Archiv der Kategorie: Banken

Die Plattform CONDA wechselt zur Blockchain-Technologie

CONDA, eine der bekanntesten österreichischen Crowdinvesting-Plattformen (Start 2013) betreut derzeit bereits ähnliche Plattformen in sieben Ländern. Der Schwerpunkt liegt darauf, kleinere Betriebe (auch StartUps) mit Investoren zu vernetzen. Ab 100€ kann sich jeder bereits an einem Unternehmen beteiligen. 89 Projekte wurde bereits erfolgreich betreut und mehr als 9000 Investoren gefunden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo CONDA in die Blockchain-Technologie einsteigt, um über eine Krypto-Währung Investments länderübergreifend, sicher und schnell anbieten zu können. Die rechtliche Seite ist in allen sieben Ländern geklärt und der Start erfolgt demnächst (siehe https://ico.conda.online/).

Bekannt geworden ist CONDA durch eines seiner ersten Crowdinvesting-Projekte für Wohnwagon.

[Foto: Wohnwagon]

Eine Karte für alle

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Was meine Studenten an der Fachhochschule Salzburg bereits in unterschiedlichen Semestern als Projektarbeit erfunden haben, wird jetzt gerade in Amerika Wirklichkeit und soll Mitte dieses Jahres endgültig an den Start gehen: Die universelle Karte, die alle anderen Kredit- und Kundenkarten vereint. Mittlerweile ist ja der Wust an Kreditkarten, den jeder mit sich herumschleppt, schon wirklich ärgerlich geworden. Deshalb bin ich schon sehr gespannt, ob diese Lösung, die angeblich bei der Vorausbestellung nach 40 Minuten schon 50.000 USD Umsatz erreicht hatte, auch außerhalb der USA klaglos funktioniert.

[Aktualisierung 1.9.2014] Coin wird gerade an seine Unterstützer ausgeliefert. Wie befürchtet, funktioniert es nur mit Magnetstreifen, nicht mit Chipkarte. Da aber in Europa nahezu nur mehr mit Chipkarten gearbeitet wird, habe ich meine Vorbestellung storniert. Das war problemlos möglich und innerhalb einer Woche bekam ich von VISA die gesamten von mir eingezahlten 55 USD wieder gutgeschrieben. Da sich die Zeichen mehren, dass Apple mit dem iPhone in den Bezahlmarkt einsteigen wird, bin ich darüber nicht böse und sehe dort eine noch bequemere Möglichkeit. Allerdings kann es sein, dass Coin dadurch in ein bis zwei Jahren stark in Bedrängnis kommen wird. Denn wenn Apple eines beherrscht, dann ist es „einfache Bedienung“. Und über iTunes hat Apple schon Millionen von Kreditkartendaten, sogar in einem geschlossenem System!

Leider lässt sich derzeit in die Karte namens „One Coin for All“ noch keine wiederaufladbare Batterie einbauen. Deshalb wird die Lebensdauer der Karte auch nur mit ca. 2 Jahren angegeben und diese muss dann wieder neu gekauft werden. Was bei einem angestrebten Preis von 100 USD doch heftig ist. Die Vorausbesteller bekommen die Karte allerdings noch um 55 USD inklusive Zustellung.

Die Funktionen sind im folgenden Video recht schön beschrieben.


[youtube w9Sx34swEG0]

[Quelle: bizforward]

Crowdfunding ist in aller Munde

Geld einsammeln und von Banken unabhängig sein, dafür gibt es heute im Internet bereits zahlreiche Portale. Aber nirgends geht die Post so ab wie auf kickstarter.com. Erst 2009 von 3 jungen Burschen in Amerika gegründet, kann auf dieser Plattform weltweit Geld eingesammelt werden für unterschiedlichste Projekte:

Filme, Spiele, Musik, Veranstaltungen, Design und  Technologie können so um Unterstützung werben. Als optimal hat sich eine Frist von 30 Tagen herausgestellt, in der die vom Einreicher angepeilte Summe ihre ‚backer (Unterstützer)‘ gefunden haben muss. Der Fantasie, was die Unterstützer für welche eingesetzte Summe bekommen, sind keine Grenzen gesetzt! Ob für 1$ („Nennung auf unserer Homepage“ oder „Unser Dank wird euch ewig nachschleifen“) bis zu mehreren hundert $ („Ehrenplatz bei der Uraufführung“) ist alles drin.

Seit 2009 haben 4,3 Mio Menschen bereits mehr als $661 Mio für rund 43.000 Projekte eingesetzt. Es heißt alles oder nichts: Bleibt das Projekt unter der gewünschten Summe, gibt es gar nichts. Ein Projekt kann allerdings später nochmals (verbessert) eingereicht werden. Immerhin haben bisher beachtliche 44% der eingereichten Projekte diese Hürde geschafft! Es kann aber auch enorm überzeichnet werden, wie z.B. die smart watch Pebble, für die $100.000 gesammelt werden sollten und nach 5 Wochen waren es über $10 Mio!

Oder der schicke 3D-Drucker Buccaneer für jeden Schreibtisch, der seine Funding-Grenze von $100.000 bereits nach 10 Minuten erreicht hatte. Er sammelt noch 12 Tage lang Geld ein und wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich die Grenze von $1 Million überspringen. Resultat: $1.438.765 erreicht, muss allerdings jetzt ca. 3.400 3D-Drucker liefern.

Hier zeigt sich auch das Risiko für den Unterstützer: Dass nämlich bei einer solcher Überzeichnung die versprochene Ware sicher nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt geliefert werden kann. Aber das ist meist für fanatische Unterstützer einer Idee kein Problem. Und selbst wenn die Einreicher am Ende ihr Projekt nicht gefördert bekommen, so haben sie um sehr wenig Geld einerseits einen guten Markttest erhalten und andererseits über die Kommentare oft auch noch wertvolle Verbesserungsvorschläge aus der ‚crowd‘.

[Quelle: Best-practice-business.de]

Die lebende Scheckkarte

livechecking4.jpgBei Yanko Design habe ich etwas gefunden, dass (wahrscheinlich) nie eine Bank oder Kreditkartenorganisation einführen wird: Die lebend(ig)e Scheckkarte! Wenn Sie blau leuchtet, habe ich mein Konto noch nicht überzogen, bei rot bin ich schon im ‚roten‘ Bereich. Natürlich zeigt sie mir ganz genau an, wieviel ich noch ausgeben kann. Ein kurzes Schütteln der Karte und ich bin am neuesten Stand!

Die Karte besteht aus 4 Lagen: Eine kleine schwarze Solarzelle sorgt für Energiezufuhr, der Kontostand wird mit elektronischer Tinte angezeigt, es gibt den obligaten Magnetstreifen und ein aktiver RFID-Chip korrespondiert mit der Bank oder der Kreditkartenorganisation, um den aktuellen Kontostand zu ermitteln.

Und genau das widerspricht doch komplett den Gepflogenheiten der Plastikkarte: Kauf‘ damit ein als ob es kein Morgen gäbe! Natürlich gibt es die aufladbaren Karten, aber da wird einem das Geld schon vorher abgebucht, obwohl man es (wie in der Brieftasche) noch lange mit sich herumträgt bis es ausgegeben wird. Gerade für Menschen die schlecht mit Geld umgehen können, würde diese Karte eine große Hilfe bedeuten.

Hier noch ein Video dazu.
[youtube 89vramzQUh0]

Klein, kleiner, am kleinsten

Vor einigen Tagen hatte ich hier darüber berichtet, wie Menschen (und Firmen) in Entwicklungsländern sich zu helfen wissen. Dass sie nämlich Dienstleistungen und Produkte in derart kleine Portionen teilen, dass selbst die Menschen mit sehr wenig Geld kurzzeitig von den Segnungen der Zivilisation ’naschen‘ können. Auch der Friedensnobelpreisträger 2006, Muhammad Yunus, hat mit seiner Grameen Microcredit Bank ein ähnliches Konzept verfolgt. Er verleiht kleine Summen, die wöchentlich zurückgezahlt werden müssen. Dafür verlangt er 20% Zinsen, das ist wesentlich weniger als bei den sonst üblichen ‚Wucherern‘. Und er ist damit schon seit langem nicht einmal mehr auf staatliche Zuschüsse oder Spenden angewiesen. Diese nach unseren Maßstäben immer noch recht hohen Zinsen fallen bei den kleinen Kreditsummen und der wöchentlichen Rückzahlung kaum ins Gewicht. Ermöglichen selbst kleine Beträge den Menschen Saatgut zu kaufen oder sich kleine Maschinen zu leihen. Sein Rezept: Er vergibt Kredite an Gruppenmitglieder in Dörfern (in der Hauptsache an Frauen). Die treten gegenseitig als Bürgen füreinander auf. Dadurch ist keine andere Sicherstellung nötig.

Er hat damit eine Revolution in der Mikrofinanzwelt ausgelöst. War man früher (wie bei den meisten Entwicklungshilfeprojekten) auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, so erkannte man bald, dass das System sich auf Dauer selbst finanzieren musste. Und so wurden innovative Methoden entwickelt, um die Kosten- und Risikoproblematik in den Griff zu bekommen. Auch in Deutschland profitiert man von diesen Erkenntnissen der Mikrofinanzierung.

Wer traut einer Bank ohne Filialen…

Foto: Carlos Zaragoza, Sevilla…und ohne großartige Gebäude? Einer Bank, bei der ihm kein Berater aus Fleisch und Blut gegenüber steht? Die alle ihre Geschäfte nur über das Internet abwickelt? Und noch dazu verspricht, ab 1. Juli 2006 in Österreich 3% Zinsen auf täglich fälliges Geld zu zahlen? Und dafür enorme Summen in die Werbung steckt? Ist das seriös? Wie machen die das nur? Kann Vertrauen Sünde sein?

Die ‚Unkenrufer‘ hatten es wieder einmal prophezeit: Das funktioniert nie! Die Menschen zahlen doch ihr Geld nicht an eine anonyme Internetbank! Und es geht doch. Fairerweise muss allerdings dazu gesagt werden, dass diejenigen Direktbanken, die dieses Konzept knallhart durchziehen, aus ihrer Vorgeschichte bereits einen Vertrauenspolster aufgebaut hatten. Entweder als Töchter großer Banken oder Gründungen von bekannten Persönlichkeiten. Pionierleistungen haben z.B. Versandhäuser erbracht, die Verbraucherbanken gründeten.

Marktanalysen meinen, dass mit dem Vordringen von Internetanschlüssen in private Haushalte die Kundenanzahl der Direktbanken weiterhin rasant steigen wird. Zumal diese ohnehin nur als Zweitbank gesehen werden, daher ohne allzu schlechtes Gewissen gegenüber der Hausbank in Anspruch genommen werden. Sogar als Ventil dienen (Meine Spargroschen nehme ich der Hausbank weg, alles andere mache ich weiterhin dort).