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Der Treibstoff wächst am Acker

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Erstaunlich, mit welcher Vehemenz südamerikanische Länder wie Brasilien und Kolumbien die Abwendung vom Erdöl und Zuwendung zu Bioethanol betreiben. Manche schwärmen direkt vom ‘nachwachsenden’ Treibstoff, der nicht ausgehen kann. 2 Nachteile:

1. Der enorme Landverbrauch.
2. Ethisch bedenklich, ‘Nahrungsmittel’ wie Zuckerrohr oder Zuckerrüben für Autos statt für Menschen zu züchten.

Derzeit wird Ethanol auch noch mit Benzin gemischt. Über die Mischungen schreibt Wikipedia “Die Euronorm EN DIN 228 lässt es zu, dem herkömmlichen Benzin bis zu 5 % Ethanol beizumischen (E5). Dies wird auch heute schon praktiziert, allerdings liegt der Ethanolanteil in Deutschland erst bei etwa 2 %. Normale Benzinmotoren können ohne Modifikation mit E10 (10% Ethanol) betrieben werden. In einigen EU-Ländern (z. B. Polen, Tschechien, Deutschland) wird eine Zwangsbeimischung von Bioethanol geprüft. In den USA wird bereits größtenteils E10 eingesetzt. Durch geringe Umbaukosten (ca. 30 €) kann auch E25 getankt werden. Brasilien mischt bereits 25 % Ethanol ins Normalbenzin, welches dort auch Pflicht ist und von den gewöhnlichen Autos vertragen wird. Die Hälfte aller dortigen PKW fahren bereits mit E85, 2 % sogar mit E100. Motoren, die mit reinem Alkohol betrieben werden können, werden in Brasilien in der Automobilindustrie seit 1979 für den Straßenverkehr und seit 2005 für Kleinflugzeuge verkauft. Japan will bald bis zu 10 % beimischen und verhandelt derzeit mit Brasilien über Alkohollieferungen.”

Erstaunlich, dass es tatsächlich schon Autos gibt, die mit E100, also reinem Alkohol fahren. Klar ist, dass mit der Forcierung von Ethanol als Treibstoff die Abhängigkeit von den Erdöl produzierenden Ländern verringert werden soll. Zumal ja einige unsichere Kantonisten dabei sind. Obwohl Russland zu den größten Erdöllieferanten zählt, experimentiert es auch mit Ethanol, um sich abzusichern, falls die Abnahme von Erdöl zurückgeht. Zumal in der Tundra zukünftig durch den Klimawandel riesige Anbauflächen zur Verfügung stehen werden.

Geht sich’s aus?

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Foto: Boschbosch-parklucke.jpg

Sebastian Ulbert, eifriger Lieferant und Zuträger für diesen Blog, nebstbei auch Student an der FH Salzburg, hat im Wartezimmer seines Arztes folgendes entdeckt:

Der Schrecken aller Fahrschüler - nämlich das Einparken - wird bald der Vergangenheit angehören. Im neuen Citroen C4 Picasso gibt es sie schon: Die neue Einparkhilfe aus dem Hause Bosch. Lassen wir den Original-Pressetext sprechen:

Der Citroën C4 Picasso ist weltweit das erste Auto mit integrierter Parklückenvermessung. Das Fahrerassistenzsystem von Bosch zeigt dem Autofahrer an, ob die ausgewählte Parklücke für das Auto lang genug ist. Und weiter:

Während der Vorbeifahrt mit Geschwindigkeiten bis 20 Kilometern pro Stunde tastet der Sensor die Lücke ab. Anschließend informiert der Assistent im Zentraldisplay den Fahrer, ob die Länge der Parklücke für das Auto ausreicht, sie knapp bemessen oder eben zu kurz ist.

Ab 2008 möchte Bosch noch eins draufsetzen und wird eine elektronische Steuerhilfe anbieten: Der Fahrer drückt nur mehr auf einen Knopf und das Auto parkt selbständig ein! Dann könnte man eigentlich auch die - manchmal nervende - akustische Einparkhilfe sparen, denn die Elektronik weiß ja ohnehin, wohin und wie weit es geht.

Auch hier bewahrheitet sich wieder einmal eine von G. Altschullers “Evolutionstheorien”, die da heißt: Verringerung der menschlichen Interaktion - die Technik nimmt uns also immer mehr ab. Das war ja auch bei ABS bereits so. Ich warte schon lange auf die Möglichkeit, mich knapp hinter Salzburg auf der Autobahn in ein System einzureihen, das mein Auto z.B. bis Wien ‘mitnimmt’, während ich mich auf der Fahrt anderen interessanten Dingen widmen kann.

Pack die Pisse in den Tank!

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Foto: peter -petrov- zelei - hauser, BudapestIn Abwandlung eines altbekannten Werbespruchs (”Pack den Tiger in den Tank”) macht sich die österreichische OMV nun für ein Produkt stark, das sie unter dem Namen ‘AdBlue’ vertreibt. Bei LKWs wird in einen zusätzlichen Tank die Harnstofflösung AdBlue eingefüllt, die dann automatisch in das Abgassystem eingedüst wird. Durch eine spezielle Technik (Selective Catalytic Reduction) werden schädliche Partikel stark reduziert. Außerdem soll auch noch Treibstoff eingespart werden können.

Nicht ganz klar ist, warum die OMV das Produkt ‘AdBlue’ nennt. Nein, es ist auch nicht gelb, wie man vermuten könnte, sondern farblos, da der Harnstoff mit vollentsalztem Wasser vermischt wird. Kryptisch vermeldet die OMV einfach: “Die Zukunft ist blau”. Obwohl doch bei der OMV alles blau/grün ist!

Dass Harnstoff für den Boden nützlich sein muss, merke ich jedes Mal, wenn der Bauer am Nachbarsgrund die Jauche verteilt und uns mit furchtbarem Gestank einnebelt. Bevorzugt sucht er sich dafür das Wochenende aus! Was ich allerdings nicht wusste: Dass Harnstoff der Industrie schon seit langem als Schadstoffkiller dient. Am meisten im Düngemittelbereich und bei Futtermittelzusatz. Aber auch in der Kunststoff-, Textil- und Pharmaindustrie.

In Paris sah ich eine Goettin

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Ich bin gerade auf einer Kreativitaetskonferenz in Paris (daher hat dieses Schreiben keine Umlaute). Als ich heute Morgen vom Hotel zur Universitaet ging, sah ich sie ploetzlich in einer Seitengasse - eine DS (franzoesisch: die Goettin)! Sie wird seit 1975 nicht mehr gebaut - aber fast jeder erinnert sich noch an sie. Im Jahr ihrer Einfuehrung (1955) war sie revolutionaer.

Unter anderem wegen -Foto: Wikipedia
- der Stromlinienform,
- der hydropneumatischen Federung,
- der Scheibenbremsen vorn,
- der Kurvenscheinwerfer,
- des einspeichigen Lenkrads,
- der gerade verlaufenden Geschwindigkeitsanzeige (sehr gewoehnungsbeduerftig).

Viele andere Dinge, die der Konstrukteur André Lefèbvre einbaute (Kunststoff, Aluminium und Edelstahl) waren in dieser Menge unueblich. Unvergessen bleibt auch, wie sich der Wagen nach dem Starten hob und nach dem Abschalten des Motors wieder senkte.

Schade, dass Citroën bis heute nicht mehr zu dieser Glanzzeit zurueckgefunden hat!

Das Bessere ist der Feind des Guten

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Viele Firmen sind heute in ganz anderen Bereichen tätig als zur Zeit ihrer Gründung. Autobauer Peugeot hat mit Gewürzmühlen begonnen (die es heute immer noch gibt), Telekommunikationsprofi Nokia mit Papier, später dann mit Gummischuhen und Reifen (werden heute nicht mehr produziert).

Einen extrem radikalen Schwenk, nämlich vom Mischkonzern mit Schwerpunkt Stahl zum weltgrößten Dienstleister in der Freizeitindustrie hat die ehemalige Preussag AG vollzogen. TUI ist heute an Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern, Incoming-Agenturen, Reisebüros und Hotels beteiligt. Über Hapag Lloyd ist auch der Einstieg in die Container- und Kreuzschifffahrt gelungen.

Mögen in einigen Fällen Fusionen bzw. übernommene Firmen zur Änderung der Produktpalette geführt haben, so sind es oftmals auch staatliche Auflagen, die zu einem Schwenk zwingen. So musste der ursprüngliche Erfinder von Coca-Cola aus seinem unter dem Namen Pemberton’s French Wine Coca vertriebenen Getränk wegen der Prohibition den Wein entfernen. Aber als Medizin und Mittel gegen Kopfschmerzen und Depressionen war dem Getränk noch nicht der große Durchbruch beschieden. Erst als Coca-Cola als Erfrischungsgestränk mit enormem Aufwand beworben wurde, stellte sich der rasante Aufstieg der Marke ein.

Von wegen radikal…

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Bei näherer Beschäftigung mit dem Thema habe ich festgestellt, dass der von mir auf der Seite ‘Was bedeutet RI?’ angeführte Umstieg von der Kutsche zum Auto gar nicht soooo radikal war. Das rührt daher, dass der Mensch sich meist an dem orientiert, was er vorher hatte. Ein Beitrag von Dr. Günther Oetzel/Universität Karlsruhe hat mich drauf gebracht. Es dauerte relativ lange bis die kutschenähnlichen Gestelle Seitenwände, Dach, Türen, Scheiben und Scheinwerfer bekamen, um halbwegs dem heutigen Automobil zu ähneln. Die ersten Modelle hießen sogar noch pferdelose Kutsche und sahen auch so aus. Gottlieb Daimler baute ebenso einen Kutschenwagen. Außerdem stieg man damals nicht in das, sondern auf das ‘Automobil’, wie es dann bald hieß. Automobile wurden aber bereits schon die dampfgetriebenen Fahrzeuge genannt. Die erste selbstfahrende Dampfmaschine ordnet Wikipedia dem Jesuitenpater Ferdinand Verbiest Ende des 17. Jahrhunderts zu.

Radikal allerdings als Unterschied zur Pferdekutsche war, dass vorne kein Pferd mehr war.

Präzise Vorgaben helfen

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Foto: Bas Silderhuis, NLSehr interessant, was Hannes Treichl in seinem Blog beschreibt, welche Vision der Citroen-Direktor Boulanger im Jahr 1934 hatte, als er den Auftrag gab, einen “radikal minimalistischen Kleinwagenâ€? zu entwickeln. “Einen günstigen, fahrbaren Untersatz zu schaffen, der 2 Bauern und 100 Kilogramm Ware mit 60 km/h zum Markt bringen kann, notfalls in Holzschuhen und über unbefestigte Wege. Es sollte möglich sein, einen Korb Eier unversehrt über einen gepflügten Acker zu fahren.â€? Die Knüppelschaltung, die stark gefederten Sitze (mit 2 Handgriffen herauszunehmen), die halbierten Seitenfenster (zum Hinaufklappen) sowie den extrem günstigen Preis - all das hatte es vorher bei einem Automobil nicht gegeben.