Radikale Innovation

Fahrzeug der Zukunft?

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think-deka-revolt-lg.jpgDer Erfinder des Zweiräderfahrzeugs Segway, Dean Kamen, hat unter vielen anderen Erfindungen auch ein vierrädriges Hybridfahrzeug entwickelt, das sich mit allen möglichen Treibstoffen antreiben lässt. Das geht deshalb, weil er dazu einen Stirling-Motor benutzt. Dieser wurde übrigens von einem schottischen Geistlichen im Jahr 1816 (Robert Stirling) erfunden. Was wieder einmal zeigt, dass geniale Erfinder oft durch ‘Querdenken’ auf Gebieten Hervorragendes leisten, die mit ihrer eigenen Ausbildung oder Tagesarbeit wenig zu tun haben. Aber gerade dadurch haben sie eine andere Denkweise als die jeweiligen Fachleute.

Er hat von der norwegischen Firma TH!NK das Elektrofahrzeug TH!NKcity genommen und damit seinen Deka Revolt entwickelt. Er verwendet seinen Stirlingmotor nicht dazu, die Räder des Fahrzeugs anzutreiben, sondern er entlastet damit die Batterie des Elektromotors (der den eigentlichen Fahrzeugantrieb darstellt), weil er für Heizung und Kühlung sorgt. Beides sind große Stromfresser. Wird eine Geschwindigkeit von ca. 60 kmh nicht überschritten, ist der Stirlingmotor sogar in der Lage, die für den Antrieb der Räder verbrauchte Energie wieder ‘nachzuladen’. Ein ‘Liegenbleiben’ wegen leerer Batterie wird so unmöglich. Und zu allem Überfluss belastet der Stirlingmotor die Umwelt nicht, weil er in einem geschlossenen System arbeitet und keinerlei Abgase entstehen.

[Osborn-Checkliste: Kombinieren]
[ASIT-Prinzip: Unification]
[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 5: Vereinen/Kopplung]

Gleichgewicht durch Elektronik

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Segway PTEr sorgt überall für Aufmerksamkeit, wo er auftaucht: Der Segway Personal Transporter. Als Elektroroller, der eine einzelne Person stehend befördert, wird er daher heute hauptsächlich bei Promotions und Events eingesetzt. In Wien und Hamburg werden aber z.B. auch Stadtführungen damit angeboten.

Wie ist es nun möglich, dass sich ein aufrechtstehender Mensch im Gleichgewicht auf einem Roller halten kann, der nur ein Rad links und ein Rad rechts hat? Das wird durch eine ausgeklügelte Elektronik bewerkstelligt, bei der fünf Gyroskopsensoren und zwei Beschleunigungssensoren 100mal pro Sekunde das Gelände und Ihre Körperposition analysieren. Die Homepage von Segway Austria berichtet:

Wenn das Fahrzeug nach vorne geneigt wird, bewegen die Motoren beide Räder vorwärts, um ein Umkippen zu verhindern. Wenn das Fahrzeug nach hinten geneigt wird, bewegen die Motoren beide Räder nach hinten. Wenn der Fahrer die LeanSteer Lenkstange betätigt, um nach links oder rechts zu wenden, bewegen die Motoren ein Rad schneller als das andere, oder bewegen die Räder in entgegengesetzte Richtungen, damit das Fahrzeug sich dreht. Während der Fahrt lenkt der Segway PT exakt den richtigen Kurvenradius, der notwendig ist, um unter Berücksichtigung der Fliehkräfte das Gleichgewicht zu halten.

Wikipedia nennt auch die mögliche Gründe, warum sich diese an sich tolle Idee bisher noch nicht so richtig durchgesetzt hat:

- Der hohe Anschaffungspreis (ca. 6.700,00 EUR) und die Folgekosten (z.b. für Akkus).
- Das hohe Gewicht (ca. 48 Kilo).
- Unterschiedliche Zulassungen in verschiedenen europäischen Ländern und die EU-Richtlinie 2002/24/EU, die alle Elektrofahrzeuge zu Kraftfahrzeugen macht. Dazu fehlt aber noch die Betriebserlaubnis.

Trotzdem kann der Segway PT bei vielfältigen Gelegenheiten eingesetzt werden. Bei YouTube gibt es bereits zahlreiche Videos. Auch eines mit einem Sitz, weil manche nach längerem Stehen auf dem Segway PT über leichte Schmerzen klagen. In Österreich und Deutschland kann man den Segway PT auch mieten.

[Foto: Segway]

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