Archiv der Kategorie: Lebensmittel

In Wien enstehen interessante Dinge beim neuen Hauptbahnhof

Es wird ab 2018 dort z.B. einen „Grünen Markt“ geben, d.h. eine Markthalle, die ganz neue Maßstäbe setzt. Unter anderem wird eine ganzjährig bertriebene Aquaponic-Anlage errichtet, in der Fische und Pflanzen gegenseitig voneinander profitieren. Im Keller des Gebäudes werden die Fischtanks stehen, in zwei Obergeschossen wachsen die Pflanzen (Gemüse). Die Ausscheidungen der Fische werden gefiltert den Pflanzen als Nahrung zugeführt, die Pflanzen wiederum halten das Wasser für die Fische frisch: Ein geschlossener Kreislauf, der ohne chemische Beigaben von außen auskommt. Fische und Pflanzen werden dann natürlich in der Markhalle verkauft.

Quelle: http://aquaponic-austria.at/

Natürlicher Kunststoff – ist das nicht ein Widerspruch?

Unsere Welt ist mit Plastik gefüllt, das uns noch Generationen lang begleiten wird…


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Das österreichische Unternehmerehepaar Ute und Johann Zimmermann möchte das ändern und hat sich in den Kopf gesetzt, Produkte aus sogenanntem natürlichen Kunststoff zu erzeugen. Es hat für sein relativ junges Unternehmen absichtlich die daraus entstehende Abkürzung NaKu gewählt und schützen lassen. DI Zimmermann kommt aus der Kunststoffbranche, die Vision einer Kreislaufwirtschaft hat ihn aber schon immer fasziniert. Aus dem Aspekt, dass ein herkömmliches Plastiksackerl aus dem Handel möglicherweise mehrere Jahrzehnte braucht, um dann nicht zu verrotten, sondern in viele kleine Teile zu zerfallen, hat er viele Jahre geforscht, wie denn natürliche und nachwachsende Rohstoffe als Verpackungsmaterial einsetzbar wären. Bei Mais und Kartoffeln ist er fündig geworden, auch deshalb, weil diese hier wachsen und daher für diese Rohstoffe keine langen Transportwege nötig sind.

In einer industriellen Kompostieranlage verrottet das NaKu-Sackerl innerhalb von 3-5 Tagen! Aber werden hier nicht wertvolle Lebensmittel als Verpackungsmaterial missbraucht? Zimmermann forscht schon, was aus Neben- und Abfallprodukten der Lebensmittelindustrie verwendet werden kann – dies ist allerdings noch Zukunftsmusik. Er führt aber ins Treffen, dass für die Erzeugung von zig-tausenden von NaKu-Sackerln nur eine verschwindend geringe Menge an Rohstoffen nötig ist. Auch Tiefziehfolien und Flaschen stehen schon auf seiner Versuchspalette.

Anfänglich noch sehr zögernd vom Handel angenommen, entschließen sich immer mehr Firmen, dem (vom Kunden zu zahlenden) NaKu-Frischhaltebeutel eine Chance zu geben. Und Zimmermanns haben inzwischen so viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für ihre Idee entdeckt, dass es ihnen schwer fällt, sich auf einige wenige zu konzentrieren.

Becher von unten (!) befüllen

Ein interessantes neues Getränkefüllsystem habe ich bei CREAX entdeckt:

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Mit diesem System ist es möglich, 56 (!) Becher Bier in 1 Minute zu befüllen. Den Videobeweis hat die amerikanische Firma GrinOn Industries angetreten – allerdings mit 3 Personen. Der Rekord, wenn nur 1 Person die Becher befüllt, liegt derzeit bei 44 Bechern.

Wie funktioniert nun das System? Die Becher haben an der Unterseite einen Magnetring und einen (mit Werbung) bedruckten Magneten. Sobald das Bier einschießt, hebt sich der Magnet und senkt sich, sobald die entsprechende Menge im Becher eingefüllt ist.
Diese lebensmittelechten Magneten werden mittlerweile unter Sammlern gehandelt. Viele nehmen die Magneten nach Hause und heften sie an den Kühlschrank, was die Werbewirksamkeit erhöht.

Das System ist ideal für große Veranstaltungen und kann ohne besondere Einschulung auch von Hilfskräften bedient werden. GrinOn wirbt damit, dass Bier neunmal schneller als bisher eingefüllt werden kann. Und es gibt keine Beschwerden mehr, dass zuviel Schaum dabei ist. Das Radikale daran ist, dass kein normaler Mensch einen Becher VON UNTEN befüllen würde!

Holt die Bauern in die Stadt!

vertical farms-chrisjacobsAngeregt durch einen Beitrag auf ‚ideentower.de‘ habe ich mich näher mit der faszinierenden Idee beschäftigt, Ackerbau und Viehzucht nicht mehr nur auf der Erdoberfläche zu betreiben. Durch das Bild in dem Beitrag dachte ich zuerst nur daran, Ställe und Felder in Zukunft zu verdoppeln, in dem man sie zweigeschoßig baut. Da ich mir aber das Konzept von Dr. Despommier/Columbia University näher angesehen habe, ist mir die Radikalität seines Vorschlags erst so richtig bewußt geworden: Er möchte Ackerbau und Viehzucht in z.B. 30-stöckige Hochhäuser verlagern, die mitten in der Stadt stehen. Damit möchte er 50.000 Menschen im Jahr versorgen. Und so auch gleich die Transportkosten verringern, da die Ware ja viel näher am Verbaucher wäre. Das dadurch freiwerdende Land sollte aufgeforstet werden, um unser Klima wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Er fragt z.B. auch, warum die Menschheit, die größtenteils bereits in wettergeschützten Gebäuden sitzt, ihre Nahrung immer noch den Unbillen des Wetters aussetzt. Seine Studenten haben bereits Konzepte für Manhattan und Harlem entwickelt. Diese sind teilweise schon sehr ausgereift, haben Wirtschaftlichkeitsrechnungen überstanden und muten gar nicht so utopisch an.

Aber auch in anderen Ländern wird fleißig an der Lösung des Welternährungsproblems gearbeitet. In Japan wird sogar mit unterirdischen Feldern experimentiert.

[Foto: Chris_Jacobs]

Stangenei

Passend zum Osterfest möchte ich heute etwas vorstellen, dass mich schon seit Jahren fasziniert, nämlich das bis zu einem Meter lange Stangenei. Vor vielen Jahren bereits in die Sendung „Wer dreimal lügt,…“ aufgenommen, musste erraten werden, ob es sich um einen Bluff handelt oder ob Hühner wirklich so lange Eier legen können. Bluff war es keiner, aber diese ‚Radikale Innovation‘ geht nicht direkt von speziell dafür gezüchteten Hennen aus.

Wikipedia beschreibt die Herstellungsart folgendermaßen:
Zur Herstellung werden Eier in großer Zahl aufgeschlagen und getrennt, die verschlagenen Dotter in einem gefetteten Rohr von etwa drei Zentimeter Durchmesser vorgegart, entnommen, in einem größeren, runden oder ovalen Rohr mit dem Eiweiß umgossen und alles zu Ende gegart.

Wer-weiss-was kennt aus der ‚Sendung mit der Maus‘ eine etwas andere Herstellungsart:
Dort wurde das Stangenei hergestellt, indem in die Form ein teflonummantelter Stab eingeführt wurde, der Zwischenraum mit Eiweiss gefüllt und gekocht wurde, dann der zentrale Stab entfernt, Eigelb nachgefüllt und endgültig gegart wurde.

Ich kenne noch eine dritte Art, um zum Stangenei zu kommen:
In ein rotierendes und beheiztes Rohr wird Eiklar (Eiweiss) eingefüllt. Durch die Fliehkraft wird das Eiklar nach aussen gedrückt, in der Mitte des Rohres entsteht ein Loch. Die gewünschte Lochgröße kann exakt durch die Rotationsgeschwindigkeit erzielt werden. Nach kurzer Zeit beginnt die Eiklarmasse zu erstarren. Dann wird Eidotter in das Loch nachgefüllt und das Rohr weiter erhitzt bis auch der Dotter fest ist.

Und wozu braucht man so etwas? Zur Dekoration von Brötchen oder zum Einarbeiten in Braten oder Wurst. Übrigens werden angeblich Wurstsorten, die aus zwei verschiedenen Sorten bestehen (Wurst in der Wurst) ganz ähnlich hergestellt.

Ein Haus als Schaumrolle

beetlehaus.jpgDer Salzburger Stadtbaumeister Markus Voglreiter (schon sattsam bekannt als Erbauer des ersten VW-Beetle-Hauses), hat sich jetzt selbst übertroffen:

Wie der Salzburger ORF auf seiner Homepage heute meldet, wird er für einen Salzburger Piloten ein Schaumrollenhaus bauen.

Voglreiter im O-Ton ebendort: „Ich habe nach einem Kontrast zu dem bestehenden, konventionellen Gebäude gesucht. Wir sind mit dem Berufspiloten zusammengesessen, haben Schaumrollen gegessen und eine Gaudi gehabt“, schildert der Baumeister. „Da habe ich mir gedacht: Warum nicht ein Schaumrollenhaus bauen, das sieht sicher witzig aus.“

Da sich dieses Haus in Sichtweite der Höheren Technischen Lehranstalt Itzling befinden wird, kann es sicher den einen oder anderen Schüler kreativ inspirieren.schaumrollenhaus-gross.jpg Dazu wird Voglreiter aber noch einige Anpassungen durchführen müssen, denn derzeit (22.3. 10.54 Uhr) meinen in einer vom ORF inszenierten Abstimmung mehr als 70%, dass der bisherige Entwurf noch nicht wirklich an Schaumrollen erinnert. Selbst wenn man sich das runde Milchglas vorstellt, dass jeweils am Ende der Schaumrollenstockwerke angebracht werden soll.

Erfrischend sind jedenfalls Voglreiters kreative Entwürfe, von denen einige bereits weltweit für Interesse gesorgt haben. Und dass sich auch noch Bauherren finden, die diese nicht ganz billigen ‚Spinnereien‘ finanzieren, ist ebenfalls ein gutes Zeichen.

[Fotos: APA und Voglreiter]

Schokolade mit Bergkäse

Foto: ZotterSchokolade mit Chili war ja einigen Schleckermäulern schon bekannt. Aber kennen Sie auch Zartbitterschokolade mit Bergkäse, Walnüssen und Trauben? Und einem Hauch von Apfelbalsamessig? Da kann doch nur der Chocolatier Zotter aus der grünen Steiermark dahinter stecken! Oder hätten Sie lieber Pfeffer mit Minze?

Oder Sie probieren einmal die Schokolade mit Kamelmilch und Zedernholzhonig von Chocolatier Johann Georg Hochleitner aus Tamsweg. Auch Hannes Treichl hat in seinem Blog darüber vergangenen Oktober berichtet.

Vielleicht mögen Sie doch lieber Weinschokolade Blaufränkisch – Zweigelt von Fenkart aus Vorarlberg. Oder eine Andensalzschokolade aus der Black Line von Domori.

Immer wieder werden Innovationen mit Schokolade probiert. Und tatsächlich schaffen es Spezialisten, Kombinationen anzubieten, an die bisher noch niemand gedacht hatte!

[Foto: Zotter]

Das Bessere ist der Feind des Guten

Viele Firmen sind heute in ganz anderen Bereichen tätig als zur Zeit ihrer Gründung. Autobauer Peugeot hat mit Gewürzmühlen begonnen (die es heute immer noch gibt), Telekommunikationsprofi Nokia mit Papier, später dann mit Gummischuhen und Reifen (werden heute nicht mehr produziert).

Einen extrem radikalen Schwenk, nämlich vom Mischkonzern mit Schwerpunkt Stahl zum weltgrößten Dienstleister in der Freizeitindustrie hat die ehemalige Preussag AG vollzogen. TUI ist heute an Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern, Incoming-Agenturen, Reisebüros und Hotels beteiligt. Über Hapag Lloyd ist auch der Einstieg in die Container- und Kreuzschifffahrt gelungen.

Mögen in einigen Fällen Fusionen bzw. übernommene Firmen zur Änderung der Produktpalette geführt haben, so sind es oftmals auch staatliche Auflagen, die zu einem Schwenk zwingen. So musste der ursprüngliche Erfinder von Coca-Cola aus seinem unter dem Namen Pemberton’s French Wine Coca vertriebenen Getränk wegen der Prohibition den Wein entfernen. Aber als Medizin und Mittel gegen Kopfschmerzen und Depressionen war dem Getränk noch nicht der große Durchbruch beschieden. Erst als Coca-Cola als Erfrischungsgetränk mit enormem Aufwand beworben wurde, stellte sich der rasante Aufstieg der Marke ein.