Klein, kleiner, am kleinsten
Oktober 24, 2006 2:34 pm Banken, Dienstleistungen, ProzesseVor einigen Tagen hatte ich hier darüber berichtet, wie Menschen (und Firmen) in Entwicklungsländern sich zu helfen wissen. Dass sie nämlich Dienstleistungen und Produkte in derart kleine Portionen teilen, dass selbst die Menschen mit sehr wenig Geld kurzzeitig von den Segnungen der Zivilisation ‘naschen’ können. Auch der Friedensnobelpreisträger 2006, Muhammad Yunus, hat mit seiner Grameen Microcredit Bank ein ähnliches Konzept verfolgt. Er verleiht kleine Summen, die wöchentlich zurückgezahlt werden müssen. Dafür verlangt er 20% Zinsen, das ist wesentlich weniger als bei den sonst üblichen ‘Wucherern’. Und er ist damit schon seit langem nicht einmal mehr auf staatliche Zuschüsse oder Spenden angewiesen. Diese nach unseren Maßstäben immer noch recht hohen Zinsen fallen bei den kleinen Kreditsummen und der wöchentlichen Rückzahlung kaum ins Gewicht. Ermöglichen selbst kleine Beträge den Menschen Saatgut zu kaufen oder sich kleine Maschinen zu leihen. Sein Rezept: Er vergibt Kredite an Gruppenmitglieder in Dörfern (in der Hauptsache an Frauen). Die treten gegenseitig als Bürgen füreinander auf. Dadurch ist keine andere Sicherstellung nötig.
Er hat damit eine Revolution in der Mikrofinanzwelt ausgelöst. War man früher (wie bei den meisten Entwicklungshilfeprojekten) auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, so erkannte man bald, dass das System sich auf Dauer selbst finanzieren musste. Und so wurden innovative Methoden entwickelt, um die Kosten- und Risikoproblematik in den Griff zu bekommen. Auch in Deutschland profitiert man von diesen Erkenntnissen der Mikrofinanzierung.

