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Die lebende Scheckkarte

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livechecking4.jpgBei Yanko Design habe ich etwas gefunden, dass (wahrscheinlich) nie eine Bank oder Kreditkartenorganisation einführen wird: Die lebend(ig)e Scheckkarte! Wenn Sie blau leuchtet, habe ich mein Konto noch nicht überzogen, bei rot bin ich schon im ‘roten’ Bereich. Natürlich zeigt sie mir ganz genau an, wieviel ich noch ausgeben kann. Ein kurzes Schütteln der Karte und ich bin am neuesten Stand!

Die Karte besteht aus 4 Lagen: Eine kleine schwarze Solarzelle sorgt für Energiezufuhr, der Kontostand wird mit elektronischer Tinte angezeigt, es gibt den obligaten Magnetstreifen und ein aktiver RFID-Chip korrespondiert mit der Bank oder der Kreditkartenorganisation, um den aktuellen Kontostand zu ermitteln.

Und genau das widerspricht doch komplett den Gepflogenheiten der Plastikkarte: Kauf’ damit ein als ob es kein Morgen gäbe! Natürlich gibt es die aufladbaren Karten, aber da wird einem das Geld schon vorher abgebucht, obwohl man es (wie in der Brieftasche) noch lange mit sich herumträgt bis es ausgegeben wird. Gerade für Menschen die schlecht mit Geld umgehen können, würde diese Karte eine große Hilfe bedeuten.

Hier noch ein Video dazu.

Klein, kleiner, am kleinsten

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Vor einigen Tagen hatte ich hier darüber berichtet, wie Menschen (und Firmen) in Entwicklungsländern sich zu helfen wissen. Dass sie nämlich Dienstleistungen und Produkte in derart kleine Portionen teilen, dass selbst die Menschen mit sehr wenig Geld kurzzeitig von den Segnungen der Zivilisation ‘naschen’ können. Auch der Friedensnobelpreisträger 2006, Muhammad Yunus, hat mit seiner Grameen Microcredit Bank ein ähnliches Konzept verfolgt. Er verleiht kleine Summen, die wöchentlich zurückgezahlt werden müssen. Dafür verlangt er 20% Zinsen, das ist wesentlich weniger als bei den sonst üblichen ‘Wucherern’. Und er ist damit schon seit langem nicht einmal mehr auf staatliche Zuschüsse oder Spenden angewiesen. Diese nach unseren Maßstäben immer noch recht hohen Zinsen fallen bei den kleinen Kreditsummen und der wöchentlichen Rückzahlung kaum ins Gewicht. Ermöglichen selbst kleine Beträge den Menschen Saatgut zu kaufen oder sich kleine Maschinen zu leihen. Sein Rezept: Er vergibt Kredite an Gruppenmitglieder in Dörfern (in der Hauptsache an Frauen). Die treten gegenseitig als Bürgen füreinander auf. Dadurch ist keine andere Sicherstellung nötig.

Er hat damit eine Revolution in der Mikrofinanzwelt ausgelöst. War man früher (wie bei den meisten Entwicklungshilfeprojekten) auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, so erkannte man bald, dass das System sich auf Dauer selbst finanzieren musste. Und so wurden innovative Methoden entwickelt, um die Kosten- und Risikoproblematik in den Griff zu bekommen. Auch in Deutschland profitiert man von diesen Erkenntnissen der Mikrofinanzierung.

Wer traut einer Bank ohne Filialen…

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Foto: Carlos Zaragoza, Sevilla…und ohne großartige Gebäude? Einer Bank, bei der ihm kein Berater aus Fleisch und Blut gegenüber steht? Die alle ihre Geschäfte nur über das Internet abwickelt? Und noch dazu verspricht, ab 1. Juli 2006 in Österreich 3% Zinsen auf täglich fälliges Geld zu zahlen? Und dafür enorme Summen in die Werbung steckt? Ist das seriös? Wie machen die das nur? Kann Vertrauen Sünde sein?

Die ‘Unkenrufer’ hatten es wieder einmal prophezeit: Das funktioniert nie! Die Menschen zahlen doch ihr Geld nicht an eine anonyme Internetbank! Und es geht doch. Fairerweise muss allerdings dazu gesagt werden, dass diejenigen Direktbanken, die dieses Konzept knallhart durchziehen, aus ihrer Vorgeschichte bereits einen Vertrauenspolster aufgebaut hatten. Entweder als Töchter großer Banken oder Gründungen von bekannten Persönlichkeiten. Pionierleistungen haben z.B. Versandhäuser erbracht, die Verbraucherbanken gründeten.

Marktanalysen meinen, dass mit dem Vordringen von Internetanschlüssen in private Haushalte die Kundenanzahl der Direktbanken weiterhin rasant steigen wird. Zumal diese ohnehin nur als Zweitbank gesehen werden, daher ohne allzu schlechtes Gewissen gegenüber der Hausbank in Anspruch genommen werden. Sogar als Ventil dienen (Meine Spargroschen nehme ich der Hausbank weg, alles andere mache ich weiterhin dort).