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myAcker gibt Gas!

Vor einem Jahr habe ich schon vom Kärntner Startup myAcker berichtet. Mittlerweile hat sich viel getan: Neben den Anbauflächen gibt es eine Lounge für diejenigen, die z.B. eine längere Anreise mit dem Fahrrad hinter sich haben und einen Selbstbedienungs-Shop. Im August wurde auch eine neue Idee vorgestellt, nämlich in verschiedenen Städten in der Nähe von Einkaufzentren einen kleinen Selbstbedienungsladen aufzustellen.

Das junge Team hat in einem Jahr bereits enorm viele Erfahrungen sammeln können, ebenso wie die Kunden. Online erhält jeder Kunde eine Menge Daten über seinen „Acker“ und den Fortschritt des Wachstums. Neu ist ebenso ein Marktplatz, bei dem man von anderen „myAcker-Gärtnern“ online einkaufen kann oder selbst seine Überschüsse anbietet.

Dass der Acker in Kärnten ist, spielt überhaupt keine Rolle, weil die Ernte in der myAcker-Box in Österreich überall hin verschickt wird. Wem jedoch eigenes Garteln (ohne selbst einen Garten zu besitzen) in der Nähe lieber ist, dem kann man z.B. im Salzburger Raum die Erdlinge empfehlen.

Was Bienen alles können

Trends der Zukunft berichten unlängst über die 22-Jährige Polizistin und Bienenzüchterin Sonja Kessler aus Deutschland, die durch ihre Bachelor-Arbeit auf sich aufmerksam gemacht und damit sogar einen Preis gewonnen hat. Sie trainiert Bienen darauf, verschiedene Substanzen (Drogen, Sprengstoff usw.) zu „erkennen“. Dieses Training dauert nur einige Minuten und könnte damit die aufwändige Ausbildung von Spürhunden ablösen. Allerdings nur zur warmen Jahreszeit.

Bereits 2015 haben deutsche Forscher der Uni Gießen (siehe Video) Bienen auf Heroin und Kokain trainiert. Wo ein Spürhund für seine Ausbildung auf eine bestimmte Substanz ein ganzes Jahr braucht, schaffen das Bienen bereits in einer Viertelstunde. Allerdings muss der Erkennungsgrad (welche Menge der Substanz muss vorhanden sein, damit sie noch erkannt wird) zwischen dem was Spürhunde und was Bienen schaffen, noch ausgetestet werden.

Blumen und Gräser auf die Dächer

Während weltweit bereits in vielen Städten im öffentlichen Auftrag die Drohnen fliegen, um verwertbare Hausdächer für eine Begrünung zu finden, hat die holländische Stadt Utrecht ein weiteres Betätigungsfeld gefunden. Nachdem sich nämlich die Begrünung von Hausdächern oft aus statischen Gründen als äußerst kompliziert herausstellt, bieten die Dächer von Bushaltestellen eine wesentlich bessere Möglichkeit für Bepflanzung. In erster Linie für Bienen und andere Insekten gedacht, sollen die Grünflächen auf einigen hundert Haltestellen in Zukunft auch die Luft in der Stadt verbessern.

Ein Projekt ganz anderer Art ist im amerikanischen Everett (Washington) entstanden. Dort hat eine Künstlerin eine Bushaltestelle in ein Blumenmeer verwandelt. Ihr Projekt „Blumenbombe“ hat sie in Abstimmung mit der Stadt und der Busgesellschaft auch schon an einigen anderen Haltestellen eingerichtet. In dem Videobeitrag erfahren wir allerdings nicht, wie oft Blumen „nachgefüllt“ werden müssen, die von begeisterten Busfahrern mit nach Hause genommen werden. Wie an der amerikanischen Haltestelle zu sehen, würde sich die gekrümmte Dachkonstruktion nicht wirklich zur Bepflanzung eignen. Vielleicht könnte da ein flacher Aufsatz helfen?

[Quelle: Trends der Zukunft]

3D-Biodrucker können schon Herzen und bald vielleicht auch Nieren

Nachdem die Israelis vor Kurzem ein kleines Herz „gedruckt“ haben, geht es in der reproduktiven Medizin rasant weiter. In München arbeiten Forscher daran, die Software zum Druck einer Niere zu erstellen. Dieser Fortschritt könnte endlich den Wahnsinn mit dem Verkauf von menschlichen Organen stoppen. Außerdem würde es die Wartezeiten erheblich verkürzen und die Abstoßung (wenn körpereigene Zellen des Patienten verwendet werden) fast gänzlich unterbinden. Noch dazu wo gerade diese beiden Organtypen über Leben oder Tod entscheiden! Um eine Niere drucken zu können, muss aber zuerst eine Art Blaupause, d.h. ein Druckplan erstellt werden, in dem auch alle innenliegenden Teile des Organs abgebildet sind. Dafür hat das Forschungsteam ein Verfahren entwickelt, in dem ein Musterorgan in eine Flüssigkeit eingelegt wird, die dafür sorgt, dass das Organ nach und nach durchsichtig wird. Damit kann das Computerprogramm auch alle inneren Kanäle abbilden, um sie später ausdrucken zu können.

https://www.youtube.com/watch?v=rPwcUSTcBQg

Rollendes Hotelzimmer

Im Juli 2017 habe ich darüber berichtet, dass sich ein Team der FH Salzburg in Zusammenarbeit mit der New Media Agentur LOOP in zukünftige Zeitalter versetzt haben, um radikale Denkansätze zu generieren. Ein Projekt hat damals Arbeits- und Schlafeinheiten kreiert, mit denen man sich auch an andere Orte transportieren lassen könnte. Und raten Sie einmal, wer den „Radical Award for Hospitality 2018“ gewonnen hat: Ein autonom fahrendes Hotelzimmer namens „Autonomous Travel Suite!“

Dieses autonom fahrende Hotelzimmer für bis zu fünf Personen stammt vom Aprilli Design Studio aus Toronto und kann in entsprechende Silos eingestellt werden, wo es die gesamte übrige Infrastruktur eines modernen Hotels mit Schwimmbad, Wellness, Tagungsräumen und Gastronomie gibt. Allerdings geistert mir dabei immer ein Wohnmobil durch den Kopf, das ja auch autonom fahren könnte. Denn was mir nicht klar ist: Wer sollte die im Video gezeigten Silos vorfinanzieren, die sich offensichtlich nur für diese genormten „Zimmer“ eignen. Allenfalls kann ich mir Hybride vorstellen, die z.B. 3-4 Stockwerke für die rollenden Hotelzimmer, die restlichen als normale Hotelzimmer anbieten.

Hausbegrünung in Wien

Eine geförderte Aktion zur Fassadenbegrünung ist nun in Wien angelaufen. Hausbesitzer können sich bis 31.5.2019 für eine Gratisausstattung bewerben. Dieser Versuch, im zehnten Wiener Gemeindebezirk Hausfassaden zu begrünen, soll andere Hausbesitzer ermuntern, auch in Fassadenbegrünung zu investieren. Grüne Fassaden verhindern das Aufheizen von Bauwerken, binden Feinstaub und schlucken Verkehrslärm. Werden sich 50 Hausbesitzer melden? Das Interesse scheint nicht allzu groß zu sein, die ursprüngliche Frist bis Ende April wurde jetzt um einen Monat verlängert. Schade eigentlich, denn für den Umweltschutzgedanken wäre es toll. Für die Hausfassaden möglicherweise weniger, denn bestimmte Kletterpflanzen können für das Mauerwerk eher problematisch sein.

[Quelle: ORF]

fassade-grün

Das Projekt „Wohnwagon“ entwickelt sich weiter

Immer wieder erregt das Projekt „Wohnwagon“ meine Aufmerksamkeit. Erstmals als es in einer Veranstaltung über Crowdinvesting als eines der ersten Investitionsobjekte der damals frisch gegründeten Plattform CONDA vorgestellt wurde. Auch über CONDA habe ich im November 2017 berichtet. Nun lese ich, dass die Firma, die diese Wohnwagons baut, nach Gutenstein in Niederösterreich übersiedelt ist und sich weit über das reine Firmengeschehen in die Dorfgemeinschaft einbringen möchte. Da Gutenstein derzeit ein sterbender Ort ist, kommt diese Blutauffrischung gerade recht. Deshalb zieht auch der Bürgermeister mit und sieht für sein Dorf wieder eine Zukunft.

Teller aus der Natur

Vor Jahren hatte ich „Leaf Republic“ schon im Visier, um drüber einen Bericht im Blog zu schreiben. Irgendwie haben es die grünen Teller dann doch nicht geschafft, in die engere Wahl zu kommen. Mittlerweile haben sie sich schon in die Höhle der Löwen getraut, sind mehrfach ausgezeichnet worden und haben Investoren gefunden. Ein Beitrag von Hel Kaserer auf Facebook hat jetzt dazu beigetragen, auch hier über dieses interessante Unternehmen zu berichten. Denn nicht nur Teller aus Blättern werden in der Taufkirchner Firma von Pedram Zolgadri und Carolin Fiechter erzeugt, sondern „Leaf Republic“ versteht sich auch als „Brutstätte für kreative Menschen“.

Die grünen Teller zeichnen sich dadurch aus, dass keinerlei Chemie im Spiel ist, die Blätter werden nur durch hohen Druck aneinander gepresst. Und der „Abfall“, der nach dem Heraustrennen der Teller anfällt, wird zu Papier verarbeitet, das in die Mittelschicht der Teller eingepresst wird. Eigentlich könnte man die Teller nach dem Grillfest in freier Natur einfach liegen lassen bis sie zerfallen. Doch soweit wollen die Erfinder nicht gehen, denn mit all den Speiseresten gehören die einmal gebrauchten Teller in den Rest- oder Biomüll.

Volvo-Zugmaschine ohne Fahrerkabine

Volvo experimentiert mit fahrerlosen Zugmaschinen. Vorerst werden diese in geschlossenen Gebieten angeboten, wo die Zugmaschinen über die Cloud miteinander vernetzt sind und gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen. Das scheint in großen Industriekomplexen oder in Hafenanlagen möglich. Dort können auch viele Erfahrungen gesammelt werden, die man benötigt, um später solche autonomen Fahrzeuge auch im normalen Straßenverkehr zuzulassen.

 

Mittlerweile experimentiert man ja auch schon mit gesonderten Fahrspuren für LKWs auf Autobahnen, wo sich solche autonomen Zugmaschinen im Reißverschlussverfahren „einklinken können“. Diese bilden dann eine zusammenhängende Kette.

Die Plastik-Bank tauscht gesammelten Kunststoff gegen Geld

Ein tolles Projekt für Länder der Dritten Welt mit Unterstützung von Großkonzernen aus der Ersten Welt.

Der Unternehmer David Katz hat sich zum Ziel gesetzt, Plastik nicht aus dem Ozean zu fischen, sondern es bereits sammeln zu lassen, bevor es in die Flüsse oder das Meer gelangt. Da Haiti als eines der ärmsten Länder der Welt über keinerlei Infrastruktur verfügt, gebrauchtes Plastik zu entsorgen, wird es meist achtlos weggeworfen und irgendwann durch Regenwasser in einen Fluss gespült.
https://www.youtube.com/watch?v=8ZTfSDKgimY
Shell macht mit und verpflichtet sich, aus dem gesammelten Plastik Wasserflaschen zu machen, die sie an ihren Tankstellen verkaufen. Henkel nimmt 100.000 Kilo pro Jahr ab und verwendet es wieder für seine Produkte. Auch IBM und Marks & Spencer hat Katz schon zum Mitmachen gewonnen. Weitere Großkonzerne sollen folgen: Denn neben dem Effekt, etwas für die Kreislaufwirtschaft zu tun, ist auch das soziale Engagement bei den Kunden dieser Großkonzerne gern gesehen.
Den ganzen TED-Vortrag findet ihr unter https://www.youtube.com/watch?v=tnndie-ijKs
„Soziales Plastik ist die neue Währung!“ Er schildert dort, wie seine „Plastik-Bank“ z.B. in Haiti durch spezielle Verkaufsstellen den Ärmsten der Armen die Möglichkeit bietet, ihr gesammeltes Plastik gehen eine Reihe von Produkten einzutauschen, die sie dringend brauchen. Natürlich auch gegen Bargeld. Und je sortenreiner das gesammelte Plastik ist, desto mehr wird den eifrigen Sammlern gutgeschrieben. Diese Tätigkeit bieten auch vielen Frauen eine Perspektive, die sonst keinerlei Arbeit finden. Nach und nach möchte mehr Firmen motivieren, sich zu engagieren und sein Projekt z.B auch nach Äthiopien, Indien, Indonesien and Brasilien ausdehnen.