Brustkrebs radikal (an der Wurzel) bekämpfen

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In der Wirtschaftswoche gelesen: Die Techniker der Carl Zeiss Meditec haben ein Verfahren gefunden, das die wochenlange Bestrahlung nach einer Brust-OP zumindest teilweise ersetzt, in sehr günstigen Fällen möglicherweise ganz entfallen lässt: Sie haben ein Bestrahlungsgerät Intrabeam entwickelt, das mobil in jeder Klinik ohne großen Sicherheitsaufwand eingesetzt werden kann. Der Clou: Noch während der Operation - nachdem der Tumor entfernt wurde, wird das kugelförmige Bestrahlungsgerät in die Wunde eingeführt und die Stelle, an der der Tumor vorher saß, direkt von innen bestrahlt (ca. 20-30 Minuten). Dies verlängert zwar die Operationszeit, schont aber die umliegenden Organe und verkürzt nachfolgende Bestrahlungen erheblich. Auch die Anschaffungskosten stehen in keinem Vergleich zu den großen Linearbeschleunigern, wo manchmal ‘mit Kanonen auf Spatzen’ geschossen wird.

http://www.youtube.com/watch?v=Fb4P2abNmcI

Wenn auch vorerst nur für Tumore bis zu einer Größe von 2cm geeignet, werden bereits andere Einsatzgebiete getestet. Am weitesten soll die Anwendung bei Tumoren in der Wirbelsäule sein. Neben den erheblichen Erleichterungen für die Patienten ergibt sich mit der neuen Methode auch eine radikale Kostensenkung in der Krebsbehandlung.

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Personalisierte Medizin

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Dass mit den Buchstaben POP nicht immer Musik gemeint sein muss, beweist der Ausdruck ‘Pills on Paper’. Als ich diese Meldung sah, habe ich zu allererst auf das Datum gesehen, da ich an einen Aprilscherz dachte: Das Grazer Kompetenzzentrum “Pharmaceutical Engineering” hat ein Verfahren entwickelt, bei dem speziell auf die Anforderungen für jeden einzelnen Patienten abgestimmte Arzneistoffe wie ein Tintenstrahldrucker auf ‘essbares’ Papier gedruckt werden. Danach wir dieses in eine Gelatinekapsel eingebracht und vom Patienten geschluckt. Der Vorteil: Jedes Medikament ist individuell auf den Patienten abgestimmt, d.h. Über- und Unterdosierungen gehören damit der Vergangenheit an. Die Grazer sind dafür im Herbst 2010 mit dem steirischen Innovationspreis “Fast Forward Award” ausgezeichnet worden.

http://www.youtube.com/watch?v=WmgihNbFhyA

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Patientenaufklärung durch Animation

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allesch.jpgDer junge FH-Absolvent Johannes Allesch aus Salzburg hat heuer schon etliche Preise für seine Erfindung AniMedical gewonnen. Mit Hilfe von animierten 3D-Filmen können Ärzte ihren Patienten eine leicht verständliche Beratung vor Operationen bieten. Außerdem können diese Filme auch sehr gut in der medizinischen Ausbildung verwendet werden.

Mediziner verwenden im Vorbereitungsgespräch zu einer Operation oft viele Fachausdrücke und tragen damit nicht gerade zur Beruhigung ihrer Patienten bei. Wenn jedoch durch eine Animation (die nicht so hart wirkt wie Echtaufnahmen) den Patienten bildhaft dargestellt werden kann, was bei der bevorstehenden Operation passieren wird, dann ist oft das Informationsbedürfnis besser befriedigt als bisher. Das kann dann womöglich auch unnötige Schadensersatzforderungen verhindern.

Ärzte können verschiedene Filme (an der Auswahl wird gearbeitet) z.B. auf ihr iPad laden und am Krankenbett das Video abspielen. Das iPad wird übrigens von AniMedical mitgeliefert! Die Entlohnung erfolgt über Jahreslizenzen.

ipad.jpgNachdem wir uns bei flyniki schon seit Jahren an der Animation der vorgeschriebenen Sicherheitsaufklärung erfreuen (sie hat die gelangweilten Ruderbewegungen der FlugbegleiterInnen abgelöst),  bin ich überzeugt, dass sich diese Art von Patientenaufklärung sehr rasch durchsetzen - von vielen Patienten wahrscheinlich sogar gefordert werden - wird.

[Fotos: AniMedical]

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Sie hat unser Leben verändert: Die Antibabypille

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Seit ihrer Einführung in den 60er-Jahren hat die Antibabypille das Leben von Generationen verändert. Wenn auch früher schon sichere Verhütung möglich war, so hat die ‘Pille’ doch den Frauen zwar die alleinige Verantwortung übertragen, sich um die Verhütung zu kümmern, aber eben auch die Freiheit gegeben, ohne die damals üblichen, manchmal recht mühsam zu handhabenden Verhütungsmittel auszukommen.

Als radikale Innovation kann die Pille deshalb gelten, weil die Verhütung durch eine gänzlich andere Methode als vorher erreicht wurde. Wie so oft bei einer radikalen Innovation musste mehrmals nachgebessert werden: Die Wirkstoffe, die eine Empfängnis verhindern, haben heute nur mehr ein Zwanzigstel der damaligen Stärke.

Carl Djerassi (in Wien geboren), Gregory Pinkus und John Rock meldeten 1951 in Amerika ein Patent über die Grundsubstanz der Antibabypille an. Dieses Video zeigt sehr deutlich, dass es allerdings eine sehr engagierte Frau, naemlich die amerikanischen Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger war, die durch ihren unermüdlichen Einsatz der Antibabypille und ihrer Legalisierung zum Durchbruch verhalf. Dass sie sich damit auch viele Feinde machte, ist ein typisches Merkmal für eine Reihe von Erfindungen, die gegen den Widerstand vieler anders denkender Menschen erst einmal ‘durchgeboxt’ werden müssen.

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Impfen mit Pflaster statt Nadel

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Es wird noch einige Zeit dauern, aber sie wird kommen: Die Impfung über ein Pflaster.  Dieses neue Impfpflaster der Wiener Firma Intercell öffnet einen enormen Markt, da es sehr viele Menschen gibt, die große Abscheu vor einer Injektionsnadel haben.

Damit steht ein radikaler Wandel gegenüber bisherigen Impfgewohnheiten bevor: Ein Stück Haut wird mit einfachen Mitteln leicht aufgeraut (Video), damit der Impfstoff leichter in die Hornhaut eindringen kann. Angenehmer Nebeneffekt zur Impfung mit der Nadel: Da in der obersten Hautschicht besonders viele und wichtige Immunzellen sitzen, wirkt die Impfung besonders gut. Oder anders gesehen: Es muss nur sehr wenig Impfstoff verwendet werden! Das Impfen geht auch völlig schmerzfrei und kann eventuell sogar vom Patienten selbst vorgenommen werden.

Intercell hat derzeit 2 Impfstoffe in Vorbereitung: Einen gegen Reisedurchfall und einen zweiten gegen pandemische Grippe. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass sich diese Methode nicht für alle Impfstoffe eignet, ist das neue Verfahren trotzdem sehr interessant.

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Sieht aus wie ein Korkenzieher

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mikro-roboter.jpgSchon längere Zeit habe ich nichts mehr aus dem medizinischen Bereich berichtet. Jetzt habe ich bei ‘more inspiration‘ etwas Interessantes entdeckt: Roboter in Bakteriengröße, die zu medizinischen Zwecken im menschlichen Körper eingesetzt werden sollen, z.B. um Blutgefäße von Ablagerungen zu befreien.

Allerdings berichten die Forscher, dass die punktgenaue Steuerung dieser Miniroboter noch perfektioniert werden muss, um diese ganz sicher an den jeweils gewünschten Einsatzort zu bugsieren.

Diese Miniroboter sind so klein, dass sie nur unter dem Mikroskop gesehen werden können. Schweizer Forscher am Institut für Robotics und intelligente Systeme der ETH Zürich haben sich Bakterien zum Vorbild genommen. Nur sollen diese ‘künstlichen Bakterien’ (Artificial Bacterial Flagella ABF) statt krank zu machen das genaue Gegenteil bewirken, nämlich heilen!

Durch leichten Magnetismus von verwendetem Nickel können diese ABFs durch Flüssigkeiten hindurchgesteuert werden. Natürlich ließen sich dann auch medizinische Substanzen im Körper herumtransportieren oder Zellstrukturen durchdringen, die aus heutiger Sicht nicht so leicht zu  penetrieren sind.

[Foto: ScienceDaily]

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Organverpflanzung ohne Abstoßung

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Einem spanischen Ärzteteam unter der Leitung von Dr. Macchiarini ist es in einer Klinik in Barcelona gelungen, einer jungen Kolumbianerin ein 7 Zentimeter langes Luftröhrenstück eines kurz zuvor verstorbenen 51-Jährigen einzupflanzen, ohne dass körpereigene Abwehrkräfte dieses ‘fremde’ Organ abgestoßen haben. Zuerst wurden von dem Luftröhrenstück alle Zellen des Verstorbenen entfernt. Anschließend halfen Forscher der University of Bristol dabei mit zuvor entnommenen Zellen der jungen Kolumbianerin neue Zellen zu züchten, die sie auf das einzupflanzende Luftröhrenstück auftrugen: Nach 10 Tagen konnte die Patientindie Klinik bereits verlassen. 5 Monate nach der Operation zeigt ihr Körper noch immer keine Abstoßungsreaktionen, sodass sie keinerlei Medikamente nehmen muss. Die Alternative wäre die Entfernung eines kompletten Lungenflügels gewesen!

Wenn diese Vorgangsweise auch bei anderen verpflanzten Organen funktionieren könnte, würden viele Probleme, die durch die Abstoßung körperfremder Organe entstehen, gelöst werden.

[gefunden in den Salzburger Nachrichten]

Hier ein italienisches Video, denn der in Barcelona tätige Dr. Macchiarini ist Italiener! http://www.youtube.com/watch?v=Hg3X402BONk

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Brustvergrößerung durch Silikonbusen…

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…brachte den Durchbruch auf diesem Spezialgebiet der Schönheits-Chirurgie. Wie es halt bei radikalen Innovationen ist, waren die ersten Jahre mit vielen Rückschlägen gepflastert: Die Silikonkissen haben sich manchmal verschoben oder sind geplatzt. Sie mussten früher alle paar Jahre ausgetauscht werden. Außerdem haben sie öfters gesundheitliche Schäden verursacht. Mit zunehmender Praxis der Ärzte und ständiger Weiterentwicklung des Materials ist dieser medizinische Eingriff heute schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Natürlich kann immer noch etwas passieren…

Wer das alles vermeiden möchte und die doch hohen Kosten einer Operation scheut, kann sich beisilikonbrust.jpg Yatego um knapp EUR 120,00 einen Silikonbusen bestellen, der einfach auf die bestehende Brust gelegt oder geklebt wird.

Im Zuge meiner Recherchen rund um das Thema habe ich festgestellt, dass Silikonpölster in verschiedenen Bereichen des Körpers zur Stützung und Stärkung verwendet werden. Der Hit erscheint mir: Silikonpölster als Einlagen für Highheels, um den Fuß zu schonen!

[Foto: Yatego]

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Schneiden mit Laser

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1960 wurde der erste Laser (ein Rubinlaser) gebaut. Mittlerweile gibt es sensationelle Weiterentwicklungen. Laser wird zum Schneiden, Schweißen, Kleben, Entfernen und Messen von Dingen eingesetzt. Sicher ist diese Liste noch wesentlich länger. Nehmen wir den Bereich des Präzisionsschneidens heraus:

In der Medizin wird der Laser bei Operationen wie ein Skalpell genutzt. Das stellt sicher eine radikale Innovation gegenüber der früheren Verwendung von anderen Schneidewerkzeugen dar. Mit Laser werden Tätowierungen und Narben entfernt, aber auch Teile von Nieren. Gerade im Bereich der Augen wird ebenfalls viel mit Laser gearbeitet.

Auch in der Metallindustrie wird häufig mit Laser geschnitten. Und zwar mit unglaublicher Präzision! Wikipedia hat das Thema noch ausgewalzt: Dort findet sich sogar ein Artikel über drei verschiedene Arten des Schneidens:

Laserstrahlschmelzschneiden
Laserstrahlbrennschneiden
Laserstrahlsublimierschneiden

Abgesehen davon gibt es natürlich auch noch Lichteffekte, die mit Laser erzeugt werden. Außerdem die in fast jedem Büro stehenden Laserdrucker, wo der Laser für die Belichtung einer Bildtrommel sorgt. Zwar hat sich die Verwendung von Laser während der letzten Jahrzehnte bereits in viele Bereiche des Lebens vorgearbeitet -trotzdem stehen wir wahrscheinlich mit den Möglichkeiten zur Nutzung von Laser noch vor ungeahnten Anwendungsbereichen!

[Foto: Lasercut.de]

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Nierensteine werden zertrümmert

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Früher wurde operiert oder mit Hilfe von Schlingen versucht, die Steine herauszuziehen. Teilweise mussten Patienten mit einem Gewicht an der Schlinge stunden- oder tagelang (im Nachthemd!) herumgehen bis der Stein durch den Harnleiter nach außen gezogen war. Ausserdem war eine gewisse Verletzungsgefahr gegeben.

Ohne Operation können seit 1980 Nierensteine von außen durch Stoßwellen zertrümmert werden, um anschließend in kleinen Steinchen über den Harnleiter ausgeschieden zu werden. Dornier hatte im Flugzeugbau festgestellt, dass Regentropfen beim Anschlagen auf den Tragflächen Haarrisse erzeugen. Die Energie wird durch Stoßwellen übertragen. Das hat man sich zu Nutze gemacht und verwendet nun das menschliche Gewebewasser, um Stoßwellen von außen auf die vorher mittels Ultraschall oder Röntgen georteten Steine zu lenken. Dies kann ambulant erfolgen. Wenn keine Komplikationen auftreten, können die Patienten nach 1-2 Stunden nach Hause gehen.

nierensteinzertrummerer.jpg Mussten früher die Patienten am Tisch bewegt werden, sorgen heute bewegliche Teile dafür, dass der Patient unbeweglich am Tisch liegen bleiben kann. Auch Siemens hat sich mit seiner Medizinsparte stark auf dem Sektor der Nierensteinzertrümmerung engagiert. In einer Presseaussendung aus dem Herbst 2006 rühmt sich Siemens , nahezu alle Steine innerhalb einer einzigen Sitzung (man sollte eher ‘Liegung’ sagen) zu zertrümmern!

[Foto: Siemens]

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