Welterfolg mittels TRIZ

Procter & Gamble (am ehesten bekannt durch Ariel und Pampers) ist einer der weltweit erfolgreichsten Markenartikler und immer wieder auf der Suche nach Feldern für weitere Innovationen. Auf dem Sektor ‚Bleichen von Zähnen‘ entdeckte P&G, dass dies meistens professionell von Zahnärzten um teures Geld (EUR 300,00-400,00 oder mehr) erledigt wird oder zuhause mühsam mit einigem Aufwand und unangenehmen Nebenerscheinungen. Allerdings ist der Markt riesengroß, denn sehr viele Menschen haben durch Rauchen oder Teetrinken, aber auch durch mangelnde Mundhygiene, eher gelbliche Zähne. Und hätten gerne strahlend weiße!

Entweder hatte Procter & Gamble gerade zuwenig Forscherkapazität oder wollte man den angesagten Einsatz außenstehender Ressourcen tatsächlich erhöhen, jedenfalls erhielt die Firma 3GEN Partners den Auftrag, sich dieses Problems anzunehmen und eine Lösung zu finden, die für die Kunden wesentlich angenehmer und kostengünstiger sein sollte als die bisherige. Da 3GEN Partners stark mit Altshullers Methode des systematischen Erfindens (TRIZ) arbeitet, wurde zuerst das Problem analysiert und ein Widerspruch formuliert:

„Das Bleichmittel muss über einige Zeit mit den Zähnen in Berührung kommen, darf aber keinesfalls mit dem Speichel in Berührung kommen“. Das war bisher mit Metall- oder Kunststoffschienen möglich, die speziell angepasst und über die oberen bzw. unteren Zähne gestülpt wurden. Man kann sich vorstellen, wie angenehm das ist. 3GEN Partners prüfte anhand der 40 TRIZ Lösungsprinzipien mehrere Möglichkeiten und entschied sich schlußendlich für das Prinzip Nr. 30 (Verwendung biegsamer Hüllen oder Folien) und entwickelte die sogenannten Whitestrips (Crest bzw. Blend-a-med). Mit diesem Produkt wurde Procter & Gamble innerhalb kürzester Zeit Marktführer wurde und konnte nach einem Jahr bereits 45% dieser Produktkategorie für sich in Anspruch nehmen. Angeblich handelt es sich dabei sogar um den erfolgreichsten Produktlaunch in der Geschichte von P&G.

Da sie jedoch nicht die von 3GEN Partners ursprünglich verlangte hohe Summe für die Entwicklung bezahlen wollten, wurde vereinbart, dass 3GEN Partners über einen bestimmten Zeitraum mit einem kleinen Prozentsatz an jeder verkauften Packung beteiligt ist. Durch den raketenartigen Einstieg in den Markt völlig überrumpelt, bereut es P&G heute noch bitter, nicht dem ursprünglich verlangten Einmalbetrag zugestimmt zu haben. Woher ich das weiß? Einer der Vizepräsidenten von 3GEN Partners erzählte uns diese Anekdote auf der TRIZCON 2004 in Seattle…

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