Radikal: An die Wurzel gehen
April 16, 2007 12:22 pm Allgemein, Lesetipps, ProzesseEinen wunderschönen Artikel zum Thema dieses Blogs habe ich beim Magazin ‘brand eins online’ gefunden. Über die Metapher einer tatsächlichen Behandlung im Mund eines Menschen wird hier die Situation vieler Firmen eins zu eins deutlich gezeichnet. Der Autor Wolf Lotter schreibt
Manche Mundhöhlen sind ein maßstabsgetreues Modell der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realität. Einstürzende Eckzähne, marode Molare, Zahnfleischtaschen und Kraterlöcher, eine einzige Abbruchstimmung, über der ein leichter Fäulnisgeruch schwebt.
Und er schildert, dass auch Patienten beim Zahnarzt ähnliche Verhaltensweisen wie Wirtschaftskapitäne zeigen:
Wir bohren ein wenig herum, füllen ein bisschen was rein und spachteln ab – Zahnreformation sozusagen, geht schnell, bringt wenig. In ein paar Monaten liegen Sie wieder hier, mit größerem Loch, mit stärkeren Schmerzen. Geht aber schnell. Versprochen. Tut kaum weh.
Interessant sind auch die Beispiele von Reengineering, die er bringt. Besonders jenes der IBM Credit Corporation, die durch radikales Überdenken des Ablaufs einer Kreditvergabe den Vorgang von ursprünglich 420 auf tolle 4 Stunden verkürzte. Und damit zur Vorlage für den Gesamtkonzern IBM wurde, der gerade noch ‘die Kurve nahm’. Währenddessen Ken Olsen, Chef der Digital Equipment Corporation (DEC) mit seiner Meinung, Personal Computer für zu Hause seien völliger Unsinn, seinen Konzern in den Untergang riss.

