TRIZ und Radikale Innovation

Eifrigen Lesern meines Blogs werden die 4 Buchstaben TRIZ schon öfter aufgefallen sein. Und einige von ihnen wissen auch, dass diese die Abkürzung für ‚Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz‘ sind. Was Wikipedia übersetzt mit „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ oder „Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme“.

Über die Methodik steht in Wikipedia:
Die Methodik wurde u.a von Genrich Saulowitsch Altschuller, Rafael Borisowitsch Shapiro und Dimitri Kabanov um 1946 ins Leben gerufen. Sie entstand durch die Sichtung einer großen Anzahl von Patentschriften, woraus sie diejenigen auswählten, die ihnen technische Durchbrüche zu beschreiben schienen. Diese werteten sie genauer aus und erkannten drei wesentliche Gesetzmäßigkeiten:

  1. Einer großen Anzahl von Erfindungen liegt eine vergleichsweise kleine Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrunde.
  2. Erst das Überwinden von Widersprüchen macht innovative Entwicklungen möglich.
  3. Die Evolution technischer Systeme folgt bestimmten Mustern und Gesetzen.

Speziell Altschuller hat mit seinen Schülern ein Systematik entwickelt, mit der man Erkenntnisse aus der Vergangenheit nützen kann ohne das Rad jedes Mal neu erfinden zu müssen. TRIZ besteht aus einer ganzen Reihe von methodischen Werkzeugen, die systematisches Problemlösen unterstützen. Warum soll das gerade bei ‚Radikalen Innovationen‘ nützlich sein?

Altschuller hat empfohlen, bei jedem Problem zumindest einen ‚klassischen Widerspruch‘ (siehe oben Punkt 2) zu formulieren, den es zu überwinden gilt. Auch die ‚ideale‘ Lösung anzudenken. Genau das ist der Stoff, aus dem ‚Radikale Innovationen‘ gemacht sind. Und um frühere Erfahrungen zu nutzen, hat er zusammen mit seinen Schülern 40 Lösungsprinzipien (siehe oben Punkt 1) erarbeitet, auf die man beim Problemlösen (oder Erfinden) zurückgreifen kann.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie beim einen oder anderen Beitrag in Zukunft in der Fußzeile (zwischen eckigen Klammern) einen Hinweis finden werden, welche(s) Lösungsprinzip(ien) dort offensichtlich angewendet wurden. Auch bisherige Beiträge werde ich nach und nach ergänzen. Denn durch Beispiele begreift man diese Prinzipien am besten. Und sie gehen nach einiger Zeit ganz automatisch in das Lösungsdenken über.

7 Gedanken zu „TRIZ und Radikale Innovation

  1. Den TRIZ Ansatz finde ich auch sehr spannend. Allerdings ist dies eine
    Technik, deren Fokus auf die „kreative“ Lösung von technischen
    Problemstellungen hervorragend anzuwenden ist. Dies erwähnen Sie auch
    („Lösungsdenken“).

    Meine größte Schwierigkeit mit dieser Technik ist, dass man das Problem sehr
    genau definieren muss, um dann das richtige Lösungsprinzip anzuwenden. Da
    Problembeschreibungen und auch Lösungsprinzipien sehr abstrakt von
    Altschuller beschrieben sind, fällt mir zum Beispiel die Anwendung auf
    eigene Problemfälle nicht besonders leicht.

    P.S.: Kennen Sie auch die Methode SIT? Dort wurden die 40 Lösungsprinzipien
    von TRIZ noch einmal reduziert. Mit dem Ziel, TRIZ zu erleichtern.
    Allerdings sind dort die Lösungsprinzipien noch abstrakter beschrieben als
    bei TRIZ. Haben Sie Erfahrungen damit?

  2. TRIZ und die ‚abgespeckte‘ Variante SIT (Systematic Inventive Thinking) sollte man eher als Methoden und nicht als Techniken bezeichnen.

    Sie haben völlig Recht, wenn Sie sagen, dass TRIZ sehr abstrakt ist. Altschuller wollte ja gerade die Menschen zu abstraktem Denken zwingen. Ist das Problem einmal genau definiert, dann ergeben sich oft rasche Lösungsideen bzw. man kommt drauf, dass man etwas am falschen Ende lösen wollte. Deshalb dauert es manchmal auch Jahre, bevor man alle Aspekte von TRIZ wirklich verstanden hat. Was einen aber nicht hindern sollte, Teile davon zu verwenden.

    Weil TRIZ so umfangreich ist, wurde daraus eben SIT entwickelt (von dem es übrigens auch schon wieder zahlreiche Weiterentwicklungen gibt). Interessante Informationen dazu finden Sie unter http://www.symposion.de/triz/triz_05370101.htm

Kommentare sind geschlossen.