Archiv der Kategorie: Produkte

Warum 3D-Drucker die Welt revolutionieren werden

In wenigen Jahren wird es möglich sein, in Krisengebieten (z.B. nach Erdbeben) ohne langen Antransport von Baumaterial direkt vor Ort mit 3D-Druckern kleine Häuser zu drucken. Als Material dafür könnten Plastikflaschen dienen. In China wurden im vergangenen Jahr mit Riesendruckern an einem Tag zehn einstöckige Häuser gedruckt.

Aber auch in anderen Bereichen (wie in der Medizin) sind tolle Dinge möglich: So hat ein amerikanischer Familienvater für seine neunjährige Tochter eine tolle Übergangslösung bis zu einer eventuellen Transplantation gefunden. Von Geburt an hatte sie an der linken Hand unterentwickelte Finger, konnte fast nichts greifen und halten. Durch Internetrecherche kam er auf ein Schulprojekt ganz in seiner Nähe, wo eine Schulklasse mittels 3D-Drucker für seine Tochter eine Handprothese um ca. 5 (!) USD herstellen konnte.

[Quelle: Die WELT online]

Das fliegende Auto

Erst vor wenigen Wochen fiel in einer Diskussion der Satz: „Natürlich können Autos nicht fliegen!“ Ein paar Tage später sah ich das Video vom AeroMobil 3.0 aus der Slowakei. Ja, warum eigentlich nicht? Autos können ja auch schwimmen und seit kurzem selbst fahren. Natürlich ist das fliegende Auto eher ein Spleen (es ist dafür auch ein Pilotenschein nötig), das selbst fahrende aber durchaus für einen großen Personenkreis gedacht.

Angeblich hatte schon Henry Ford vorausgesagt, dass Autos eines Tages auch fliegen könnten. Es ist dies nur ein Beispiel mehr, wofür vielen Menschen die Fantasie fehlt. Genausowenig hätten wir uns vor einigen Jahren vorstellen können, dass wir Mobiltelefone besitzen, die uns das Wetter anzeigen, unsere Mails und ob das Restaurant ums Eck heute geöffnet hat. Meist können wir damit auch schon die Speisekarte ansehen. Und in manchen Restaurants auch das Essen bereits elektronisch vorbestellen.


Auto folgt Briefträger

Wie ein braver Packesel folgt der neue Volkswagen eT seinem Herrn, dem Briefträger. Der wandert am Gehsteig entlang und wirft Briefe ein, sein elektrisch betriebener Helfer fährt ihm einfach nach. Das Auto kann auch vom Beifahrersitz aus gesteuert werden, sodass der Fahrer nicht auf die Straße muss, d.h. immer vom Gehsteig aus- und einsteigt. Die Deutsche Post und VW haben hier gemeinsam einen Prototypen entwickelt, der genau auf die Bedürfnisse der Brief- und Paketzustellung ausgerichtet ist. Ein ausfahrbares Dach an der Hinterseite verhindert, dass es in den Wagen hineinregnet.


[youtube yVwIrwyaFMg]

Natürlich ist diese FollowMe-Funktion für viele andere Berufsgruppen ebenfalls interessant. Auch der geringe Wendekreis von 8,5 Metern besticht. Und dieser Lieferwagen ist umweltfreundlich!

Automatisch ans Ziel

Wer wird schneller die Zulassung durch die Behörden erhalten, das fahrerlose Auto oder das fahrerlose Schiff? Google hat es in einigen amerikanischen Staaten schon geschafft, ist aber kein richtiges Auto mehr. Der Ansatz von Google ist recht radikal, denn sie lassen gleich das Lenkrad und einige andere Dinge weg, die wir von einem Automobil gewohnt sind. Wenn auch Google mit seinem Fahrzeug schon seit längerer Zeit durch die Gegend tourt, so tippe ich doch eher auf Containerschiffe. Angeblich sollen diese völlig ohne Mannschaft an Bord von einem Ort zum anderen gelotst werden. D.h. eigentlich selbständig fahren bzw. alles den Computer entscheiden lassen. Erst wenn außergewöhnliche Umstände eintreten, soll ein Mensch als Lotse per Fernsteuerung die Verantwortung übernehmen.


[youtube CqSDWoAhvLU]

Einige Automobilhersteller fahren schon mit Versuchs-Autos durch die Lande. Trotzdem: Nach etlichen Gesprächen im Bekanntenkreis weiß ich: Die meisten haben arge Bedenken, das Lenkrad aus der Hand zu geben. Auch Autotester berichten vom mulmigen Gefühl, wenn sie tatenlos zusehen müssen, wie das Auto selbständig blinkt und anschließend ausschert, um einen LKW zu überholen. 

Tanzen und auf Berge klettern trotz amputierter Beine

Dr. Hugh Herr aus Boston sind mit 17 Jahren bei einer Bergtour beide Füße erfroren. Trotz bester medizinischer Betreuung mussten ihm beide Beine oberhalb der Knie amputiert werden. Obwohl er gar nicht vor hatte zu studieren, hat er nach einem Weg gesucht, die Fähigkeiten seiner verlorenen Beine durch äußere Hilfsmittel zu ersetzen und ist heute Professor am weltberühmten MIT. Er verfügt dort über ein fantastisches Labor zur Erforschung der Vorgänge im menschlichen Körper im Zusammenspiel der Muskeln und Nerven bei diversen Fortbewegungen.

Sein Antrieb war, dass ihm die ersten Prothesen überhaupt nicht genügten, denn er wollte weiterhin die bisher gewohnten Sportarten betreiben. Seine Forschungen haben natürlich in erster Linie ihm selbst geholfen. Mittlerweile schätzen sich aber Kriegsveteranen und z.B. Opfer des Bostoner Bombenanschlages glücklich, ebenfalls von seinen Erkenntnissen zu profitieren.

Seine Forschungen gehen jetzt bereits weit darüber hinaus, Prothesen für Gehbehinderte zu optimieren. Er möchte ‚Gesunden‘ die Möglichkeit bieten, durch technologische Unterstützung Dinge tun zu können, die sie sonst gar nicht zusammenbrächten. Seine Vision ist, dass wir in Zukunft Schuhe und Kleidung haben werden, die nirgends einengt und drückt. Die Verbindung von Nerven und Muskeln mit computergesteuertem Material, das sich außerhalb des Körpers befindet, soll das ermöglichen.


[youtube TXLbV187AZU]

Nichts ist besser als ein gesunder Schlaf

Und wieder hat sich ein StartUp innerhalb kurzer Zeit über 2 Millionen USD über kickstarter gesichert und rund 19.000 Unterstützer der ersten Stunde gefunden. Weil es sich mit einem der wichtigsten Themen für die Menschheit beschäftigt, nämlich dem Schlaf, der alle Batterien für den nächsten Tag wieder aufladen soll. Das aber nicht immer macht, weil wir unterschiedlichen Störungen ausgesetzt sind. Eine interessant designte Kugel (mit 3D-Printer natürlich), ein kleiner Knopf, der an den Kopfpolster geklemmt wird und eine App für iPhone oder Samsung Galaxy. Diese 3 Dinge waren während der Funding-Periode für 99 USD auf kickstarter zu haben, jetzt während der Pre-Order-Phase kostet das 129 USD direkt bei hello, dem kalifornischen Unternehmen, das dieses Produkt ab Dezember 2014 ausliefern möchte. Weltweit, anfangs nur in Englisch und mit amerikanischen Stecker, aber es kann jetzt schon auf 24h-Modus und Celsius eingestellt werden.

Im Video werden die einzelnen Funktionen beschrieben. Eine große Herausforderung war es, die verschiedenen elektronischen Überwachungsfunktionen auf kleinstem Raum unterzubringen. Auch die kickstarter-Seite war schon sehr professionell gemacht, das hat sicher beim Einsammeln der 2,4 Mio USD geholfen.


[youtube 6aR2Qzgtvq4]

[Quelle: bizforward]

Ein Auto für junge Leute: Renault KWID

Das neue Konzeptauto von Renault wurde von einer internationalen Mannschaft hautsächlich in Indien entwickelt und ganz auf die zukünftige Kundschaft abgestimmt. Die Jugend von heute steht dem Elektroauto viel positiver gegenüber als ihre Eltern und fotografiert gerne. Sie liebt technisches Spielzeug. Renault hat deshalb seinem KWID eine Drohne mitgegeben, die aus dem Dach aufsteigt und den Fahrtweg aus der Luft abbildet (dort muss sie in Zukunft allerdings achtgeben, nicht mit einer Drohne von DHL oder Amazon zusammen zu stoßen). Interessant ist auch eine weitere Neuerung: Vorne gibt es eine Sitzbank, bei der der Fahrer in der Mitte ‚trohnt‘! Dadurch fasst das Auto 5 Personen. Auch das Türkonzept geht neue Wege. Das von Renault bezweckte Resultat: Ein Auto zum Träumen!


[youtube SF7it6_2j7Q]

Algen statt Plastik

Nach langen Jahren der Forschung hat der Franzose Remy Lucas einen Weg gefunden, wie Algen als Rohstoff verwendet werden können. Und damit auf Erdöl als Grundstoff verzichtet werden kann. In einer ersten Stufe hat er noch halb Plastik, halb Algen verwendet und damit immerhin schon eine enorme Menge Erdöl eingespart. Aber mit Algopack ist es ihm gelungen, auf 100% Algen als Grundmaterial zurückzugreifen.

Für Staaten, die am Meer liegen ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, diese Algen nahe am Meer zu verarbeiten. Algen haben gegenüber Erdöl eine Menge Vorteile. Das Material wächst schnell nach, steht in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung und kann leicht geerntet werden. Im Gegensatz zu Plastik ist es kompostierbar und daher umweltfreundlich. Wer anläßlich der Suche nach dem verschwundenen Flug MH 370 gesehen hat, was alles in den Weltmeeren herumschwimmt, kann sich vorstellen, dass Algen als Verpackung (sollten sie wieder ins Meer gelangen) dort viel weniger anrichten können als Plastikteilchen, die Tiere und Menschen vergiften.


[youtube hIOkdKPWImg]

[Quelle: bizforward]

Die Gefahr rechtzeitig erkennen

theben-co2-sensor.jpgDen Beweis, dass aus Innovations-Workshops sogar manchmal radikale Innovationen entstehen, liefert mir ein Kollege, Innovationsberater Götz Schaude aus Rastatt. In einem Workshop unter seiner Leitung für die Firma Theben wurde ein CO2-Sensor entwickelt, der zu große Kohlendioxid-Belastung wie auf einer Ampel anzeigt (siehe nebenstehendes Bild)  bzw. bei Bedarf dem Raum Frischluft zuführt. Was besonders in Krankenhäusern und Schulen wichtig ist, denn dort wird auf Luftgüte besonderer Wert gelegt.

Das Messverfahren war prinzipiell schon bekannt, jedoch gab es noch keine marktgerechten und preislich für breitere Einsatzfelder attraktiven Serienprodukte. Anstelle der Verwendung von speziellen und daher sehr teuren Infrarotquellen wurde im Gerät die Messung unter Verwendung von einfachen Glühlampen so optimiert, dass „bezahlbare“ Serienprodukte entstanden sind. Dadurch kam eine neue Technologie zum Einsatz. Und diese Innovation hat der Firma Theben geholfen, ihre Position als Lieferant von intelligenten Systemen für die Gebäudeautomation zu festigen.

[Foto: Theben]

Erfolgsrezept für Start-ups

Wie kann ich das Risiko bei meiner Geschäftsidee minimieren? Ich mache mit wenig Aufwand von meinem Produkt Prototypen mit dem 3D-Printer und stelle mein Produkt bei kickstarter für 45 Tage ein. So weit so gut. Aber wie schaffe ich es z.B. nach 12 Tagen statt der angepeilten USD 10.000,- bereits USD 252.861,- eingesammelt zu haben?

1. Ich vermittle Fluggefühl: Ich schaffe eine leicht zu bedienende App, um jedermann mit seinem Smartphone zum Piloten werden zu lassen.

2. Ich zeige die Welt aus einer anderen Perspektive:  Du kannst eine Kamera auf deinem Mini-Hubschrauber platzieren und Videos aus der Luft in Echtzeit machen.

3. Ich personalisiere das Fluggerät: Jeder Käufer entscheidet selbst, wie sein Fluggerät aussieht (durch 3D-Printing).

4. Ich ködere Hacker: Das Produkt ist Open Source, du kannst es ändern wie du willst.

5. Es ist kein Löten nötig: In wenigen Minuten kannst du deinen persönlichen Helicopter zusammenstecken.

So sieht das Basisset aus:
kickstarter-hexcopter-2013-2.JPG

So könnten Speziallösungen aussehen:
kickstarter-hexcopter-2013-1.jpg

Und so lasse ich es fliegen:
kickstarter-hexcopter-2013-3.jpg

Ich bin sicher, dass dieses Produkt am Ende die Millionengrenze in US-Dollar knacken wird! Es hat jetzt schon 2.389 Unterstützer und 136 Kommentare, also Wünsche und weitere Ideen, um das Produkt noch besser zu machen. D.h. es wird direkt „in der Crowd“ fertiggestellt! Außerdem werden die Gründer auf ihrer Homepage eine Unmenge zusätzlicher Ausstattung anbieten, mit der man seinen Hexcopter noch aufmotzen kann: Also ist Zusatzgeschäft garantiert. Wahrscheinlich kann man sich diese Teile bald auch selbst auf seinem Homeprinter ausdrucken (den man bei Kickstarter als einer der ersten bestellt hat).

Aktualisierung: Der Copter hat zwar nicht die Million geschafft, aber immerhin fast 564.000 USD! Das ist auch nicht schlecht beim ursprünglich anvisierten Ziel von 10.000 USD.

[Fotos: Kickstarter]