Archiv der Kategorie: Allgemein

Ein gutes Beispiel für „Cross Innovation“

Warum nicht eine beliebte Methode aus der Baubranche zur Schuttentsorgung auf Baustellen dazu verwenden, um Menschenleben zu retten? Man tausche die ineinander verschachtelten konischen Röhren (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 7: Matrjoschka -Verschachtelung) einfach gegen eine relativ enge aber nachgiebige Folienröhre aus und ab geht die Post! Bei Todesgefahr durch ein großes Feuer würden sich wahrscheinlich selbst Menschen mit Klaustrophobie (Platzangst) überwinden können, diese „Rettungsgasse“ zu durchqueren.

[Quelle: Viral in USA]

Radikale Innovation mittels Science Fiction

Studenten der Fachhochschule Salzburg haben zusammen mit der Medien-Agentur LOOP am 10.7.2017 die Ergebnisse aus einem tollen Projekt, nämlich dem „Speculative Design Lab TOPIA“ präsentiert. Als ein Denkansatz wurde vorausgesetzt, dass die Erde inzwischen unbewohnbar wäre und wir Menschen uns hauptsächlich im Weltraum (oder unter der Erdoberfläche) aufhalten. Daraus entwickelten sich Ideen für „geteilte“ und „private“ Zonen. Eine kreisrunde Arbeits- oder Schlafeinheit könnte z.B. in Elon Musks „Reiseröhre HYPERLOOP“ andocken, um auch am Zielort zur Verfügung zu stehen.

Ein zweiter Denkansatz war die Verbindung von realer und virtueller Realität, ein dritter die Reduktion der Sinne. Unter der Annahme, dass wir Menschen kein Augenlicht haben, werden die übrigen Sinne stärker aktiviert und bringen interessante Ansätze für neue Produkte.

Die geistige Reise in eine mehrere hundert Jahre entfernte Welt zwang die Teammitglieder, ihr Vorstellungsvermögen über alle Maßen zu strapazieren und führte genau zu dem Verhalten, das für radikale Innovationen benötigt wird. Für einige der daraus entstandenen Produkt- oder Dienstleistungsideen gab es Prototypen, mit denen auch probiert werden konnte. Ein alles in allem sehr gelungenes Experiment, das unbedingt fortgesetzt bzw. wiederholt werden sollte, vor allem weil es auch Studiengang übergreifend stattfand.

Ist Elektroantrieb die Zukunft der Luftfahrt?

Elektrisch betriebene Flugzeuge kommen immer mehr in Mode, um die Treibhausgase zu senken. Das amerikanische Unternehmen Zunum Aero hat vor Kurzem den Bau eines Flugzeugs mit Hybridantrieb angekündigt. Sie wollen so auf kurzen Flügen die Abgase unter 80% drücken. Zuerst wird es kleine Flugzeuge für 10 Passagiere geben. Wenn die Technologie sich bewährt, wollen sie die Maschinen Zug um Zug vergrößern.
Boeing und JetBlue haben sich an diesem Start-up beteiligt. „Diese Technologie und Kundenansprache hat das Potential, den Markt für kleine und Kurzstreckenflugzeuge, die regionale Flughäfen ansteuern können, radikal zu verändern“, erklärt beispielsweise Steve Nordlund, Vizepräsident Strategie bei Boeing, das Investment seiner Firma.

Das könnte jedenfalls dazu führen, Regionalflughäfen in vielen Ländern wieder attraktiver zu machen. Und nachdem Tesla – Dank Elektroantrieb – im Firmenwert bereits Ford überholt hat, könnte vielleicht Zunum aero auch eines Tages seinen Investor Boeing „überholen“!

[Foto: Zunum aero]

Künstliche Intelligenz kann jetzt auch bluffen!

Es ist unglaublich, was Forscher alles schon mittels künstlicher Intelligenz (KI) probieren. Computerprogramme, die lernfähig sind, programmieren bereits weitere Computerprogramme. Und das teilweise in besserer Qualität als von Menschen erarbeitete. Schwerer tut sich KI noch mit dem Verfassen von Romanen, leichter geht es bei der Erstellung von Zeichnungen oder anderen Kunstwerken. IBMs Großcomputer Watson gewinnt im Schach, bei Jeopardy und beim asiatischen Go. Bis vor Kurzem waren Menschen beim Pokern noch überlegen. Jetzt hat der Poker-Algorithmus aber auch gelernt zu „Bluffen“ und gegen vier menschliche Profis gewonnen. [Quelle: www.trendsderzukunft.de]

Die „Libratus“ genannte Software könnte vielleicht auch lernen, in der Sprache versteckte Informationen wie z.B. Ironie zu verstehen. Was wiederum Spracherkennungsprogramme wesentlich verbessern würde. Die Möglichkeiten der KI spielen in derart viele Bereichen unseres Lebens eine immer größer werdende Rolle, dass sich auch Google mit seiner Firma DeepMind damit beschäftigt. Das Online-Magazin WIRED meldet im November 2016, dass Googles selbstlernende KI bereits wesentlich besser Lippenlesen kann als die menschliche Konkurrenz.

Schule ohne Lehrer, ohne Klassen und ohne Noten!

Das ist die radikale Lösung für unser Bildungssystem! Aus den Lehrern werden Lernbegleiter, die wissbegierigen Kindern helfen, Informationen zu sammeln. In jahrgangsübergreifenden Gruppen lernen die Jüngeren von Älteren, aber oft auch Ältere von den Jüngeren. Und alle werden immer wieder von den Interessen Anderer mitgerissen. Kinder lernen ganz automatisch und am besten von anderen Kindern, aber auch durch Abschauen und Zuhören von ihrer unmittebaren Umgebung. Wussten Sie übrigens, dass es auch Lehrmethoden gibt, die sensationelle Ergebnisse liefern, die aber oft mit dem Tod ihrer Erfinder gleich mitsterben? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Seit einiger Zeit erprobt z.B. ein Team der LAIS.Weis-Schule Klagenfurt das sogenannte Native Lernen, bei dem Kinder in fantastisch kurzer Zeit Lesen und Schreiben lernen. Dies wird bereits in verschiedenen LAIS.Lernzentren im In- und Ausland übernommen und auch da und dort an Regelschulen ausprobiert.

Finnland, immer wieder für sein Bildungssystem gelobt, geht jetzt noch einen Schritt weiter und möchte bis 2020 den Fächerunterricht abschaffen. In sogenannten „Phänomenen“ sollen verschiedene Fächer zusammengefasst werden: Wird z.B. das „Phänomen Salzburg“ untersucht, so tauchen die Themen Kultur, Politik, Geschichte, Geographie auf, welche Sprache dort gesprochen wird, was dort erzeugt wird und Vieles mehr. Durch eine umfassende Beschäftigung mit diesem „Phänomen“ bleibt offenbar viel mehr im Geiste hängen als wenn es in Fächern aufgesplittet ist.  So kann z.B. auch durch ein Projekt „Hausbau“ eine Unzahl von Gegenständen abgearbeitet werden, die im Gehirn zusammenhängend besser gespeichert werden als einzeln. Und jeder Schüler kann sich vorstellen, dass er so etwas im Leben einmal gut brauchen kann. Dadurch entsteht auch so etwas wie „Lernen aus Faszination!“

Die Arbeitszeit von 8 auf 5 Stunden verkürzen

Die Arbeitszeit radikal verkürzen, in dieser Zeit das gleiche Ergebnis erzielen wie vorher und fast doppelt soviel verdienen! Das hat der amerikanische Paddelbretthersteller Stephan Aarstol seinen Mitarbeitern angeboten. Allerdings sollten sie sich selbst den Kopf zerbrechen, wie das zu bewerkstelligen wäre. Eine dreimonatige Testphase und die Umstellung war perfekt, die Mitarbeiter waren zu Effizienz- und Effektivitätsprofis geworden. Mittlerweile hat er ein Buch darüber geschrieben und empfiehlt sein System auch anderen Firmen. Und selbst, wenn sich nach der dreimonatigen Testphase herausstellt, dass doch wieder auf den 8-Stunden-Betrieb zurückgewechselt werden muss: Einige der Prozesse, die sich bewährt hatten, bleiben natürlich bestehen und bringen das Unternehmen weiter voran. Aarstol liegt hier ganz im Trend, da viele junge Mitarbeiter auf mehr Freizeit und Zeit für die Familie Wert legen!

Der Blog feiert seinen 10. Geburtstag!

Zehn Jahre und mehr als 253.000 Besucher (nicht Page Views) sind die stolze Bilanz des Blogs „Radikale Innovation“. Da war es wohl Zeit für eine „radikale Innovation“ des Designs: Weg mit den bunten Bleistiften, her mit einer bunt leuchtenden Spirale! Kurz eine Magazin-Variante überlegt, dann doch wieder verworfen…Die Schriften sind viel größer, besser lesbar und die Beiträge werden in Zukunft wieder in kürzeren Abständen erscheinen. Ja, ich gebe es zu, ich war in letzter Zeit etwas nachlässig, verspreche aber, mich zu bessern! Der Blog wurde seit Anfang dieses Jahres permanent gehackt, deshalb habe ich auch einen Riesensprung in der WordPress-Version gemacht, um jetzt doch für einige Zeit wieder auf der sicheren Seite zu sein.

Anlässlich dieses runden Geburtstags möchte ich meine Leser aufrufen, mir zu helfen, die Seite „Tolle Erfindungen“ zu ergänzen: Ab dem Jahr 2000 sieht es dort noch sehr mau aus!

Von Tür zu Tür fahren und fliegen

Es ist schon erstaunlich, was es alles an kombinierten Innovationen gibt! Angeblich (laut YouTube) gibt es bereits 6 Versionen von fliegenden Autos. Erfinder lassen sich auch durch Abstürze (wie Stefan Klein mit seinem Aeromobil) nicht abschrecken. Allerdings wird auch bezweifelt, ob es dafür jemals einen Markt geben wird. Denn die Entwicklungskosten und die staatlichen Vorschriften treiben den Preis für solche Erzeugnisse stark nach oben.

www.youtube.com/watch?v=wSvGSnOQms8

Die Verwüstung umkehren

Jahrzehntelang haben Tiere und Menschen in Afrika dazu beigetragen, dass immer mehr Wälder verschwunden sind und der Boden verdorrt ist. Alle Versuche, neue Pflanzen zum Wachsen zu bringen, scheiterten innerhalb kürzester Zeit, denn das heiße Klima und hungrige Tiere haben den zarten Pflänzchen sofort den Garaus gemacht. Auch vorhandene, immer wiederkehrende kleine Pflanzenbüschel waren willkommene Opfer. Bis der Australier Tony Rinaudo bei einem Projekt von World Vision entdeckt hat, dass diese Pflänzchen aus den Wurzeln der ehemaligen Bäume sprießten! Der abgeholzte Wald hatte sich mit seinen Wurzeln in den Untergrund zurückgezogen. Sein Projekt der „Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR)“ hat neue Wälder entstehen lassen, wo jahrelang nur Wüste war!

Ganz typisch, dass die ersten Bauern, die sich an dem Aufforstungsprojekt beteiligt haben, von den anderen verlacht wurden. Heute profitiert die gesamte Region um Humbo in Äthiopien davon, weil sich das Klima wesentlich verbessert hat und die Menschen auf ihr gelungenes Projekt stolz sein können.

[Entdeckt bei  www.querdenker.de]

Vom TV verarscht?

Haben auch die Blauäugigsten schon mit bekommen, dass in den Auswanderersendungen von VOX der Redaktionsstift vermutlich eine große Rolle spielt, weil das reale Leben sonst zu langweilig wäre, macht der Schummel-Faktor auch nicht vor der StartUp-Szene Halt. Ein Artikel im Branchenmagazin „gruenderszene.de“ berichtet, dass nur ein (Bruch)teil der in den Sendungen von „Die Höhle der Löwen (DHDL)“ versprochenen Invest-Beträge in Deutschland tatsächlich fließen. Nach der Show geht es nämlich sozusagen in die dritte Halbzeit, in der entweder die potenziellen Investoren bei einer Due Dilligence kalte Füße bekommen oder Firmengründer blocken plötzlich ab, weil ihnen das Angebot des Investors für den gewünschten Prozentanteil doch zu gering erscheint. Ähnliches munkelt man übrigens auch über die puls4-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ in Österreich.

Allerdings darf man den Lernprozess für junge StartUps dabei nicht unterschätzen und die in der Sendung gesammelten Kontakte sind auch nicht ohne. Machmal hilft dann ein Businessangel sogar kostenlos weiter, auch wenn er sich selbst nicht an der neuen Firma beteiligt. Und generell machen diese Sendungen sicher Werbung für die Gründerszene!