Archiv der Kategorie: Prozesse

Fernsteuerung revolutioniert Überwachung

Wir steuern schon eine Menge im Haushalt fern: den Fernseher, die Stereoanlage, die Jalousien und sogar die Zentralheizung lässt sich per Telefon ein- und ausschalten. Mittlerweile werden jedoch schon ganze Industrieanlagen ferngesteuert, manchmal aus einer mehrere hundert Kilometer entfernten Schaltzentrale, die vielleicht sogar in einem anderen Land liegt. Die Firma Linde leistet hier Pionierarbeit, die Siemens-Tochter Simatic engagiert sich mit Softwarelösungen und wittert einen Milliardenmarkt.

Vor Jahren hat mich schon fasziniert, dass Telefonanlagen durch Fernwartung gepflegt und teilweise sogar repariert werden konnten. Zumindest wusste ein Techniker schon, bevor er zum Kunden losfuhr, welche Platine er mitnehmen sollte, um sie zu ersetzen. Dies funktioniert heute bei Kreuzfahrtschiffen ähnlich: Wenn ein Teil ausfällt, registriert dies das Kontrollzentrum und organisiert die Anlieferung des zu ersetzenden Teils im nächsten Hafen. Auch U-Bahnen brauchen keinen Fahrer mehr.

Dass jedoch bereits ganze Fabriken wie von Geisterhand aus großer Entfernung gelenkt werden, war mir neu. Dies haben wir Satelliten und dem Internet zu verdanken. Webcams liefern ja auch schon Lagebilder von der Verkehrssituation oder vom Wetter. Beim Ausbau der Fachhochschule Salzburg in Urstein konnte man sich ständig über den Fortgang der Baumaßnahmen informieren.

[Quelle: bizforward]

Nachhaltiges Projekt zur Stromerzeugung

Die Firma HUSK Power Systems hat in der Provinz Bihar (Indien) eine Reihe von Anlagen in ländlichem Gebiet installiert, mit denen Strom aus Reishülsen gewonnen werden kann. Dieser Strom kommt sofort der ländlichen Bevölkerung in den Dörfern zugute. Einen interessanten Artikel dazu habe ich in der ZEIT online gefunden. Die Reishülsen konnten bisher für nichts anderes verwendet werden, wenn sie verrotten, setzen sie eine Unmenge an klimaschädlichem Methan frei. Es tritt hier also eine echte win-win-Situation für die Bauern ein.

Ein ähnliches Projekt gibt es in Brasilien: Dort wird allerdings in größeren Dimensionen gedacht. Es wurde dafür sogar Geld in Deutschland eingesammelt. Ein größeres Kraftwerk wurde in der Umgebung von 20 Reismühlen errichtet. Ein zusätzliches Geschäft macht der Betreiber damit, dass sein Kraftwerk hilft, CO2-Emissionen zu vermeiden. Dafür erhält er CO2-Zertifikate, die er wieder zu Geld machen kann. Dieses Projekt wurde allerdings als Geldanlage aufgezogen, das Projekt in Bihar ist (ohne mehrere Zwischenstationen) wirklich für die Ärmsten der Armen.

[Quelle: Der Glocalist]

Was bleibt vom Lissabonner Vertrag?

Gestern Abend war eine sehr interessante Sendung auf ServusTV zum Thema Innovationen und was zu diesem Stichwort aus dem Vorhaben der EU im Lissabonner Vertrag übrig geblieben ist. Wer die Sendung sehen möchte, drückt hier. Die EU wollte durch Innovationen weltweit die Marktführerschaft übernehmen. Heute jedoch geben China und Indien den Ton an. Ist Europa nicht mehr innovativ genug? Wir schielen viel zu stark auf technische Produktinnovationen, waren sich die Diskutanten in der Runde einig.

Die Lösung scheint eher darin zu liegen, sich um Prozessinnovationen in Organisationen und politischen Systemen zu kümmern. Weiche Faktoren, die einer radikalen Erneuerung bedürfen, soziale Systeme sollten neu erfunden werden! Wie schaffen wir andere Möglichkeiten, das Leben zu finanzieren, wie teilen wir Volksvermögen gerechter auf? Wie sorgen wir für Pflege im Alter, wie schaffen wir es, dass nicht die heute Jungen später mit enormen Schulden dastehen?

Ideen dazu gibt es genug, aber es fehlt an der Umsetzung. D.h. es müssten eigene Wege entwickelt werden, wie sinnvolle Verbesserungen auch durch den Apparat (oder am Apparat vorbei?) geschleust werden können. Das Internet bietet hier hervorragende Möglichkeiten, wir müssen sie nur nutzen. Innovationen sind ein lebenswichtiger Wirtschaftsfaktor, aber sind sie auch nachhaltig? Hier war sich die Runde nicht einig, denn Innovationen leben von rascher Abfolge („Das Bessere ist der Feind des Guten“). Wenn man aber den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ in Richtung von ‚Ressourceneinsparung‘ auslegt und nicht, dass etwas möglichst lange ’nachhält‘, dann passen diese Begriffe wieder zusammen.

Das weltweit 1. Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz

Michaela Reitterer ist gerne ‚Vorreiterin‘! Deshalb hat sie auch beim Zubau ihres Hotels ‚Stadthalle‘ in Wien ein Konzept umgesetzt, bei dem sie sämtliche Energiekosten einspart. Wodurch?

Durch die Grundwasserwärmepumpe, Photovoltaikanlage, Solaranlage und drei Windräder (sind die jetzt endlich durch die Gemeinde Wien genehmigt?). Außerdem räumt sie Hotelgästen, die mit öffentlichem Verkehrsmittel anreisen, einen Rabatt von 10% ein. Warum allerdings Stammgäste ebenfalls den ‚Grünen Bonus‘ von 10% erhalten (egal mit welchem Fahrzeug sie anreisen!) ist mir nicht ganz klar. Ich persönlich hätte hier zumindest irgendeine Unterscheidung vorgezogen, weil es nach außen so wirkt wie: Bei unseren Stammkunden ist es uns egal, ob sie die Luft verpesten!


[youtube s5Ys46U8Wfk&feature=related]

Durch geschickte Planung bei der Hotelrenovierung und Hartnäckigkeit in den Verhandlungen mit den Behörden hat sie etwas umgesetzt, was angesichts des mittlerweile rundum beschlossenen Ausstiegs aus der Atomenergie ein Eckpfeiler in der Energiepolitik werden könnte: Jeder produziert seine Energie selbst, spart durch geschicktes Bauen sogar Energie ein und gibt etwas an die umliegenden Gebäude ab, die das (aus welchen Gründen auch immer) nicht können.

TATA revolutioniert den Autobau radikal

nano-vorne1.jpgDas indische Großunternehmen TATA hat weltweit mit seinem TATA Nano (um rund 1.770 Euro) für Aufmerksamkeit gesorgt. Um ein Fahrzeug zu diesem Preis herstellen zu können, bedurfte es einer besonderen Philosophie. TATA bindet Zulieferer über längere Zeit an sich und entwickelt auch mit ihnen zusammen Bauteile (so z.B. mit einigen deutschen Firmen wie Bosch, das selbst eine Produktion in Indien hat).

Die strikte Preisvorgabe (100.000 Rupien) zwang die Designer zu komplettem Umdenken.

– Es gibt keine Heckklappe, den hinteren Stauraum erreicht man durch Umklappen der hinteren Sitzbank.
– Die Fenster der hinteren Reihe sind fest eingebaut, also nicht zu öffnen.
– Es gibt nur einen Rückspiegel auf der Fahrerseite.
– Es gibt nur einen Scheibenwischer (wie bei Mercedes).
– Das Lenkrad besteht aus nur einem Teil.
– Es gibt keine Servolenkung (bei einem Gewicht von rund 700 Kilo nicht nötig).
– Der 2-Zylinder-Heckmotor wird durch Lamellen nahe der hinteren Radkästen gekühlt.
– Die Anzeigen sind in der Mitte (wie auch beim Mini von Beginn an), daher kann der Nano sehr einfach rechts- oder linksgelenkt ausgeliefert werden.
– Es gibt keine Airbags, kein ABS, aber eine sichere Fahrgastzelle (siehe europäischen TATA Nano Crashtest – allerdings dort schon mit Airbags).

[ASIT-Prinzip: Objektentfernung], [TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 2: Abtrennung]

Wenn TATA letztendlich auch den Preis von 100.000 Rupien nicht ganz einhalten kann, ist das trotzdem der Einstieg für Millionen neuer Autofahrer in Indien, die bisher einspurig unterwegs waren.  2009 wurden Bestellungen durch Verlosung zugeteilt. Jetzt ist der Nano (mit einer Fülle von Finanzierungsangeboten) schon ab Schauraum beziehbar.

Eine 3-Zylinder-Version mit verstärkter Karosserie soll 2011 auch in Mitteleuropa (vorerst in Polen) für rund 5.000 Euro zu haben sein. Am Genfer Autosalon wurde dieses Jahr sogar eine Elektrovariante des Nano vorgestellt.

Der Konzern TATA fördert auch den Mut, sich an Neues zu wagen, in dem er einmal pro Jahr einen Preis für die beste ‚gescheiterte Idee‘ ausschreibt. Diese Textpassage habe ich im neuen Buch von Jens-Uwe Meyer  ‚Kreativ trotz Krawatte‘ auf Seite 21 gefunden. Er beschreibt dort auch sehr schön, dass die Innovationskulturen erfolgreicher Unternehmen durchaus unterschiedlich sind.

[Foto: TATA Motors]

Radikal Zeit sparen

Ein Beitrag im Blog von Burkhard Schneider über das Thema ‚Zeit‘ hat mich darauf gebracht, dass es durchaus möglich ist, auch in diesem Bereich radikale Innovationen anzubieten. Die von ihm in seinem Beitrag erwähnte Firma Dobotec hat einen OVERNIGHT-Service entwickelt, bei dem sie z.B. den Austausch von Bodenbelägen über Nacht anbietet. Sie renovieren Büroräume über Nacht bei voller Möblierung ohne Betriebsunterbrechung. Für dieses Konzept ist eine ganz spezielle Spachtelmasse und zeitsparendes Arbeitsmaterial nötig. Auch sind die Mitarbeiter besonders ausgebildet, um Computer, Telefone und Möbel zu bewegen. Sämtliche Abläufe müssen miteinander optimal abgestimmt sein, damit um 4.00 Uhr morgens alles wieder an seinem Platz steht.

Noch radikaler ist das Konzept der ‚Fraktalen Fabrik‘ nach Hans-Jürgen Warnecke. Die Fraktale agieren nach dem Prinzip der Selbstorganisation und der Selbstoptimierung als eigenständige Unternehmenseinheiten. Sie können dadurch auch Zeitabläufe extrem optimieren. Der Unternehmensberater Ernst Weichselbaum aus Waidhofen/Ybbs half 1996 schon der oberösterreichischen Firma Peneder Brandschutztore, ihre Lieferzeiten von ca. 4 Wochen auf 30 (!) Stunden umzustellen. In einem Artikel aus 2009 schreibt Weichselbaum, dass bei guten Firmen die Durchlaufzeit zur Bearbeitungszeit im Verhältnis 93:7 steht. Hier schlummern also noch tolle Reserven. Weichselbaum verzichtet auf jede Analyse des IST-Zustandes, denn er sagt: „Aus der Sicht des Bisherigen ist das Neue immer falsch“. Statt der Frage: „Geht es nicht besser?“ stellt er lieber die Frage: „Geht es nicht anders viel besser?“ Allerdings braucht es für die Zusammenarbeit mit ihm risikofreudige und willensstarke Unternehmer, denn die nötigen Umstellungen sind eine Revolution gegenüber den bisher angewandten Prozessen!

IKEA Guerilla Marketing

Spannend, was IKEA sich alles für ‚Radikale Innovationen‘ in Bezug auf Guerilla Marketing einfallen lässt. Wobei die Anwendung von ‚Guerilla Marketing‘ selbst schon für viele Firmen eine radikale Innovation darstellt. IKEA dekorierte z.B. in Manhattan Bushaltestellen, Gehsteige und Wiesen, stellte gefüllte Trinknäpfe für Hunde zur Verfügung und behängte Haltestangen in der U-Bahn mit Topflappen-Handschuhen (siehe Video). Im Frühjahr wurden Haltestellen in der Pariser Metro mit IKEA-Möbeln ausgestattet (siehe Video).

In Köln mischten sich 7 als Kartons verkleidete Teilnehmer in einen Karnevalsumzug und deren Helfer verteilten blaue IKEA-Tragetaschen, um für eine neue IKEA-Filiale zu werben (siehe Video).

Eine andere Idee von IKEA, die für starke Aufregung sorgte: Man nehme einen Film mit weltbekannten Schauspielern, statte einen Zuschauer im Kino mit einer speziellen Dia-Projektionslampe aus und lasse diesen ca. 3 Mal während des Films Produktnamen und -preise auf die entsprechenden Gegenstände im Film projezieren, um danach am Ausgang den IKEA-Katalog zu verteilen. Die Kommetare zu diesem Video reichen von ‚Gigantisch‘ bis zu ‚So eine Sauerei!‘.  Die Idee ist eher abgefahren, es könnte sich um einen Fake handeln. Oder der erste IKEA-Kinokatalog ist nur ein netter Werbefilm.

[youtube pxwZJH2S86g]

Sicher ein Fake dürften allerdings die von einer anderen Möbelkette (Conforama) über Paris per Fallschirm abgeworfenen Möbel sein (siehe Video). Vielleicht auch nur ein getürkter Werbefilm. Zumindest waren dann alle angeblich abgeworfenen Möbelstücke (samt Tragegurten und Fallschirmen) in den Auslagen der Conforama-Filiale am Pont-Neuf zu bewundern.

Fraunhofer-Institut bringt beschlagsfreie Scheibe

Gerade bei diesem Beispiel, das ich bei WELT-online gefunden habe, zeigt sich wieder einmal ganz deutlich, dass für gewisse Technologiesprünge auch neue Wege (neue Verfahren) im Produktionsprozess gefunden werden müssen, um diesen den Durchbruch zu ermöglichen. Das Ablagern einer Indiumzinnoxid-Schicht auf der Glasscheibe erfolgt Atom für Atom, damit die Scheibe später keine Risse bekommt. Genannt wird dieses neue Verfahren „High Power Impulse Magnetron Sputtering“. Und ist auch noch kostengünstig!

Durch diese Beschichtung wird eine Scheibe beschlagsfrei, was besonders im Winter von großem Vorteil ist. Außerdem kann die Scheibe ohne Drähte beheizt werden, da die Beschichtung elektrisch leitfähig ist. Sowohl im Haus- wie auch im Automobilbau ergeben sich daraus interessante Perspektiven.

Dann kann einem auch das nicht passieren, was folgendes Video zeigt:

http://www.youtube.com/watch?v=d9xCwtujA4U&list=QL

Smart Grids sichern Energiebedarf

Die „intelligenten Netze“ werden in Zukunft dafür sorgen, dass der Strom dorthin fließt, wo er gerade gebraucht wird. Wir werden tagsüber auf unserem Haus mit Sonnenkollektoren oder anderen Systemen Energie erzeugen und diese in das Netz einspeisen. Abends holen wir uns dann einen Teil davon zurück. Die Abrechnung erfolgt über „Smart Meter“, die den Energielauf in beiden Richtungen messen.

In dieses Konzept sollen auch Elektrofahrzeuge einbezogen werden, die oft stundenlang ohne Verwendung herumstehen. In dieser Zeit könnten sie mit ihren Batterien als Energiespeicher dienen. Dieser Kreislauf wird recht anschaulich auf der österreichischen Homepage zum Thema „Smart Grids“ dargestellt. Damit einher geht der Einsatz von Computersystemen, die diese intelligenten Netze steuern. Es wird deshalb möglich sein, dass sich bestimmte Geräte nur dann einschalten, wenn der Strompreis gerade günstig ist. Oder Energie ans Netz abgeben, wenn der Strompreis gerade einen guten Ertrag bietet.

Dazu ein kurzes Video.

Ein Mobilitätskonzept für Städte

citycar1-300x160.jpgDas MIT (Massachusetts Institute of Technology) hat 2008 ein interessantes Mobilitätskonzept für Städte entwickelt. Stapelbare Elektrofahrzeuge mit 2 oder 4 Rädern stehen an vielen Stellen zur Verfügung, z.B. bei U-Bahn-Ausgängen. Dort werden sie aufgeladen und können per Karte entlehnt werden. Auf dem Parkraum, den 2 PKWs benötigen, können schon 6 stapelbare Kleinautos abgestellt werden. Da diese Fahrzeuge maximal 45kmh fahren, brauchen sie auch nicht die üblichen Sicherheitsmerkmale und sparen so Gewicht.

Durch GPS-Ortung kann der jeweilige Standort eines Fahrzeugs sowie das genaue Bewegungsmuster der Fahrzeuge aufgezeichnet werden. Das liefert die Daten zur Verfeinerung des Konzepts, an welchen Stellen der Stadt wann wieviele Fahrzeuge gebraucht werden. Abgesehen davon kann jeder Benutzer natürlich dabei auch vom eingebauten Navigationssystem profitieren.