Archiv der Kategorie: Dienstleistungen

Künstliche Intelligenz kann jetzt auch bluffen!

Es ist unglaublich, was Forscher alles schon mittels künstlicher Intelligenz (KI) probieren. Computerprogramme, die lernfähig sind, programmieren bereits weitere Computerprogramme. Und das teilweise in besserer Qualität als von Menschen erarbeitete. Schwerer tut sich KI noch mit dem Verfassen von Romanen, leichter geht es bei der Erstellung von Zeichnungen oder anderen Kunstwerken. IBMs Großcomputer Watson gewinnt im Schach, bei Jeopardy und beim asiatischen Go. Bis vor Kurzem waren Menschen beim Pokern noch überlegen. Jetzt hat der Poker-Algorithmus aber auch gelernt zu „Bluffen“ und gegen vier menschliche Profis gewonnen. [Quelle: www.trendsderzukunft.de]

Die „Libratus“ genannte Software könnte vielleicht auch lernen, in der Sprache versteckte Informationen wie z.B. Ironie zu verstehen. Was wiederum Spracherkennungsprogramme wesentlich verbessern würde. Die Möglichkeiten der KI spielen in derart viele Bereichen unseres Lebens eine immer größer werdende Rolle, dass sich auch Google mit seiner Firma DeepMind damit beschäftigt. Das Online-Magazin WIRED meldet im November 2016, dass Googles selbstlernende KI bereits wesentlich besser Lippenlesen kann als die menschliche Konkurrenz.

Die neuen 3D-Drucker sind 25-100 mal schneller

Die neue Generation der 3D-Drucker druckt nicht nur viel schneller, sie erstellt auch Produkte mit glatter Oberfläche und lässt die Verwendung von noch mehr Materialien als bisher zu. Momentan scheinen Lösungen aus dem medizinischen Bereich die interessantesten zu sein. Oder es werden dort 3D-Drucker verwendet, wo man weitab von Nachschub ist: Auf Flugzeugträgern, im Weltall und auf abgelegenen Forschungsstationen. Aber mit der neuen Methode, bei der das Teil direkt im flüssigen Material entsteht und von dort herausgezogen wird, träumt auch die Medizin schon davon, während einer Operation ein Teil auszudrucken, das genau auf den jeweiligen Patienten abgestimmt ist. Die Alltagsverwendung wie Torten backen oder Schnitzel ausdrucken sehe ich auch noch nicht, obwohl ich darüber bereits 2012 hier geschrieben habe.

Ein Traum der Menschheit wird wahr

Menschen sollen sich in Zukunft miteinander unterhalten können, auch wenn keiner die Sprache des anderen spricht! Die Microsoft-Tochter Skype setzt mit ihrer Entwicklungsabteilung alles daran, dass dies innerhalb der nächsten Jahre Realität wird. Ersten Demo-Versuchen zwischen Englisch und Deutsch sollen solche mit Englisch und Spanisch folgen.


[youtube cJIILew6l28]

Wenn es auch da und dort noch ein wenig holpert, zeigt dieses Video, was heute schon möglich ist (soferne nicht anderweitig nachgeholfen wurde, was bei öffentlichen Vorführungen manchmal passieren soll). Aber wir nehmen einmal an, dass diese Übersetzungen bereits heute halbwegs funktionieren. Es können sich damit schon Personen miteinander unterhalten, die ein gutes Sprachgefühl haben und elektronische Übersetzungsfehler mit ihrem menschlichen Verstand ausbügeln.

Gamification ist das Zauberwort

mysugr.pngGamification bzw. Gamifizierung ist der Einsatz spielerischer Elemente in spielfremden Bereichen. Wer das schafft, kann eher freudlose Tätigkeiten so umwandeln, dass die betroffenen Datensammler süchtig werden. So geschehen bei einem Wiener Startup namens ‚mySugr‘, das Diabetikern in spielerischer Form mittels einer App hilft, ihre Werte aufzuzeichnen, ihre Speisen zu fotografieren und Orten zuzuordnen und alle Daten zu katalogisieren.

Wie in so vielen Fällen entstand die Idee dafür, weil der Mitbegründer des StartUps Frank Westermann selbst Diabetiker ist. Wie viele andere in seinem Team auch. Die mit Begeisterung an die Idee herangingen, den Alltag für Diabetiker spannender zu machen. Indem man Monster besiegt und für die Eingabe von Daten belohnt wird.

An die 100.000 Menschen nutzen bereits diese App, die auf iPhone und Android läuft. Deshalb war es auch klar, dass sich eine Reihe von Investoren entschlossen haben, in dieses Projekt weiter zu investieren. 2013 bekam dazu mySugr noch den Staatspreis für das beste StartUp-Marketing in Österreich verliehen.

[Foto: mySugr]

Eine Karte für alle

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Was meine Studenten an der Fachhochschule Salzburg bereits in unterschiedlichen Semestern als Projektarbeit erfunden haben, wird jetzt gerade in Amerika Wirklichkeit und soll Mitte dieses Jahres endgültig an den Start gehen: Die universelle Karte, die alle anderen Kredit- und Kundenkarten vereint. Mittlerweile ist ja der Wust an Kreditkarten, den jeder mit sich herumschleppt, schon wirklich ärgerlich geworden. Deshalb bin ich schon sehr gespannt, ob diese Lösung, die angeblich bei der Vorausbestellung nach 40 Minuten schon 50.000 USD Umsatz erreicht hatte, auch außerhalb der USA klaglos funktioniert.

[Aktualisierung 1.9.2014] Coin wird gerade an seine Unterstützer ausgeliefert. Wie befürchtet, funktioniert es nur mit Magnetstreifen, nicht mit Chipkarte. Da aber in Europa nahezu nur mehr mit Chipkarten gearbeitet wird, habe ich meine Vorbestellung storniert. Das war problemlos möglich und innerhalb einer Woche bekam ich von VISA die gesamten von mir eingezahlten 55 USD wieder gutgeschrieben. Da sich die Zeichen mehren, dass Apple mit dem iPhone in den Bezahlmarkt einsteigen wird, bin ich darüber nicht böse und sehe dort eine noch bequemere Möglichkeit. Allerdings kann es sein, dass Coin dadurch in ein bis zwei Jahren stark in Bedrängnis kommen wird. Denn wenn Apple eines beherrscht, dann ist es „einfache Bedienung“. Und über iTunes hat Apple schon Millionen von Kreditkartendaten, sogar in einem geschlossenem System!

Leider lässt sich derzeit in die Karte namens „One Coin for All“ noch keine wiederaufladbare Batterie einbauen. Deshalb wird die Lebensdauer der Karte auch nur mit ca. 2 Jahren angegeben und diese muss dann wieder neu gekauft werden. Was bei einem angestrebten Preis von 100 USD doch heftig ist. Die Vorausbesteller bekommen die Karte allerdings noch um 55 USD inklusive Zustellung.

Die Funktionen sind im folgenden Video recht schön beschrieben.


[youtube w9Sx34swEG0]

[Quelle: bizforward]

Schüler unterrichten sich selbst

In Frankreich hat der Telekom-Milliardär Xavier Niel einen neuen Schultypus ins Leben gerufen. Es ist eine Computerschule, die er 42 nennt. Sie hat ihren Namen aus dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“. Dort wird als Antwort auf die Ultimative Frage des Leben, des Universums und dem ganzen Rest“ die Zahl 42 errechnet.

Die Schule ist in der Tat außergewöhnlich: Es gibt keine Lehrer, die Schüler lernen durch die Lösung von Aufgaben, die ihnen gestellt werden. Niel meint, dass sie dadurch viel besser auf die späteren Anforderungen für die Praxis vorbereitet werden. Wer diese Schule abgeschlossen hat, findet sicher eine Arbeit, da es in Frankreich hohen Bedarf an guten Programmierern gibt! Allerdings sind bis dorthin einige Hürden zu überwinden. Für die „Schule 42“ gibt es 60.000 Bewerbungen, aber nur 800 werden aufgenommen. Das einzige Kriterium ist das Aufnahmealter zwischen 18 und 30 Jahren. Die Schüler brauchen nichts zu bezahlen und auch keine spezielle Vorbildung. Damit können sich auch Jugendliche bewerben, die sonst durch den Rost fallen. Einen Monat lang werden 4.000 Schüler in Schlafsäcken und Matratzen auf engem Raum zusammenleben und täglich bis zu 15 Stunden mit Computerproblemen konfrontiert werden. Es wird nicht danach geschaut, was ein Schüler weiß, sondern wie er denkt. Gesucht werden Menschen, die außergewöhnliche Denkweisen beherrschen und so Frankreich gut durch die Zukunft bringen.

Die Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre, sie kann um 2 Jahre verlängert werden. Während dieser zwei zusätzlichen Jahre wird an einem innovativen Zukunftsprojekt gearbeitet und gelernt, wie man sein eigenes Unternehmen aufzieht. Die geschätzten 20-50 Millionen Euro für die ersten 10 Jahre zahlt der Milliardär Niel aus der eigenen Tasche, um  dann jedes Jahr ca. 1.000 Schüler aufnehmen zu können. Er hat alledings auch schon die Wirtschaft im Auge, die er einlädt, sich an diesem Experiment zu beteiligen, damit die Schüler genau für den Bedarf der Unternehmen ausgebildet werden. Niel möchte mit dieser Schule das etablierte Schulsystem revolutionieren und außerdem ein soziales System schaffen, in dem es keine Ausgegrenzten mehr gibt.

[Quelle: New Hampshire News]

Revolution im Internethandel

Interessant ist, dass Startups mit einer guten Idee gleich den gesamten Weltmarkt ins Auge fassen und ihre Haupt-Homepage deshalb auf Englisch gestalten. Oder in einem Video den Interessenten auf Englisch ansprechen.

http://www.youtube.com/watch?v=f4fqKHExmkE
[youtube f4fqKHExmkE]

Jeder, der im Internet einkauft, weiß, dass er sich meist durch dutzende Angebote durchklicken muss, um vielleicht das passende zu finden. Ein (optisch übersichtlicher) Vergleich zwischen mehreren Produkten verschiedener Firmen ist auch eher selten möglich. Selbst wer in einen Einkaufsmarkt geht, irrt oft lange umher, bis er eine Person findet, die Auskunft geben kann. Das soll nun im Internet anders werden – durch einen eigenen Assistenten. Der Smartassistant kommt aus Österreich und stellt beim Eintritt einige Fragen, genauso wie es ein Berater im Fachgeschäft auch tun würde. Dann trifft er eine Vorauswahl und lässt auch einen Vergleich zwischen mehreren Produkten zu. In einer individuell gestaltbaren Tabelle kann man dann seine Entscheidung treffen, welches Produkt einem am meisten zusagt. Angeblich lässt sich dadurch für Internetanbieter die Abschlussrate entscheidend erhöhen.

Das Team rund um dieses Angebot hat gemeinsam an der Wiener TU studiert und sich auf ‚Semantic Web‘ spezialisiert. Es will in den nächsten Jahren e-commerce damit entscheidend beeinflussen.

Im Jahr 2009 hatte ich schon über das Unternehmen ‚Get Friday‘ berichtet, über das man Aufgaben an einen persönlichen Assistenten auslagern konnte. Reale Personen in Indien haben über das Internet  (in deutscher Sprache) Theaterkarten bestellt, Reservierungen in Restaurants vorgenommen und vielleicht auch bestimmte Dinge besorgt. Sie können alles beschaffen, was keine persönliche Anwesenheit erfordert. Leider nicht mehr in Deutsch, denn dieser Dienst wurde mangels entsprechendem Personal bereits 2010 wieder eingestellt.

Coworking Camps weltweit

Die mit ihrem Coworking Space in Salzburg bestens bekannte Romy Sigl war gerade in Ägypten, um mit der dortigen Startup-Szene ein 6-wöchiges Coworking Camp am Roten Meer vorzubereiten. Dies soll der Startschuss für eine weltweite Serie von Coworking Camps werden, die mal in einem Skigebiet, mal am Meer oder an einem See stattfinden.

Speziell in Kairo war sie ganz erstaunt, dort eine große und engagierte Startup-Gemeinschaft vorzufinden – viele junge Männer und Frauen, bei denen Aufbruchstimmung herrscht. Und die dankbar für Unterstützung aus Europa sind, um z.B. Sponsoren für die Unterstützung dieses 6-wöchigen Coworking Camps zu finden, da viele junge Leute sich die Hotelkosten dafür nicht leisten können. Am Roten Meer in Hurghada herrscht keinerlei Gefahrenpotenzial, die Leute können dort von 4. November bis 15. Dezember 2013 fremde Kulturen kennen lernen und viele neue Ideen entwickeln. Was fast noch wichtiger ist: Kontakte knüpfen.

Werden von mancher Seite für die Idee des Coworkings in Städten schon die Totenglocken geläutet, so prescht Romy Sigl mit ihrer Mission bereits in die nächste Dimension vor. Da der amerikanische Universitätsprofessor Richard Florida festgestellt hat, dass die kreativsten Leistungen dort erbracht werden, wo unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen,  bin ich sehr gespannt auf die Ergebnisse der Coworking Camps.

[Quelle: internetszene.at]

Das Essen rollt ohne Kellner bis zum Tisch

Vollautomatisierung + Elektronik ist ein oft benutztes Konzept in der Industrie. Wie aber kann das bei der Dienstleistung Restaurant funktionieren? Im Nünberger Restaurant „’s Baggers“ erhalten die Gäste am Empfang eine Plastikkarte. An jedem Tisch befindet sich eine elektronische Speisekarte, dort tippt man seine Speisenauswahl ein, die direkt in die Küche geht. Die eingeschobene Plastikkarte speichert die Bestellung und dient am Schluss zur Abrechnung. Über eine riesige Achterbahn schweben dann die einzelnen Speisen zu den Tischen, wo die Gäste ihr Essen selbst aus den Töpfen holen. Ein interessantes Erlebnis, das von vielen Gästen mit großer Begeisterung aufgenommen wird. Wie bei jeder radikalen Innovation waren am Beginn sehr viele Anpassungen nötig, um die Speisen gefahrlos bis zu den Gästen zu bringen. Das Konzept ist sehr gut durchdacht, denn die Besucher können auch sofort elektronisch ein Feedback geben und liefern so sehr konkrete Daten zur Qualitätskontrolle.


[youtube Fp6T0-NCZaQ]

Die Firma HeineMack aus Nürnberg hat das Konzept entwickelt und bietet es inzwischen international als Franchiselösung an.

Derzeit gibt es in Deutschland folgende „Achterbahn-Restaurants“:
‚s Baggers, Nürnberg
Schwerelos & Zeitlos, Hamburg
FoodLoop im Europa-Park, Rust (Baden-Württemberg)
Schwerelos, Dresden

Crowdfunding ist in aller Munde

Geld einsammeln und von Banken unabhängig sein, dafür gibt es heute im Internet bereits zahlreiche Portale. Aber nirgends geht die Post so ab wie auf kickstarter.com. Erst 2009 von 3 jungen Burschen in Amerika gegründet, kann auf dieser Plattform weltweit Geld eingesammelt werden für unterschiedlichste Projekte:

Filme, Spiele, Musik, Veranstaltungen, Design und  Technologie können so um Unterstützung werben. Als optimal hat sich eine Frist von 30 Tagen herausgestellt, in der die vom Einreicher angepeilte Summe ihre ‚backer (Unterstützer)‘ gefunden haben muss. Der Fantasie, was die Unterstützer für welche eingesetzte Summe bekommen, sind keine Grenzen gesetzt! Ob für 1$ („Nennung auf unserer Homepage“ oder „Unser Dank wird euch ewig nachschleifen“) bis zu mehreren hundert $ („Ehrenplatz bei der Uraufführung“) ist alles drin.

Seit 2009 haben 4,3 Mio Menschen bereits mehr als $661 Mio für rund 43.000 Projekte eingesetzt. Es heißt alles oder nichts: Bleibt das Projekt unter der gewünschten Summe, gibt es gar nichts. Ein Projekt kann allerdings später nochmals (verbessert) eingereicht werden. Immerhin haben bisher beachtliche 44% der eingereichten Projekte diese Hürde geschafft! Es kann aber auch enorm überzeichnet werden, wie z.B. die smart watch Pebble, für die $100.000 gesammelt werden sollten und nach 5 Wochen waren es über $10 Mio!

Oder der schicke 3D-Drucker Buccaneer für jeden Schreibtisch, der seine Funding-Grenze von $100.000 bereits nach 10 Minuten erreicht hatte. Er sammelt noch 12 Tage lang Geld ein und wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich die Grenze von $1 Million überspringen. Resultat: $1.438.765 erreicht, muss allerdings jetzt ca. 3.400 3D-Drucker liefern.

Hier zeigt sich auch das Risiko für den Unterstützer: Dass nämlich bei einer solcher Überzeichnung die versprochene Ware sicher nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt geliefert werden kann. Aber das ist meist für fanatische Unterstützer einer Idee kein Problem. Und selbst wenn die Einreicher am Ende ihr Projekt nicht gefördert bekommen, so haben sie um sehr wenig Geld einerseits einen guten Markttest erhalten und andererseits über die Kommentare oft auch noch wertvolle Verbesserungsvorschläge aus der ‚crowd‘.

[Quelle: Best-practice-business.de]