Was bleibt vom Lissabonner Vertrag?

12:33 pm Allgemein, Prozesse

Gestern Abend war eine sehr interessante Sendung auf ServusTV zum Thema Innovationen und was zu diesem Stichwort aus dem Vorhaben der EU im Lissabonner Vertrag übrig geblieben ist. Wer die Sendung sehen möchte, drückt hier. Die EU wollte durch Innovationen weltweit die Marktführerschaft übernehmen. Heute jedoch geben China und Indien den Ton an. Ist Europa nicht mehr innovativ genug? Wir schielen viel zu stark auf technische Produktinnovationen, waren sich die Diskutanten in der Runde einig.

Die Lösung scheint eher darin zu liegen, sich um Prozessinnovationen in Organisationen und politischen Systemen zu kümmern. Weiche Faktoren, die einer radikalen Erneuerung bedürfen, soziale Systeme sollten neu erfunden werden! Wie schaffen wir andere Möglichkeiten, das Leben zu finanzieren, wie teilen wir Volksvermögen gerechter auf? Wie sorgen wir für Pflege im Alter, wie schaffen wir es, dass nicht die heute Jungen später mit enormen Schulden dastehen?

Ideen dazu gibt es genug, aber es fehlt an der Umsetzung. D.h. es müssten eigene Wege entwickelt werden, wie sinnvolle Verbesserungen auch durch den Apparat (oder am Apparat vorbei?) geschleust werden können. Das Internet bietet hier hervorragende Möglichkeiten, wir müssen sie nur nutzen. Innovationen sind ein lebenswichtiger Wirtschaftsfaktor, aber sind sie auch nachhaltig? Hier war sich die Runde nicht einig, denn Innovationen leben von rascher Abfolge (”Das Bessere ist der Feind des Guten”). Wenn man aber den Begriff ‘Nachhaltigkeit’ in Richtung von ‘Ressourceneinsparung’ auslegt und nicht, dass etwas möglichst lange ‘nachhält’, dann passen diese Begriffe wieder zusammen.

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