Innovation im Hotelbereich

Ein klassischer Fall bei dem eines der TRIZ-Lösungsprinzipien von Genrich Altschuller zum Tragen kommt (nämlich Nr.1=Zerlegen), wird bei Innovationen im Hotelbereich verwendet. War es bisher üblich, dass sich Hotelzimmer in 1 bis 2 Gebäuden befunden hatten, so verteilen sich nun die Zimmer über mehrere Gebäude in einem Ort oder einer Stadt. Beispiele dafür gibt es in

Hallstatt/Österreich
Auf drei verschiedene Gebäude verteilt: Das ‚Historik-Hotel Hallstadt‘ soll nur Betten auf 4-Sterne-Niveau anbieten. Verwendet wurden z.B. das ehemalige Heimathaus sowie das Amtshaus der Salinen AG. Durch dieses Projekt entstehen auch neue Arbeitsplätze für Hallstatt.

Leuk/Schweiz
In verschiedenen, zum Teil verlassenen Häusern, werden Zimmer eingerichtet. Die Verpflegung findet an einem zentralen Ort statt.

Vnà/Schweiz
Ein ganzes Dorf soll eingebunden werden, die Touristen wohnen eher privat (dezentral) als in einem extra dafür errichteten Gebäude. Hatten wir das nicht schon mal als ‚Fremdenzimmer‘?

Binntal/Schweiz
Ein Architekt möchte 8 bis 10 Häuser renovieren und das alte Schulhaus als Zentrum (Rezeption) einrichten. Genug leerstehende Häuser gibt es. Auch hier soll 4-Sterne-Niveau erreicht werden.

Alle diese Konzepte sind offensichtlich von dem in Italien erprobten Projekt des ‚Albergo diffuso‘ inspiriert. Hier stand vor allem die Idee Pate, von Auswanderung bedrohte Regionen wieder zu beleben. In den Abruzzen entstand die erste Hotelanlage. Wenn Sie ‚Albergo diffuso‘ googlen, dann finden Sie dort eine Vielzahl von bereits seit Jahren verwirklichten Projekten.

[TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 1=Zerlegen]

3 Gedanken zu „Innovation im Hotelbereich

  1. So richtig innovativ finde ich das jetzt nicht – es klingt eher nach der alten Idee der Pension oder Ferienhaus dessen Besitzer nicht privat, sondern halt ein Hotel ist.

    Sicherlich findet sich hier auch eine Zielgruppe, die angestrebte Sterneklasse zeigt aber auch ab wann sich die Idee finanziell trägt.

    Mal kurz an die Bar gehen oder den Zimmerservice rufen wird jedoch schwer.

  2. @Sven
    Ich sehe hier 2 verschiedene Konzepte:
    1. Wie kann man sterbenden Orten helfen, wie kann ich der dort lebenden Bevölkerung wieder Einnahmen verschaffen?
    2. In Städten mit altem Stadtkern stehen oft mehrere Häuser in einem Viertel leer. Wenn diese nun geschickt revitalisiert werden, kann durch die Vernetzung mit zentralen Räumen vielleicht eine neue Kategorie von ‚Kulturreisenden‘ angesprochen werden.

  3. Ausserdem ist das Lokalkolorit ein interessanter Mehrwert (sprich: Erfahrung) für einige Gäste: Man kann einen Ort und seine Bewohner viel besser kennenlernen und erleben, wenn man nicht in einem anonymen Hotel absteigt, sondern in Gebäuden mit Geschichte oder gar direkt bei Einheimischen zu Gast ist.

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