Großkonzerne tun sich schwer mit radikalen Innovationen

9:18 pm Allgemein

Ist es schon für kleinere Firmen nicht leicht, das Risiko von ‘radikalen Innovationen’ auf sich zu nehmen, so tun sich größere Konzerne damit noch bedeutend schwerer. Denn zahlreiche Filter in Form von Vorgesetzten, Controllern, Formularen zur Chancenabschätzung und quartalsweiser Berichtspflicht machen es dieser Form von Innovation wirklich nicht leicht. Kontinuierliche Verbesserung ist da schon wesentlich eher gelitten, besonders dann, wenn eine Idee dem Unternehmen wieder mal hilft, Geld zu sparen. Deshalb kaufen große Unternehmen auch gerne kleinere auf, wenn diese sich mit einer ‘radikalen Innovation’ schon etwas die Hörner abgestoßen haben.

Unter dem Pseudonym ‘Moosh2001′ hat der 24-jährige Amerikaner Gustavo ein kleines Video gemacht, das die Situation recht gut beschreibt:

Die von ihm im Video erwähnten ‘Crest Whitestrips’ waren für Procter & Gamble allerdings wirklich ein Wurf, der nicht jeden Tag gelingt. Was jedoch genau hinter der Entstehungsgeschichte dieses Produktes steckt, schildere ich in einem eigenen Beitrag.

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4 Kommentare
  1. René Chelvier :

    Datum: 3. Dezember 2007 um 07:35

    Hallo,

    eine Erklärung für dieses Phänomen liegt auch in der Bewertung von (radikalen) Innovationen. Stellen Sie sich vor es gibt einen Manager, der dem Geschäftsführer eine Idee präsentieren soll und er hat zwei Optionen: eine kontinuierliche Verbesserungsidee und eine radikale Innovation.

    Für die Verbesserungsidee kann der Manager Kennzahlen wie Zielgruppe und Marktvolumen vorlegen und die Umsatzsteigerung liegt vielleicht bei 1 Mio. Dollar. Für radikale Innovationen gibt es meist noch keine Zielgruppe und keinen bekannten Markt. Die Umsatzsteigerung könnte geschätzt bei 10.000 Dollar liegen. Welche Idee würden Sie als Manager dem Geschäftsführer präsentieren?

    Haben radikale Innovationen in großen Unternehmen überhaupt eine Chance? Ist die Ausgründung eines Start-Ups zum Testen dieser Innovation ein möglicher Weg?

    Viele Grüße,
    René Chelvier

    PS: Meine Buchempfehlung zu diesem Thema: “The Innovator’s Dilemma” von Clayton M. Christensen

  2. innokaan :

    Datum: 3. Dezember 2007 um 09:25

    @René
    Das Problem liegt grundsätzlich darin, dass eine radikale Innovation zuerst mehr Geld kostet als sie bringt. Ob es zu einer ‘Cash Cow’ wird, entscheidet sich oft erst nach einer sehr langen Anlaufphase. Im Falle von Crest Whitestrips allerdings hat P&G insofern einen Goldgriff getan, als es (glaube ich) innerhalb von 6 Monaten die Marktführerschaft in diesem Segment erreicht hatte.

    Vielen Dank für die Buchempfehlung - ich hatte Christensen auch von anderer Seite schon empfohlen bekommen. Er wird unter dem Christbaum liegen!

  3. Business Coach :

    Datum: 7. Dezember 2007 um 08:55

    Das Problem mit “Radikalen Innnovationen” liegt eventuell in der Wortwahl. Wer möchte schon gerne als Radikaler gelten? Vielleicht wären mit Worten wie, “umfassend” oder “grundlegend” Innovationen einfacher zu verkaufen.

  4. innokaan :

    Datum: 7. Dezember 2007 um 11:19

    Sie haben natürlich recht. Auch die wortwörtliche Übersetzung des englischen Begriffes ‘breakthrough’ ist auf Deutsch mit ‘Durchbruchsinnovation’ nicht ideal. Weil man Durchbruch eventuell mit ‘Blinddarmdurchbruch’ assoziiert. ‘Umfassend’ oder ‘Grundlegend’ scheinen mir beide aber als zu weich. Vielleicht würde ‘Bahnbrechende Innovation’ es noch am ehesten treffen.

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