Immobilien ohne Provision

iMaklerAufruhr bei Deutschlands Maklern: Wieder einmal wagt es ein Unternehmer, die über viele Jahrzehnte übliche Vorgangsweise zu durchbrechen. Wer jemals etwas am Immobiliensektor kaufen oder verkaufen wollte, hat versucht, sich irgendwie um die Maklerprovision zu drücken. Es ist auch wirklich nicht ganz einzusehen, warum ein Makler für die nahezu gleiche Arbeit jeweils am Wert der Immobilie bezahlt werden soll. Genau wie eigentlich nicht einzusehen ist, warum ein Anwalt oder Notar nicht nach seinem Arbeitsaufwand, sondern nach dem Wert des Vertrages honoriert werden soll.

Harald Blumenauer aus Bad Soden hat mit seiner iMakler GmbH einen neuen Weg beschritten:

– vom Käufer verlangt er gar nichts

– vom Verkäufer verlangt er fixe EUR 995,00 inkl. Mwst.

Dafür bekommt dieser auch noch eine Bewertung durch einen unabhängigen Sachverständigen.

Wie macht er das nur? Er verlagert den zeitraubendsten Teil der Maklerleistung auf den Verkäufer, nämlich die Besichtigungen. Weil dieser sein Objekt und dessen Umgebung am besten kennt. Angeblich kaufen Kunden rascher, wenn der Besitzer das Objekt gezeigt hat. Gepaart mit einem durchdachten Internetkonzept möchte Blumenauer, der seit mehr als 40 Jahren im Maklergeschäft tätig ist, damit die Branche revolutionieren. Hat der Kunde erst einmal Vertrauen gefasst, erkennt er meist, dass zum Verkauf doch mehr gehört, als nur das Objekt zu zeigen. Und bei Zusatzleistungen geht der iMakler natürlich gerne zur Hand.

[Foto: iMakler]

12 Gedanken zu „Immobilien ohne Provision

  1. Nachtrag:
    Mit diesen System beendet Blumenauer auch eine andere Unsitte, die sich im Laufe der Jahre breit gemacht hat: Dass nämlich Käufer und Verkäufer, wenn sie einmal zueinander gefunden haben, versuchen am Makler vorbei zu agieren, um die Provision zu sparen. Der Käufer zahlt sowieso nichts, daher hält sich sein Interesse, mit dem Verkäufer zu ‚kungeln‘ in Grenzen, der Verkäufer hat schon im Vorhinein bezahlt (und dafür auch ein Gutachten erhalten). Wenn er dann direkt mit dem Käufer verhandelt, juckt das den iMakler nicht mehr. Er hat sogar weniger Arbeit damit. Auch die leidige Debatte um einen Alleivertetungsauftrag fällt weg.

  2. Handelt es sich um eine Mogelpackung? Wie kann man bloß auf die Idee kommen und für fast 1000,00 EURO Fotos machen lassen, ins Internet stellen lassen, dann die Kunden über ein Callcenter abfangen lassen – immerhin ist Interhyp mit 25% beteiligt – und dann über die Website Finanzierungen angeboten bekommen? MEIN Haus als Aufhänger dafür?
    Imakler schuldet keinen Erfolg, sondern nur die angebotenen Leistungen. Wenn nicht verkauft wird, zahle ich trotzdem fast 1000,00 EUR – wenn ich ein 60.000 EUR Grundstück verkaufe, ist das ein großer Batzen Geld. Dann nehme ich lieber einen Makler, der tut alles für einen Verkauf und erhält sein Geld nur im Erfolgsfall. Dann setzt er meine Preisvorstellungen noch besser durch und hat nicht nur sein Geld verdient, sondern auch für mich mehr herausgeholt.

    Ich darf darauf hinweisen dass der Geschäftsführer und Mitinitiator weiterhin selbst als Makler tätig ist und somit nicht hinter dem Konzept Imakler steht. Schau hier. Ich fühle mich verarscht.

    Wenn ich zu einer Werbeagentur gehe, erhalte ich größtenteils bessere Leistungen zu einem besseren Preis.

  3. @ Holger
    Gibt es nicht auch ein Gutachten, das im Preis enthalten ist? Wenn ich das nicht brauche, muss ich ja das Angebot von iMakler nicht annehmen. Und ein Haus wird ja doch eher im Bereich von 200.000 – 300.000 EUR liegen, da sieht die Relation zu 995 EUR schon anders aus. Natürlich schuldet iMakler keinen Erfolg. Letztlich wird sich dieses Konzept aber nur durchsetzen, wenn es erfolgreich Käufer und Verkäufer zusammenbringt.
    Ich habe das Konzept als Internetkonzept verstanden, da ist auch ein Callcenter nichts Ehrenrühriges (auch große Markenartikler arbeiten mit Callcentern). Und gerade im Internet nehmen Beurteilungssysteme zu – es wird sich also bald herausstellen, ob iMakler nur Sachverständige Geld verdienen lässt oder wirklich etwas taugt.
    Warum Herr Blumenauer nicht hinter iMakler steht, weil er sein eigenes Büro weiter betreibt, verstehe ich nicht ganz. Das sind zwei verschiedene Schienen und ich glaube, dass er mit iMakler gerade diejenige Kundschaft anspricht, die entweder schon einmal von Maklern enttäuscht worden ist, oder aber neue Kunden, die bisher zu geizig waren, Maklern eine Provision zu überlassen.

  4. ich finde es revolutionär. Endlich einen Immobilienmakler der es gewagt hat die alte Provisionsmodelle zu ändern. Hut ab! Die 6% sind doch auch nicht mehr zu rechtfertigen. Gut gemacht und ich hoffe Herr Blumenauer hat mit seinem Geschäftsmodell viel Erfolg!

  5. @Holger – schon ein bisschen merkwürdig, was du da schreibst.

    Wenn du positive Erfahrungen mit Maklern machen konntest – um so besser. Es entspricht auf jeden Fall nicht den Tatsachen, dass ein Makler für den Verkauf deines 60.000 euro teuren Grundstückes alles machen würde. Falls es nämlich schlecht zu vermitteln ist, bleibt es im besten Fall als Karteileiche liegen. Dann bekommt der Makler zwar keine Provison, hat aber auch nichts dafür getan. Also wer ist dann der Gelackmeierte? Der Makler (der im Zweifel stattdessen ein Haus für 250.000 euro verkauft hat)? Oder du, der du immer noch auf dem Grundstück sitzt? ;-))

    Und wo hast du das Märchen her, dass ein Makler versucht, deine Verkaufsvorstellungen durchzusetzen? Das ist neu – im Regelfall MUSS er runter gehen, da der in Sachen Immobilienmarkt meist unwissende Kunde viel zu hohe Preisvorstellungen hat (von wegen steigender Wert einer Immobilie).

    I-Makler hat die Zeichen der Zeit richtig interpretiert und bietet seinen Kunden Unterstützung und Beratung zu einem fairen – und vor allem nachvollziehbaren – Preis.
    Ein Konzept, welches gute Chancen hat, ein Erfolg zu werden, sich durchzusetzen und frischen Wind auf den Immobilienmarkt zu bringen.

    Ach so – wenn Herr Blumenauer tatsächlich neben i-makler auch noch klassisch makelt und dich das stört, dann solltest du es auf jeden Fall vermeiden, im Supermarkt die Hausmarken zu kaufen. In der Regel verbirgt sich dahinter Markenware namenhafter Firmen… Sehr verwerflich, gleich mehrere Zielgruppen ansprechen zu wollen… ;-))

  6. Erfolg wünsche ich jeden Unternehmer. Ob die Unterstützung zu einem fairen Preis erfolgt – sei dahin gestellt. Für eine Wertsteigerung muss man auch investieren – dass machen viele Immobilienbesitzer nicht – Eine Wertermittlung ist für mich rausgeschmissenes Geld – Der Preis wir über Angebot und Nachfrage erzielt.

  7. Sicherlich ein guter Kompromiss. Der Käufer/Mieter kann sich auf eine feste Provision verlassen und weiß was auf ihn zukommt. Und wenn alles richtig läuft, dann kriegt er auch noch vom Vermieter/ Verkäufer bessere Infos zu der Immobilie. Der Makler kann so keinen Einfluss auf den Käufer/Mieter bei der Besichtigung ausüben um so evtl. seine eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen (schneller Verkauf bei hoher Provision etc. statt faire, ordnungsgemäße Veräußerung der Immobilie).

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