Radikale Innovation in der Fotografie

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lytro-kamera.jpgDie Firma Lytro bringt Anfang dieses Jahres eine Lichtfeldkamera heraus (ab ca. 400 USD), die ein Scharfstellen verschiedener Teile eines Fotos ermöglicht, nachdem das Foto geschossen wurde. Fotos enstehen somit auf völlig neue Art und Weise: Es werden unterschiedlichste Lichtdaten gespeichert und dann am besten in der Cloud (z.B. bei Lytro) abgelegt. Diese neue Technik ermöglicht die Anpassung an jeden anderen Computer, auf dem die Fotos anschließend geöffnet werden, eignet sich also ideal für die neuen Netzwerke, auf denen Millionen von Fotos hochgeladen werden, um sie mit anderen zu teilen. Auch auf Smartphones kann der Betrachter dann selbständig eine eigene Scharfstellung wählen.

Die Kamera ist relativ klein und vom Design sehr einfach gehalten. Das Verfahren ist seit vielen Jahren bekannt, aber erst jetzt ist es gelungen, eine entsprechende Kamera für den Normalverbraucher zu entwicklen.

[Quelle: Stern-online]  [Foto: Lytro]

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BMW riskiert viel

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bmw-i3.jpgDes öfteren habe ich schon darüber berichtet, dass Großkonzerne ihre Schwierigkeiten damit haben, riskante Projekte unter dem Titel ‘Radikale Innovation’ anzugehen. BMW bildet hier in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme:
1. Es treibt die Entwicklung eines Elektroautos (i3) voran, wobei man sich hier auch schon die Kosten mir anderen teilt. Allerdings hat der CEO von BMW grünes Licht gegeben, dieses Projekt unabhängig von allen eventuellen Sparmaßnahmen, mit einem hohen Budget vorrangig zu forcieren.
2. Bei diesem Projekt sollen erstmals zwei Teile zum Einsatz kommen: Ein Unterboden aus Stahl und eine Fahrgastzelle aus Carbon. Damit ist BMW in der Entwicklung von Carbon als Werkstoff im Automobilbau ganz weit vorne, den anderen angeblich um Jahre voraus. Allerdings ist noch sehr viel Forschungsarbeit nötig, um Carbon (leicht und doch sehr robust) zu einem Preis verarbeiten zu können, der das Elektroauto noch ‘verkaufbar’ macht. Denn auch die hohen Kosten für die Batterie beeinflussen den Verkaufspreis stark. Und wenn sich dann Carbon doch nicht durchsetzt, hat BMW enormes Geld in den Sand gesetzt. An diesem Wettlauf beteiligt sich jetzt auch schon VW, das in einigen Jahren die Nr. 1 im Automobilbau anstrebt. Also kann die Strategie von BMW so falsch nicht sein.

[Foto: BMW]

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Von oben die Erde betrachten

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Die Erfindung der künstlichen Satelliten hat bedeutend dazu beigetragen, eine Reihe von neuen Dienstleistungen zu fördern. Ursprünglich für die Weltraumerforschung und Raumfahrt eingesetzt (der erste von den Sowjets 1957), wurden recht bald auch andere Verwendungszwecke in Angriff genommen. Neben den Möglichkeiten, Radio- und Fernsehsendungen weltweit zu übertragen (wir können heute im Ausland fernsehtechnisch so leben wie zu Hause) taten sich bald viele andere Einsatzgebiete speziell im Bereich Beobachtung auf.

Natürlich war die mehrheitlich elektronische Kriegsführung der Hauptantrieb zur Beobachtung der gesamten Erdkugel von oben. Und die schönen Bilder, die wir heute auf Google Earth oder Google Maps von unserem Garten am PC-Schirm empfangen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Momentaufnahme sind, die bereits Monate oder sogar Jahre alt ist. Denn tagesaktuelle Bilder können sich nur Geheimdienste leisten. Oder doch nicht? Deutsche Forscher arbeiten mit Laser-Datenfunk daran, die Datenübertragung 100 Mal schneller als bisher mit Mikrowellenfunk zu machen. Damit können Bilder von Naturkatastrophen wesentlich schneller als bisher zur Verfügung stehen, um auch Hilfskräften einen Überblick zu geben, was wo zu tun ist. Andererseits kann kein Staat der Erde mehr heute gröbere Störfälle verstecken (z.B. Unfall in einem Atomkraftwerk), ohne dass die Nachbarn sehr rasch davon Kenntnis erlangen.

Ein zusätzlich Einsatzgebiet für Private: Wenn ein Immobilienmakler im Internet ein Objekt halbwegs gut beschreibt und mit Fotos ausstattet, ist es per Google Maps nach intensiver Suche und guten Ortskenntnissen ohne weiteres möglich, das Objekt auch ohne Makler zu finden. Sollte er keinen Exklusivauftrag haben, ist er um seine Provision umgefallen!

Brustkrebs radikal (an der Wurzel) bekämpfen

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In der Wirtschaftswoche gelesen: Die Techniker der Carl Zeiss Meditec haben ein Verfahren gefunden, das die wochenlange Bestrahlung nach einer Brust-OP zumindest teilweise ersetzt, in sehr günstigen Fällen möglicherweise ganz entfallen lässt: Sie haben ein Bestrahlungsgerät Intrabeam entwickelt, das mobil in jeder Klinik ohne großen Sicherheitsaufwand eingesetzt werden kann. Der Clou: Noch während der Operation - nachdem der Tumor entfernt wurde, wird das kugelförmige Bestrahlungsgerät in die Wunde eingeführt und die Stelle, an der der Tumor vorher saß, direkt von innen bestrahlt (ca. 20-30 Minuten). Dies verlängert zwar die Operationszeit, schont aber die umliegenden Organe und verkürzt nachfolgende Bestrahlungen erheblich. Auch die Anschaffungskosten stehen in keinem Vergleich zu den großen Linearbeschleunigern, wo manchmal ‘mit Kanonen auf Spatzen’ geschossen wird.

http://www.youtube.com/watch?v=Fb4P2abNmcI

Wenn auch vorerst nur für Tumore bis zu einer Größe von 2cm geeignet, werden bereits andere Einsatzgebiete getestet. Am weitesten soll die Anwendung bei Tumoren in der Wirbelsäule sein. Neben den erheblichen Erleichterungen für die Patienten ergibt sich mit der neuen Methode auch eine radikale Kostensenkung in der Krebsbehandlung.

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Mit Glas sind viele Innovationen möglich

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Ich hatte ja schon einmal über den intelligenten Badezimmerspiegel berichtet. Beim innovativ-in-Blog bin ich nun auf das folgende Video gestoßen, in dem die Firma Corning noch eine Fülle anderer Einsatzmöglichkeiten von Glas für die Zukunft sieht. Der Badezimmerspiegel ist auch dabei.

http://www.youtube.com/watch?v=6Cf7IL_eZ38&feature=player_embedded#at=317

Glas soll in vielen Bereichen als Display verwendet werden: Im Haushalt, im Auto, im Büro, auf der Straße (Werbung und Verkehrsnachrichten, Pläne bei Busstationen) und im Unterhaltungsbereich. Speziell die Kombination von Glas und Elektronik bietet hier eine Fülle von Anwendungen. Besonders stark wird wahrscheinlich die Werbung diese Möglichkeit nutzen.

In Kombination mit dem Smartphone (natürlich wieder Glas) sind die Einsatzmöglichkeiten schier unerschöpflich.

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Die Stromboje aus der Wachau

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Der Österreicher Fritz Mondl hat eine stromerzeugende Boje erfunden, die in der Größe eines Haifisches in der Donau schwimmt und die Strömung des Flusses nutzt, um Energie zu erzeugen.

http://www.youtube.com/watch?v=C8Vay-es9FA

Als Wassersportler hatte er oft mit der starken Strömung der Donau zu kämpfen und fragte sich schließlich, ob man diese nicht noch anders nutzen könnte. Noch dazu, wo in der Wachau weder Windräder, noch Solarpaneele und schon gar keine Wasserkraftwerke erlaubt sind. Sein schwimmendes Wasserkraftwerk greift nicht in die Natur des Gewässers ein und ist ungefährlich für Schiffe, Fische und andere Wassertiere. Auch erfolgen keine großen baulichen Eingriffe. Mondl hat den ersten Prototyp bereits 2006 in die Donau gehängt, der zweite hat seit 2009 weitere wertvolle Erfahrung geliefert und sein Projekt hat 2010 den Klimaschutzpreis gewonnen. Ein größerer Prototyp wird 2011 folgen, 2012 ist eine Serie in der Wachau geplant, 2013 soll die Serienfertigung beider Typen anlaufen. Auch um diese radikale Innovation umzusetzen, mussten viele Jahre und Tests ins Land gehen…

[TRIZ-Prinzip Nr. 22: Schädliches in Nützliches umwandeln]

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Natürlicher Kunststoff - ist das nicht ein Widerspruch?

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Unsere Welt ist mit Plastik gefüllt, das uns noch Generationen lang begleiten wird…

http://www.youtube.com/watch?v=NUrKzTfobR8

Das österreichische Unternehmerehepaar Ute und Johann Zimmermann möchte das ändern und hat sich in den Kopf gesetzt, Produkte aus sogenanntem natürlichen Kunststoff zu erzeugen. Es hat für sein relativ junges Unternehmen absichtlich die daraus entstehende Abkürzung NaKu gewählt und schützen lassen. DI Zimmermann kommt aus der Kunststoffbranche, die Vision einer Kreislaufwirtschaft hat ihn aber schon immer fasziniert. Aus dem Aspekt, dass ein herkömmliches Plastiksackerl aus dem Handel möglicherweise mehrere Jahrzehnte braucht, um dann nicht zu verrotten, sondern in viele kleine Teile zu zerfallen, hat er viele Jahre geforscht, wie denn natürliche und nachwachsende Rohstoffe als Verpackungsmaterial einsetzbar wären. Bei Mais und Kartoffeln ist er fündig geworden, auch deshalb, weil diese hier wachsen und daher für diese Rohstoffe keine langen Transportwege nötig sind.

In einer industriellen Kompostieranlage verrottet das NaKu-Sackerl innerhalb von 3-5 Tagen! Aber werden hier nicht wertvolle Lebensmittel als Verpackungsmaterial missbraucht? Zimmermann forscht schon, was aus Neben- und Abfallprodukten der Lebensmittelindustrie verwendet werden kann - dies ist allerdings noch Zukunftsmusik. Er führt aber ins Treffen, dass für die Erzeugung von zig-tausenden von NaKu-Sackerln nur eine verschwindend geringe Menge an Rohstoffen nötig ist. Auch Tiefziehfolien und Flaschen stehen schon auf seiner Versuchspalette.

Anfänglich noch sehr zögernd vom Handel angenommen, entschließen sich immer mehr Firmen, dem (vom Kunden zu zahlenden) NaKu-Frischhaltebeutel eine Chance zu geben. Und Zimmermanns haben inzwischen so viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für ihre Idee entdeckt, dass es ihnen schwer fällt, sich auf einige wenige zu konzentrieren.

Becher von unten (!) befüllen

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Ein interessantes neues Getränkefüllsystem habe ich bei CREAX entdeckt:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=wiu_IX14wLI

Mit diesem System ist es möglich, 56 (!) Becher Bier in 1 Minute zu befüllen. Den Videobeweis hat die amerikanische Firma GrinOn Industries angetreten - allerdings mit 3 Personen. Der Rekord, wenn nur 1 Person die Becher befüllt, liegt derzeit bei 44 Bechern.

Wie funktioniert nun das System? Die Becher haben an der Unterseite einen Magnetring und einen (mit Werbung) bedruckten Magneten. Sobald das Bier einschießt, hebt sich der Magnet und senkt sich, sobald die entsprechende Menge im Becher eingefüllt ist.
Diese lebensmittelechten Magneten werden mittlerweile unter Sammlern gehandelt. Viele nehmen die Magneten nach Hause und heften sie an den Kühlschrank, was die Werbewirksamkeit erhöht.

Das System ist ideal für große Veranstaltungen und kann ohne besondere Einschulung auch von Hilfskräften bedient werden. GrinOn wirbt damit, dass Bier neunmal schneller als bisher eingefüllt werden kann. Und es gibt keine Beschwerden mehr, dass zuviel Schaum dabei ist. Das Radikale daran ist, dass kein normaler Mensch einen Becher VON UNTEN befüllen würde!

Das Strom erzeugende Fenster ist nicht mehr weit

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Eine neue Generation von Solarzellen ist dünn, biegsam und bunt (siehe Wirtschaftwoche Nr. 46/2010). Sie sind preisgünstig in der Herstellung und produzieren noch Strom selbst wenn sie im Schatten liegen. Diese neuen Farbstoff-Solarzellen können in die Kleidung eingearbeitet werden und laden während des Tragens Handys oder MP3-Player auf.

Anders als bisher mit teurem Silizium erzeugen die Farbstoff-Solarzellen Strom durch Fotosynthese. Sobald diese Solarzellen einen ähnlichen Wirkunggrad wie die Siliziumzellen aufweisen, wird es für die Industrie kein Halten mehr geben: Auf Dachziegeln , Autodächern, Elektrogeräten und Straßenlaternen können die biegsamen Folien montiert werden. Das bedeutet, dass auch Gebäude in unterschiedlichster Form bestückt werden können: Fassaden würden dann in allen Himmelsrichtungen damit ausgestattet werden. Auch an durchsichtigen Solarstrom-Fenstern wird bereits gearbeitet.

Wie gesagt: Wirkungsgrad und Haltbarkeit sind die Punkte, an denen noch gearbeitet werden muss. Doch der Erfinder der Farbstoff-Solarzelle, Michael Grätzel, ist zuversichtlich.  Und dann könnten bald alle Strom fressenden Teile des Alltags zumindest einen Teil ihrer benötigten Energie selbst produzieren. Somit könnten kleine, wenig verbrauchende Geräte wahrscheinlich überhaupt ohne das lästige Aufladen an der Steckdose auskommen!

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Patientenaufklärung durch Animation

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allesch.jpgDer junge FH-Absolvent Johannes Allesch aus Salzburg hat heuer schon etliche Preise für seine Erfindung AniMedical gewonnen. Mit Hilfe von animierten 3D-Filmen können Ärzte ihren Patienten eine leicht verständliche Beratung vor Operationen bieten. Außerdem können diese Filme auch sehr gut in der medizinischen Ausbildung verwendet werden.

Mediziner verwenden im Vorbereitungsgespräch zu einer Operation oft viele Fachausdrücke und tragen damit nicht gerade zur Beruhigung ihrer Patienten bei. Wenn jedoch durch eine Animation (die nicht so hart wirkt wie Echtaufnahmen) den Patienten bildhaft dargestellt werden kann, was bei der bevorstehenden Operation passieren wird, dann ist oft das Informationsbedürfnis besser befriedigt als bisher. Das kann dann womöglich auch unnötige Schadensersatzforderungen verhindern.

Ärzte können verschiedene Filme (an der Auswahl wird gearbeitet) z.B. auf ihr iPad laden und am Krankenbett das Video abspielen. Das iPad wird übrigens von AniMedical mitgeliefert! Die Entlohnung erfolgt über Jahreslizenzen.

ipad.jpgNachdem wir uns bei flyniki schon seit Jahren an der Animation der vorgeschriebenen Sicherheitsaufklärung erfreuen (sie hat die gelangweilten Ruderbewegungen der FlugbegleiterInnen abgelöst),  bin ich überzeugt, dass sich diese Art von Patientenaufklärung sehr rasch durchsetzen - von vielen Patienten wahrscheinlich sogar gefordert werden - wird.

[Fotos: AniMedical]

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