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Innovation durch Weglassen

ASIT, Auto, Produkte, Sport 1 Kommentar

ktm-x-bow.jpgVor einigen Tagen habe ich über ASIT (Advanced Systematic Inventive Thinking) berichtet. Ein wichtiger Teil dieser Methode ist das ‘Weglassen’ eines oder mehrerer Bestandteile. Die österreichische Firma KTM hat dies mit ihrem Fahrzeug X-Bow extrem betrieben. Weggelassen wurden:

Scheiben, Türen, Fenster und Dach, Klimaanlage, Radio, Servolenkung und Bremskraftverstärker. Selbst von elektronischen Regelungen wie ABS und dem Schleuderschutz ESP, woanders längst eine Selbstverständlichkeit, will Österreichs neuer und einziger Automobilbauer nichts wissen. Auch Airbags sucht man vergeblich. Schreibt die SZ-online am 14.7.2008.

Dieser Vorgang ist übrigens häufiger zu beobachten: Innovation über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, heißt auch, dass ein Produkt irgendwann einmal überfrachtet wird. Derzeit passiert das im Automobilbereich mit der Elektronik. Damit wird das Produkt immer anfälliger, der Kunde immer satter. Und sehnt sich irgendwann einmal nach der ‘puren’ Urform zurück.

Die ersten Fahrzeuge sind im August 2008 ausgeliefert worden. KTM verspricht einen Spaß wie beim Motorradfahren, aber halt auf 4 Rädern.

[Foto: KTM]

Widerspruch gelöst

Produkte, Sport, TRIZ 1 Kommentar

Ganz gemäß den Überlegungen von Genrich Altschuller bei seiner Methode TRIZ wurde im Schiffsbau duch das neue Hyper-Sub eine originelle Lösung für Taucher gefunden. Der Widerspruch:

- Ober Wasser soll sich das Boot möglichst schnell bewegen (es erreicht etwa 70 Kmh) und daher möglichst leicht sein.

- Unter Wasser soll das Boot möglichst rasch und tief tauchen können (mehr als 350 Meter) und daher möglichst schwer sein.

Da die beiden Zustände nicht gleichzeitig gegeben sein müssen, lässt sich so etwas mittels TRIZ relativ einfach lösen: Man verwendet einfach die vorhandenen Ressourcen Luft und Wasser. Ober Wasser sind sehr große Tauchkammern leer (d.h. mit Luft gefüllt) und daher leicht. Sobald es abwärts gehen soll, werden diese Tauchkammern mit dem vorhandenen Wasser geflutet und daher extrem schwer, was rasches und tiefes Tauchen ermöglicht. Zurück an die Oberfläche geht es mit Pressluft.

[gefunden in der Wirtschaftswoche]

http://www.youtube.com/watch?v=DpTx7JoFIwg

Lass’ ein wesentliches Teil weg…

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emonsdoppeldeckerlkw.jpg…ist einer der Ansätze von ASIT (Advanced Systematic Inventive Thinking), um Innovationen anzudenken. Dort wird es

- Objektentfernung (Subtraction oder Trimming) genannt. Die anderen sind Vereinheitlichung, Multiplikation, Division und Symmetriebrechen.

Ein gutes Beispiel für das Weglassen eines wesentlichen Teils - nämlich starrer Achsen bei einem LKW - habe ich bei CREAX gefunden. Das dient dazu, die Ladefläche des LKW extrem absenken zu können und dadurch eine Art ‘Doppeldecker’ zu ermöglichen, der 54 Europaletten oder 87 Rollcontainer fassen kann. 21 Tonnen sind möglich. Jedes Rad hat Einzelaufhängung. Die Firma Emons in Holland hat dieses Konzept 2WIN entwickelt, das eine wesentlich bessere Ausnutzung eines LKWs garantiert. Die Fahrer können durch den eingebauten Lift die Ware selbst aus- und einladen oder z.B. direkt von einer Rampe in den oberen Bereich einstapeln. Sogar ein kleiner Stapler wird mitgeführt.

[ASIT-Prinzip ‘Objektentfernung’]

Den kleinsten Beamer der Welt…

Elektronik, Produkte 1 Kommentar

minibeameroculon.jpg…stellte Toshiba mit seinem FF1 im Jahr 2006 vor (135 x 55 x 100 mm). Noch kleiner war ebenfalls 2006 der Nano Projektor der israelischen Firma Explay, der in eine Handfläche passte. Gedacht war dieser allerdings schon zum Einbau in andere mobile Geräte. Im November 2007 zog das taiwanesische Unternehmen Oculon nach und stellte den Hikari 1440 Pro (82 x 77 x 45 mm) vor. Dieser arbeitet mit LCoS-Technik (Liquid Crystal on Silicon). Zuletzt toppte allerdings im August 2008 der Weltkonzern 3M mit seinem MPro 110 Mini-Beamer (115 x 50 x 22 mm ) und einem Gewicht von 152 Gramm alles bisher Dagewesene. Vor allem bietet er eine Projektionsfläche in der Diagonale von bis zu 50 Zoll (1,27 Meter) an. Ab Anfang minibeamer3m.jpgOktober kommt er in den Handel (Empfohlener VK zwischen 349 und 398 Euro). Auf www.3M-Minibeamer.de kann man sich jetzt bereits als Interessent registrieren lassen!

Der logische nächste Schritt wird der Beamer im Handy sein, weil damit Videos und Fotos gleich an die nächste Wand projeziert werden können. Diese Verkleinerung wird hauptsächlich durch die Technologie der LED (Light Emitting Diodes) ermöglicht.

[Fotos: Oculon, 3M]

CDs brennen ohne Software

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cdbrennen.jpgFantastisch: Ich brenne ungefähr EINE CD im Jahr. Da hab’ ich keine Ahnung mehr, wie das mit Nero und Konsorten geht. Und deshalb bin ich bei der Meldung ‘CDs brennen ohne Software’ auch sofort hängen geblieben. Was wird da angeboten?:

Der Hersteller TX-WEA aus Frankreich bietet drei verschiedene Varianten des “intelligenten” Rohlings an: Eine speziell für Fotos, die nicht nur das direkte Speichern, sondern immerhin auch die Grundmöglichkeit zum Drehen und Vorauswählen der Bilder bietet. Bis zu 950 Aufnahmen niedriger und 460 Fotos hoher Fotoqualität passen auf die 680 Megabyte große CD. Ein weiterer Rohling ist für unkritische Daten geeignet, und eine weitere CD bietet Speicherung und Schutz für sensible Daten. Die Rohlinge für vertrauliche Informationen besitzen zusätzlich zu dem Brennprogramm eine automatische Verschlüsselungssoftware.

Man kann diese CDs direkt auf der Homepage von TX-WEA bestellen oder aber in Google andere Lieferanten suchen. Auf ebay werden diese Rohlinge schon ab dem berühmten 1 Euro zur Versteigerung angeboten. Natürlich kosten sie mehr als ‘normale’ Rohlinge, aber für Seltenverwender wie mich - ideal!

Das passt übrigens genau zum Konzept, das von Microsoft angeblich in Zukunft angesteuert wird: Miete deine Software immer nur dann, wenn du sie brauchst und auch nur das, was du brauchst! Gerade Kleinunternehmer haben oft Angst, Ihre Daten außerhalb ihres Computers zu lagern. Genaugenommen sind diese Daten aber auf einem professionellen Server wahrscheinlich viel besser gesichert als auf ihrem eigenen PC. Ich hatte in den vergangenen Jahren schon ganze Datenbanken ausgelagert (so wie auch diesen Blog) und jetzt mein Customer Relations Management (bei salesforce.com) und bin damit bisher immer gut gefahren.

Gefunden in der WELTonline

[Foto: pixelio.de]

Die Autotür verschwindet…

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…um aus- oder einzusteigen: Sie rollt sich nämlich nach unterhalb weg. Ein Student von der FH Salzburg (Andreas Steinbacher), den ich im Fach ‘Kreativität und Innovation’ für Radikale Innovation begeistern konnte, hat mich auf folgendes Video hingewiesen, das er dem Blog ’sinn-frei’ entnommen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=AAtkoje4-eM

Nach Durchsicht zahlreicher Kommentare auf anderen Blogs (das Video wurde übrigens bereits mehr als 2 Millionen mal abgerufen!) war ich kurz geneigt, an eine ge’fake’te Sache zu glauben. Weitere Recherchen haben ergeben, dass ein gewisser John A. Townsend schon in den 90ern Patente angemeldet, diese aber angeblich nie bezahlt hat, weil seine damalige Firma Joalto trotz zahlreicher Sponsoren nach dem ‘Verbrennen’ mehrerer Millionen für die Entwicklung in Konkurs ging. Jetzt lebt die Geldsuche offenbar unter neuem Namen JaTech wieder auf. Townsend selbst ist jedenfalls weiterhin von seiner Idee beseelt, hat viele Sicherheitsbedenken lösen können und auch eine neue Gurthalterung samt verstellbarer Sitzseitenlehne erfunden, um seine Idee der versenkbaren Türe überhaupt zu ermöglichen.

Schon in den 90ern hatten sich etliche große Automobilfirmen für das Prinzip der versenkbaren Autotüre interessiert, aber nach näherer Prüfung die Finger davon gelassen. Eigentlich schade, denn im Sinne einer ‘radikalen Innovation’ klingt die Idee wirklich bestechend. Und zeigt wieder einmal, dass solche Innovationen unheimliche Hürden bis zu einem möglichen Erfolg überwinden müssen.

Der LEGO-Stein wird 50…

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lego-holz.jpg…und hat anläßlich des Ideenparks von Thyssen-Krupp, der dieses Jahr auf dem Stuttgarter Messegelände stattgefunden hat, den CREO der Gesellschaft für Kreativität verliehen bekommen. Dieser Preis wird jährlich an Unternehmen verliehen, die sich besonders um das Thema Kreativität verdient gemacht haben. Warum LEGO diesen Preis verdient hat, braucht nicht näher erläutert werden.

Hier noch einige Hintergrundinformationen:

Mit Holzspielzeug hat LEGO 1932 begonnen. Die nebenstehende Ente soll ein Verkaufsschlager gewesen sein! Mit Plastikspielzeug hat LEGO 1952 als Pionier in Dänemark begonnen, nachdem die Holzwerkstatt zweimal abgebrannt war. Der LEGO-Stein in seiner heutigen Form wurde 1958 aus der Taufe gehoben. Zahlreiche weitere Erfindungen haben LEGO zu einem der beliebtesten Kinderspielzeuge der Welt gemacht.

lego-steine.jpg

Aber die LEGO-Gruppe arbeitet bereits an der Zukunft und hat seit einigen Jahren auch auf Roboter gesetzt. Mit LEGO MINDSTORMS können intelligente LEGO-Modelle gebaut werden, die dem Elektronik-Zeitalter gerecht werden.

LEGO legt besonders viel Wert darauf, die Kreativität der Spielenden (ob jung oder alt) anzuregen und das LEGO-System wird auch im Unterricht eingesetzt.

Detail am Rande: Durch seine spezielle Bauweise ist ein LEGO-Stein angeblich unzerstörbar. Er kann also bestenfalls weiter ‘vererbt’ werden…

[Fotos: Pressestelle LEGO und innokaan]

Schneiden mit Laser

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1960 wurde der erste Laser (ein Rubinlaser) gebaut. Mittlerweile gibt es sensationelle Weiterentwicklungen. Laser wird zum Schneiden, Schweißen, Kleben, Entfernen und Messen von Dingen eingesetzt. Sicher ist diese Liste noch wesentlich länger. Nehmen wir den Bereich des Präzisionsschneidens heraus:

In der Medizin wird der Laser bei Operationen wie ein Skalpell genutzt. Das stellt sicher eine radikale Innovation gegenüber der früheren Verwendung von anderen Schneidewerkzeugen dar. Mit Laser werden Tätowierungen und Narben entfernt, aber auch Teile von Nieren. Gerade im Bereich der Augen wird ebenfalls viel mit Laser gearbeitet.

Auch in der Metallindustrie wird häufig mit Laser geschnitten. Und zwar mit unglaublicher Präzision! Wikipedia hat das Thema noch ausgewalzt: Dort findet sich sogar ein Artikel über drei verschiedene Arten des Schneidens:

Laserstrahlschmelzschneiden
Laserstrahlbrennschneiden
Laserstrahlsublimierschneiden

Abgesehen davon gibt es natürlich auch noch Lichteffekte, die mit Laser erzeugt werden. Außerdem die in fast jedem Büro stehenden Laserdrucker, wo der Laser für die Belichtung einer Bildtrommel sorgt. Zwar hat sich die Verwendung von Laser während der letzten Jahrzehnte bereits in viele Bereiche des Lebens vorgearbeitet -trotzdem stehen wir wahrscheinlich mit den Möglichkeiten zur Nutzung von Laser noch vor ungeahnten Anwendungsbereichen!

[Foto: Lasercut.de]

Nierensteine werden zertrümmert

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Früher wurde operiert oder mit Hilfe von Schlingen versucht, die Steine herauszuziehen. Teilweise mussten Patienten mit einem Gewicht an der Schlinge stunden- oder tagelang (im Nachthemd!) herumgehen bis der Stein durch den Harnleiter nach außen gezogen war. Ausserdem war eine gewisse Verletzungsgefahr gegeben.

Ohne Operation können seit 1980 Nierensteine von außen durch Stoßwellen zertrümmert werden, um anschließend in kleinen Steinchen über den Harnleiter ausgeschieden zu werden. Dornier hatte im Flugzeugbau festgestellt, dass Regentropfen beim Anschlagen auf den Tragflächen Haarrisse erzeugen. Die Energie wird durch Stoßwellen übertragen. Das hat man sich zu Nutze gemacht und verwendet nun das menschliche Gewebewasser, um Stoßwellen von außen auf die vorher mittels Ultraschall oder Röntgen georteten Steine zu lenken. Dies kann ambulant erfolgen. Wenn keine Komplikationen auftreten, können die Patienten nach 1-2 Stunden nach Hause gehen.

nierensteinzertrummerer.jpg Mussten früher die Patienten am Tisch bewegt werden, sorgen heute bewegliche Teile dafür, dass der Patient unbeweglich am Tisch liegen bleiben kann. Auch Siemens hat sich mit seiner Medizinsparte stark auf dem Sektor der Nierensteinzertrümmerung engagiert. In einer Presseaussendung aus dem Herbst 2006 rühmt sich Siemens , nahezu alle Steine innerhalb einer einzigen Sitzung (man sollte eher ‘Liegung’ sagen) zu zertrümmern!

[Foto: Siemens]

Wer hat noch keine Mikrowelle?

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p1070011.JPGIm Jahr 1946 in den Vereinigten Staaten erfunden, steht der Mikrowellenherd (kurz Mikrowelle genannt) heute schon fast in jedem Haushalt. Man kann getrost sagen, dass die Mikrowelle das Kochen revolutioniert hat:

- Speisen werden binnen weniger Sekunden erwärmt

- Es brennt nichts an

- Tiefgekühltes wird in Minuten statt in Stunden aufgetaut

Dass dem Erfinder Percy Spencer bei der Arbeit an einem aktiven Radar ein Schokoladeriegel in der Tasche schmolz (und er den Zusammenhang erkannte) wusste ich bereits. Neu für mich war beim Durchforsten von Wikipedia allerdings, dass der Chaos Computer Club dazu aufgerufen hatte, “die Chips in den neuen Pässen mittels Mikrowelle zu zerstören, um so gegen die überbordenden Überwachungsmaßnahmen einen Akt zivilen Ungehorsams zu setzen“.

Obwohl sich die Mikrowelle in vielen Fällen in unserem Haushalt als segensreich erwiesen hat, stehe ich ihr immer noch etwas skeptisch gegenüber. Denn als technischer Laie fühle ich mich schon von sehr vielen verschiedenen “Wellen” in unserem Haushalt umgeben. Und es werden täglich mehr…