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Hotelzimmer der Zukunft

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Kaum aus dem Süden zurück, fasziniert mich eine Meldung, die ich bei Burkhard Schneider gefunden habe:

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Lindner Hotels und die Fraunhofer Gesellschaft Duisburg aus Deutschland entwickeln gemeinsam in Future Labs verschiedene Perspektiven, wie die Hotelzimmer der Zukunft aussehen werden. Runde Formen, Relax-Räume in der Mitte, Roboter zur Bedienung und Zimmer, die den unterschiedlichsten Anforderungen (von Einzelzimmer bis zur Familiensuite) jeweils angepasst werden können. D.h. der Gast stellt sich seinen Zimmerwunsch in Modulbauweise zusammen. Um in diesem Konzept möglichst hohe Flexibilität anbieten zu können, müssen einige Gewohnheiten von früher über Bord geworfen werden, sprich: es muss radikal gedacht werden! Wie mache ich aus einer Dusche einen Waschtisch, aus dem WC ein Bidet, aus dem Bett vielleicht sogar eine Badewanne? Alles soll in der Wand verschwinden, aber das braucht viel Platz (der viel kostet). Ein Konzept der individuellen Möblierung habe ich an anderer Stelle in diesem Blog schon beschrieben.

Das entspricht ganz dem Trend der Industrie, jedem Kunden sein individuelles Produkt zu liefern. Wer dies zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten hinkriegt, wird in Zukunft vorne mit dabei sein. Interessant ist, dass ab November Testpersonen die verschiedenen Zukunftsmodelle im Duisburger inHaus ausprobieren können und deren Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen.

[Foto: LAVA/Fraunhofer]

Brustvergrößerung durch Silikonbusen…

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…brachte den Durchbruch auf diesem Spezialgebiet der Schönheits-Chirurgie. Wie es halt bei radikalen Innovationen ist, waren die ersten Jahre mit vielen Rückschlägen gepflastert: Die Silikonkissen haben sich manchmal verschoben oder sind geplatzt. Sie mussten früher alle paar Jahre ausgetauscht werden. Außerdem haben sie öfters gesundheitliche Schäden verursacht. Mit zunehmender Praxis der Ärzte und ständiger Weiterentwicklung des Materials ist dieser medizinische Eingriff heute schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Natürlich kann immer noch etwas passieren…

Wer das alles vermeiden möchte und die doch hohen Kosten einer Operation scheut, kann sich beisilikonbrust.jpg Yatego um knapp EUR 120,00 einen Silikonbusen bestellen, der einfach auf die bestehende Brust gelegt oder geklebt wird.

Im Zuge meiner Recherchen rund um das Thema habe ich festgestellt, dass Silikonpölster in verschiedenen Bereichen des Körpers zur Stützung und Stärkung verwendet werden. Der Hit erscheint mir: Silikonpölster als Einlagen für Highheels, um den Fuß zu schonen!

[Foto: Yatego]

Erfinder Stollwerck

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automat.JPGVor kurzem habe ich im TV eine höchst interessante Sendung über die Unternehmerfamilie Stollwerck gesehen! Einen besonderen Eindruck hat bei mir der zweitjüngste Sohn des Gründers, Ludwig Stollwerck, hinterlassen. Er war ein Erfindergeist und machte sich um die Industrialisierung der Schokoladeproduktion verdient. Seine Erfindungen zur Schokoproduktion waren so erfolgreich, dass die Gebrüder Stollwerck sogar ihre Maschinen an Konkurrenten in aller Welt verkauften. Aber den Vogel schoss er mit einer radikalen Innovation im Verkauf ab:

Im Jahr 1893 hatte Stollwerck bereits 15.000 Automaten in Deutschland aufgestellt, kurze Zeit später standen auch in den USA Tausende dieser Schoko-Automaten. Ludwig Stollwerck hatte diese Idee von einer Studienreise nach Amerika zurückgebracht und machte damit Verkaufsautomaten in Deutschland salonfähig. Er gründete sogar eine eigene Firma dafür, die Deutsche Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co. Da das Automatengeschäft so gut lief, schloss er auch mit Branchenfremden Verträge ab, so z.B. mit einer französischen Parfumfirma. Duftspendende Automaten wurden damit auch in Deutschland sehr beliebt.

Auch Burkhard Schneider hat schon 2006 in seinem Blog darüber berichtet.

In Amerika wurden in den ersten Automaten Postkarten verkauft, später wurden in England erstmals Bücher über Automaten verkauft. Mehr darüber bei Wikipedia.

[TRIZ-Prinzip Nr. 25: Selbstbedienung - Selbstversorgung]

[Foto gefunden bei siebengebirgsmuseum.de]

Mit der Kamera durch den Körper

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Darmspiegelung der neuen Art: Statt mit einem Schlauch durch den Darm zu fahren, kommt jetzt ein neues Verfahren in Gang, bei dem eine Art ‘Wegwerfkamera’ sich über den Mund auf den Weg durch Magen und Darm macht. Die Kamera wurde von RF System Lab in Nagano/Japan entwickelt und sieht wie ein größeres Zäpfchen aus. Die Kamera rotiert und sendet ihre Bilder an einen Rekorder, den der Patient während der Untersuchung in einer Weste trägt. Das Spannende an der Sache finde ich, dass mittels eines elektromagnetischen Feldes berührungslos von außen der Strom für die Kamera und die LED-Beleuchtung geliefert wird. Die Fotos sollen von fantastischer Qualität sein. Allerdings braucht diese Kapsel bis zu acht Stunden bis sie wieder den Körper verlässt.

Da lobe ich mir doch die bisherige Methode mit dem langen Schlauch: In 6-10 Minuten ist alles vorüber!

via Wirtschaftswoche

CUBE Hotel - ein innovatives Konzept

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Das Cube Concept behauptet von sich mit etlichen Tabus im Hotelwesen gebrochen zu haben. Allein schon vom Design her - O-Ton aus der Cube-Homepage: “CUBE ist nicht bloß ein Hotel, sondern aufgrund seiner Loft-Architektur wie ein großes Wohnzimmer in den Bergen: Das Leben spielt sich außerhalb des Zimmers ab. Großzügige öffentliche Zonen auf allen Ebenen des CUBE fördern die Kommunikation. In der Lobby, sie ist Dreh- und Angelpunkt des Lebens im CUBE, laden Ledersofas vor dem großen, offenen Kamin, oder Sofawürfel im Atrium der Lobby zum Verweilen ein.”

Um sich einen Eindruck zu verschaffen, einfach das Video ansehen:

Das gesamte Konzept ist eher auf junge, sportbegeisterte Menschen abgestimmt, die Spaß haben möchten und sich sportlich betätigen wollen. Rampen statt Treppen zwischen den Stockwerken, damit Sportgeräte besser transportiert werden können. Jedem Zimmer ist ein ‘Showroom’ vorgelagert, in dem das Sportgerät und die Sportbekleidung bis zum nächstes Tag trocknet. Die Zimmer sind sehr einfach gehalten (z.B. 4-er-Zimmer mit Stockbetten), damit man sich hauptsächlich in den öffentlichen Zonen aufhält.

- Frühstück gibt’s bis 15 Uhr!
- Die Bar hat 24 Stunden im Tag geöffnet!
- Wer kein 2-oder 4-Bett-Zimmer exklusiv ordert, bekommt andere Mitbewohner zugeteilt (angeblich geschlechterunabhängig!)
- Der Zimmerpreis inklusive einer Liftkarte ist sehr günstig!

Schenkt man einzelnen Berichten Glauben, dann fühlen sich 30Jährige im Cube schon alt…

Amazon hat den Buchhandel revolutioniert

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Im Jahr 1995 ging Amazon online. Und hat das Bestellen übers Internet populär gemacht! Sein Gründer Jeff Bezos baute auf folgende Vorteile:

- Biete jedes Buch zum bestmöglichen Preis an.

- Lass’ möglichst viele Homepage-Besitzer auf ihrer Site Amazon-Produkte anbieten und biete für jeden vermittelten Verkauf (durch einen Link auf die Amazon-Site) eine Provision.

- Wer sich für dieses Buch interessiert hat, hat auch noch jene Bücher gesucht/gekauft.

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Durch das Partnersystem erlangte Amazon in sehr kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad. Durch den Hinweis auf andere Bücher aus der selben Kategorie nahmen auch die Umsätze schlagartig zu. Um die Bestellungen zu vereinfachen, entwickelte Amazon die 1-Click-Bestellung und ließ diese sogar in den USA patentieren.

Wie viele Entwickler radikaler Ideen mußte Bezos gegen große Widerstände kämpfen und etliche Anlaufjahre mit geschäftlichen Verlusten hinnehmen. Für seine Aktionäre waren es lange Jahre des Bangens, ob diese Geschäftsidee jemals auch wirtschaftlichen Erfolg haben würde. Mittlerweile verdient Amazon Geld, hat einen enorm hohen Bekanntheitsgrad und ist mit seiner Plattform bereits dabei laut Wikipedia “CDs, DVDs, Musik, Video, Elektronik und Foto-Artikel, Software, Computer- und Videospiele, Küchen- und Haushaltsgeräte, Sport- und Freizeitartikel, Spielwaren, Drogerieartikel und Zeitschriften” zu verkaufen. Die Partner können Shops mit zu ihrer Site passenden Waren einrichten und Amazon bieten seine Logistik auch Fremdfirmen an.

Als langjähriger Kunde habe ich allerdings den Eindruck, dass die Bücher, die ich bestelle, nicht mehr ganz so schnell ankommen wie früher. Wahrscheinlich der Fluch der Größe!

Meine Bestellung (wird ge)funkt

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Seit einigen Jahren gibt es nun schon in der Gastronomie das Bestellsystem, bei dem die Servierkraft die Bestellung direkt vor dem Gast unmittelbar bei der Bestellaufnahme in einen kleinen PDA eingibt, der mit Funk ausgestattet ist. Sekundenbruchteile später werden die Getränke an der Theke, die Speisen in der Küche ausgedruckt. Damit wird wertvolle Zeit gewonnen und die Bedienung kann gebrauchtes Geschirr abräumen und Tische reinigen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Auch die Kundschaft hat ein gutes Gefühl, denn sie weiß ja, dass ihre Bestellung schon bearbeitet wird.

Auch beim Zahlen hilft dieses System, denn die Tischrechnungen werden sauber und vollständig ausgedruckt. Oder die Rechnung wird vorab mit den Gästen am Tisch besprochen, wenn getrennt abgerechnet werden soll. Es kann dabei nichts vergessen werden, denn die Bedienung hat ja die gesamte Bestellung auf ihrem Bildschirm. D.h. diese Funkbestellungen kürzen den Bestell- und den Bezahlvorgang beträchtlich ab. Gegenüber der früheren Zettelwirtschaft kann man das getrost als kleine Revolution sehen.

Noch mehr Zeit könnte man allerdings einsparen, wenn die Gäste ihre Wünsche gleich direkt an Küche und Theke funken könnten, ohne auf die Bedienung warten zu müssen!

Recyclebares Containerhotel

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Ein schönes Beispiel für Lösungsprinzip Nr. 27 nach TRIZ (Ersetze teure Langlebigkeit durch billige Kurzlebigkeit) ist ein Projekt der britischen Hotelgruppe Travelodge. Sie plant, schon in den nächsten Monaten mehrstöckige Hotelbauten aufzuziehen, die aus vorbereiteten Containern bestehen (werden in China erzeugt). Diese Hotels können innerhalb von 3 (!) Monaten aufgestellt werden und in sehr kurzer Zeit auch wieder abgebaut werden. Damit sind sie für jede Art von Großereignissen interessant. Vor allem können durch ein spezielles Rahmengitter die Hotelcontainer mehrmals an unterschiedlichen Plätzen wieder verwendet werden. Und werden sie unansehnlich oder reparaturanfällig bzw. haben ihre vorgesehene Lebensdauer abgedient, dann sollen sie recycled werden. Was bei den heutigen Stahlpreisen durchaus nochmals nette Einnahmen verspricht.

Durch die Vorfertigung, die geringe Bauzeit und andere Möglichkeiten, da oder dort noch einzusparen (z.B. durch die Standardisierung) soll ein Zimmer bei Travelodge angeblich nur rund EUR 25,00 pro Nacht kosten. Schon ab Juni in West London.

Travelodge wurde 1985 in Großbritannien gegründet und gilt allgemein als sehr innovativ. So bieten sie z.B. auf Wunsch einen großen zweiarmigen Kuschelpolster für Alleinreisende an, die gewohnt sind, mit einer zweiten Person einzuschlafen. Um weitverbreiteter Schlaflosigkeit vorzubeugen, haben sie sogar durch einen NLP-Experten 5 Beiträge zur Entspannung vom Alltagsstress ausarbeiten lassen, die auf ihrer Homepage heruntergeladen werden können.
[Gefunden beim ORF]

Nicht jedes Hotel, das für Stunden vermietet, ist ein Stundenhotel

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YotelIch hatte hier ja schon früher über rollende Hotels auf engstem Raum berichtet, wo man im umgebauten Möbelwagen bis nach Indien schippert. Jetzt taucht eine neue, schmalbrüstige Idee auf, die Hotelgästen ganze 7m² bietet, d.h. Hotelzimmer auf Schlafwagengröße anbietet. Und zwar in unmittelbarer Nähe zu großen Flughäfen. In London Gatwick gibt es bereits das neue Yotel.

Die Idee dahinter: Oft gibt es auf Flughäfen unerwartete Verzögerungen und längere Zwischenaufenthalte. Im Yotel kann man eine ‘Schlafkabine’ ab 25 Pfund für 4 Stunden mieten. Jede weitere Stunde in der Standard-Koje kostet 5 Pfund mehr. Internetanschluss, Flachbildschirm, Dusche und bequemes Bett sind vorhanden. Sogar ‘room-service’ wird geboten. Ich glaube allerdings, dass sich das mit durchreisenden Flugpassagieren alleine nicht rechnen wird. Aber in einer Stadt, in der Zimmer schon mal locker 100-150 Pfund kosten, wird das vielleicht Touristen anziehen, die eventuell mit einer Billigfluglinie für ein Wochenende anreisen.

Gefunden im Innoblog, [Foto: Yotel]

Immobilien ohne Provision

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iMaklerAufruhr bei Deutschlands Maklern: Wieder einmal wagt es ein Unternehmer, die über viele Jahrzehnte übliche Vorgangsweise zu durchbrechen. Wer jemals etwas am Immobiliensektor kaufen oder verkaufen wollte, hat versucht, sich irgendwie um die Maklerprovision zu drücken. Es ist auch wirklich nicht ganz einzusehen, warum ein Makler für die nahezu gleiche Arbeit jeweils am Wert der Immobilie bezahlt werden soll. Genau wie eigentlich nicht einzusehen ist, warum ein Anwalt oder Notar nicht nach seinem Arbeitsaufwand, sondern nach dem Wert des Vertrages honoriert werden soll.

Harald Blumenauer aus Bad Soden hat mit seiner iMakler GmbH einen neuen Weg beschritten:

- vom Käufer verlangt er gar nichts

- vom Verkäufer verlangt er fixe EUR 995,00 inkl. Mwst.

Dafür bekommt dieser auch noch eine Bewertung durch einen unabhängigen Sachverständigen.

Wie macht er das nur? Er verlagert den zeitraubendsten Teil der Maklerleistung auf den Verkäufer, nämlich die Besichtigungen. Weil dieser sein Objekt und dessen Umgebung am besten kennt. Angeblich kaufen Kunden rascher, wenn der Besitzer das Objekt gezeigt hat. Gepaart mit einem durchdachten Internetkonzept möchte Blumenauer, der seit mehr als 40 Jahren im Maklergeschäft tätig ist, damit die Branche revolutionieren. Hat der Kunde erst einmal Vertrauen gefasst, erkennt er meist, dass zum Verkauf doch mehr gehört, als nur das Objekt zu zeigen. Und bei Zusatzleistungen geht der iMakler natürlich gerne zur Hand.

[Foto: iMakler]