Archiv der Kategorie: Allgemein

Das Projekt „Wohnwagon“ entwickelt sich weiter

Immer wieder erregt das Projekt „Wohnwagon“ meine Aufmerksamkeit. Erstmals als es in einer Veranstaltung über Crowdinvesting als eines der ersten Investitionsobjekte der damals frisch gegründeten Plattform CONDA vorgestellt wurde. Auch über CONDA habe ich im November 2017 berichtet. Nun lese ich, dass die Firma, die diese Wohnwagons baut, nach Gutenstein in Niederösterreich übersiedelt ist und sich weit über das reine Firmengeschehen in die Dorfgemeinschaft einbringen möchte. Da Gutenstein derzeit ein sterbender Ort ist, kommt diese Blutauffrischung gerade recht. Deshalb zieht auch der Bürgermeister mit und sieht für sein Dorf wieder eine Zukunft.

Teller aus der Natur

Vor Jahren hatte ich „Leaf Republic“ schon im Visier, um drüber einen Bericht im Blog zu schreiben. Irgendwie haben es die grünen Teller dann doch nicht geschafft, in die engere Wahl zu kommen. Mittlerweile haben Sie sich schon in die Höhle der Löwen getraut, sind mehrfach ausgezeichnet worden und haben Investoren gefunden. Ein Beitrag von Hel Kaserer auf Facebook hat jetzt dazu beigetragen, auch hier über dieses interessante Unternehmen zu berichten. Denn nicht nur Teller aus Blättern werden in der Taufkirchner Firma von Pedram Zolgadri und Carolin Fiechter erzeugt, sondern „Leaf Republic“ versteht sich auch als „Brutstätte für kreative Menschen“.

Die grünen Teller zeichnen sich dadurch aus, dass keinerlei Chemie im Spiel ist, die Blätter werden nur durch hohen Druck aneinander gepresst. Und der „Abfall“, der nach dem Heraustrennen der Teller anfällt, wird zu Papier verarbeitet, das in die Mittelschicht der Teller eingepresst wird. Eigentlich könnte man die Teller nach dem Grillfest in freier Natur einfach liegen lassen bis sie zerfallen. Doch soweit wollen die Erfinder nicht gehen, denn mit all den Speiseresten gehören die einmal gebrauchten Teller in den Rest- oder Biomüll.

Volvo-Zugmaschine ohne Fahrerkabine

Volvo experimentiert mit fahrerlosen Zugmaschinen. Vorerst werden diese in geschlossenen Gebieten angeboten, wo die Zugmaschinen über die Cloud miteinander vernetzt sind und gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen. Das scheint in großen Industriekomplexen oder in Hafenanlagen möglich. Dort können auch viele Erfahrungen gesammelt werden, die man benötigt, um später solche autonomen Fahrzeuge auch im normalen Straßenverkehr zuzulassen.

 

Mittlerweile experimentiert man ja auch schon mit gesonderten Fahrspuren für LKWs auf Autobahnen, wo sich solche autonomen Zugmaschinen im Reißverschlussverfahren „einklinken können“. Diese bilden dann eine zusammenhängende Kette.

Die genialsten Innovationen der letzten fünf Staffeln von 2 Minuten – 2 Millionen

Bei Puls 4 lief am 27.11.2018 zu später Stunde eine interessante Sendung: Es wurden Innovationen der letzten 5 Staffeln vorgestellt, die in ihren Pitches die Investoren besonders beeindruckt hatten.

Platz 1: Discovering Hands
Blinde und sehbehinderte Frauen werden zu Medizinisch-Taktilen Untersucherinnen (MTU) ausgebildet. Mit ihrem sehr gut entwickelten Tastsinn können sie bei der Brustkrebsfrüherkennung mithelfen und dadurch Leben retten.

Platz 2: Öklo
Scheiße wird in Geld (Kompost) verwandelt. Ohne Wasser, aber mit Sägespäne. Ursprünglich für Großveranstaltungen gedacht, denkt der siebente Wiener Bezirk bereits darüber nach, Öklo in kleinen Parks einzusetzen.

Platz 3: myacker
Jeder kann sich in Kärnten ein Stück Land mieten und dort unterschiedliches Gemüse und auch Kräuter anbauen. Über eine App kann man per Telefon in nur 3 Schritten zu seinem Online-Gemüse kommen. Seine eigene Gartenfläche gestalten und pflegen. Seine Ernte bekommt man per Post.

Platz 4: pixelrunner
Ein Drucker bedruckt Landschaftsflächen in affenartiger Geschwindigkeit. Pixelrunner im O-Ton: „Ob Sportevent oder Firmenjubiläum, Standort- oder Regionsmarketing: Pixelrunner verblüfft.“

Alle haben super präsentiert und beinahe Bieterschlachten bei den Investoren ausgelöst.

Drive-in Supermarkt

Ein sehr gut gemachter Film, der eine Vision in schöne Bilder gießt! Allerdings tun sich gleich eine Reihe von Fragen und Anregungen auf.

  1. So ein Drive-in sollte nur von E-Autos befahren werden, denn in der Einkaufs-Rushhour kann es einen ordentlichen Andrang in der Halle (bei laufendem Motor) geben. Ich glaube nicht, dass das im Video angepriesene Lüftungssystem das schafft!
  2. Die Regaleinschlichter haben einen sehr öden Job!
  3. Der Anteil an (Kunststoff)Verpackung ist sehr hoch!
  4. Eine große Menge an Kassiererinnen ist unterbeschäftigt. Hier sollte es ein moderneres elektronisches Abrechnungssystem eingesetzt werden.
  5. Das Eintüten in Plastiksäcke ist umweltschädlich und behindert einen größeren Einkauf.
  6. Impulskäufe finden kaum statt und der relativ geringe Umsatz pro Auto wird keinen Investor reizen, viele Millionen in so ein riesiges Gebäude zu investieren.
  7. Wo ist denn die Getränkeabteilung mit den Bierkästen?

Alles in allem eine interessante Vision, die einer kaufmännischen Betrachtung leider nicht standhält. Trotzdem sind auch die anderen Videos des russischen Erfinders Dahir Semenov, wie z.B. ein unterirdisches Zustellsystem sehenswert!

Die Plastik-Bank tauscht gesammelten Kunststoff gegen Geld

Ein tolles Projekt für Länder der Dritten Welt mit Unterstützung von Großkonzernen aus der Ersten Welt.

Der Unternehmer David Katz hat sich zum Ziel gesetzt, Plastik nicht aus dem Ozean zu fischen, sondern es bereits sammeln zu lassen, bevor es in die Flüsse oder das Meer gelangt. Da Haiti als eines der ärmsten Länder der Welt über keinerlei Infrastruktur verfügt, gebrauchtes Plastik zu entsorgen, wird es meist achtlos weggeworfen und irgendwann durch Regenwasser in einen Fluss gespült.
https://www.youtube.com/watch?v=8ZTfSDKgimY
Shell macht mit und verpflichtet sich, aus dem gesammelten Plastik Wasserflaschen zu machen, die sie an ihren Tankstellen verkaufen. Henkel nimmt 100.000 Kilo pro Jahr ab und verwendet es wieder für seine Produkte. Auch IBM und Marks & Spencer hat Katz schon zum Mitmachen gewonnen. Weitere Großkonzerne sollen folgen: Denn neben dem Effekt, etwas für die Kreislaufwirtschaft zu tun, ist auch das soziale Engagement bei den Kunden dieser Großkonzerne gern gesehen.
Den ganzen TED-Vortrag findet ihr unter https://www.youtube.com/watch?v=tnndie-ijKs
„Soziales Plastik ist die neue Währung!“ Er schildert dort, wie seine „Plastik-Bank“ z.B. in Haiti durch spezielle Verkaufsstellen den Ärmsten der Armen die Möglichkeit bietet, ihr gesammeltes Plastik gehen eine Reihe von Produkten einzutauschen, die sie dringend brauchen. Natürlich auch gegen Bargeld. Und je sortenreiner das gesammelte Plastik ist, desto mehr wird den eifrigen Sammlern gutgeschrieben. Diese Tätigkeit bieten auch vielen Frauen eine Perspektive, die sonst keinerlei Arbeit finden. Nach und nach möchte mehr Firmen motivieren, sich zu engagieren und sein Projekt z.B auch nach Äthiopien, Indien, Indonesien and Brasilien ausdehnen.

Nicht alles Vorstellbare ist auf Dauer machbar!

Große Begeisterung hat es vor der Küste Kanadas gegeben, als nach ersten Anlaufschwierigkeiten eine neue Variante der Turbine für ein Gezeitenkraftwerk installiert wurde (siehe Video). Groß war daher die Enttäuschung, dass bereits nach wenigen Monaten die Turbine schon wieder derart beschädigt war, dass sie abgeschaltet werden musste. Das Meer vor Nova Scotia ist so stark und der Gerölldurchfluss so heftig, dass auch auf längere Sicht die Ausgaben für Reparatur und Wartung nicht zu verdienen waren. Mit wöchentlichen Kosten von 1 Million Euro war für die Muttergesellschaft Naval Energies schnell klar, dass die Reißleine gezogen werden musste: Der Tochter OpenHydro wurde der Geldhahn zugedreht!

Trotzdem sind solche Ansätze extrem wichtig, denn radikale Innovationen müssen ausprobiert werden, um sie an die Realität anzupassen oder auch zu verwerfen. Außerdem kann es sein, dass in einigen Jahren neue technische Entwicklungen von den bisher gemachten Erfahrungen profitieren können.

[Quelle: Trends der Zukunft]

TOPIA, das spekulative Design Lab

Topia, eine Initiative der New Media-Agentur LOOP (Salzburg) in Zusammenarbeit mit der FH Salzburg hat auch heuer wieder in die Zukunft gedacht und sich mit vier Teams dem Thema Körperpflege und Wohlbefinden gewidmet. Dabei haben sie sich, wie auch schon im letzten Jahr, in die Welt der Science Fiction begeben. Dort wird „Reverse Engineering“ betrieben statt Bestehendes zu verbessern.
1. Ein Team hat sich mit einem Stift beschäftigt, der es einem erlaubt, überall und jederzeit das zu einem perfekt passende Make-up aufzutragen.
2. Die nächste Gruppe arbeitete mit 3D-Druck, der künftig in jedem Haushalt verfügbar sein würde. Damit kann jederzeit in kleinen Portionen die optimale Farbe pro Person und Situation erzeugt werden.
3. Ein Team hat damit experimentiert, wie man seine Lieblingsmusik in den Stil des Tages umwandeln kann. Die Versuchsreihe hat erstaunliche Ergebnisse zu Tage gebracht, welcher Musikstil welche Farbe erzeugt.
4. Die vierte Gruppe hat erforscht, wie man den eigenen Körpergeruch (von innen heraus) positiv beeinflussen kann. Natürlich hat hier die Ernährung einen wesentlichen Einfluss.

Es ist immer wieder interessant, wie Studenten aus unterschiedlichen Lehrgängen viel Freizeit opfern, um perfekte „Cross Innovation“ zu betreiben. Durch die verschiedenen

Erfahrungen und Ausbildungen kommen hier im Kombinieren sehr interessante innovative Ansätze zustande. Koordiniert wurde das Projekt von Thomas Kurz, dem Technologie- und Innovationsberater bei LOOP.

Wer mehr darüber wissen möchte, klickt einfach hier.

Ist das erste kompostierbare Auto im Anrollen?

Studenten einer holländischen Universität haben eine Elektro-Auto aus Zucker und Flachs entwickelt, das zu 90% kompostierbar ist. Das Chassis sieht zwar etwas seltsam (eher rustikal) aus, aber von außen wirkt das Auto durchaus interessant. Es ist als Zweisitzer konzipiert und soll nur 350 kg wiegen. Durch eine spezielle Wabenstruktur bekommt es eine entsprechende Stabilität. Es soll 100 km/h schnell sein und eine Reichweite von 250 km haben. Das erste Fahrzeug soll bereits im Sommer 2018 seine Zulassung erhalten und anschließend durch einige europäische Städte unterwegs sein.

Als reines Stadtauto sehr gut denkbar. Wenn es im Carsharing vermietet wird, stellt sich nur die Frage, wie lange es bei starker Beanspruchung durch unterschiedliche Benutzer hält.

[Foto: TU Eindhoven]

Aus Autoabgasen Tinte machen

Ein indischer Unternehmer hat es sich (als Spin-off des MIT) zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag gegen die starke Luftverschmutzung, die oftmals in Indien herrscht, zu leisten. Mit seinem Team hat er ein System entwickelt, das Motorenabgase (von PKWs, LKWs, Schiffen) auffängt, um diese anschließend in eine schwarze Tinte zu verwandeln.

Die größte asiatische Brauereigruppe TIGER Singapur unterstützt bereits seit langem Kunstprojekte, die auf den Planen der Bier-LKWs präsentiert werden. Nun werden auf deren LKWs am Auspuff Filter angebracht, aus denen dann das Material für Air-Ink extrahiert wird. Künstler können nun z.B. mit Air-Ink Planen dieser LKWs, aber auch Hauswände und andere Oberflächen bemalen.

Bildergebnis für tiger trucks singapur air ink

Es ist zwar ein mühsamer Weg, diese von Künstlern sehr geschätzte Tinte zu erzeugen, stellt jedoch einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Luftverschmutzung dar!