Archiv der Kategorie: Allgemein

Vom TV verarscht?

Haben auch die Blauäugigsten schon mit bekommen, dass in den Auswanderersendungen von VOX der Redaktionsstift vermutlich eine große Rolle spielt, weil das reale Leben sonst zu langweilig wäre, macht der Schummel-Faktor auch nicht vor der StartUp-Szene Halt. Ein Artikel im Branchenmagazin „gruenderszene.de“ berichtet, dass nur ein (Bruch)teil der in den Sendungen von „Die Höhle der Löwen (DHDL)“ versprochenen Invest-Beträge in Deutschland tatsächlich fließen. Nach der Show geht es nämlich sozusagen in die dritte Halbzeit, in der entweder die potenziellen Investoren bei einer Due Dilligence kalte Füße bekommen oder Firmengründer blocken plötzlich ab, weil ihnen das Angebot des Investors für den gewünschten Prozentanteil doch zu gering erscheint. Ähnliches munkelt man übrigens auch über die puls4-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ in Österreich.

Allerdings darf man den Lernprozess für junge StartUps dabei nicht unterschätzen und die in der Sendung gesammelten Kontakte sind auch nicht ohne. Machmal hilft dann ein Businessangel sogar kostenlos weiter, auch wenn er sich selbst nicht an der neuen Firma beteiligt. Und generell machen diese Sendungen sicher Werbung für die Gründerszene!

Ein interessantes Mobilitätskonzept

Dieses Video erinnert mich an einen Beitrag, den ich bereits im Jahr 2010 über ein MIT-Konzept (Massachusetts Institute of Technology) geschrieben habe. Damals haben sich die Kleinfahrzeuge aneinander gekettet, um möglichst wenig Parkplatz zu verbrauchen. Heute hängen sie sich zusammen, um gemeinsam eine gewisse Strecke zurückzulegen. Außerdem bilden alle aneinanderhängenden Autos eine Ansammlung von Batteriekapazität, die möglicherweise einen sparsameren Verbrauch bewirkt. Und außer dem Fahrer des ersten Fahrzeuges braucht sich keiner mehr auf den Verkehr zu konzentrieren. Die um 90 Grad schwenkbaren Räder ermöglichen optimales Einparken.

Die langen Schlangen bieten sich allerdings eher nur für Autobahnen an, denn in der Stadt wären sie absolut kontraproduktiv und wahrscheinlich auch verboten!

https://www.youtube.com/watch?v=f-R7ORqtTtg
[youtube f-R7ORqtTtg]

Ein Traum der Menschheit wird wahr

Menschen sollen sich in Zukunft miteinander unterhalten können, auch wenn keiner die Sprache des anderen spricht! Die Microsoft-Tochter Skype setzt mit ihrer Entwicklungsabteilung alles daran, dass dies innerhalb der nächsten Jahre Realität wird. Ersten Demo-Versuchen zwischen Englisch und Deutsch sollen solche mit Englisch und Spanisch folgen.


[youtube cJIILew6l28]

Wenn es auch da und dort noch ein wenig holpert, zeigt dieses Video, was heute schon möglich ist (soferne nicht anderweitig nachgeholfen wurde, was bei öffentlichen Vorführungen manchmal passieren soll). Aber wir nehmen einmal an, dass diese Übersetzungen bereits heute halbwegs funktionieren. Es können sich damit schon Personen miteinander unterhalten, die ein gutes Sprachgefühl haben und elektronische Übersetzungsfehler mit ihrem menschlichen Verstand ausbügeln.

Trauen wir uns 2014 mehr als bisher?

Man braucht sich nur im Alltag umzusehen und findet überall Dinge, die irgendwie noch besser funktionieren könnten. Aber auch solche, wo man sich fragt, warum es dafür noch gar keine wesentlich bessere Lösung oder überhaupt eine Lösung gibt. Manche Ideen entstehen erst, wenn sich ein Trend durchsetzt.

Wenn es z.B. immer mehr Leute gibt, die sich weiterbilden möchten, um im Beruf weiter zu kommen, dann ist es klar, dass viele davon aus unterschiedlichsten Gründen dafür nicht irgendwohin fahren können. Oder nur nachts für Weiterbildung Zeit haben. Daher wird ‚Online-Education‘ immer bedeutender und es braucht dafür wirklich gute Lösungen, die das Lernen am Computer (am Tablet, am Telefon) erleichtern.

Wenn unüberschaubare Mengen von Daten gesammelt werden, dann entsteht auch hier ein Bedarf, aus den gesammelten Daten etwas zu machen. Wer hier interessante Lösungen anbietet, kann damit sicher viel Geld verdienen.

Auch beim Thema ‚Mobility‘ verschmilzt z.B. das Auto mit elektronischen Dingen, die den Fahrer unterstützen. Das Auto selbst nützt auch das Internet und Satelliten, um im Notfall rasch Hilfe herbeiholen zu können. Oder auch, um mit Nachbarautos zu kommunizieren.

Offline und Online wachsen immer stärker zusammen: Der Online-Handel steigt rasant an. Da die online gekauften Waren zugestellt werden müssen, sind ganz neue Logistikkonzepte gefragt. Nicht umsonst experimentiert Amazon mit Drohnen.


[youtube 98BIu9dpwHU]

Trauen wir uns wirklich zu, unseren ersten Reflex („So ein Blödsinn!“) in die Schranken zu verweisen und zu überlegen, was passieren müsste, um so eine Idee zu verwirklichen? Mehr Mut, mehr Optimismus und mehr Vertrauen, es doch noch zu schaffen, wünsche ich uns allen für 2014.

Mehr als 200.000 Besucher auf meinem Blog

200000gros.jpgKaum zu glauben, eine Schallmauer wurde durchbrochen: Gestern, am 10.12.2013 war der 200.000ste Besucher da (siehe rechte Spalte weiter unten)! Natürlich ist die Menge der Menschen, die sich für ‚Radikale Innovation‘ interessieren, nicht besonders groß und so habe ich immerhin ca. 7,5 Jahre gebraucht, um zu dieser stattlichen Besucherzahl zu kommen (nein, es sind keine Pageloads, sondern echte Besucher). Rund 300 Postings und rund 300 Kommentare haben sich im Laufe der Jahre angesammelt. Und ich habe durchgehalten, was nicht jeder Blogger von sich behaupten kann!

Ich werde meine Beispiele auch in Zukunft weiter sammeln. Mal sehen, wie lange es noch Spaß macht…
Weitere elektronische Publikationen zum Thema ‚Radikale Innovation‘:

Das eBook und 69 andere Erfindungen, die unser Leben verändert haben
Radikale Innovation beim Auto
Radikale Innovation beim Bauen
Radikale Innovation in der Medizin
Radikale Innovation im Tourismus
Radikale Innovation in der Elektronik
Flipboard-Magazin ‚Radikale Innovation‘

Warum Großkonzerne sich so schwer verändern

Schon Einzelpersonen haben keine große Freude an Veränderung, denn unser Gehirn beschäftigt sich lieber mit Bekanntem. Organisationen sind diesbezüglich noch unbeweglicher, deshalb werden sie oft auch mit Flugzeugträgern verglichen, die einige Kilometer brauchen, um merkbar ihren Kurs zu ändern. Die Bereitschaft, etwas neu oders anders zu machen, verebbt fast vollkommen, wenn es sich dabei um sogenannte ‚radikale Innovationen‘ handelt.

Ist es schon für kleinere Firmen nicht leicht, das Risiko von ‚radikalen Innovationen‘ auf sich zu nehmen und sich entsprechend brutal zu verändern, so tun sich größere Konzerne damit noch bedeutend schwerer. Denn zahlreiche Filter in Form von Vorgesetzten, Controllern, Formularen zur Chancenabschätzung und quartalsweiser Berichtspflicht machen es dieser Form von Innovation wirklich nicht leicht. Kontinuierliche Verbesserung ist viel einfacher, da hier am wenigsten verändert wird und sowohl Kunden wie auch Mitarbeiter sich rasch damit anfreunden können. Deshalb kaufen große Unternehmen auch gerne kleinere auf, wenn diese sich mit einer ‚radikalen Innovation‘ schon etwas die Hörner abgestoßen haben. Dann taucht allerdings bereits das nächste Problem auf: Die Integration einer kleinen Firma in eine größere bedeutet für alle Beteiligten wieder „Veränderung“!

Der Amerikaner Gustavo hat unter einem Pseudonym ein kleines Video gemacht, das die Situation recht gut beschreibt:


[youtube JrlSHZ0anAM]

Die von ihm im Video erwähnten ‚Crest Whitestrips‘ waren für Procter & Gamble allerdings wirklich ein Wurf, der nicht jeden Tag gelingt. Was jedoch genau hinter der Entstehungsgeschichte dieses Produktes steckt, schildere ich in einem eigenen Beitrag.

An Veränderung kann man sich allerdings auch gewöhnen: Ich kenne ein Großunternehmen, das seine Mitarbeiter alle paar Jahre in ein anderes Gebäude umziehen lässt (natürlich begleitet von Umstrukturierungen) und damit immer alle auf Trab hält. So wird auch der Blick auf Dinge gelenkt, die man neu organisieren könnte.

Noch mehr Beiträge zu Veränderung finden Sie auf #blog2change

Crowdfunding ist in aller Munde

Geld einsammeln und von Banken unabhängig sein, dafür gibt es heute im Internet bereits zahlreiche Portale. Aber nirgends geht die Post so ab wie auf kickstarter.com. Erst 2009 von 3 jungen Burschen in Amerika gegründet, kann auf dieser Plattform weltweit Geld eingesammelt werden für unterschiedlichste Projekte:

Filme, Spiele, Musik, Veranstaltungen, Design und  Technologie können so um Unterstützung werben. Als optimal hat sich eine Frist von 30 Tagen herausgestellt, in der die vom Einreicher angepeilte Summe ihre ‚backer (Unterstützer)‘ gefunden haben muss. Der Fantasie, was die Unterstützer für welche eingesetzte Summe bekommen, sind keine Grenzen gesetzt! Ob für 1$ („Nennung auf unserer Homepage“ oder „Unser Dank wird euch ewig nachschleifen“) bis zu mehreren hundert $ („Ehrenplatz bei der Uraufführung“) ist alles drin.

Seit 2009 haben 4,3 Mio Menschen bereits mehr als $661 Mio für rund 43.000 Projekte eingesetzt. Es heißt alles oder nichts: Bleibt das Projekt unter der gewünschten Summe, gibt es gar nichts. Ein Projekt kann allerdings später nochmals (verbessert) eingereicht werden. Immerhin haben bisher beachtliche 44% der eingereichten Projekte diese Hürde geschafft! Es kann aber auch enorm überzeichnet werden, wie z.B. die smart watch Pebble, für die $100.000 gesammelt werden sollten und nach 5 Wochen waren es über $10 Mio!

Oder der schicke 3D-Drucker Buccaneer für jeden Schreibtisch, der seine Funding-Grenze von $100.000 bereits nach 10 Minuten erreicht hatte. Er sammelt noch 12 Tage lang Geld ein und wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich die Grenze von $1 Million überspringen. Resultat: $1.438.765 erreicht, muss allerdings jetzt ca. 3.400 3D-Drucker liefern.

Hier zeigt sich auch das Risiko für den Unterstützer: Dass nämlich bei einer solcher Überzeichnung die versprochene Ware sicher nicht zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt geliefert werden kann. Aber das ist meist für fanatische Unterstützer einer Idee kein Problem. Und selbst wenn die Einreicher am Ende ihr Projekt nicht gefördert bekommen, so haben sie um sehr wenig Geld einerseits einen guten Markttest erhalten und andererseits über die Kommentare oft auch noch wertvolle Verbesserungsvorschläge aus der ‚crowd‘.

[Quelle: Best-practice-business.de]

Die Zweitmeinung gibt es schon lange, aber…

…neu und disruptiv daran ist, dass dies nun über Internetplattformen (z.B. Vorsicht Operation, Krebszweitmeinung) extrem erleichtert wird. Patienten können gegen eine Gebühr die Unterlagen der Erstdiagnose einreichen und erhalten von anerkannten Spezialisten eine Zweitmeinung. Teilweise bezahlen Krankenkassen bereits diese Gebühren, da sie oft helfen, erhebliche Kosten für Fehlbehandlungen und Schadenersatzforderungen einzusparen.

Gerade kleinere Krankenhäuser, die nicht über genügend Spezialisten verfügen, lassen angeblich schon seit Jahren Bilder von Computertomographien über Nacht in Australien oder Indien von Radiologen checken. Wenn man sich die deutsche Statistik über Fehlbehandlungen oder unnötige Operationen ansieht, tut sich hier ein riesiger Markt auf.

Da sich jedoch die Ärzte hier wegen ihrer Berufsordnung in einer Grauzone bewegen, muss die rechtliche Situation überdacht werden. Etablierte Ärzte laufen gegen diese Zweitmeinungen über das Internet Sturm, da sie ihren Status als „Gott in weiß“ gefährdet sehen. Übrigens typisch für disruptive Innovationen. Natürlich kann man die Zweitmeinung auch persönlich von einem anderen Arzt einholen. Über ein Internetportal sehe ich aber als Fachmann so viele Fälle, dass ein enormer Erfahrungsschatz aufgebaut wird. Und die Motivation, immer am allerneuesten Stand zu sein, ist hier wahrscheinlich ebenfalls größer.
[Quelle: Deutsche Startups]

Spielen und Innovation

crossinno_inhalt.pngUm zu branchenübergreifenden Innovationsideen zu kommen, setzt das Zukunftsinstitut von Matthias Horx das Spiel ‚Cross Innovations‘ ein. Dabei werden auch aktuelle Trends und Zielgruppen eingebaut, um die Gedankenvielfalt anzuregen und ‚out of the box‘ zu denken.

„Spiele sind die Zukunft“ schreibt das Magazin FORMAT in seiner Printausgabe Nr. 49 und räumt gleich mit etlichen gängigen Vorurteilen auf. Einige davon hier:

Spielen ist nur für Kinder: Es gibt sehr viele erwachsene Spieler. Spiele werden auch in der Erwachsenen-Weiterbildung eingesetzt, z.B. in Seminaren. Verschämt werden sie allerdings ‚Übungen‘ genannt.

Computerspiele sind Zeitverschwendung: Es gibt viel mehr Belohnungen als im realen Leben. Und nebenbei profitiert die Wissenschaft von den Fähigkeiten bestimmter Spieler, die  komplexe Probleme besser als Computermodelle lösen.

Spielen macht krank:  Es kann auch das Gegenteil erreicht werden. Beispielsweise werden Schmerzpatienten durch Spielen abgelenkt und brauchen so weniger Medikamente. Oder die Sehschwäche von Kindern mit Amblyopie lässt sich 400x schneller durch ein spezielles Spiel verbessern.

Spiele machen einsam: Heute spielt man bei vielen Spielen nicht gegen den Computer, sondern menschliche Gegner. Diese schließen sich teilweise zu Mannschaften mit bestimmten Strukturen zusammen, was wieder das soziale Verhalten trainiert.

Spielen macht dumm: Es gibt Buchstaben- und Wortspiele, bei denen 4-5Jährige ihr Leseverständnis bereits üben können und nach kurzer Zeit sehr positiv abschneiden.

Hier ein Trailer zum Spiel BRAID, das mehrdimensionales Denken fördert und einem die Möglichkeit gibt, sofort aus seinen  Fehlern zu lernen.


[youtube TKPznIfI8gU]

[Foto: www.futureworks.eu]

Nachhaltiges Projekt zur Stromerzeugung

Die Firma HUSK Power Systems hat in der Provinz Bihar (Indien) eine Reihe von Anlagen in ländlichem Gebiet installiert, mit denen Strom aus Reishülsen gewonnen werden kann. Dieser Strom kommt sofort der ländlichen Bevölkerung in den Dörfern zugute. Einen interessanten Artikel dazu habe ich in der ZEIT online gefunden. Die Reishülsen konnten bisher für nichts anderes verwendet werden, wenn sie verrotten, setzen sie eine Unmenge an klimaschädlichem Methan frei. Es tritt hier also eine echte win-win-Situation für die Bauern ein.

Ein ähnliches Projekt gibt es in Brasilien: Dort wird allerdings in größeren Dimensionen gedacht. Es wurde dafür sogar Geld in Deutschland eingesammelt. Ein größeres Kraftwerk wurde in der Umgebung von 20 Reismühlen errichtet. Ein zusätzliches Geschäft macht der Betreiber damit, dass sein Kraftwerk hilft, CO2-Emissionen zu vermeiden. Dafür erhält er CO2-Zertifikate, die er wieder zu Geld machen kann. Dieses Projekt wurde allerdings als Geldanlage aufgezogen, das Projekt in Bihar ist (ohne mehrere Zwischenstationen) wirklich für die Ärmsten der Armen.

[Quelle: Der Glocalist]