedoch ‚Otto Normalverbraucher‘ nicht weiß: Obwohl Skidata seinerzeit mit Skiliftzugängen begonnen hat, macht die Firma seit Jahren bereits nur mehr einen Teil ihres Umsatzes damit. Viel größer ist bereits der Anteil im Parkwesen. Aber auch bei Stadienzutrittssystemen ist Skidata aktiv.

[Foto: Skidata]