Radikale Innovation » Auto

Elektroauto

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Ein sehr interessantes Beispiel für radikale Innovation ist das Projekt ‘Better Place’ von Shai Agassi. Dafür hat er seinen schönen Vorstandsposten bei SAP aufgegeben! Er ist davon überzeugt, dass elektrische Energie den heute verwendeten Treibstoffen für Autos den Rang ablaufen wird - schon allein aus Umweltschutzgründen. Und weil die Erdölvorräte immer weniger und die Preise immer höher werden.

Interessant sind seine Denkansätze:

Er trennt gedanklich die Batterie vom Auto (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1: Zerlegen). Außerdem findet er, dass bei vielen von uns die Autos nur kurz benutzt werden (am Weg in die Arbeit) und dann stundenlang unnütz herumstehen. Daher könnte jede dieser unproduktiven Zeiten dazu verwendet werden, um die Batterie wieder aufzuladen (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 22: Aus Schädlichem Nützliches machen).

Ein wesentlicher Faktor einer radikalen Innovation ist ein neues Geschäftsmodell. Hier schlägt Agassi vor, ein erfolgreiches Modell aus der Mobiltelefonie zu übernehmen: Mach einen langfristigen Vertrag mit deinem Stromversorger und wir stellen dir dein Elektroauto gratis (oder für einen minimalen Betrag zur Verfügung). Als Partner hat er Nissan Renault gewonnen, die voll bei seinem Konzept mitziehen. Wobei das Ziel von Renault mit seiner gesamten E-Flotte durchaus ehrgeizig ist. Angesteuert wird nicht eine schrittweise Reduktion der Schadstoffe, sondern gleich das Nullemissions-Auto!

Wie es mit ‘Better Place’ laufen könnte, zeigt folgendes Video

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Bionic Concept Car 2030

Auto, Produkte 1 Kommentar

Wieder bei Yanko Design habe ich eine Studie des rumänischen Designers Vlad Icobet entdeckt. Ein Fahrzeug für 2 Personen, das für die überfüllten Städte im Jahr 2030 entwickelt wurde. Die Energiezufuhr erfolgt über das durchsichtige Polycarbondach mit angeschlossenen Photovoltaikzellen. Jedes Rad verfügt über einen eigenen Elektromotor. Das Auto soll sich um 360 Grad (also um seine eigene Achse) drehen können. Was ich allerdings auf der Designskizze nicht ganz nachvollziehen kann.

Der radikale Ansatz bei diesem Konzept entsteht durch das Anlehnen an organische Formen der Natur und die Kombination mit der Verwendung von hochmoderner Technologie, vor allem bei den Batterien und den Motoren in den Rädern.

bionic-futuristic-concept-car.jpg

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Radikale Denkmodelle angesagt

Auto, Produkte, Verfahren, Verkehr Keine Kommentare

Die deutsche ‘Wirtschaftswoche’ vom 2.3.2009 meldet es: Die deutschen Automobilfirmen sind aufgewacht. Damit zeigt sich einmal mehr, dass schmerzliche Krisen nötig sind, um sich von liebgewonnenen Traditionen zu trennen. So arbeitet beispielsweise ein Team von BMW am Projekt “i”, das für ein völlig neues Fahrzeug- und Mobiltätskonzept steht. Ich zitiere die Wirtschaftswoche:

“Die Beteiligten (an diesem Projekt)… dürfen mit allem brechen was BMW bisher entwarf - vom Fahrzeugdesign bis zum Antrieb, von der Produktion bis zur Vermarktung. Steht am Ende des Projekts ein Konzept, das sich mit keiner der Konzernmarken realisieren lässt,…ist Konzernchef Norbert Reithofer sogar bereit, eine vierte Marke aufzubauen.”

Das Tolle an diesem Projekt ist außerdem, dass auch in Zeiten der Krise an diesem Projekt nichts verschoben oder gekürzt werden darf, egal wieviel der Konzern sonstwo sparen muss!

Aber auch bei Volkswagen beschäftigt sich eine Abteilung “Zukunftsforschung” damit, das Auto neu zu erfinden. Daimler hingegen arbeitet an Mobilitätskonzepten für die ‘Generation Obama’.

Dramatisch ist der Absatz der spritfressenden SUVs (Sports Utility Vehicles) eingebrochen. Das weist laut Wirtschaftswoche auf einen Megatrend hin: Neo-Ökologie. Und der Konsumententyp dazu heißt: “Greenovator”, was soviel wie “Grüner Innovator” bedeutet.

Die Lust auf PS geht nach und nach verloren, Komfort, Sicherheit und Qualität gewinnen an Bedeutung. Das erfordert aber auch ein generelles Umdenken der deutschen Automobilindustrie, weil gerade Modelle mit stärkeren Motoren viel höhere Gewinne abwerfen als die PS-schwächeren Modelle. Was Ford und Opel ja schmerzlich miterleben.

Wir dürfen also gespannt sein, was die nächsten Jahre an ‘intelligenten’ Mobilitätskonzepten bringen werden!

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Fahrzeug der Zukunft?

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think-deka-revolt-lg.jpgDer Erfinder des Zweiräderfahrzeugs Segway, Dean Kamen, hat unter vielen anderen Erfindungen auch ein vierrädriges Hybridfahrzeug entwickelt, das sich mit allen möglichen Treibstoffen antreiben lässt. Das geht deshalb, weil er dazu einen Stirling-Motor benutzt. Dieser wurde übrigens von einem schottischen Geistlichen im Jahr 1816 (Robert Stirling) erfunden. Was wieder einmal zeigt, dass geniale Erfinder oft durch ‘Querdenken’ auf Gebieten Hervorragendes leisten, die mit ihrer eigenen Ausbildung oder Tagesarbeit wenig zu tun haben. Aber gerade dadurch haben sie eine andere Denkweise als die jeweiligen Fachleute.

Er hat von der norwegischen Firma TH!NK das Elektrofahrzeug TH!NKcity genommen und damit seinen Deka Revolt entwickelt. Er verwendet seinen Stirlingmotor nicht dazu, die Räder des Fahrzeugs anzutreiben, sondern er entlastet damit die Batterie des Elektromotors (der den eigentlichen Fahrzeugantrieb darstellt), weil er für Heizung und Kühlung sorgt. Beides sind große Stromfresser. Wird eine Geschwindigkeit von ca. 60 kmh nicht überschritten, ist der Stirlingmotor sogar in der Lage, die für den Antrieb der Räder verbrauchte Energie wieder ‘nachzuladen’. Ein ‘Liegenbleiben’ wegen leerer Batterie wird so unmöglich. Und zu allem Überfluss belastet der Stirlingmotor die Umwelt nicht, weil er in einem geschlossenen System arbeitet und keinerlei Abgase entstehen.

[Osborn-Checkliste: Kombinieren]
[ASIT-Prinzip: Unification]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Kopplung]

So einfach wie möglich

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ford_model_t_1926.JPGHenry Fords Idee eines Volksautos war, dieses so einfach wie möglich zu machen. Am Beispiel des T-Ford:

- Keine konventionelle Gangschaltung
- Keine Wasserpumpe
- Kein Ölfilter
- Keine Benzinpumpe

Es wurde als eines der ersten Autos am Fließband erstellt und konnte daher um weniger als die Hälfte des vorherigen Preises (sehr günstig) erstanden werden.

Die Ersatzteile waren nahezu überall in den USA erhältlich. Für Reparaturen waren fast keine Spezialwerkzeuge nötig. Mit dieser spartanischen Lösung wurde Ford natürlich rasch von seinen Konkurrenten überflügelt. Der unschlagbar günstige Preis hat allerdings dazu geführt, dass der Ford T trotz starker Konkurrenz relativ lange überlebt hat. Aber zumindest hat Ford dazu beigetragen, dass Millionen von Amerikanern dieses Modell zum Einstieg in die Motorisierung gewählt haben. Dann ist natürlich rasch der Wunsch nach komfortableren und flotteren Autos entstanden. Ford hatte ja lange Jahre aus Kostengründen nur in schwarz produziert.

Laut Wikipedia wurden von der Tin-Lizzie (Spitzname des T-Ford) in den Vereinigten Staaten zwischen 1908 und 1927 immerhin 15 Mio. Stück gebaut.

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Gefahr schafft Sicherheit!

ASIT, Allgemein, Auto, Prozesse, Transport, Verkehr 1 Kommentar

Dieses radikale Konzept hat der inzwischen verstorbene Niederländer Hans Monderman vertreten. Sein Vorschlag: Alle Verkehrsschilder entfernen. Das hat als bisher einzige Gemeinde in Deutschland Mitte 2008 die Gemeinde Bohmte bei Osnabrück auf einem 500m langen Teilstück der Hauptverkehrsstraße im Zentrum umgesetzt. Es gilt nur mehr ‘rechts vor links’, alle Verkehrsschilder und Ampeln wurden entfernt und die Gehsteige und Fußgängerinseln wurden eingeebnet. Im Sinne der Chaostheorie regelt sich alles von selbst: Die Verkehrsteilnehmer sind wesentlich aufmerksamer. Zwischenstand September 2008: Bisher noch kein einziger Unfall! (Gegenüber im Schnitt ca. 8 Unfällen in einem ähnlichen Zeitrahmen).

sharedspace.jpgDie EU hat diesen Umbau aus dem Projekt ‘Shared Space’ mitfinanziert. Weitere 6 Gemeinden in NL, GB, BE und DK machen mit. Der Gedanke dahinter ist, dass sich alle Verkehrsteilnehmer zu gleichen Teilen die Verantwortung im Straßenverkehr teilen. Als wesentlicher Bestandteil des Konzepts wird eine starke Einbindung der Bevölkerung schon im Planungsstadium beschrieben.

Allerdings ist dieses Konzept so revolutionär, dass es nur in einem (!) Ort in D und auch nur auf einer relativ kleinen Strecke verwirklicht wird. Und teilweise wieder verwässert ist, wie in Ipswich, wo die Gehsteige teilweise farblich anders gestaltet wurden als die Straße, was gar nicht im Sinne des Konzepts ist und eine Scheinsicherheit erzeugt.

[Quelle: Jörg Mehlhorn, Gesellschaft für Kreativität e.V.]

[ASIT-Prinzip ‘Objektentfernung - Object Removal’]

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Bionik: Wo uns die Natur hilft

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contipremiumcontact.jpgDer Reifenhersteller Continental hat sich zur Herstellung seines Reifens ContiPremiumContact in der Natur umgesehen. Der Reifen ist im normalen Lauf schmal, macht sich beim Bremsen jedoch breit und bremst daher besser. Diese Eigenschaften hat sich Conti beim Studieren von Katzenpfoten abgeschaut. Auch Eisbären und Baumfrösche wurden in die Entwicklung mit einbezogen. Aber auch Spinnennetze mussten herhalten. Originaltext Conti:

Das Spinnennetz ist eine der flexibelsten Konstruktionen in der Natur. Die von außen ins Zentrum führenden Strukturfäden sorgen für hohe Stabilität, während die rundum laufenden Fangfäden für die notwendige Flexibilität sorgen.

Unsere Reifenentwickler haben dieses Prinzip auf den Reifen übertragen. Die Laufflächenmischung besteht aus zwei präzise aufeinander abgestimmten Netzwerken, die auch verschiedene Aufgaben haben. Das flexible Netzwerk sorgt für eine hohe Verzahnung mit der Fahrbahn, das feste Netzwerk bietet die notwendige Steifigkeit für das Reifenprofil.

Bionik ist ein Kunstwort, das sich aus den beiden Begriffen ‘Biologie’ und ‘Technik’ zusammensetzt. Die Natur bietet für viele technischen Herausforderungen eine Fülle von Möglichkeiten an. In Europa ist Deutschland in der Bionik führend, speziell Automobilerzeuger (samt Umfeld) lernen von der Natur.

[Quelle: Format, Conti - Foto: Conti]

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Innovation durch Weglassen

ASIT, Auto, Produkte, Sport 1 Kommentar

ktm-x-bow.jpgVor einigen Tagen habe ich über ASIT (Advanced Systematic Inventive Thinking) berichtet. Ein wichtiger Teil dieser Methode ist das ‘Weglassen’ eines oder mehrerer Bestandteile. Die österreichische Firma KTM hat dies mit ihrem Fahrzeug X-Bow extrem betrieben. Weggelassen wurden:

Scheiben, Türen, Fenster und Dach, Klimaanlage, Radio, Servolenkung und Bremskraftverstärker. Selbst von elektronischen Regelungen wie ABS und dem Schleuderschutz ESP, woanders längst eine Selbstverständlichkeit, will Österreichs neuer und einziger Automobilbauer nichts wissen. Auch Airbags sucht man vergeblich. Schreibt die SZ-online am 14.7.2008.

Dieser Vorgang ist übrigens häufiger zu beobachten: Innovation über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, heißt auch, dass ein Produkt irgendwann einmal überfrachtet wird. Derzeit passiert das im Automobilbereich mit der Elektronik. Damit wird das Produkt immer anfälliger, der Kunde immer satter. Und sehnt sich irgendwann einmal nach der ‘puren’ Urform zurück.

Die ersten Fahrzeuge sind im August 2008 ausgeliefert worden. KTM verspricht einen Spaß wie beim Motorradfahren, aber halt auf 4 Rädern.

[Foto: KTM]

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Die Autotür verschwindet…

Auto, Produkte 2 Kommentare

…um aus- oder einzusteigen: Sie rollt sich nämlich nach unterhalb weg. Ein Student von der FH Salzburg (Andreas Steinbacher), den ich im Fach ‘Kreativität und Innovation’ für Radikale Innovation begeistern konnte, hat mich auf folgendes Video hingewiesen, das er dem Blog ’sinn-frei’ entnommen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=AAtkoje4-eM

Nach Durchsicht zahlreicher Kommentare auf anderen Blogs (das Video wurde übrigens bereits mehr als 2 Millionen mal abgerufen!) war ich kurz geneigt, an eine ge’fake’te Sache zu glauben. Weitere Recherchen haben ergeben, dass ein gewisser John A. Townsend schon in den 90ern Patente angemeldet, diese aber angeblich nie bezahlt hat, weil seine damalige Firma Joalto trotz zahlreicher Sponsoren nach dem ‘Verbrennen’ mehrerer Millionen für die Entwicklung in Konkurs ging. Jetzt lebt die Geldsuche offenbar unter neuem Namen JaTech wieder auf. Townsend selbst ist jedenfalls weiterhin von seiner Idee beseelt, hat viele Sicherheitsbedenken lösen können und auch eine neue Gurthalterung samt verstellbarer Sitzseitenlehne erfunden, um seine Idee der versenkbaren Türe überhaupt zu ermöglichen.

Schon in den 90ern hatten sich etliche große Automobilfirmen für das Prinzip der versenkbaren Autotüre interessiert, aber nach näherer Prüfung die Finger davon gelassen. Eigentlich schade, denn im Sinne einer ‘radikalen Innovation’ klingt die Idee wirklich bestechend. Und zeigt wieder einmal, dass solche Innovationen unheimliche Hürden bis zu einem möglichen Erfolg überwinden müssen.

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Salzburger Innovationspreis 2007

Auto, Elektronik, Produkte, Prozesse, Sport 3 Kommentare

SkidataGestern Abend ist die Grödiger Firma Skidata mit ihrem neuen System ‘Freemotion’ als Sieger aus zahreichen eingereichten Innovationen hervorgegangen. Was ist nun an diesem System anders als bisher? Wurde bisher der Zutritt - in diesem Fall zum Skilift - generell verwehrt und nur dann geöffnet, wenn man über ein gültiges Ticket verfügte, so dreht Skidata den Spieß um und lässt den Zugang oder die Durchfahrt durch das Zugangs-Gate nun offen. Nur wenn jemand keine gültige Karte besitzt, dann versperrt ein Dreharm die Durchfahrt. Das funktioniert deshalb, weil das System schon von weitem erkennt, ob jemand duchfahrtsberechtigt ist oder nicht.

Psychologisch gesehen ist eine barrierefreie Durchfahrt natürlich angenehmer als sich durch ein Drehkreuz (nach Freigabe) zu zwängen. Und bei großem Andrang wickelt das System natürlich mehr Durchfahrten ab als bisher. Intelligent wie es ist, kennt es gleich, ob ein Erwachsener mit Kinderkarte durchfährt. Mogeln geht also nicht.

Skidata ist gerade 30 Jahre alt geworden und setzt seinen Ehrgeiz immer in Richtung Innovationen ein. Deshalb werden auch 10% des Umsatzes jährlich in Forschung und Entwicklung investiert. Was jedoch ‘Otto Normalverbraucher’ nicht weiß: Obwohl Skidata seinerzeit mit Skiliftzugängen begonnen hat, macht die Firma seit Jahren bereits nur mehr einen Teil ihres Umsatzes damit. Viel größer ist bereits der Anteil im Parkwesen. Aber auch bei Stadienzutrittssystemen ist Skidata aktiv.

[Foto: Skidata]

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