Organempfänger atmen auf
Dezember 4, 2006 3:56 pm Allgemein, Dienstleistungen, Medizin, Verfahren
Eine ‘Radikale Innovation’ ist Medizinern an der Uniklinik Tübingen gelungen. Dies berichten heute die ‘Salzburger Nachrichten’. Einem 18-jährigen Patienten wurde eine Niere seiner Mutter eingepflanzt, obwohl beide eine unterschiedliche Blutgruppe haben und der Sohn starke Antikörper gegen die Gewebsmerkmale seiner Mutter entwickelt hatte. Wie ist das nun gelungen?
Vor der Operation entfernten die Ärzte beim Patienten mit einer speziellen Blutwäsche die Antikörper gegen die Blutgruppe und gegen die mütterlichen Gewebsmerkmale. Seit Juli dieses Jahres funktioniert die gespendete Niere tadellos im Körper des jungen Mannes.
Viele nahe Angehörige können nun für einen kranken Angehörigen eine Niere spenden, was bisher oft wegen der falschen Blutgruppe oder Antikörperreaktionen nicht möglich war. Das eröffnet für die betroffenen Patienten ungeahnte Perspektiven, da sie bis dato meist auf einer langen Warteliste mehrere Jahre bei neutralen Spenderdatenbanken auf ein passendes Organ warten mussten.
Dieser Versuch kam auch deshalb zustande, weil der 18-jährige Patient bereits die erste Spenderniere abgestossen hatte und seine Chancen auf eine zweite Niere wieder jahrelanges Warten bedeutet hätte. D.h. es braucht schon einen hohen Leidensdruck, um ein solches Experiment zu wagen!



Mirko :
Datum: 13. Dezember 2006 um 10:05
Ist schon der Hammer, was mittlerweile in der Medizin möglich ist. Ich wünsche der Familie alles gute
Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten rutsch ins neue Jahr.