Achtung: Dieses Teil zerstört sich selbst in 60 Sekunden!

born-to-die.jpgEs gibt bereits tolle Ergebnisse bei elektronischen Bauteilen, die eine begrenzte Zeit funktionieren und sich anschließend (mehr oder weniger) ohne Rückstände auflösen. Wie funktioniert das? Die Teile bestehen hauptsächlich aus Magnesium, Silikon und Seidensubstrat, die sich z.B. in Wasser nach einer gewissen Zeit auflösen. Damit ergeben sich schon zwei Einsatzgebiete: in der Medizin und in der Spionage.

Medizin: Sie schicken ein Diagnoseinstrument durch den Körper oder nähen es nach einer Operation mit ein. Dieses überwacht dann die Wunde und sendet allfällige Infektionen nach außen. Nach getaner Arbeit verschwindet dieser Sender rückstandslos. Skeptiker raten bei der Verwendung innerhalb des Körpers noch zu großer Vorsicht, sind aber bereit für Anwendungen an der Hautoberfläche oder knapp unter der Haut. Das eröffnet den Ärzten eine tolle Bandbreite an Möglichkeiten.

Spionage: Drohnen lassen sich leicht erkennen und nachweisen, natürlich auch abschießen. Aber wenn Sie z.B. aus großer Höhe winzige elektronische Schnipsel nachts über einem Gebiet abwerfen, das Sie erkunden wollen, dann können diese Schnipsel ihre Beobachtungen an Sie senden oder bestimmte Dinge auslösen und anschließend lösen sie sich auf als wären sie nie da gewesen.

Auch in anderen Bereichen leiden wir heute darunter, dass manche Teile wie z.B. Mobiltelefone Jahre und Jahrzehnte halten, aber nach 2 Jahren schon auf dem Müll landen, weil sie getauscht werden. Was wäre, wenn wir unser gebrauchtes Handy einfach im Waschbecken ‚wegspülen‘ könnten? Natürlich ohne der Umwelt zu schaden. Da die Industrie seit Jahren schon gezwungen wird, ihre Produkte so zu bauen, dass sie nach ihrer Pflichterfüllung die Umwelt so wenig wie möglich belasten, besteht hier ein großes Interesse an Materialien, die nach einem vorberechneten oder selbst gewählten Datum rückstandsfrei zum Verschwinden gebracht werden können.

[Foto und Quelle: TheGuardian]