Einführen statt einfrieren

Foto: WikipediaFür medizinische Neuerungen sind offensichtlich die ‚Salzburger Nachrichten‘ meine Fundgrube. Das Wiener AKH (Allgemeines Krankenhaus und Unikliniken) hat sich in der Herzchirurgie erstmals zu einem minimalinvasiven Eingriff an einer Hauptschlagader (Aorta) entschlossen, um einen Einriss zu behandeln.

Die Ärzte nützten dazu die Zusammenarbeit von Herzchirurgen und Radiologen, weil gerade ein internationales Symposium stattfand. Musste bisher in ähnlichen Fällen immer der Brustkorb geöffnet werden (grauenhafte Vorstellung!), so wurde jetzt über die Schlagader in der Leiste eine Gefäßprothese eingeführt und solange vorgeschoben bis die beschädigte Stelle erreicht war. Dann wurde die Prothese zur Entfaltung gebracht und schiente die erkrankte Stelle. Dabei kamen die Radiologen ins Spiel, weil der Vorgang natürlich mittels Röntgendurchleuchtung überwacht werden musste. Der Eingriff erfolgte bei leichter Narkose!

Und jetzt kommt der Hammer: Bisher war es in so einem Fall nötig, den Patienten auf 18 Grad Celsius abzukühlen und in praktisch klinisch totem Zustand zu operieren! Was allerdings auch schon eine ‚radikale Innovation‘ gegenüber dem innerlichen Verbluten darstellte. Ein sehr schmaler Grat, auf dem sich die Medizin bewegt!

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