Archiv der Kategorie: Prozesse

Automatisch ans Ziel

Wer wird schneller die Zulassung durch die Behörden erhalten, das fahrerlose Auto oder das fahrerlose Schiff? Google hat es in einigen amerikanischen Staaten schon geschafft, ist aber kein richtiges Auto mehr. Der Ansatz von Google ist recht radikal, denn sie lassen gleich das Lenkrad und einige andere Dinge weg, die wir von einem Automobil gewohnt sind. Wenn auch Google mit seinem Fahrzeug schon seit längerer Zeit durch die Gegend tourt, so tippe ich doch eher auf Containerschiffe. Angeblich sollen diese völlig ohne Mannschaft an Bord von einem Ort zum anderen gelotst werden. D.h. eigentlich selbständig fahren bzw. alles den Computer entscheiden lassen. Erst wenn außergewöhnliche Umstände eintreten, soll ein Mensch als Lotse per Fernsteuerung die Verantwortung übernehmen.


[youtube CqSDWoAhvLU]

Einige Automobilhersteller fahren schon mit Versuchs-Autos durch die Lande. Trotzdem: Nach etlichen Gesprächen im Bekanntenkreis weiß ich: Die meisten haben arge Bedenken, das Lenkrad aus der Hand zu geben. Auch Autotester berichten vom mulmigen Gefühl, wenn sie tatenlos zusehen müssen, wie das Auto selbständig blinkt und anschließend ausschert, um einen LKW zu überholen. 

Algen statt Plastik

Nach langen Jahren der Forschung hat der Franzose Remy Lucas einen Weg gefunden, wie Algen als Rohstoff verwendet werden können. Und damit auf Erdöl als Grundstoff verzichtet werden kann. In einer ersten Stufe hat er noch halb Plastik, halb Algen verwendet und damit immerhin schon eine enorme Menge Erdöl eingespart. Aber mit Algopack ist es ihm gelungen, auf 100% Algen als Grundmaterial zurückzugreifen.

Für Staaten, die am Meer liegen ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, diese Algen nahe am Meer zu verarbeiten. Algen haben gegenüber Erdöl eine Menge Vorteile. Das Material wächst schnell nach, steht in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung und kann leicht geerntet werden. Im Gegensatz zu Plastik ist es kompostierbar und daher umweltfreundlich. Wer anläßlich der Suche nach dem verschwundenen Flug MH 370 gesehen hat, was alles in den Weltmeeren herumschwimmt, kann sich vorstellen, dass Algen als Verpackung (sollten sie wieder ins Meer gelangen) dort viel weniger anrichten können als Plastikteilchen, die Tiere und Menschen vergiften.


[youtube hIOkdKPWImg]

[Quelle: bizforward]

Behörden machen nicht nur Vorschriften…

ma48-hausgrun.jpg…sondern fördern Innovationen auch durch Vorbildwirkung.

Die Gemeinde Wien (MA 48) nützt eine Leistung des Wiener Start-ups Adaptivia, um eine bepflanzte Hausfassade am Matzleinsdorfer Gürtel zu bewässern. Ein interessantes Experiment, das angeblich die Kühlung von Wohnhäusern besser bewerkstelligt als jede Klimaanlage. Und wie wird das gemacht? Durch intelligente Mess- und Regeltechnik: Die Messdaten werden drahtlos über das Internet zu leistungsstarken Datenzentralen geleitet, die besser und schneller als eine Anlage vor Ort die entsprechenden Steuerungsbefehle geben kann. Dies wurde nur möglich, weil das Internet immer stabiler geworden ist und mittlerweile auch große Datenmengen sehr schnell übermittelt.

Adaptivia bietet diese Leistung auch an, um über Sensoren wertvolles Ladegut auf LKWs zu kontrollieren oder mögliche Fehler in Produktionsprozessen rasch zu entdecken. Auch der normale Wartungsbedarf von Anlagen kann so angezeigt werden.

[Quelle: INiTS, Foto MA 48]

Revolution im Internethandel

Interessant ist, dass Startups mit einer guten Idee gleich den gesamten Weltmarkt ins Auge fassen und ihre Haupt-Homepage deshalb auf Englisch gestalten. Oder in einem Video den Interessenten auf Englisch ansprechen.

http://www.youtube.com/watch?v=f4fqKHExmkE
[youtube f4fqKHExmkE]

Jeder, der im Internet einkauft, weiß, dass er sich meist durch dutzende Angebote durchklicken muss, um vielleicht das passende zu finden. Ein (optisch übersichtlicher) Vergleich zwischen mehreren Produkten verschiedener Firmen ist auch eher selten möglich. Selbst wer in einen Einkaufsmarkt geht, irrt oft lange umher, bis er eine Person findet, die Auskunft geben kann. Das soll nun im Internet anders werden – durch einen eigenen Assistenten. Der Smartassistant kommt aus Österreich und stellt beim Eintritt einige Fragen, genauso wie es ein Berater im Fachgeschäft auch tun würde. Dann trifft er eine Vorauswahl und lässt auch einen Vergleich zwischen mehreren Produkten zu. In einer individuell gestaltbaren Tabelle kann man dann seine Entscheidung treffen, welches Produkt einem am meisten zusagt. Angeblich lässt sich dadurch für Internetanbieter die Abschlussrate entscheidend erhöhen.

Das Team rund um dieses Angebot hat gemeinsam an der Wiener TU studiert und sich auf ‚Semantic Web‘ spezialisiert. Es will in den nächsten Jahren e-commerce damit entscheidend beeinflussen.

Im Jahr 2009 hatte ich schon über das Unternehmen ‚Get Friday‘ berichtet, über das man Aufgaben an einen persönlichen Assistenten auslagern konnte. Reale Personen in Indien haben über das Internet  (in deutscher Sprache) Theaterkarten bestellt, Reservierungen in Restaurants vorgenommen und vielleicht auch bestimmte Dinge besorgt. Sie können alles beschaffen, was keine persönliche Anwesenheit erfordert. Leider nicht mehr in Deutsch, denn dieser Dienst wurde mangels entsprechendem Personal bereits 2010 wieder eingestellt.

Das Essen rollt ohne Kellner bis zum Tisch

Vollautomatisierung + Elektronik ist ein oft benutztes Konzept in der Industrie. Wie aber kann das bei der Dienstleistung Restaurant funktionieren? Im Nünberger Restaurant „’s Baggers“ erhalten die Gäste am Empfang eine Plastikkarte. An jedem Tisch befindet sich eine elektronische Speisekarte, dort tippt man seine Speisenauswahl ein, die direkt in die Küche geht. Die eingeschobene Plastikkarte speichert die Bestellung und dient am Schluss zur Abrechnung. Über eine riesige Achterbahn schweben dann die einzelnen Speisen zu den Tischen, wo die Gäste ihr Essen selbst aus den Töpfen holen. Ein interessantes Erlebnis, das von vielen Gästen mit großer Begeisterung aufgenommen wird. Wie bei jeder radikalen Innovation waren am Beginn sehr viele Anpassungen nötig, um die Speisen gefahrlos bis zu den Gästen zu bringen. Das Konzept ist sehr gut durchdacht, denn die Besucher können auch sofort elektronisch ein Feedback geben und liefern so sehr konkrete Daten zur Qualitätskontrolle.


[youtube Fp6T0-NCZaQ]

Die Firma HeineMack aus Nürnberg hat das Konzept entwickelt und bietet es inzwischen international als Franchiselösung an.

Derzeit gibt es in Deutschland folgende „Achterbahn-Restaurants“:
‚s Baggers, Nürnberg
Schwerelos & Zeitlos, Hamburg
FoodLoop im Europa-Park, Rust (Baden-Württemberg)
Schwerelos, Dresden

Was Techniker von der Natur lernen

Bionik (Biologie und Technik) beim Bauen ist ein spannendes Thema.Wurden früher bereits Erkenntnisse über den Aufbau von Grashalmen zur Verbesserung der Statik beim Bau von Hochhäusern eingesetzt, so dienen heute die Beispiele aus der Natur oft dazu, anfällige (mechanische) Teile einzusparen bzw. auch Gewicht oder Energie zu sparen. Wie folgendes Video zeigt, hat man sich die Strelitzie (Paradiesvogelblume) zum Vorbild genommen, um in bestimmten Fällen Gelenke einzusparen. Ein Teil der Blume öffnet sich, wenn ein Vogel sich auf den äußeren Teil des Blattes setzt und schließt sich wieder, wenn der Vogel die Blume verlässt (also das Gewicht des Vogels keinen Druck mehr auf das Blatt ausübt). Durch die heute verfügbaren Fibermaterialien lassen sich Vorgänge aus der Natur wesentlich besser nachbauen als bisher, wo man starre Teile durch Gelenke beweglich machte. Allerdings sind diese Gelenke auch anfällig, daher werden immer wieder Wege gesucht, anfällige Teile zu vermeiden.

http://www.youtube.com/watch?v=8Bg3mEDV01k
[youtube 8Bg3mEDV01k]

Regenerative Medizin

Alles, was im Körper vorhanden ist, kann auch außerhalb des Körpers gezüchtet werden! Damit löst man eines der größten Probleme in der Medizin, dass nämlich Organe anderer Menschen vom Körper abgestoßen werden. Und es gibt bei weitem nicht genügend davon, die überhaupt gespendet werden. Auch künstliche Organe und Körperteile nimmt der menschliche Körper nur unter bestimmten Bedingungen an. Das erste Organ, das jemals verpflanzt wurde, war (1954) die Niere. Aber selbst nach fast 60 Jahren sind die Fortschritte in der Nierentransplantation zwar vorhanden, aber das eigentliche Problem noch immer ungelöst: Die Zahl der benötigten Nieren steigt unaufhörlich, das Angebot nur minimal.


[youtube tyGQ4NLgqaE]

Daher entnimmt man immer öfter Zellen des betroffenen Organs und trägt sie außerhalb des Körpers auf Material auf, das sich besonders gut zum Zellwachstum eignet. Über einige Wochen hinweg vermehren sich diese Zellen auf dem Trägermaterial und können dann im Körper eingebaut werden. Ohne abgestoßen  zu werden! Und die künstlich hergestellten Körperteile können in beliebiger Menge erzeugt werden, teilweise schon mit 3D-Druckern! Allerdings werden noch viele Jahre vergehen, bis diese Methode für komplizierte Organe wie Herz oder Niere klaglos funktioniert.

Das fahrerlose Auto…

…gibt es zwar noch nicht, aber mehr und mehr elektronische Systeme nehmen dem Autofahrer bestimmte Aufgaben ab oder unterstützen ihn bei der Fahrt. Seit vielen Jahren gibt es bereits den Tempomat, der die Geschwindigkeit automatisch regelt. Seit einiger Zeit wird dieser auch mit Abstandhalter angeboten, allerdings bisher nur bei teureren Fahrzeugen. Kommt man dem Vordermann zu nahe, bremst das System sanft ab. Schert jemand aus der Nachbarkolonne aus, bremst das System schon etwas abrupter. Kolonnenfahren im Stadtverkehr (Stop an Go) erledigt das System ganz alleine, der Fahrer kann sogar die Hände vom Lenkrad nehmen.

Es ist übrigens toll, was es alles schon gibt: Müdigkeitswarner, Lichtassistent, Nachtsichtassistent, Notbremsassistent, Parkassistent, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent und Verkehrszeichenassistent. Eine schöne Übersicht, welche Automarke was anbietet, gibt es bei www.bester-beifahrer.de.

Das kommt meinen Vorstellungen schon sehr nahe: Ich möchte mich z.B. nach der Autobahnauffahrt in Salzburg in eine Fahrzeugkolonne einreihen und 300Km bis Wien fahren, ohne dass ich selbst aktiv werden muss. Erst bei der Autobahnabfahrt greife ich wieder zum Lenkrad. Also etwas, das Flugzeuge schon seit Jahrzehnten beherrschen. Natürlich sind im Luftraum die Abstände zum Nachbarflugzeug viel größer, aber dafür sind auch die Geschwindigkeiten höher.

Aktualisierung Juli 2013: Mein Traum wird wahr: Die Briten experimentieren noch 2013 mit fahrerlosen Autos!
[Quelle: futurezone.at]

Top down in neuer Bedeutung

Top down wird vielfach im Geschäftsleben dafür verwendet, ein Verfahren zu benennen, das von der Unternehmensspitze nach unten wirken soll. So z.B., wenn die Ziele der Geschäftsleitung für das kommende Jahr allen Mitarbeiter durch die diversen Hierarchiestufen vermittelt werden soll.

Bei folgendem Beispiel geht es allerdings darum, ein Gebäude (meist einen Wolkenkratzer) langsam von oben nach unten abzutragen. Da zur Errichtung solcher Wolkenkratzer herkömmliche Baukräne nicht ausreichen, wurden schon Verfahren entwickelt, bei denen das Gebäude langsam nach oben wächst, weil auch die Schalung nach oben mitwächst. Soll das Gebäude wieder weg, wird es meistens gesprengt. Das ist ab einer bestimmten Höhe allerdings sehr riskant, weil da gleich ein ganzer Stadtteil in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Abgesehen von Staub und Lärmentwicklung ist auch zu bedenken, welche anderen Gebäude in der Nähe stehen.

So wurde nun eine neue Methode entwickelt, die so ein Hochhaus zwar sehr langsam, dafür aber Umwelt schonend abträgt, nämlich von oben nach unten, wie im folgenden Video zu sehen (ein Beispiel aus Japan).


[youtube WbzVfLWQNkA&feature=player_embedded]

Angeblich soll sogar beim Absenken der Rundum-Schalung Energie gewonnen werden und Teile des abgebauten Materials können wieder verwendet werden.

[Quelle: The Verge via more inspiration]

3D-Drucker erobern die Gastronomie

Dass 3D-Drucker als das Mittel erster Wahl gelten, um für die Industrie Prototypen zu erstellen, war mir bekannt. Dass in den USA aber bereits 3D-Drucker für die Gastronomie und auch bald für jeden Haushalt existieren, wusste ich bis heute nicht. Es beginnt mit der Dekoration von Torten und endet mit dem Erstellen kompletter Desserts. Das Design dafür kann man kaufen, mit einigem Geschick auch selbst erstellen. Alles, was sich CAD-mäßig darstellen lässt, kann vom Drucker übernommen und ausgeführt werden. Auf größeren Druckern kann man ganze Schokoladen anfertigen lassen, man übermittelt nur per Internet sein eigenes Design oder sucht es in einer reichhaltigen Palette aus. Junge Forscher der amerikanischen Cornell University entwickeln bereits an Geräten, die ca. 1.000 USD kosten. Sie stellen ihre Software als Open Source zur Verfügung. Bei Massenfertigung soll dann der 3D-Drucker für jede Küche (so die Entwickler selbst) „in etwa soviel wie ein iPad kosten“.


[youtube XQni3wb0tyM]

Für den Haushalt gibt es computergesteuerte Schneidecomputer schon um 99 USD bei Amazon.com. Mit Versandkosten und Zoll nach Europa wahrscheinlich das Doppelte, aber immer noch günstiger als in D um € 290,00. Sehen Sie nun, wie man so ein Gerät zur Tortendekoration einsetzt:
http://www.youtube.com/watch?v=RmsbFMs4eW0&feature=endscreen
[youtube RmsbFMs4eW0&feature=endscreen]