In Salzburg startet dieser Tage die Salzburg AG ihr ‘Smartmetering-Pilotprojekt’. In der ersten Stufe werden 500 alte Stromzähler gegen neue ausgetauscht, die sich zur digitalen Fernablesung eignen. Damit wird dann auch das von mir im Blog schon beschriebene ‘Selbstablesen’ hinfällig. Das ist das damals von mir monierte intelligentere System.
Mit dieser neuen Zählergeneration lässt sich der eigene Energieverbrauch viel besser überwachen. Aber das ist nur der vordergründige Vorteil: Diese neuen Zähler werden in Zukunft in beide Richtungen messen. Denn das große Ziel (EU-unterstützt) ist es, aus Stromkonsumenten auch Stromproduzenten zu machen. So können Haushalte über Solarzellen am Dach, Erdwärme oder Sonnenkollektoren z.B. tagsüber den nichtbenötigten Strom ins Netz liefern und bekommen ihn abends (wenn sie ihn brauchen) wieder zurück. Bei einem Niedrigenergiehaus kann es also passieren, dass dieses sogar mehr Strom ans Netz liefert als es selbst braucht.
Bis 2020 sollen 80% aller Haushalte (laut EU) mit den neuen Zählern ausgestattet sein. Die Salzburg AG möchte allerdings schon bis Ende 2016 80% ihrer 420.000 Zähler ausgewechselt haben. Ein ehrgeiziges Ziel!
Gestern habe ich in der Konferenz der Lehrbeauftragten an der Fachhochschule Salzburg thematisiert, wie man die StudentInnen aktiver während einer Vorlesung einbinden kann. Heute finde ich durch Zufall im Ideentower Blog dazu eine sehr interessante Lösung, die der Frankfurter Pharmazieprofessor Theo Dingermann einsetzt: Er lässt seine StudentInnen mittels eines Ted-Systems Feedback zu bestimmten Fragen geben, wie im nachfolgenden Video zu sehen ist.
Es hatte ihn bei Fragen an das Auditorium immer schon gestört, dass meist ein ‘harter Kern’ die Antworten gab, während die eher Schüchternen durch den Rost fielen. Und so kam er auf die Idee mit dem Interactive Voting System (IVS), das sonst bei Hauptversammlungen oder Parteitagen eingesetzt wird.
Auch sonst ist Prof. Dingermann recht aktiv, wenn es darum geht seinen Unterricht interessanter zu gestalten: Auf Wunsch der StudentInnen hat er z.B. Kontrollfragen am Ende jeder Vorlesung eingeführt. Außerdem stellt er seine Vorlesungen für die Studenten ins Internet.
Gerade habe ich vor wenigen Tagen darüber gelesen, dass bei den Konzepten zur Energiegewinnung bereits an der Küste Portugals mit Wellenschlangen experimentiert wird. Nun kommt aus GB ein neues Konzept - Anaconda Rubber Snake:
Im Test ist die Gummischlange 8 Meter lang, später soll sie 200 Meter lang sein und mit ihrem Strom 1000 Haushalte versorgen. Sie bewegt sich konstant wie die Meereswellen, ist mit Süßwasser gefüllt (damit sich keine Meerestiere in ihr ansiedeln) und gibt mit jeder Welle den Druck, der im Innern der Schlange entsteht, nach hinten weiter. Dort wandelt eine Turbine den Druck in Strom um. Experten sehen innerhalb der nächsten 3 Jahre die ersten Installationen vor den Küsten Großbritanniens.
Bis dorthin müssen allerdings noch eine Menge Probleme gelöst werden. Da sich die Gummischlangen knapp unter der Wasseroberfläche bewegen, um die volle Kraft der Wellen zu nützen, müssten bei einem ‘Schlangenpark’ von z.B. 50 Stück große Flächen am Meer gekennzeichnet und von Schiffen umfahren werden. Ein Vorteil dagegen ist es, dass im Gegensatz zur Windenergie die Wellenenergie immer zur Verfügung steht.
Jetzt habe ich endlich die gewohnte Unordnung vom Schreibtisch auch im Desktop! Aber was für eine Verbesserung: Ich brauche nur ein Suchwort einzugeben und schon findet das System meine Info, die ich so dringend brauche. Auch kann ich die Stöße, die ich am Schreibtisch staple, verkleinern und hin und her schieben. Ich kann Seiten blättern und bestimmte Unterlagen auch an eine Pinnwand heften, damit ich mich sofort daran erinnere. Ich kann Dokumente bzw. einzelne Blätter falten und- kurz vor dem endgültigen Wegwerfen - auch zerknüllen! Ich kann sie mit einem ‘Lasso’ einfangen, nach unterschiedlichsten Prinzipien ordnen und eigene Stapel bilden für Dokumente, die ich gemeinsam aufbewahren möchte. Natürlich können Sie sagen: Das kann ich doch am Schreibtisch auch! Aber die digitale Umsetzung ermöglicht bedeutend mehr als mit Dokumenten auf Papier möglich ist. Und sie setzen keinen Staub an!
Wenn Sie sich zum Probieren die kostenlose Betaversion von BumpTop herunterladen, kann es Ihnen allerdings passieren, dass Ihre alten Treiber die 3D-Animationen nicht umsetzen können. BumpTop schlägt Ihnen zwar verschiedene Varianten vor, aber den richtigen Treiber zu finden (ohne dafür Geld auszugeben) ist nicht so einfach. Ich habe es bis jetzt noch nicht geschafft!
Ein klassischer Fall bei dem eines der TRIZ-Lösungsprinzipien von Genrich Altschuller zum Tragen kommt (nämlich Nr.1=Zerlegen), wird bei Innovationen im Hotelbereich verwendet. War es bisher üblich, dass sich Hotelzimmer in 1 bis 2 Gebäuden befunden hatten, so verteilen sich nun die Zimmer über mehrere Gebäude in einem Ort oder einer Stadt. Beispiele dafür gibt es in
Hallstatt/Österreich
Auf drei verschiedene Gebäude verteilt: Das ‘Historik-Hotel Hallstadt’ soll nur Betten auf 4-Sterne-Niveau anbieten. Verwendet wurden z.B. das ehemalige Heimathaus sowie das Amtshaus der Salinen AG. Durch dieses Projekt entstehen auch neue Arbeitsplätze für Hallstatt.
Leuk/Schweiz
In verschiedenen, zum Teil verlassenen Häusern, werden Zimmer eingerichtet. Die Verpflegung findet an einem zentralen Ort statt.
Vnà/Schweiz
Ein ganzes Dorf soll eingebunden werden, die Touristen wohnen eher privat (dezentral) als in einem extra dafür errichteten Gebäude. Hatten wir das nicht schon mal als ‘Fremdenzimmer’?
Binntal/Schweiz
Ein Architekt möchte 8 bis 10 Häuser renovieren und das alte Schulhaus als Zentrum (Rezeption) einrichten. Genug leerstehende Häuser gibt es. Auch hier soll 4-Sterne-Niveau erreicht werden.
Alle diese Konzepte sind offensichtlich von dem in Italien erprobten Projekt des ‘Albergo diffuso’ inspiriert. Hier stand vor allem die Idee Pate, von Auswanderung bedrohte Regionen wieder zu beleben. In den Abruzzen entstand die erste Hotelanlage. Wenn Sie ‘Albergo diffuso’ googlen, dann finden Sie dort eine Vielzahl von bereits seit Jahren verwirklichten Projekten.
Wie radikal die Firma Telefonfirma Skype die Vorstellung einer zentraler Verwaltung verändert, schildert Querdenker Peter Kreuz in einem Video über seinen Besuch in Tallin.
Das Unternehmen hat über 3 (Korrektur: 300) Millionen Kunden, aber kaum Infrastruktur. Damit stellt es die Vorstellung von einem global agierenden Unternehmen total auf den Kopf. Denn die Zentrale sitzt einerseits in Tallin (Estland), andererseits aber auch in Luxemburg . Die Verwaltungsarbeit für Skype kann überall auf der Welt erledigt werden.
Erwähnenswert ist außerdem noch, dass große, etablierte Firmen im Zeitalter des Internet von vorerst kleinen Firmen angegriffen werden, die aus ein paar pfiffigen Zwanzigjährigen bestehen. Die den Vorteil haben, dass sie sich nicht mit Erfahrungen früherer Jahre herumschlagen müssen.
Die Talente für Skype sitzen über den gesamten Erdball verteilt und können in unterschiedlichsten Beschäftigungsverhältnissen an Skype gebunden werden. Deshalb weist Peter Kreuz auch auf die amöbenhafte Struktur von Skype hin - ein Modell für viele Firmen in naher Zukunft.
Burkhard Schneider hat in seinem Blog vor einigen Tagen zehn interessante Beispiele für Innovationen im Bereich ‘Hotel und Gastronomie’ zusammengefasst. Besonders ins Auge gestochen ist mir - offensichtlich gesteuert durch den momentanen Verlosungshype - das Restaurantkonzept von Momofuku Ko in New York. Bei genauerem Durchlesen habe ich dann entdeckt, dass sich hier die Verlosung von Sitzplätzen über das Internet gegenüber dem oben erwähnten Hype bei der Verlosung von Immobilien doch stark unterscheidet! Dort ist nämlich das Objekt der Verlosung genau bekannt, bei Momofuku nur bedingt. Ja, man kann einen Sitzplatz im Restaurant gewinnen, was es dann zu Essen gibt, bleibt eine Überraschung! Und während bei einer Hausverlosung eine vorgegebene Menge an Personen durch Einzahlung eines bestimmten Betrages (z.B. 99,00) erst ein Los ersteht, kostet die Teilnahme an der Sitzplatzverlosung nichts. In einem Fall kann es z.B. 9.998 Enttäuschte geben, die ihren Einsatz von 99,00 Euro umsonst bezahlt haben. Im anderen Fall gibt es vielleicht 200 Enttäuschte, aber keiner hat im vorhinein etwas bezahlt. Die 12 Auserwählten berappen allerdings dann im Vorfeld mit Kreditkarte. Und alle können morgen schon wieder ihr Glück probieren. Was Burkhard allerdings verleitet zu glauben, dass Warten bei Momofuku Ko (keine Bestellung, keine Bezahlung) passé wäre, der muss sich nach einem Besuch der Homepage von Momofuku Ko eines Besseren belehren lassen:
Zum Lunch soll man ca. 3 Stunden Zeit mitbringen (Preis derzeit rund 160 USD), zum Dinner ca. 2 Stunden (Preis derzeit ca. 100 USD). Auch das ist interessant: Ist es in der Gastronomie normalerweise üblich, dass die Preise am Abend teurer sind als zu Mittag, so ist es hier genau umgekehrt. Allerdings wird der Mittagstisch nur Freitag, Samstag und Sonntag angeboten. Da scheint es besser möglich zu sein, die verlangten 3 Stunden Zeit zu erübrigen!
Es könnte dem Lehrbuch von Altschuller über TRIZ entnommen sein: Das erste seiner 40 Lösungsprinzipien heißt ‘Zerlegen’. Wenn du also als Immobilienmakler eine zwar sehr schöne Villa zum Verkauf anbietest, die aber zu einem relativ hohen Preis niemand kaufen will, dann lege z.B. 10.000 Anteile zu je 99,00 Euro auf (=990.000,00 Euro) und du kommst damit auf mehr als den ursprünglich angepeilten Verkaufspreis. Da aber kaum jemand interessiert sein kann, zusammen mit 9.999 Anderen eine zugegebener Maßen schöne Villa zu besitzen, sollte am Ende doch wieder nur ein einziger ‘glücklicher’ Besitzer übrig bleiben: Das geht am besten, wenn die Villa verlost wird.
Der Einsatz von 99,00 Euro ist nicht allzu hoch, die Chance 1:10.000, also gar nicht so schlecht. Was in anderen Ländern schon seit längerem üblich ist, hat nun auch in Österreich Einzug gehalten. Für eine Villa in Kärnten fanden sich angeblich für die vorgesehenen 10.000 Anteile bereits nach wenigen Wochen 14.000 Interessenten, selbst heute gehen noch Überweisungen ein!
Es gibt solche Verlosungen schon länger, auch für andere Dinge. Eine Plattform im Internet auch. Dort finden sich eine schöne Villa in Pressbaum und ein Luxusbungalow am Semmering. Wenn Sie so eine Aktion nur einmal starten, kommen Sie damit noch nicht dem österreichsichen Glücksspielmonopol in die Quere. In Österreich erhalten all diejenigen Einzahler, die kein Los mehr erhalten (weil die Zahl der Anteile bereits überschritten ist), ihre Einzahlung unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr zurück. Das wäre auch so gehandhabt worden, wenn die notwendige Anzahl von Interessenten nicht erreicht worden wäre. In Großbritannien hatte ein Ehepaar versprochen, bei Nichterreichen der Interessentenzahl würde der bisher eingezahlte Betrag dann auch unter den Einzahlern verlost werden! Dies ist allerdings nicht eingetreten, da auch hier binnen kurzer Zeit alle Anteile verteilt waren…
Hier soll einmal eine Marketingaktivität vorgestellt werden, die dem üblichen ‘Naturalrabatt’(=Nimm 2, zahl 1) diametral entgegengesetzt ist. Und fast wie der Stein der Weisen anmutet: Bei Burkhard Schneider habe ich gelesen, dass es die im Jahr 2007 lancierte Aktion ‘Give one - get one’ für das von Nicholas Negroponte initiierte Projekt ‘One Laptop Per Child (OLPC)’ auch heuer geben wird, diesmal können sogar Europäer mitmachen. Allerdings nur über die britische Amazon-Site.
Der für Entwicklungsländer konzipierte sogenannte ‘100Dollar-Computer’ (der immer noch fast 200 Dollar kostet) ist ein tolles Ding und soll hauptsächlich über Schulen an die Kinder gebracht werden.
In Österreich hat sich ein Team gebildet, das dieses Projekt unterstützt. Der OLPC XO war auch 2008 auf der Cebit in Hannover zu sehen. Dazu gibt es ein Video:
Da man verhindern möchte, dass sich Menschen aus ‘reichen’ Ländern mit preisgünstigen Laptops eindecken, andererseits aber noch nicht genügend Sponsoren aufgetrieben werden konnten, um die nötige Menge dieser Laptops spenden zu können, lautet das Konzept: Du kannst in Europa einen Laptop OLPX XO um ca. 320 Euro kaufen und zahlst in Wirklichkeit 2 Stück - einen bekommst du und einen ein Kind in einem Entwicklungsland.
In diesem OLPC XO sind übrigens einige tolle Dinge verwirklicht:
- er braucht fast überhaupt keinen Strom (und lädt sich über Solarzellen auf),
- er ist sehr stabil und hält diversen Witterungseinflüssen stand,
- das Display ist auch bei starker Sonneneinstrahlung lesbar (und als eBook-Reader verwendbar),
- er ist absolut für Kinder zwischen 6-12 Jahren konzipiert und sehr intuitiv bedienbar (auch für Kinder, die noch nicht lesen können),
- er kann einfach mit anderen Laptops aus der Klasse (oder dem Dorf) verlinkt werden,
- er kann mit dem Internet verbunden werden.
[ASIT-Prinzip: Task Unification - Verbinden von Funktionen]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Koppeln, Nr. 26: Kopieren]
Kaum aus dem Süden zurück, fasziniert mich eine Meldung, die ich bei Burkhard Schneider gefunden habe:
Lindner Hotels und die Fraunhofer Gesellschaft Duisburg aus Deutschland entwickeln gemeinsam in Future Labs verschiedene Perspektiven, wie die Hotelzimmer der Zukunft aussehen werden. Runde Formen, Relax-Räume in der Mitte, Roboter zur Bedienung und Zimmer, die den unterschiedlichsten Anforderungen (von Einzelzimmer bis zur Familiensuite) jeweils angepasst werden können. D.h. der Gast stellt sich seinen Zimmerwunsch in Modulbauweise zusammen. Um in diesem Konzept möglichst hohe Flexibilität anbieten zu können, müssen einige Gewohnheiten von früher über Bord geworfen werden, sprich: es muss radikal gedacht werden! Wie mache ich aus einer Dusche einen Waschtisch, aus dem WC ein Bidet, aus dem Bett vielleicht sogar eine Badewanne? Alles soll in der Wand verschwinden, aber das braucht viel Platz (der viel kostet). Ein Konzept der individuellen Möblierung habe ich an anderer Stelle in diesem Blog schon beschrieben.
Das entspricht ganz dem Trend der Industrie, jedem Kunden sein individuelles Produkt zu liefern. Wer dies zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten hinkriegt, wird in Zukunft vorne mit dabei sein. Interessant ist, dass ab November Testpersonen die verschiedenen Zukunftsmodelle im Duisburger inHaus ausprobieren können und deren Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen.