Es gibt zuwenig radikale Innovationen…
Februar 26, 2007 9:55 am Allgemein, Medizin…soll nun sogar Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bei einem Vortrag in der Schweiz gesagt haben. Seit fast einem Jahr sammle ich nun Beispiele zu diesem Thema und muss feststellen, dass es in diversen Fachgebieten eine ganze Reihe ‘aktueller’ radikaler Innovationen gibt. Sie werden nur oft nicht als solche erkannt, weil ihre Einführung oder Adaption sich oft über Jahre hinzieht. Das Ergebnis dieser Entwicklung sieht dann im Rückblick (im Vergleich zu der Situation vor einigen Jahren) sehr spektakulär aus, obwohl das durch die Entwicklung während des langen Zeitraums so nicht erkennbar war.
Mir kommt vor, dass sich radikale Innovationen dort am schnellsten durchsetzen lassen, wo die Not (und die Unzufriedenheit mit der bestehenden Situation oder die Aussicht auf eine wesentliche Verbesserung) am größten ist, nämlich in der Medizin. Ich könnte wahrscheinlich
einen eigenen Blog damit füllen, welche neuen Operationsmethoden tagtäglich weltweit ausprobiert werden. Oder welche neuen technischen Apparaturen Menschen den Alltag erleichtern. Schon was im orthopädischen Bereich geschieht ist sensationell. Oder im operativen Bereich mit Robotern. Hier werden offensichtlich auch hohe Risiken akzeptiert, was bei anderen Situationen des Lebens oft nicht der Fall ist. Besonders dann, wenn auf der anderen Seite der vermeintlich ’sichere’ Tod steht.
Foto: Pixelquelle



Sebastian Ulbert :
Datum: 26. Februar 2007 um 22:03
Ja, ja… hat er, unser BK an der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich!
Die Rede ist übrigens auf der Website des Bundeskanzleramtes unter http://www.austria.gv.at/site/cob__20181/5369/default.aspx verfügbar.
Laut eigenen Aussagen setzt Gusenbauer auf eine radikale Innovationspolitik.
Dies soll mit einer markanten Erhöhung der Forschungsausgaben gelingen. Bereits heute liegen die Ausgaben bei 2,32 Prozent des Bruttoinlandprodukts und damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Bis im Jahr 2010 sollen sie 3 Prozent erreichen. Die Bildung und Wissenschaft soll damit neu organisiert werden. Das wichtigste Glied in der Kette von Forschung, Innovation und Wachstum trage den Namen Ausbildung, meinte der Kanzler. Österreich müsse mehr Akademiker und Akademikerinnen generieren, aber auch die Ausbildung auf tieferen Ebenen verbessern.
Bezeichnender Weise wurde die Veranstaltung von einem kurzem Intermezzo gekennzeichnet
„Innovation als Impuls für die Beschäftigung“ lautete der Titel von Alfred Gusenbauers Rede und sollte dem Publikum die ehrgeizigen bildungs- und sozialpolitischen Pläne der neuen österreichischen Regierung näher bringen. Zunächst wurden seine Ausführungen jedoch in eine andere Richtung gelenkt. Wenige Minuten nach Beginn seiner Rede kam ein Zwischenruf aus den hintersten Rängen des Auditoriums. „Herr Gusenbauer, eine kleine Aktion“, kündigte eine junge Frau an. Rund 20 Personen erhoben sich, streiften sich weisse T-Shirts über und gaben sich als Mitglieder des Verbands der Schweizer Studierendenschaften zu erkennen.
Sie wollten während rund zehn Minuten, wie die Sprecherin erklärte, ihre Sicht zu den Studiengebühren in Österreich darlegen. Der Kanzler hatte vor seiner Wahl versprochen, die Studiengebühren in Österreich abzuschaffen. Nach der Wahl krebste er zurück und stellte stattdessen ein Finanzierungsmodell in Aussicht, nach dem die Studierenden zu einem fiktiven Stundenlohn von 6 Euro Sozialdienst leisten und sich ihre Studiengebühr so verdienen könnten. Dies führte in Wien schon während seines Amtsantritts zu lautstarken Protesten.